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Simplon (Namibia)

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Koordinaten: 26° 49′ 30″ S, 17° 20′ 57,5″ O

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Datei:Railwaystation Simplon.jpg
Schild an der ehemaligen Bahnstation
Position von Simplon

Simplon ist eine Farm im südlichen Namibia am Rande der Namib, die 13 km östlich der Ortschaft Goageb liegt.<ref>Namibia Travel Map, Kunth-Verlag, München, ISBN 9783955045784</ref> Ein Teil des Farmgeländes ist heute mit der Nachbarfarm Sandverhaar zusammengeschlossen.

Geografie[Bearbeiten]

Simplon liegt südlich der von Keetmanshoop via Seeheim und Aus nach Lüderitz führenden Nationalstraße B4 an der Abzweigung der Distriktstraße D462.

So wie weite Teile Südnamibias hat Simplon arides Klima mit nur wenig Niederschlag. Die Hauptregenzeit ist im Sommer von November bis März. Ausnahmsweise kann Simplon im Zusammenhang mit einem starken Tiefdrucksystem über dem Kap auch Winterregen bekommen. Das Gurieb-Rivier,<ref>Oft wird der Name auch Gurib geschrieben.</ref> das auf dem Schwarzrand auf der Breite von Bethanie entspringt, durchfließt die Farm Simplon von Norden gegen Süden. Der Fluss mündet später in den Konkiep. Unter dem Flussbett befinden sich Grundwasserbecken, die Bäumen mit tiefen Wurzeln das Überleben auch in der Trockenzeit ermöglichen. Entlang des Flussbetts schlängelt sich ein Akazienwald, der vielen Tieren Nahrung bietet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Farm-Gründer[Bearbeiten]

Georg Köttker kaufte das Grundstück nach 1907 von der deutschen Schutzgebietsverwaltung Südwestafrikas und nannte die neu gegründete Farm Simplon, weil seine Frau, Frida Köttker-Müller, Schweizerin war.<ref name="Trauung">Kirchliche und bürgerliche Trauungen, Kirchenbuch Bethanien, 22. September 1913.</ref><ref name="altekalkofen" /> Der 1905 fertiggestellte und 1906 eingeweihte Simplontunnel war zu jener Zeit als längster Tunnel der Welt sehr bekannt, und so bekam die Farm ihren Namen in Bezug auf den Simplontunnel und den Simplonpass. Georg Köttker starb am 8. Juli 1959 und Frieda<ref>In der Trauurkunde wird der Name als „Frida“ und auf dem Grabstein als „Frieda“ geschrieben.</ref> Köttker starb am 3. Juni 1963. Die beiden Gräber sind auf dem Friedhof von Lüderitz bis heute (2017) erhalten.

Alte Kalköfen[Bearbeiten]

Datei:Alter Kalkofen Simplon Namibia.jpg
Alter Kalkofen auf der Farm Sandverhaar-Simplon, Namibia (2017)
Datei:Old lime kiln of 1906 at Simplon, Namibia (2017).jpg
Kalkofen von 1906

Auf der Farm Simplon und auf der benachbarten Farm Sandverhaar wurde lange Zeit Kalk gebrannt. Der Kalkofen auf Sandverhaar wurde vor 1900 gebaut. Der jüngere Kalkofen, der sich an der Bahnstrecke Lüderitz–Seeheim befindet, wurde 1906 gebaut und war bis 1972 in Betrieb.<ref name="altekalkofen">The story behind Alte Kalköfen</ref> Der gebrannte Kalk wurde erst mit Ochsenwagen und später im Zug von Simplon nach Lüderitzbucht oder Keetmanshoop transportiert. Viele der Mauern der verlassenen Stadt Kolmanskuppe dürften mit dem Zement aus Simplon gebaut worden sein. Ein undatierter Zeitungsausschnitt von wahrscheinlich 1910 zeigt, wie Georg Köttker Kalk und Kameldornholz von Sandverhaar verkauft.

Um Kalk zu brennen, brauchte man Kalkstein und Holz. Beides war in Simplon und Sandverhaar reichlich vorhanden. Weite Teile der beiden Farmen stehen auf Kalksteingrund. Kameldornbaumholz, das einen sehr hohen Brennwert hat, konnte man entlang des Gurieb-Flusses ernten. Noch heute findet man entlang des Flussbettes viele, über hundert Jahre alte Strünke von Bäumen, deren Holz für das Brennen von Kalk genutzt worden war. Bei den beiden Kalköfen dürfte es sich um die ältesten Öfen Namibias handeln.<ref name="altekalkofen" />

Verkehr[Bearbeiten]

Datei:Güterzug Simplon.jpg
Zugdurchfahrt in Simplon Richtung Sandverhaar
Datei:Simplon Airfield.jpg
Flugfeld auf dem Gelände der Simplon-Farm (2016)

In den Jahren 1906 und 1907 wurde durch das Farmgelände die Bahnstrecke Lüderitz–Seeheim gebaut. Bei der Farm Simplon wurde allerdings erst nach 1914 eine Bahnstation errichtet,<ref>Uwe Albert: Gestern und heute. Auf den Spuren der Eisenbahnen in Deutsch-Südwestafrika. Glanz & Gloria Verlag, Windhoek 2016, ISBN 978-99916-909-1-9, S. 166.</ref> an der auch Vieh und Kalk verladen wurden. Die Bahnstation ist außer Betrieb.<ref>Beat H. Schweizer: Bahnen in Namibia. 110 Jahre Schienentransportsystem im ehemaligen Deutsch Südwest-Afrika. TrevorB Editions, Somerset West/Kapstadt 2007, ISBN 978-3-907579-99-2, S. 47.</ref>

Die Naturstraße und der frühere Ochsenwagen-Weg führten teilweise parallel zur Eisenbahn von Osten nach Westen durch die Farm. Bei den Farmgebäuden und der Bahnstation Simplon waren eine Autogarage und eine Tankstelle in Betrieb. Letztere wurde vom heutigen Farmbesitzer als geschichtliches Relikt wieder aufgebaut. Später wurde die von den Farmgebäuden und der Bahnstation um 2 km nach Norden verlegte Nationalstraße B4 asphaltiert. Hier, an der nordwestlichen Ecke der Farm, befindet sich die Abzweigung der D462.

Bis 1972 unterhielt der damalige Farmer auf Simplon ein Flugfeld mit drei gekreuzten Pisten. Das Flugfeld war auf der internationalen Flugkarte<ref>ICAO-Flugkarte ONC Q-4 Edition 4, 1:1'000'000, Defence Mapping Agency Aerospace Center, Missouri, revised 1984.</ref> eingetragen und mit „abandoned“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) bezeichnet. Die Landebahn war auch im Airfields Directory for Southern Africa<ref>Airfields Directory for Southern Africa. 5. Auflage. Aviation.Direct cc South Africa, ISBN 0-620-48088-2, S. 412.</ref> bis 2014 aufgeführt. Die Piste ist auf Google Earth [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:

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  }} bis heute gut ersichtlich. Am Montag, den 20. März 1972 verunglückte der 43-jährige Farmer mit seiner Cessna C182 34 km östlich von Lüderitz. Er, seine Frau und ein befreundetes Ehepaar starben.<ref>Vier Tote bei Flugzeugabsturz. Das Farmerehepaar Wilhelm Schneider und das Lehrerehepaar Gernot Gessert kamen in der Namib ums Leben. In: Allgemeine Zeitung. 57. Jahrgang, Windhoek, 21. März 1972.</ref> Seither wurde die Piste auf Simplon nicht mehr genutzt; und seit diesem Tag steht auch der Kalkofen bei der Bahnstation still.

Heliographenstation[Bearbeiten]

Während der Deutschen Kolonialzeit betrieben die Schutztruppen auf dem Gelände der heutigen Farm Sandverhaar-Simplon auf einer Anhöhe des Schwarzrandes eine Heliographenstation. Noch heute sind die Ruinen der Mauern der Station [[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:

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  }} zu sehen. Unter anderem konnten von hier Telegramme zur benachbarten, über 100 km entfernten Heliographenstation auf dem 1231 Meter hohen Spiegelberg, der seinen Namen wegen der dort betriebenen Heliographenstation trägt, übertragen werden.

Gegenwart[Bearbeiten]

Datei:Aerial view of old lime kiln, Simplon Namibia (2017).jpg
Kalkofen neben Palmenhain

In der Simplon-Farm steht heute eine Lodge mit dem bezeichnenden Namen Alte Kalköfen Lodge.<ref>Alte Kalköfen Lodge</ref> Seit 2010 gibt es ein neues Flugfeld, das 2 km östlich von den Farmgebäuden und der heutigen Lodge liegt.<ref>Airfields Directory for Southern Africa. 6th Edition. Aviation.Direct cc South Africa. ISBN 978-0-620-67376-1.</ref> Die ehemalige Garage wurde zum Wohnhaus umgebaut. In der Simplon-Farm befindet sich das umfangreichste Lithoparium Namibias.<ref>Siehe die französische Internetseite cole-lithoparium</ref> Die TransNamib-Bahngesellschaft plant, die Gleise durch die Farm in naher Zukunft zu erneuern, weil die bisherigen Gleise nur noch eine Höchstgeschwindigkeit von 20 km/h zulassen.

Inmitten des Lodge Geländes steht eine kleine restaurierte Kapelle, in der heute auch Trauungen<ref>Alte Kalköfen Lodge: Trauungen, abgerufen am 19. November 2018.</ref> stattfinden. Bis zu 80 Gäste können verköstigt werden und für 24 Personen gibt es Übernachtungsmöglichkeiten.

Datei:Alte Tankstelle Simplon, Namibia (2017).jpg
Alte Tankstelle in Simplon (2017)

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Simplon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />