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Spickendorf

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Spickendorf
Stadt Landsberg
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Einwohner: 610 (Aug. 2022)<ref>Spickendorf – Stadt Landsberg. Abgerufen am 29. Dezember 2023.</ref>
Eingemeindung: 1. Januar 2005
Postleitzahl: 06188
Vorwahl: 034602
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Lage von Spickendorf in Landsberg

Spickendorf ist eine Ortschaft der Stadt Landsberg im Saalekreis in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie besteht aus den Ortsteilen Spickendorf und Wölls-Petersdorf (mit Zieschdorf).

Geografie[Bearbeiten]

Spickendorf liegt 14 km nordöstlich von Halle (Saale) und 4 km nordwestlich von Landsberg am Strengbach, einem Zufluss der Fuhne.

Geschichte[Bearbeiten]

Spickendorf[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung Spickendorfs erfolgte im Jahr 1314 als „Spytendorp“. Der Ort wurde als Rundling mit acht Höfen inmitten eines Sumpfgürtels angelegt, der von einem 5–10 m breiten Wassergraben umgeben war. Spickendorf gehörte zum Amt Giebichenstein im Saalkreis des Erzstifts Magdeburg.<ref>Erwähnung des Orts im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 126.</ref> 1680 kam es zum Herzogtum Magdeburg unter brandenburg-preußischer Herrschaft.

Mit dem Frieden von Tilsit wurde Spickendorf im Jahr 1807 dem Königreich Westphalen angegliedert und dem Distrikt Halle im Departement der Saale zugeordnet. Der Ort gehörte zum Kanton Oppin.<ref>Beschreibung des Saale-Departements</ref> Nach der Niederlage Napoleons und dem Ende des Königreichs Westphalen befreiten die verbündeten Gegner Napoleons Anfang Oktober 1813 den Saalkreis. Bei der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress 1815 wurde der Ort im Jahr 1816 dem Regierungsbezirk Merseburg der preußischen Provinz Sachsen angeschlossen und dem Saalkreis zugeordnet.<ref>Der Saalkreis im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. November 2024; abgerufen am 30. August 2025.</ref>

Wölls-Petersdorf[Bearbeiten]

Die Ersterwähnung von Wölls erfolgte im Jahr 1156, die von Petersdorf im Jahr 1349/50. Zu Wölls wurden die Orte Piltitz<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Piltitz auf der Website der Gützer Kirche (Memento vom 28. August 2017 im Internet Archive)</ref> und Zschiesdorf gezählt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Zschiesdorf im Landsberger Echo, Jahrgang 24, Nr. 11 vom 5. Juni 2013, S. 14 (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive)</ref> Petersdorf und Wölls mit Piltitz und Zieschdorf lagen bis 1815 am Nordwestrand des kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amts Delitzsch.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 56 f.</ref><ref>Gütz und seine Nachbarorte im Buch „Geographie für alle Stände“, S. 514f.</ref>

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kamen sie im Jahr 1815 zu Preußen und wurden 1816 dem Kreis Delitzsch im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1950 gehörten.<ref>Der Landkreis Delitzsch im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. September 2024; abgerufen am 16. August 2025.</ref> 1888 erfolgte die Vereinigung von Wölls und Petersdorf zu Wölls-Petersdorf.<ref>Historische Kommission für Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Wüstungskunde der Kreise Bitterfeld und Delitzsch (= Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und des Freistaates Anhalt. Band 2). Magdeburg 1926, S. 364 (Digitalisat [abgerufen am 5. September 2026]).</ref> Am 1. April 1936 wurden Gütz, Roitzschgen (mit Düringsdorf und Heiligendorf) und Wölls-Petersdorf (mit Piltitz und Zschiesdorf) zur Gemeinde Gütz zusammengeschlossen.<ref>Gütz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie</ref><ref>Roitzschgen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie</ref><ref>Wölls-Petersdorf im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie</ref>

Im Zuge der ersten Kreisreform in der DDR wurde Gütz mit seinen Ortsteilen wie die benachbarte Stadt Landsberg am 15. Juni 1950 dem neu zugeschnittenen Saalkreis zugeordnet, der 1952 zum neuen Saalkreis im Bezirk Halle kam. Fast zeitgleich mit der Zuordnung zum Saalkreis wurde Gütz mit seinen Ortsteilen Roitzschgen, Düringsdorf, Heiligendorf und Piltitz am 20. Juli 1950 nach Landsberg eingemeindet.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Eingemeindung von Gütz auf der Homepage der Kirchengemeinde Gollma (Memento vom 5. März 2016 im Internet Archive)</ref> Der Ortsteil Wölls-Petersdorf wurde dabei mit Zschiesdorf nach Spickendorf umgegliedert.<ref name="2VO-LSA-1950" />

Eingemeindung nach Landsberg[Bearbeiten]

Am 1. Januar 2005 wurde Spickendorf in die Stadt Landsberg eingemeindet und bildet seitdem eine von elf Ortschaften der Stadt.<ref name=Gemeindeverzeichnis2005>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die 1262 erbaute Kirche St. Nicolai in Spickendorf wurde 1606 und 1728/29 umfangreich ausgebaut. Sehenswürdigkeiten der Kirche sind das Sakramenthäuschen und der Taufstein sowie die 2010 von Gemeindemitgliedern instandgesetzte Rühlmann-Orgel.

Die Petersdorfer Villa des ehemaligen Fideikommiss-Gutes Troitzsch wurde von 2006 bis 2012 umfassend saniert. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1896, welches „Schloss“ genannt wird, besitzt einen reichen Fassadenschmuck im Stil der Neorenaissance und einen Renaissance-Torbogen aus dem Jahr 1891. In dem Haus ist heute eine Kindertagesstätte untergebracht.

Kultur[Bearbeiten]

Für sportliche Aktivitäten befindet sich in Spickendorf ein Sport- und Freizeitzentrum mit Tennishalle. In Petersdorf befindet sich direkt an der B100 die überregional bekannte Keramikscheune.<ref>Website der Keramikscheune Spickendorf</ref> Vereine der Ortschaft sind der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Spickendorf e. V. und der Rassegeflügelzuchtverein Spickendorf e. V., sowie der Jugendclub Spickendorf.

Die Freiwillige Feuerwehr Spickendorf sorgt für den abwehrenden Brandschutz und die allgemeine Hilfe insbesondere auf örtlicher Ebene.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraße 100, welche von Halle in Richtung Bitterfeld führt, liegt südlich von Spickendorf. Über die Bundesstraße ist der Ort mit dem Kreuz Halle (Saale) an der A 9 und der Anschlussstelle Halle/Peißen an der A 14 verbunden. Im Nachbarort Niemberg befindet sich ein Bahnhof der Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 278 (PDF).</ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Spickendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Klappleiste/Anfang Braschwitz mit Plößnitz | Hohenthurm mit Rosenfeld | Landsberg mit Gollma, Gütz und Reinsdorf | Niemberg mit Eismannsdorf | Oppin mit Maschwitz | Peißen mit Rabatz, Stichelsdorf und Zöberitz | Queis mit Klepzig, Kockwitz und Wiedersdorf | Reußen mit Zwebendorf | Schwerz mit Dammendorf und Kneipe | Sietzsch mit Bageritz und Lohnsdorf | Spickendorf und Wölls-Petersdorf Vorlage:Klappleiste/Ende

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