Barclays
| Barclays PLC
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Barclays Logo.svg | |
| Rechtsform | public limited company |
| ISIN | GB0031348658 |
| Gründung | 1690 |
| Sitz | London, |
| Leitung | Nigel Higgins (Chairman) Coimbatore Sundararajan Venkatakrishnan (CEO) |
| Mitarbeiterzahl | 87.400 (2022)<ref name="GB2022">Geschäftsbericht 2022. (PDF) Abgerufen am 13. Juli 2023.</ref> |
| Umsatz | 24,9 Mrd. £ (2022)<ref name="GB2022" /> |
| Branche | Universalbank |
| Website | home.barclays |
| Stand: 31. Dezember 2022 | |
Die Barclays PLC ist ein international agierendes Finanzunternehmen aus Großbritannien. Barclays ist die drittgrößte Bank in Großbritannien. Zum Jahresende 2016 beschäftigte sie weltweit 119.300 Mitarbeiter.<ref>Barclays Bank – Bilanz – GuV. In: ariva.de. Abgerufen am 11. September 2017.</ref>
Die Bank ist eine der Großbanken, die vom Financial Stability Board (FSB) als „systemically important financial institution“ (systemisch bedeutsames Finanzinstitut) eingestuft wurden.<ref>Policy Measures to Address Systemically Important Financial Institutions. In: Financial Stability Board (FSB) vom 4. November 2011 (PDF-Datei; 105 kB)</ref> Sie unterliegt damit einer besonderen Überwachung und strengeren Anforderungen an die Ausstattung mit Eigenkapital.<ref>Update of group of global systemically important banks (G-SIBs) (PDF; 102 kB) vom 1. November 2012</ref> In einer 2011 an der ETH Zürich veröffentlichten Studie wurde Barclays als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.<ref>147 Unternehmen kontrollieren die Welt In: Frankfurter Rundschau vom 24. Oktober 2011</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Die Unternehmensgeschichte geht zurück bis ins Jahr 1690, als John Freame (1669–1745) und Thomas Gould, beides Quäker,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.NZZ ( vom 12. Februar 2009 im Internet Archive) vom 28. März 2007</ref> in der Lombard Street der City of London als Goldschmied-Banker begannen. Das kommerzielle Bankwesen entstand in England mit den Goldschmieden, die dazu übergingen, Gold und Wertsachen ihrer Kunden in sichere Verwahrung zu nehmen.
1728 zog die Bank in das Haus Nr. 54 Lombard Street, das als Zeichen einen schwarzen Adler mit ausgebreiteten Flügeln trug. Dieses Symbol wurde in den darauffolgenden Jahren zum Erkennungszeichen der Bank
Der Name Barclay wurde erstmals 1736 im Zusammenhang mit dem Bankhaus verwendet, als James Barclay, John Freames Schwiegersohn, als Partner aufgenommen wurde.
Von 1776 bis 1785 firmierte die Bank als Barclay, Bevan and Bening.
Zu seinem Reichtum kam das Bankhaus während der Zeit des Kolonialismus.<ref>Barbara Müller: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Widerstand gegen Barclays. ( vom 8. Juli 2010 im Internet Archive) In: Finanzplatz Informationen 3/2005 (PDF; 61 kB)</ref>
Unter dem Label Barclaycard brachte Barclays 1966 die erste Kreditkarte im Vereinigten Königreich heraus.<ref>https://www.accesscreditcard.info/history66-72.aspx</ref> Barclays hat weltweit 21,2 Millionen Kreditkartenkunden, wovon 10,8 Millionen Kunden auf das Vereinigte Königreich und 10,4 Millionen auf die weiteren Länder entfallen.
Der erste Geldautomat der Welt wurde 1967 von der Barclays-Filiale in Enfield (heute ein Stadtbezirk von Greater London) aufgestellt.
Im Mai 2005 wurde der Hauptsitz von Barclays von der Lombard Street in der Innenstadt von London in die Docklands weiter östlich verschoben. Im Rahmen der Finanzkrise unternahm Barclays Anfang Oktober 2008 Kapitalbeschaffungsmaßnahmen in Höhe von 6,5 Milliarden Pfund – davon 2 Mrd. durch Streichung der Dividende und 4,5 Mrd. in Form von Kapitalbeteiligungen institutioneller Investoren.<ref>Gill Montia: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Barclays confirms £6.5bn fundraising. ( vom 14. Oktober 2008 im Internet Archive) 13. Oktober 2008</ref> Von den 4,5 Mrd. Pfund wiederum stammen 3,5 Mrd. von der International Petroleum Investment Company (IPIC), einem Staatsfonds aus dem Emirat Abu Dhabi. Am 2. Juni 2009 verkaufte IPIC einen Anteil von 3,5 Mrd. Pfund seiner damals erworbenen Beteiligung, dies entspricht 11 % des Grundkapitals von Barclays.
Im Jahr 2009 wurde die Investmenttochter Barclays Global Investors (BGI) vom US-Finanzunternehmen BlackRock für 13,5 Mrd. US-Dollar übernommen. Dabei wurden 6,6 Mrd. US-Dollar in bar und 6,9 Mrd. US-Dollar in Aktien beglichen. Das von BlackRock verwaltete Vermögen beträgt rund 2.700 Mrd. US-Dollar.<ref>Barclays verkauft BGI: Blackrock schmiedet neuen Champion. In: Manager Magazin. 12. Juni 2009, abgerufen am 29. September 2025.</ref><ref>ftd.de: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.:bgi-uebernahme-blackrock-wird-grossaktionaer-ueber-nacht/50048448.html BGI-Üebernahme – Blackrock wird Grossaktionär über Nacht ( vom 13. Juni 2006 im Internet Archive). 9. Dezember 2009</ref>
Durch ein Management-Buy-out wurde im Jahr 2011 die Abteilung Barclays Private Equity als Equistone Partners Europe abgespalten.<ref>Barclays to Sell Private-Equity Unit Equistone. Bloomberg, 11. November 2011, abgerufen am 26. Dezember 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Barclays war mit 19,6 % bis Mai 2012 an BlackRock beteiligt.<ref>Milliarden-Einnahmen: Barclays verkauft Blackrock-Anteil unter Kurswert. In: Handelsblatt Online. 23. Mai 2012, abgerufen am 29. September 2025.</ref>
Barclays gab im Juni 2015 bekannt, dass sie ihr US-Vermögens- und Anlageverwaltungsgeschäft für einen nicht genannten Betrag an Stifel verkaufen werde.<ref>Stifel to buy former Lehman brokerage from Barclays Reuters</ref> Die Bank gab im Mai 2017 bekannt, dass sie Aktien ihrer Tochtergesellschaft Barclays Africa Group im Wert von 1,5 Milliarden Pfund verkaufen werde, als Teil ihrer Strategie, sich auf Kernmärkte zu konzentrieren.<ref>Barclays set to sell 1.5 billion pound stake in Africa business Reuters</ref> Im September 2017 wurde das französische Privatkunden-, Vermögens- und Anlageverwaltungsgeschäfte an AnaCap verkauft.<ref>Barclays continues pullback with final exit from European retail banking FT</ref>
Am 31. Oktober 2021 musste Jes Staley, im Zuge der Ermittlungen wegen seiner Verbindungen zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, zurückzutreten. Sein Nachfolger als Konzernchef wurde der in Indien geborene amerikanische Bankier C. S. Venkatakrishnan, der als erster Mensch indischer Herkunft die Leitung von Barclays übernahm.<ref>Carsten Volkery: Barclays: Neuer Chef Venkatakrishnan muss skeptische Anleger überzeugen. 2. November 2021, abgerufen am 12. April 2026.</ref>
2024 verkaufte Barclays sein Privatkundengeschäft in Deutschland an die BAWAG.<ref>Bawag übernimmt deutsches Barclays-Geschäft – das ändert sich. 11. November 2024, abgerufen am 12. April 2026.</ref>
Aktie und Anteilseigner[Bearbeiten]
Die Aktien sind an der London Stock Exchange und an der NYSE gelistet; sie sind im FTSE 100 Index enthalten.
Die Barclays-Aktien befindet sich im Streubesitz. Folgende Aktionäre besitzen jeweils mehr als 3 % der Unternehmensaktien (Stand: März 2019):<ref>BARCLAYS (BARC). 4-traders, abgerufen am 5. März 2019.</ref>
- 5,50 % – Qatar Holding LLC
- 5,10 % – Sherborne Investors Management LP
- 4,79 % – Capital Research & Management Co. (World Investors)
- 3,77 % – Dodge & Cox
LIBOR-Manipulationen[Bearbeiten]
Am 27. Juni 2012 wurde Barclays von der britischen Finanzaufsicht Financial Services Authority (FSA) sowie dem Justizministerium und der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission eine Rekordstrafe von insgesamt 450 Millionen US-Dollar auferlegt, weil die Bank die wichtigen Referenzzinssätze LIBOR und EURIBOR jahrelang routinemäßig manipuliert habe, um Handelsgewinne zu erzielen.<ref name="NZZ_20120629">Libor-Manipulationen bei Barclays, Ruf nach Strafen für Händler Neue Zürcher Zeitung, 29. Juni 2012.</ref> Ed Miliband, Vorsitzender der britischen Labour Party, erklärte, das Finanzsystem sei „institutionell korrupt“, und forderte eine strafrechtliche Verfolgung der verantwortlichen Banker.<ref>Britische Politiker kritisieren Bankensektor als korrupt. In: Welt Online. 30. Juni 2012, abgerufen am 3. Juli 2012.</ref> Es könne, so erklärte er, nicht mit einem Klaps auf die Hand und dem Verzicht auf einen Bonus getan sein. Doch der britische Finanzminister George Osborne bestätigte, dass die Kompetenzen der FSA nicht ausreichten, um die Manipulation strafrechtlich zu verfolgen.<ref name="NZZ_20120629" /> Aufgrund des Skandals kündigte am 2. Juli 2012 zunächst Marcus Agius, Chef des Barclays-Verwaltungsrates, seinen Rückzug aus dem Unternehmen an; einen Tag später traten Vorstandschef Bob Diamond und COO Jerry del Missier mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern zurück.<ref>Bettina Schulz: Skandal um Zinsmanipulation: Barclays-Chef Diamond tritt zurück. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 3. Juli 2012, abgerufen am 3. Juli 2012.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Board changes ( vom 15. April 2014 im Internet Archive), Pressemitteilung auf Barclays.com, 3. Juli 2012 (englisch)</ref><ref>Barclays today announces the resignation of its Chief Operating Officer, Jerry del Missier with immediate effect. Barclays, 3. Juli 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 15. April 2014; abgerufen am 3. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In einem Dokument vom 3. Juli 2012 stellte die Bank ihre Sicht zu den Vorfällen öffentlich dar, bedauerte diese und räumte ein, dass sie niemals hätten passieren dürfen.<ref>Supplementary information regarding Barclays settlement with the Authorities in respect of their investigations into the submission of various interbank offered rates (AMENDED). (PDF) Barclays, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Juli 2012; abgerufen am 6. Juli 2012 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Goldpreis-Manipulationen[Bearbeiten]
Wegen Manipulationen beim Goldfixing wurde Barclays im Mai 2014 von der britischen Financial Conduct Authority (FCA) zu einer Geldstrafe von 26 Millionen britischen Pfund verurteilt. Barclays ist die erste Bank, die für Manipulationen des Goldpreises mit einer Geldbuße belegt wurde.<ref>Carsten Herz: Der Händler und das schnelle Gold. Wegen Manipulationen des Gildpreises verhängt die Finanzaufsicht eine Millionenstrafe gegen Barclays. In: Handelsblatt, Nr. 100, 26. Mai 2014, S. 31.</ref>
Kritik[Bearbeiten]
Im Jahr 2012 gewann Barclays den Public Eye Award, da die Bank der am schnellsten wachsende Nahrungsmittelspekulant sei und damit die Preise für Nahrungsmittel auf Kosten der Armen in die Höhe getrieben haben soll.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Public Eye Awards: Barclays und Vale als übelste Unternehmen gewählt. ( vom 27. November 2013 im Internet Archive) In: www.greenpeace.de, 27. Januar 2012</ref>
Anfang 2014 kündigte die Bank an, international 12.000 Stellen zu streichen. Gleichzeitig werden die Bonuszahlungen um 13 Prozent auf 1,57 Milliarden Pfund im Bereich Investment angehoben, während die Gewinne in diesem Bereich um 37 Prozent auf 2,5 Milliarden Pfund sanken.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.12.000 Mitarbeiter müssen gehen: Kahlschalg bei Barclays. ( vom 22. Februar 2014 im Internet Archive)</ref>
X1-Pleite: Barclays Bank ist die Emittentin des X1-Zertifikates. Über dieses Zertifikat konnten Anleger in den K1-Hedgefonds des Finanzbetrügers Helmut Kiener investieren. Die Pleite des K1-Hedgefonds führte auch zum Komplettausfall des X1-Zertifikates. Insgesamt hat die Bank ca. 250 Millionen Euro bei Anlegern im Zusammenhang mit Kiener-Fonds eingesammelt. Die Bank weist bis heute jede Verantwortung für das X1-Produkt von sich. Geschädigte Anleger klagen vor den Gerichten gegen Barclays.<ref>JUVE- www.juve.de: Rückschlag für Anleger: Linklaters-Mandantin Barclays haftet nicht für Kiener-Zertifikate « JUVE. Abgerufen am 5. März 2019.</ref>
Barclays schüttete ein halbes Jahr nach Bekanntwerden der X1-Pleite 1,5 Milliarden Pfund (1,9 Milliarden Euro) an Bonuszahlungen an Angestellte aus.<ref>FOCUS Online: Barclays-Spitze verzichtet auf Boni. Abgerufen am 5. März 2019.</ref>
Der Chef von Barclays, Jes Staley, trat Anfang November 2021 nach Untersuchungen der britischen Finanzaufsicht über seine Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter und US-Banker Jeffrey Epstein zurück. Die Bank habe von vorläufigen Ermittlungsergebnissen der britischen Behörden erfahren. Angesichts dieser Informationen und der Absicht von Staley, diese anzufechten, seien das Board der Bank und Staley übereingekommen, dass er als Vorstandschef und Direktor von Barclays zurücktreten werde.<ref>Barclays-Chef stürzt über Epstein-Affäre. manager magazin, 1. November 2021 (abgerufen am 3. November 2021)</ref>
Die britische Finanzaufsicht FCA (Financial Conduct Authority) verhängte im Oktober 2023 eine Strafe von 1,8 Millionen Pfund (etwa 2,1 Millionen Euro) gegen Staley. Zudem dürfe er keine Führungsposition mehr im Finanzsektor einnehmen. Die Entscheidungen seien vorläufig, da Staley sie zur Überprüfung an eine Prüfungskommission weitergeleitet habe.<ref>Irreführende Angaben: Finanzaufsicht verhängt Millionenstrafe gegen Ex-Barclays-Chef Staley. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. F.A.Z.-Archiv, 12. Oktober 2023, abgerufen am 29. September 2025.</ref>
Trivia[Bearbeiten]
Der Sitz von Barclays in den USA befindet sich an der Park Avenue in New York City. Die Zweigstelle der Bank in Madrid, die Torres de Colón (1976 unter Leitung von Antonio Lamela für Rumasa errichtet), wurde 2008 von den Reisebloggern des Internet-Projektes Virtualtourist zu einem der zehn hässlichsten Gebäude der Welt gewählt.<ref>Bausünden-Ranking: Reiseblogger küren hässlichste Gebäude der Welt. In: Spiegel Online. 21. November 2008, abgerufen am 4. Juli 2012 (Teil 2).</ref>
Deutsche Zweigniederlassung[Bearbeiten]
1991 eröffnete Barclays seine erste Auslandsniederlassung in Hamburg, welche bis 31. Januar 2025 existierte. Zum 1. Februar 2025 wurde das Privatkundengeschäft der „Barclays Bank (Deutschland)“ an die österreichische BAWAG-Gruppe verkauft, welche dieses zunächst übergangsweise unter der Marke „Barclays“ fortführte. Seit dem 1. Februar 2026 tritt die BAWAG in Deutschland unter ihrer Marke „easybank“ auf.<ref>Barclays Deutschland wird easybank. In: easybank.de. Abgerufen am 6. September 2026.</ref><ref>Iris Schulte-Renger: Barclays wird zu easybank – alle Änderungen im Überblick. In: WirtschaftsWoche. 4. Februar 2026, abgerufen am 6. September 2026.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
Weblinks[Bearbeiten]
- Website der Barclays Bank (englisch)
- Frühe Dokumente und Zeitungsartikel zu Barclays in den Historischen Pressearchiven der ZBW
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />
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Bank of China |
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