Stachliger Scheinmohn
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| Datei:Meconopsis horridula Hook. f. & Thomson.JPG
Stachliger Scheinmohn (Meconopsis horridula) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Meconopsis horridula | ||||||||||||
| Hook. f. & Thomson |
Der Stachliger Scheinmohn (Meconopsis horridula) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Scheinmohn (Meconopsis) innerhalb der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae).<ref name="GRIN" />
Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]
Indument[Bearbeiten]
Das auf allen oberirdischen Pflanzenteilen vorhandene Indument, außer auf den Blütenkronblättern und Staubblättern, besteht aus spärlich bis dicht stehenden, stacheligen, steifen, 4 bis 10 Millimeter langen, abstehenden, strohfarbenen bis gelb-orangefarbenen Borsten, die meist bei Blütenknospen und Kapselfrüchten eine purpurfarbene bis fast schwarze etwas verdickte Basis besitzen.<ref name="FoNepal" /><ref name="FoC" />
Erscheinungsbild[Bearbeiten]
Der Stachlige Scheinmohn ist eine sommergrüne, monokarpe, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 5 bis 39 Zentimetern erreicht.<ref name="FoNepal" /> Sie wächst oft noch bis zur Fruchtreife in die Höhe und ist dann oft wesentlich höher als 30 Zentimeter.<ref name="FoC" /> Sie benötigt zwei oder mehr Jahre bis zur Blüten- und Samenbildung und stirbt danach ab. Als Speicherorgan dient eine kräftige verdickte Pfahlwurzel, die bei einer Länge von bis zu 20 Zentimetern oder länger ist und an der Wachstumsspitze bei einem Durchmesser von 10 bis 20 Millimetern bleistiftförmig ist.<ref name="FoC" /> Während des Winters ist oberirdisch nur eine Knospe erkennbar. Die Pflanze führt gelben Milchsaft.<ref name="FoC" /> Der Stängel weist an seiner Basis einen Durchmesser von 6 bis 15 Millimetern auf.<ref name="FoNepal" />
Laubblatt[Bearbeiten]
Es sind nur in grundständigen Rosetten angeordnete Laubblätter vorhanden, die in Blattstiel und Blattspreite gegliedert sind. Der Blattstiel ist 0,7 bis 7,4, selten bis zu 11 Zentimeter lang.<ref name="FoNepal" /><ref name="FoC" /> Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 3,2 bis 15,9 Zentimetern sowie einer Breite von 1,2 bis 6,2 Zentimetern lanzettlich, verkehrt-lanzettlich oder elliptisch-länglich und verschmälert sich zu Spreitenbasis hin mit mehr oder weniger spitzem, selten fast gerundetem oberen Ende. Der Blattrand ist ganzrandig, etwas gewellt oder gelappt bis unregelmäßig gezähnt.<ref name="FoNepal" /><ref name="FoC" /> Am Ende jeder Wachstumsperiode verwelken die Laubblätter. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.<ref name="FoC" />
Blütenstand und Blüten[Bearbeiten]
6 bis 18 Blüten stehen jeweils einzeln auf aufrechten bis zurückgebogen, 10 bis zu 27 Zentimeter langen<ref name="FoC" /> Blütenstandsschäften, oder die Blüten stehen in einem traubigen Blütenstand zusammen, der aus teilweise miteinander verbundenen, grünen bis purpurfarbenen Blütenstandsschäften gebildet wird, dann können an einem Pflanzenexemplar bis zu 29 Blüten sein.<ref name="FoNepal" /><ref name="FoC" /> Die nickenden Blütenknospen sind bei einem Durchmesser von 8 bis 12 Millimetern kugelig.<ref name="FoC" />
Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die zwei Kelchblätter fallen nach dem Öffnen der Blütenknospe rasch ab und besitzen auf der Unterseite Borsten.<ref name="FoC" /> Die meist sechs (fünf bis zehn) freien Kronblätter sind bei einer Länge von 2,1 bis 4,6 Zentimetern sowie einer Breite von 1,5 bis 3,0 Zentimetern mehr oder weniger breit verkehrt-eiförmig.<ref name="FoNepal" /> Die Kronblätter sind hell-purpurfarben, hell- bis himmel- bis dunkelblau, manchmal burgunderfarbenen, selten weiß, oft an ihrer Basis rosafarben.<ref name="FoC" /><ref name="FoNepal" /><ref name="FoC" /> Es sind viele Staubblätter vorhanden. Die bei einer Längen von 10 bis 14 Millimetern fadenförmigen Staubfäden sind dunkel-purpurfarben (oft gleichfarbig wie die Kronblätter<ref name="FoC" />), oft färben sie sich zu ihrer Basis hin rosafarben. Die gelben oder orange-gelben Staubbeutel sind bei einer Längen von 1,5 bis 2 Millimetern länglich.<ref name="FoNepal" /><ref name="FoC" /> Fünf bis acht Fruchtblätter sind zu einem oberständige, einkammerigen, kegelförmig Fruchtknoten verwachsen, der dicht mit angedrückten bis aufsteigenden Borsten bedeckt ist.<ref name="FoNepal" /> Der mit einer Länge von 2 bis 9 Millimetern gedrungene Griffel ist grün bis rötlich und überragt die Staubblätter etwas.<ref name="FoNepal" /><ref name="FoC" /> Die weißliche bis gelbe Narbe ist linealisch oder kopfig und fünf- bis achtlappig.<ref name="FoNepal" />
Frucht und Samen[Bearbeiten]
Die moderat bis dicht mit dicken, abstehenden Borsten bedeckte Kapselfrucht ist einfächerig und enthält viele Samen. Die Kapselfrucht ist bei einer Länge von 8 bis 18 Millimetern sowie einer Breite von 5 bis 12 Millimetern verkehrt-eiförmig bis ellipsoid-länglich, selten breit eiförmig.<ref name="FoNepal" /><ref name="FoC" /> Bei Reife bilden sich am oberen Drittel der Kapselfrucht fünf bis acht Öffnungen,<ref name="FoNepal" /> über die die Samen bei Wind ausgestreut werden. Die nierenförmig Samen besitzen eine gegitterte-mosaikartige Samenschale.<ref name="FoC" />
Phänologie[Bearbeiten]
In China reicht die Blütezeit von Juni bis September.<ref name="FoC" /> In Nepal reicht die Blütezeit von Juli bis August und die Früchte reifen von August bis September.<ref name="FoNepal" />
Chromosomensatz[Bearbeiten]
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 56.<ref name="IPCN" />
Vorkommen[Bearbeiten]
Der Stachlige Scheinmohn (Meconopsis horridula) kommt im nordöstlichen Indien (Assam), nördlichen Myanmar, westlichen Nepal, in Bhutan, Sikkim, im südöstlichen Tibet und in den chinesischen Provinzen Qinghai, westliches Gansu sowie westliches Sichuan vor.<ref name="GRIN" /><ref name="FoC" /><ref name="FoNepal" /><ref name="ChecklistNepal" />
Meconopsis horridula gedeiht in China auf Grashängen, Geröll, in Felsleisten und stabilisierten Moräne in Höhenlagen von 3600 bis 5400 Metern.<ref name="FoC" /> In Nepal gedeiht Meconopsis horridula in Felsspalten, felsigen Hängen und zwischen Felsblöcken in Höhenlagen von 3700 bis 5300 Metern.<ref name="FoNepal" />
Systematik[Bearbeiten]
Die Erstbeschreibung von Meconopsis horridula erfolgte 1855 Joseph Dalton Hooker und Thomas Thomson in Flora Indica: being a systematic account of the plants ..., 1, Seite 252<ref name="Erstbeschreibung" />.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Meconopsis horridula Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Hook. f. & Thomson sind: Meconopsis horridula var. typica Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Prain nom. inval., Meconopsis racemosa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Maxim., Meconopsis prattii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Prain) Prain, Meconopsis sinuata var. prattii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Prain, Meconopsis rudis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Prain) Prain, Meconopsis horridula var. rudis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Prain.<ref name="GRIN" />
Nach Chris Grey-Wilson 2014 gehört Meconopsis horridula zur Serie Racemosae aus der Sektion Racemosae in der Untergattung Cumminsia innerhalb der Gattung Meconopsis.
Nutzung[Bearbeiten]
Der Stachlige Scheinmohn wird in Parks und Gärten als Zierpflanze verwendet. Er ist frosthart und verträgt keine hohen Sommertemperaturen.<ref name="Botanica2003" />
Unter dem Namen „a byag tsher sngon“ wird er in der traditionellen tibetischen Medizin verwendet. Die Inhaltsstoffe und ihre Wirkungen wurden untersucht.<ref name="Liu2014" /> Auch in der traditionellen chinesischen Medizin wird Meconopsis horridula verwendet, dort 多刺绿绒蒿 „duo ci lü rong hao“ genannt.<ref name="TCMID" />
Belege[Bearbeiten]
Literatur[Bearbeiten]
- Paul A. Egan, Sangita Shrestha: Meconopsis horridula: Meconopsis. - Link zu Volltext-PDF. in Flora of Nepal, Royal Botanic Gardens Edinburgh, 2012.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="FoNepal"> Paul A. Egan, Sangita Shrestha: Meconopsis horridula: Meconopsis. - Link zu Volltext-PDF. in Flora of Nepal, Royal Botanic Gardens Edinburgh, 2012. </ref> <ref name="Erstbeschreibung"> Joseph Dalton Hooker, Thomas Thomson: Flora Indica: being a systematic account of the plants ..., 1, 1855, Seite 252. eingescannt. </ref> <ref name="FoC"> Mingli Zhang, Christopher Grey-Wilson: Meconopsis.: Meconopsis horridula, S. 276 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 7 - Menispermaceae through Capparaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-81-8. </ref> <ref name="ChecklistNepal"> Eintrag in der Annotated Checklist of the Flowering Plants of Nepal. </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Meconopsis horridula bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Meconopsis horridula bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 568. </ref> <ref name="Liu2014"> J. Liu, H. Wu, F. Zheng, W. Liu, F. Feng, N. Xie: Chemical constituents of Meconopsis horridula and their simultaneous quantification by high-performance liquid chromatography coupled with tandem mass spectrometry. In: Journal of Separation Science, Volume 37, Issue 18, September 2014, S. 2513–2522. doi:10.1002/jssc.201400379. </ref> <ref name="TCMID">TCMID = Traditional Chinese Medicines Integrated Database. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Januar 2023. Suche im Internet Archive) ( Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.)</ref> </references>
Weiterführende Literatur[Bearbeiten]
- Fritz Köhlein: Mohn und Scheinmohn. Papaver, Meconopsis und andere Papaveraceae. Ulmer Verlag Stuttgart 2003. ISBN 3-8001-3921-9.
- Christopher Grey-Wilson: Genus Meconopsis, The: Blue poppies and their relatives., Royal Botanic Gardens, Kew - Botanical Magazine Monograph, 14. Oktober 2014, ISBN 978-1-84246-369-7.