Sixtus Lampl
Sixtus Lampl (* 6. August 1941<ref>Mitteilungen. In: Ars Organi. Band 49. Gesellschaft der Orgelfreunde, 2001, ISSN 0004-2919, S. 199.</ref> in Schliersee; † 18. September 2026 in Hausham<ref>Bettina Stuhlweißenburg: Ein liebenswürdiger Sturkopf: Der Gründer des Orgelzentrums Valley Sixtus Lampl ist tot. In: Merkur.de. 20. September 2026, abgerufen am 21. September 2026.</ref>) war ein deutscher Kunsthistoriker und Musikwissenschaftler. Er war Oberkonservator am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege und der Gründer und Eigentümer des Orgelzentrums Valley.
Leben und Werk[Bearbeiten]
Sixtus Lampl erhielt bereits während seiner Gymnasialzeit in Schäftlarn und Tegernsee Orgelunterricht. Nach dem Abitur studierte er Philosophie, Theologie, Kirchen- und Kunstgeschichte sowie Musikwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er wurde 1972 mit einer Arbeit über die Klosterkirche Tegernsee bei Norbert Lieb promoviert. Zunächst arbeitete er als Universitätsassistent, bevor er 1977 am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege als Konservator angestellt wurde. 2006 ging er in den Ruhestand.
Im Jahr 1980 wurde er als Orgelreferent mit der denkmalpflegerischen Betreuung der historischen Orgeln in ganz Bayern betraut.<ref>Sixtus Lampl (Hrsg.): Musik und Orgelwerke des Klosters Tegernsee. Schloßverlag Valley, Valley 2007, ISBN 978-3-932055-03-4.</ref> Im Rahmen dieser Tätigkeiten versuchte er 1983, die 1914 erbaute Koulen-Orgel von St. Martin in Landshut, eine der letzten großen romantischen Orgeln in Bayern, vor der Verschrottung zu bewahren. Da sich für ein derart großes Instrument kein Interessent fand, kaufte er es schließlich selber. Als dafür kein passender Aufstellungsort zu finden war, erwarben er und seine Frau Inge 1987 die Ruine des Alten Schlosses in Valley, restaurierten es und richteten es als Orgelmuseum her.
1993 ließ er einen barocken Bundwerkstadel und 2001 eine frühere Sägewerkshalle mit Zollingerdach auf das Orgelzentrumsgelände transferieren. Der Stadel und die Werkhalle werden nun als Depot, Ausstellungs- und Konzertsaal genutzt.<ref>Sixtus Lampl: Das Orgelmuseum Valley, Ausdruck eines gewandelten Orgelbewusstseins. In: Ars Organi. Band 50. Gesellschaft der Orgelfreunde, 2002, ISSN 0004-2919, S. 22–26.</ref> 2025 wurde ein weitgehend unterirdischer Verbindungsbau vom Alten Schloss zur Zollingerhalle fertiggestellt, der ebenfalls für das Orgelmuseum genutzt wird.<ref>Karin Hager: Etappenziel für den Lebenstraum: Neue Räume fürs Orgelzentrum sind fertig. In: Münchner Merkur. 29. März 2025, abgerufen am 7. Dezember 2025.</ref>
Eine drohende Einsturzgefahr des Alten Schlosses in Valley auf der Südseite des Gebäudes wurde durch einen von 2008 bis 2010 errichteten Anbau abgewendet, der den mächtigen Südost-Giebel des Altbaus stützt.<ref>Orgelzentrum feiert Richtfest. In: Münchner Merkur. 14. April 2009, abgerufen am 7. Dezember 2025.</ref>
Zurzeit befinden sich im Orgelzentrum mehr als 60 Orgeln verschiedener Bauweisen. Davon sind 24 spielbereit aufgebaut; sie wurden von Lampl regelmäßig im Rahmen von Führungen präsentiert. Namhafte Organisten geben dort Konzerte.<ref>Matthias Köpf: Dieser Mann hat mehr als 60 Orgeln. In: sueddeutsche.de. 2019, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de).</ref>
Lampl war Autor zahlreicher kunstgeschichtlicher Veröffentlichungen und Kirchenführer und betrieb den Schloßverlag Valley. Er leitete vier Chöre und Orchester: die „Valleyer Barockmusikfreunde“, den Kirchenchor Oberdarching-Laindern, das „Schloßorchester Valley“ und den Männergesangverein Valley.<ref>Chöre und Orchester unter Leitung von Sixtus Lampl. In: Kultur und Orgelzentrum Altes Schloß Valley. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Juni 2019; abgerufen am 28. Mai 2019.</ref>
Sixtus Lampl starb am 18. September 2026 im Alter von 85 Jahren im Krankenhaus Agatharied in Hausham.<ref>Dagmar Bohrer-Glas: Ein Leben für Musik und Orgeln: Sixtus Lampl ist gestorben. In: br.de. 21. September 2026, abgerufen am 1. September 2026.</ref>
Ehrungen[Bearbeiten]
- außerordentliches Mitglied der Bayerischen Benediktinerakademie (1981)
- Bundesverdienstkreuz am Bande (1997)
- Bayerische Verfassungsmedaille in Silber (2015)<ref>Daniela Kuhr: Dreimal Gold, 39-mal Silber. In: sueddeutsche.de. 27. November 2015, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 28. Mai 2019]).</ref>
- Akademie-Preis der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (2017)
- Bayerischer Verdienstorden (2025)<ref>Elena Zengel: 63 Neue im „exklusivsten Klub der Bayern“. In: sueddeutsche.de. 9. Juli 2025, abgerufen am 9. Juli 2025.</ref>
Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]
- Mit Wilhelm Neu: Denkmäler in Bayern – Bd. 2 Niederbayern. Oldenbourg Verlag, München 1986, ISBN 978-3-486-52393-5.
- Denkmäler in Bayern. Bd. 3. Oberpfalz. Oldenbourg Verlag, München 1986, ISBN 978-3-486-52394-2.
- Dominikus Zimmermann. Verlag Schnell & Steiner, München, Zürich 1987, ISBN 3-7954-0242-5.
- Sixtus Lampl (Hrsg.): Musik und Orgelwerke des Klosters Tegernsee. Schloßverlag Valley, Valley 2007, ISBN 978-3-932055-03-4.
- Die Zollingerhalle beim Alten Schloss Valley – ihre Konstruktion und ihre Orgeln. Mit CD-Einspielungen der Orgeln durch Hedwig Bilgram. Schloßverlag Valley, Valley 2007, ISBN 3-932055-04-1.
- Johann Baptist Zimmermann (1680–1758). Wegbereiter des bayerischen Rokoko. Buch mit CD-Einspielungen unbekannter Musik des Rokoko. Schloßverlag Valley, Valley 2008, ISBN 978-3-932055-05-8.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Sixtus Lampl im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Lebenslauf von Sixtus Lampl auf der Website des Orgelzentrums Valley
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lampl, Sixtus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kunsthistoriker, Musikwissenschaftler und Publizist |
| GEBURTSDATUM | 6. August 1941 |
| GEBURTSORT | Schliersee |
| STERBEDATUM | 18. September 2026 |
| STERBEORT | Hausham |
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