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Sax-Farben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Sax-Farben, Aktiengesellschaft<ref name="hr">Sax-Farben, Aktiengesellschaft, Internet-Auszug, Handelsregister des Kantons Zürich, abgerufen am 4. Oktober 2016.</ref>

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Sax Farben Querformat RGB.jpg
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1889
Sitz Schlieren<ref name="hr" />
Leitung Maja Sax (VR-Präsidentin)
André Sax (Geschäftsführer)<ref name="hr" />
Mitarbeiterzahl 30<ref name="stohlker">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Medieninformation (Memento vom 1. September 2016 im Internet Archive)</ref>
Umsatz 10 Mio. CHF<ref name="stohlker" />
Branche Farben- und Lackhersteller
Website sax.ch
Stand: 31. Dezember 2013

Sax-Farben ist ein Schweizer Farben- und Lackhersteller mit Sitz in Schlieren. Das Unternehmen ist seit 1935 der einzige Schweizer Hersteller von Künstler-Ölfarben.<ref name="Swiss Standards">Eugenie Holliger, Christina Sieg und Jörg Krichbaum: Swiss Standards: 100 Produkte und Objekte in der Schweiz, die als prominenter Teil für das Ganze stehen. Namen und Begriffe, die die Qualität der schweizerischen Wirtschaft repräsentieren. Werd Verlag, Thun/Gwatt 1994, S. 48.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Das Unternehmen wurde 1889 vom Kaufmann Jakob Sax und seiner Frau Anna Wyss als Sax-Wyss & Cie. in Basel gegründet. Es stellte Ölfarben her und handelte mit Farbpigmenten sowie Ölen.

1912 wurde das neue Domizil beim Bahnhof Urdorf im Kanton Zürich bezogen. Dort begann Jakob Sax mit der Herstellung von Zweikomponenten-Mineralfarben auf Silikatbasis. Er entwickelte mehr als ein Dutzend Patente,<ref>Patentsuche "Jakob Sax" beim Europäischen Patentamt, abgerufen am 6. Dezember 2016</ref> darunter auch eine Farbpresse zum Transport und Gebrauch von Ölfarben.<ref>US-Patent 1 544 938, angemeldet am 18. Juni 1923.</ref> Das Unternehmen betreibt den einzigen noch vorhandenen Kollergang in der Schweiz.<ref>Wilma Fasola: Sax es mit Farbe. Punkt Magazin 3/2014, S. 68–69.</ref>

1935 übernahm sein Sohn Willy Sax das Unternehmen. Er ergänzte das Sortiment mit Künstler-Ölfarben nach eigenen Rezepturen. Dies machte den Markennamen Sax in Künstlerkreisen über die Schweizer Grenzen hinaus bekannt. Schon in den 1930er-Jahren begann Cuno Amiet mit Sax-Farben zu malen.<ref>Adèle Tatarinoff-Eggenschwiler: Cuno Amiet: Ein Malerleben. Vogt-Schild, Solothurn 1958, S. 88.</ref>

Bei einem Besuch in der Schweiz wollte der britische Staatsmann und Maler Winston Churchill 1946 seinen Farbenlieferanten persönlich kennenlernen und lud Willy Sax ins Grandhotel Dolder ein. Aus dieser Begegnung entstand eine Freundschaft mit wechselseitigen Besuchen.<ref>Reginald Augustus Langford: England – Schweiz unentschieden: Wie ein Brite die Eidgenossen kennenlernte. Diogenes, Zürich 1957, S. 133–134.</ref><ref>Sophie Rüesch: Urdorf: Winston Churchill und Willy Sax: ein Königreich für drei Farbtöne, Limmattaler Zeitung, 29. Oktober 2015.</ref><ref>Philipp Gut: Champagner mit Churchill, Die Weltwoche, Ausgabe 44/2015.</ref> Austausch und Begegnungen gab es auch mit Künstlern wie Hermann Hesse und Oskar Kokoschka. Für einige Künstler wurden sogar besondere Töne gemischt, wie z. B. ein spezielles Rot-Violett für Richard Paul Lohse<ref>Farbe als Produkt, Sax-Künstlerfarben</ref> oder ein Königsblau für Winston Churchill.<ref>Rainer Blasius: Churchill und die Schweiz: Königsblau für Sir Winston, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21. Dezember 2015.</ref>

1954 wandelte Willy Sax das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um. Nach dem Tod von Willy Sax übernahm 1964 seine Tochter Maja das Unternehmen.

Datei:Kollergang-4851-1.jpg
Kollergang zur Pigmentverarbeitung (2014)

1975 entwickelte Sax-Farben im eigenen Forschungslabor eine Silikonharz-Farbe,<ref>Silicon-Fassadenfarbe, ein neues Anstrichsystem, Schweizerische Bauzeitung 1976, Heft 4, G 11; Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttps%3A%2F%2Fwww.e-periodica.ch%2Fdigbib%2Fview%3Fpid%3Dsbz-002%3A1976%3A94%3A%3A936%23936~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D</ref> die zunächst in der Schweiz und dann europaweit eingeführt und 1977 zum Patent angemeldet wurde.<ref>Schweizer Patent CH618462, angemeldet am 14. Oktober 1977.</ref><ref>österreichisches Patent AT374815, angemeldet am 9. November 1978.</ref><ref>40 Jahre Silikonharzfarben in der Schweiz, Applica 5/2014, Fachzeitschrift des Schweizerischen Maler- und Gipsergewerbes.</ref> Das Farbsystem «Hydrosil» ergibt nebst der ästhetischen Wirkung einen dampfoffenen Schutz von Fassaden vor Feuchtigkeit, was zur Werterhaltung der Bausubstanz führt und die Renovationszyklen verlängert. Hinzu kamen weitere Mineralfarbsysteme für die Baumalerei, was die Sax-Farben zum heute einzigen Schweizer Hersteller von Zweikomponenten-Mineralfarben macht.

Im Jahr 1975 trat André Sax, Sohn von Maja Sax, in das Unternehmen ein. Er übernahm 1996 die Geschäftsleitung und führt das Familienunternehmen in vierter Generation weiter.

Die Innensilikatfarbe „KaliSan“ von Sax wurde 2005 als erste Schweizer Farbe<ref>Malerblatt des Malerunternehmerverbandes Luzern und Umgebung, Dezember 2005, S. 4.</ref> mit dem natureplus-Umweltgütesiegel ausgezeichnet.<ref>Zertifikat 0602-0508-049-1 bei baubook.at, abgerufen am 1. September 2016.</ref><ref>Archithese 1/2006, S. 101</ref> Das Unternehmen ist auch ein langjähriger Anbieter im Bereich der Restauration historischer Bauten.<ref name="Swiss Standards" /> Sax-Farben richtete 2011 und 2012 zwei Tagungen zum Denkmalschutz aus,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Zweiter Denkmalschutztag bei der Firma Sax (Memento vom 1. Oktober 2016 im Webarchiv archive.today), Sax-Farben.</ref> die u. a. von Mitarbeitern der Baudirektion des Kantons Zürich besucht wurden.<ref>Tätigkeitsbericht Archäologie und Denkmalpflege 2012, Amt für Raumentwicklung, Kanton Zürich, PDF, S. 19.</ref> Für die Restaurierung der Nikolaikirche Potsdam wurden die Kalkfarben für den denkmalgerechten Anstrich bei Sax-Farben in der Schweiz gemischt.<ref>Günter Schenke: Nikolaikirche: 2000 Liter Farbe in der Schweiz gemischt, Potsdamer Neueste Nachrichten, 1. September 2011</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Sax-Farben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 47° 23′ 28″ N, 8° 26′ 11,9″ O; CH1903: 675350 / 249400

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