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Spiersträucher

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Spiersträucher
Datei:Illustration Spiraea salicifolia0.jpg

Weidenblättriger Spierstrauch (Spiraea salicifolia), Illustration

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Unterfamilie: Spiraeoideae
Gattung: Spiersträucher
Wissenschaftlicher Name
Spiraea
L.

Die Spiersträucher (Spiraea) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Spiraeoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).<ref name="FoC2003" /><ref name="FoNA2014" /> Die 80 bis 100<ref name="Drábková2017" /> Arten<ref name="FoC2003" /> gedeihen überwiegend in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel.<ref name="FoNA2014" />

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Spiraea wilsoni 137-8399.jpg
Illustration von Wilsons Spierstrauch (Spiraea wilsonii)
Datei:Spiraea fritschiana 2015-06-01 OB 012.jpg
Blütenstände von Spiraea fritschiana mit Blüten in unterschiedlichen Stadien der Anthese
Datei:Spiraea henryi 135-8270.jpg
Illustration von Henrys Spierstrauch (Spiraea henryi)
Datei:Spiraea hypericifolia flowerdiagram.png
Blütendiagramm von Spiraea hypericifolia
Datei:Spiraea salicifolia sl5.jpg
Balgfrüchte und Samen von Weidenblättriger Spierstrauch (Spiraea salicifolia)
Datei:Spiraea veitchii 137-8383.jpg
Illustration von Veitchs Spierstrauch (Spiraea veitchii)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Spierstrauch-Arten sind meist sommergrüne, laubabwerfende Sträucher, die Wuchshöhen von 10 bis 400 Zentimetern erreichen.<ref name="FoNA2014" /> Oft werden Rhizome gebildet.<ref name="FoNA2014" /> Je Strauch werden 5 bis mehr als 20 Zweige gebildet, die meist selbstständig aufrecht bis aufsteigend oder überhänden sind, manchmal sind sie ausgebreitet, liegend bis niederliegend. Die Rinde der jüngeren Zweige ist kahl oder zottig behaart. Die Borke ist rötlich bis dunkelbraun oder grau bis grau-schwarz.<ref name="FoNA2014" /> Es sind Lang- und Kurztriebe vorhanden.<ref name="FoNA2014" /> Die relativ kleinen Winterknospen sind von zwei bis acht Knospenschuppen bedeckt.<ref name="FoC2003" />

Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind einen meist kurzen Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die einfachen Blattspreiten sind bei Längen von 1 bis 10 Zentimetern verkehrt-eiförmig bis verkehrt-lanzettlich, rhombisch, elliptisch oder linealisch bis lanzettlich, eiförmig bis fast kreisförmig. Die Blattränder sind flach, gesägt, gezähnt, gelappt oder selten glatt.<ref name="FoNA2014" /> Die Blattnervatur ist meist fiedernervig, selten gehen drei bis fünf Hauptnerven von der Spreitenbasis aus. Die Blattflächen sind kahl oder behaart (Indument).<ref name="FoNA2014" /> Nebenblätter fehlen.<ref name="FoC2003" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Selten nur zwei, meist drei bis mehr als tausend Blüten stehen meist dicht in mehrheitliche end- oder mehrheitlich seitenständigen, in rispigen, schirmrispigen oder schirmtraubigen Blütenständen zusammen.<ref name="FoNA2014" /> Es können Trag- und/oder Deckblätter vorhanden sein oder fehlen. Es sind ein oder zwei Deckblätter als Nebenkelch ausgebildet. Blütenstiele sind vorhanden.<ref name="FoNA2014" /> Die Anthese liegt vor oder nach der vollständigen Entwicklung der Laubblätter.<ref name="FoNA2014" />

Die meist zwittrigen, selten eingeschlechtigen, relativ kleinen Blüten sind bei Durchmessern von 2 bis 15 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenbecher (Hypanthium) sind bei Höhen von 0,5 bis 2, selten bis zu 5 Millimetern meist halbkugelig oder glockenförmig, selten kreiselförmig und mehr oder weniger dicht behaart oder kahl.<ref name="FoNA2014" /> Die fünf freien Kelchblätter sind meist aufrecht ausgebreitet oder zurückgekrümmt, selten aufsteigend und deltat, dreieckig, dreieckig-eiförmig oder eiförmig.<ref name="FoNA2014" /> Die Kronblätter sind meist länger als die Kelchblätter. Die fünf freien Kronblätter sind eiförmig bis verkehrt-eiförmig, mehr oder weniger kreisförmig oder selten elliptisch. Die Farben der Kronblätter sind meist weiß, manchmal rosa- bis purpurfarben, selten grünlich, gelblich, kreideweiß oder transluzent-weiß.<ref name="FoNA2014" /> Pro Blüte gibt es viele (10 bis 60) Staubblätter in zwei bis Kreisen. Die Staubblätter können länger oder kürzer als die Kronblätter sein.<ref name="FoNA2014" /> Die meist vier oder fünf (drei bis acht) Fruchtblätter sind frei und wollig behaart bis verkahlend mit mehr oder weniger endständigen Griffeln. Jedes Fruchtblatt enthält nur zwei oder selten bis zu vier Samenanlagen.<ref name="FoNA2014" />

Vier oder fünf Balgfrüchte stehen zusammen. Die Balgfrüchte sind bei Längen von selten 0,5 bis, meist 1,5 bis 4 Millimetern beispielsweise kahn-, sichel-, spindelförmig oder ellipsoid und kahl oder wollig behaart. Der Blütenbecher ist noch an den Balgfrüchten erkennbar und es können noch Kelchblätter vorhanden sein, auch Griffel können noch erkennbar sein.<ref name="FoNA2014" /> Die Balgfrüchte enthalten nur zwei bis vier Samen. Die Samen sind spindelförmig bis länglich.<ref name="FoNA2014" />

Chromosomensätze[Bearbeiten]

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9.<ref name="FoNA2014" />

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Spiraea wurde durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus 1, 1753, Seite 489 und Genera Plantarum, 5. Auflage, 1754, Seite 216 aufgestellt.<ref name="FoC2003" /><ref name="FoNA2014" /> Der botanische Gattungsname Spiraea leitet sich vom griechischen Wort speira für „winden, Windung“ ab und bezieht sich auf die Verwendung um aus den Zweigen Kränze zu winden.<ref name="FoNA2014" /> Synonyme für Spiraea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Awayus Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Chamedrys Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Drimopogon Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Raf.) B.D.Jacks., Eleiosina Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Raf., Spirea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pall.<ref name="FoC2003" />

Spiraea ist die namensgebende und artenreichste Gattung der Tribus Spiraeeae und Unterfamilie Spiraeoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie ist eine monophyletische Gattung und umfasst rund 80<ref name="Kubitzki2004" /> Arten. Die traditionelle, auf den Blütenstandstypen basierende Untergliederung in drei Sektionen wird durch molekulargenetische Studien nicht gestützt.<ref name="Potter2007" /> Es gab mehrere Gliederungen nach morphologischen Merkmalen in Untergattungen und Sektionen, keine davon stellt natürliche Verwandtschaftsgruppen dar, dies zeigten molekulargenetische Untersuchungen.<ref name="Drábková2017" />

Die Verbreitungsgebiete der Arten liegen überwiegend in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel und einige Arten gedeihen auch in subtropischen Bergregionen vor. In China und Taiwan kommen etwa 70 Arten vor, 47 davon gibt es nur dort; etwa 9 dieser Arten kommen dort nur in kleinen Arealen vor, es sind dort also Endemiten.<ref name="FoC2003" /> China und Taiwan sind das Zentrum der Artenvielfalt. 12 Arten kommen in Japan vor und 14 Arten gibt es auf der Koreanischen Halbinsel.<ref name="Drábková2017" /> Einige Arten sind in vielen Gebieten der Erde Neophyten.<ref name="FoNA2014" />

Datei:Spiraea alba kz3.jpg
Weißer Spierstrauch (Spiraea alba)
Datei:Spiraea bella (7832612878).jpg
Schöner Spierstrauch (Spiraea bella)
Datei:樺葉繡線菊 Spiraea betulifolia -比利時 Ghent University Botanical Garden, Belgium- (9229899178).jpg
Blütenstand des Birkenblättrigen Spierstrauch (Spiraea betulifolia)
Datei:Spiraeablumei.jpg
Spiraea blumei
Datei:Spiraea canescens (2561348276).jpg
Grauer Spierstrauch (Spiraea canescens)
Datei:Spiraea cantoniensis kz04.jpg
Kanton-Spierstrauch (Spiraea cantoniensis)
Datei:Spiraea chinensis 2016-05-17 0163.jpg
Spiraea chinensis
Datei:Spiraea dasyantha in Mount Ibuki 2011-06-26.jpg
Spiraea dasyantha
Datei:Douglas' Spiraea (15373908416).jpg
Oregon-Spierstrauch (Spiraea douglasii)
Datei:Spiraea hypericifolia 2016-05-17 0793.jpg
Hartheu-Spierstrauch (Spiraea hypericifolia)
Datei:Spiraea japonica (Montage).jpg
Japanischer Spierstrauch<ref name="FloraGehoelze2008" /> (Spiraea japonica)
Datei:Spirea splendens (5065857493).jpg
Blütenstand von Spiraea splendens

Es gibt 80 bis 100 Arten:<ref name="FoC2003" /><ref name="FoNA2014" />

Datei:Spiraea ×arguta.jpg
Braut-Spierstrauch (Spiraea ×arguta)
Datei:Spiraea ×billardii sl1.jpg
Billards Spierstrauch (Spiraea ×billardii)

Es gibt einige Naturhybriden.<ref name="FoNA2014" /> Die Namen vieler durch Kreuzungen in Kultur entstandenen Hybriden wurden durch Hermann Zabel in Die strauchigen Spiraeen 1893 und in Gartenzeit, Band 3, 1884, Seite 494 veröffentlicht.<ref name="GRIN" /> Es gibt einige Hybriden (Auswahl):

Datei:Spiraea vanhouttei Gold Fountain 2016-05-20 0819.jpg
Belgischer Spierstrauch (Spiraea ×vanhouttei) Sorte ‘Gold Fountain’

Nutzung[Bearbeiten]

Viele Sorten von Arten und Hybriden werden in den gemäßigten Gebieten weltweit als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.<ref name="Botanica2003" /><ref name="FoNA2014" /> Sie werden schon sehr lange als Zierpflanzen verwendet.<ref name="FoC2003" />

Eponyme[Bearbeiten]

Der am 26. Februar 1928 entdeckte Asteroid (1091) Spiraea ist nach der Pflanzengattung benannt.<ref name="Schmadel2003" />

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Lu Lingdi (陆玲娣 Lu Ling-ti), Crinan Alexander: In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-14-8. Spiraea Linnaeus, S. 47–73 - textgleich online wie gedrucktes Werk, Volltext-PDF.
  • Richard Lis: In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America North of Mexico. Volume 9: Magnoliophyta: Picramniaceae to Rosaceae. Oxford University Press, Oxford und New York, 2014, ISBN 978-0-19-534029-7. Spiraea Linnaeus, S. 47–73 - textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Lenka Záveská Drábková, Markéta Pospíšková, Roman Businský: Phylogeny and infrageneric delimitation in Spiraea (Rosaceae) inferred from AFLP markers and a comparison with morphology. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 185, November 2017, S. 525–541. doi:10.1093/botlinnean/box071

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Kubitzki2004"> C. Kalkman: Rosaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants – Volume VI – Flowering Plants – Dicotyledons – Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales, 2004, S. 355, ISBN 978-3-540-06512-8. </ref> <ref name="FoC2003"> Lu Lingdi (陆玲娣 Lu Ling-ti), Crinan Alexander: In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 9: Pittosporaceae through Connaraceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003, ISBN 1-930723-14-8. Spiraea Linnaeus, S. 47–73 - textgleich online wie gedrucktes Werk, Volltext-PDF. </ref> <ref name="FoNA2014"> Richard Lis: In: Flora of North America Editorial Committee: Flora of North America North of Mexico. Volume 9: Magnoliophyta: Picramniaceae to Rosaceae. Oxford University Press, Oxford und New York, 2014, ISBN 978-0-19-534029-7. Spiraea Linnaeus, S. 47–73 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="FloraGehoelze2008"> Deutscher Name nach </ref> <ref name="Potter2007"> D. Potter, S. M. Still, D. Ballian, G. Božič, J. Franjiæ, H. Kraigher: Phylogenetic relationships in tribe Spiraeeae (Rosaceae) inferred from nucleotide sequence data. In: Plant Systematics and Evolution, Band 266, 2007, S. 105–118. doi:10.1007/s00606-007-0544-z </ref> <ref name="Botanica2003"> Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann Verlagsgesellschaft, 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 854–855. </ref> <ref name="Schmadel2003"> Lutz Schmadel: Dictionary of Minor Planet Names, Band 1, In: International Astronomical Union, IAU Commission 20: Physics and astronomy online library. Springer Science & Business Media, 2003, ISBN 978-3-540-00238-3. Dictionary of Minor Planet Names, Band 1 in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Businsky2011"> Roman Businsky: Review of Chinese Spiraea (Rosaceae, Spiraeoideae) with Simple Inflorescences. In: Novon, Volume 21, 2011, S. 299–316. Volltext-PDF. doi:10.3417/2009085 </ref> <ref name="Drábková2017"> Lenka Záveská Drábková, Markéta Pospíšková, Roman Businský: Phylogeny and infrageneric delimitation in Spiraea (Rosaceae) inferred from AFLP markers and a comparison with morphology. In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 185, November 2017, S. 525–541. doi:10.1093/botlinnean/box071 </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Spiersträucher (Spiraea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weiterführende Literatur[Bearbeiten]

  • Sheng-Xiang Yu, Sudhindra R. Gadagkar, Daniel Potter, Dong-XianXu, MeiZhang, Zhen-Yu Li: Phylogeny of Spiraea (Rosaceae) based on plastid and nuclear molecular data: Implications for morphological character evolution and systematics. In: Perspectives in Plant Ecology Evolution and Systematics, Volume 34, August 2018, S. 109–119. doi:10.1016/j.ppees.2018.08.003
  • Jun-Ho Song, Hee-Seon Roh, Suk-Pyo Hong: Petal micromorphology and its systematic implications in Rosaceae tribe Spiraeeae. In: Brittonia, März 2020. doi:10.1007/s12228-020-09609-w

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