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Scheinmohn

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Scheinmohn
Datei:Meconopsis 'Slieve Donard', RBGE 2010.jpg

Sorte Meconopsis ‘Slieve Donard’

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Papaveroideae
Tribus: Papavereae
Gattung: Scheinmohn
Wissenschaftlicher Name
Meconopsis
Vig.

Scheinmohn (Meconopsis) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Die blau blühenden Arten und Sorten werden auch Blauer Mohn genannt. Die etwa 55 Arten weisen eine Verbreitung in der Sino-Himalaja-Region auf; davon weicht nur eine westeuropäische Art ab.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Meconopsis nepalensis.jpg
Illustration von Meconopsis napaulensis
Datei:Scheinmohn (Meconopsis betonicifolia) 5863.JPG
Blüte des Tibet-Scheinmohn (Meconopsis betonicifolia) mit vier Kronblättern, den vielen Staubblättern und dem Fruchtknoten
Datei:Meconopsis cambrica MHNT.BOT.2007.43.17.jpg
Kapselfrüchte und Samen des Wald-Scheinmohn (Meconopsis cambrica)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Scheinmohn-Arten wachsen als ein- bis mehrjährige, monokarpische oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die Pflanzenteile führen einen gelben Milchsaft. Bei monokarpischen Arten sind dicke oder verdickte Pfahlwurzeln mit Faserwurzeln vorhanden oder sie besitzen nur Faserwurzeln. Die ausdauernden Arten bilden Rhizome<ref name=FoP />. Wenn ein erkennbarer Stängel vorhanden ist, dann kann er verzweigt und beblättert sein und ist er flaumig oder borstig behaart oder kahl.<ref name="FoC" />

Die wechselständig und spiralig am Stängel verteilten und/oder in einer basalen Rosette angeordneten Laubblätter sind gestielt bis ungestielt. Manchmal sind die Laubblätter stängelumfassend. Die Blattspreite kann fiederschnittig bis -teilig oder einfach sein. Die Blattränder sind glatt oder gesägt. Die Blattflächen sind borstig behaart oder kahl. Nebenblätter fehlen.<ref name="FoC" />

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln oder in traubigen, rispigen oder pseudodoldigen Blütenständen. Die oberste Blüte öffnet sich als Erste. Oft hängen die Blütenknospen.<ref name="FoC" />

Die relativ großen, zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und schüssel- oder tellerförmig mit einer doppelten Blütenhülle. Die zwei (selten drei oder vier in der obersten Blüte) freien, oft borstig behaarten Kelchblätter fallen beim Öffnen der Blüte ab. Die Farbe der vier bis zehn (selten mehr) Kronblätter variiert je nach Art von oft blau bis purpurfarben, manchmal rosafarben bis rot oder gelb, selten weiß. Die vielen freien, fertilen Staubblätter werden zentripetal gebildet. Die Staubfäden sind meist lineal.<ref name="FoC" /> Die Staubbeutel sind oft länglich<ref name=FoP />. Drei oder mehr Fruchtblätter sind zu einem oberständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen, der fast kugelig, eiförmig, verkehrt-eiförmig oder schmal-zylindrisch ist. Es sind viele Samenanlagen vorhanden. Auf dem Fruchtknoten befinden sich ebenso viele freie Griffel wie Fruchtblätter, die Griffel sind kurz bis kaum erkennbar und enden in kopfigen bis keulenförmigen Narben.<ref name="FoC" />

Früchte und Samen[Bearbeiten]

Die flaumig bis borstig behaarten, stacheligen oder kahlen Kapselfrüchte sind fast kugelig, eiförmig, verkehrt-eiförmig, elliptisch oder zylindrisch und enthalten viele Samen. Die Kapselfrüchte besitzen drei bis zwölf (-18) Fruchtfächer, deren Segmente leicht gelappt sind oder sie öffnen sich von der Spitze in Richtung Basis auf einem Drittel ihrer Länge oder mehr. Die eiförmigen, nierenförmigen, sichelförmig-länglichen oder länglichen Samen sind glatt oder longitudinal konkav.<ref name="FoC" />

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Datei:Meconopsis cambrica.jpg
Habitus, Laubblätter, Blütenknospen und offene Blüten des Wald-Scheinmohn (Meconopsis cambrica)
Datei:Meconopsis forrestii 2 (Reykjavík BG).jpg
Blüten von Meconopsis forrestii
Datei:Meconopsis grandis2.jpg
Großer Scheinmohn (Meconopsis grandis)
Datei:Meconopsis horridula.jpg
Knospige und offene Blüten vom Stachligen Scheinmohn (Meconopsis horridula)
Datei:Meconopsis punicea.jpg
Blüten des Roten Scheinmohn (Meconopsis punicea)
Datei:Blauer indischer Mohn.jpg
Ganzblättriger Scheinmohn (Meconopsis simplicifolia)

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Meconopsis wurde 1814 durch Louis Guillaume Alexandre Viguier in Histoire naturelle, médicale et économique des pavots et des argémones, Seite 48 aufgestellt.<ref name="Tropicos" /> Als Typusart ist Meconopsis cambrica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vig. festgelegt. Gattungsname und Typusart wurden 2013 vom „Nomenclature Committee for Vascular Plants“, veröffentlicht durch Wendy Linn Applequis in Taxon, Band 62, Teil 6, Seite 1318 festgelegt.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Meconopsis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Vig. sind Cathcartia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hook. f. und Cumminsia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.King ex Prain nom. inval.<ref name="GRIN" />

Die Gattung Meconopsis gehört zur Tribus Papavereae in der Unterfamilie der Papaveroideae innerhalb der Familie der Papaveraceae<ref name="GRIN" />.

Die etwa 55 Arten kommen fast nur in der Sino-Himalaja-Region, vom Himalaja bis ins westliche China vor. Nur eine Art (Meconopsis cambrica) ist in Westeuropa heimisch. Etwa 43 Arten kommen in China vor, 23 davon nur dort.<ref name="FoC" /> 22 kommen in Nepal vor, 11 davon nur dort, darunter einige Lokalendemiten.<ref name="FoNepal" />

Es gibt etwa 55 Arten in der Gattung Scheinmohn (Meconopsis):<ref name="FoC" /><ref name=FoP /><ref name="FoN" /><ref name="GRIN" />

Datei:Meconopsis 'Lingholm' --2577.jpg
Blüte der Sorte Meconopsis ‘Lingholm’

Nutzung[Bearbeiten]

Einige Sorten werden als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet. Die Samen von Meconopsis grandis werden geröstet oder eingelegt gegessen.<ref name="PFAFgrandis" /> Aus den Samen von Meconopsis napaulensis wird ein Öl gewonnen.<ref name="PFAFnapaulensis" /> Die medizinischen Wirkungen von Meconopsis aculeata und Meconopsis napaulensis wurden untersucht.<ref name="PFAFaculeata" /><ref name="PFAFnapaulensis" />

Der Große Scheinmohn (Meconopsis grandis) ist die „nationale Blume“ Bhutans.<ref name="Pommaret2013" />

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Meconopsis bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="ExFloraDeutschland2008"> </ref> <ref name="FoNepal"> Paul A. Egan, Sangita Shrestha: Meconopsis. - Link zu Volltext-PDF. in Flora of Nepal, Royal Botanic Gardens Edinburgh, 2012. </ref> <ref name="Zander2008"> Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten, Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. </ref> <ref name="FoC"> Mingli Zhang, Christopher Grey-Wilson: In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 7: Menispermaceae through Capparaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-81-8. in der Flora of China, Volume 7, 2008. Meconopsis, S. 262–275 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FoP"> Saiyad Masudal Hasan Jafri, Mohammad Qaiser: Papaveraceae.: Meconopsis bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum, textgleich online wie: Flora of West Pakistan, Volume 61 Stewart Herbarium, Gordon College (u. a.), Rawalpindi 1974. </ref> <ref name="FoN"> Eintrag in der Annotated Checklist of the Flowering Plants of Nepal. </ref> <ref name="PFAFaculeata"> Meconopsis aculeata bei Plants For A Future </ref> <ref name="PFAFgrandis"> Meconopsis grandis bei Plants For A Future </ref> <ref name="PFAFnapaulensis"> Meconopsis napaulensis bei Plants For A Future </ref> <ref name="Pommaret2013">Françoise Pommaret: Bhutan. Edition Erde • Reiseführer. 11. Auflage. Edition Temmen, Bremen 2013, ISBN 978-3-86108-810-3, S. 39. </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Scheinmohn (Meconopsis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Köhlein: Mohn und Scheinmohn. Papaver, Meconopsis und andere Papaveraceae. Ulmer Verlag Stuttgart 2003, ISBN 3-8001-3921-9.
  • Christopher Grey-Wilson: Genus Meconopsis, The: Blue poppies and their relatives., Royal Botanic Gardens, Kew – Botanical Magazine Monograph, 14. Oktober 2014, ISBN 978-1-842463-69-7.
  • Wei Xiao, Beryl Simpson: A New Infrageneric Classification of Meconopsis (Papaveraceae) Based on a Well-Supported Molecular Phylogeny. In: Systematic Botany, Volume 42, Issue 2, 2017, S. 226–233. doi:10.1600/036364417x695466

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