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Stadtmuseum Lindau

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Datei:Das Haus zum Cavazzen (Stadtmuseum).jpg
Das Haus zum Cavazzen in Lindau (2009)
Datei:Ludwig Kick DSCN1702.jpg
Ingenieur und Stifter Ludwig Kick (1857–1947)
Datei:Haus zum Cavazzen Sanierung 20230706 110455.jpg
Das eingerüstete Haus zum Cavazzen während der Sanierungsarbeiten 2023
Datei:Meister der Lindauer Beweinung - Lindauer Beweinung.jpg
Lindauer Beweinung, ein Glanzstück des Stadtmuseums Lindau

Das Stadtmuseum Lindau befindet sich im barocken Bürgerhaus Zum Cavazzen am Marktplatz der Insel Lindau (Bodensee). Das Gebäude wurde seit 2018 umfassend saniert; die Sammlung von für die Stadtgeschichte bedeutsamen Exponaten war daher geschlossen, wurde aber am 17./18. Mai 2025 nach einer gründlichen Neugestaltung wieder eröffnet.<ref>Feierliches Eröffnungswochenende des Cavazzen. In: Cavazzen-Museum. Kulturamt Stadt Lindau, abgerufen am 27. Juni 2025.</ref>

Das Museum ist als städtische Einrichtung und – wie das Stadttheater – dem Kulturamt Lindau zugeordnet. Leiterin war bis Juli 2026 Barbara Reil; im März 2026 trat Sebastian Borkhardt ihre Nachfolge an.<ref name="BZ1">Barbara Reil: Geldsegen für den Cavazzen. Lindauer Bürgerzeitung, Nr. 47/15, 21. November 2015, S. 1</ref><ref>Der neue Museumsleiter stellt sich vor. In: Kulturamt Lindau. Abgerufen am 9. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Das Haus zum Cavazzen (früher auch Kawatzen) wurde in den Jahren 1729 und 1730 unter dem Appenzeller Architekten Jakob Grubenmann für die begüterte Kaufmannsfamilie Seutter von Loetzen am westlichen Marktplatz errichtet, nachdem im Jahr 1728 ein Großteil der Häuser rings um den Marktplatz der ehemaligen Reichsstadt einem verheerenden Brand zum Opfer gefallen war. Von Grubenmann stammen auch die Pläne für den Bau des benachbarten Hauses Zum Baumgarten.

Der spätere Besitzer Ludwig Kick stiftete 1929 das Haus der Stadt Lindau zum Zweck, ein Heimatmuseum in diesem Gebäude einzurichten – am 19. Juli 1930 konnte die Eröffnung gefeiert werden.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Porträt Ludwig Kicks auf der Website der Stadt Lindau (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref> Zuvor war das Städtische Museum seit 1890 im Oberstock des Alten Rathauses untergebracht.<ref>Lindau. In: Bodensee mit Vorarlberg. Grieben-Reiseführer Bd. 184, Grieben-Verlag Albert Goldschmidt, Berlin 1929</ref> Die Entstehung jenes ersten Heimatmuseums ist dem 1889 gegründeten Museumsverein unter seinem Vorstand Gustav Reinwald zu verdanken, seines Zeichens evangelischer Pfarrer.<ref>Eine Art Familienalbum. 125 Jahre Lindauer Stadtmuseum. Lindauer Bürgerzeitung, Nr. 47/15, 21. November 2015, S. 26</ref>

Bis zu einer Neukonzeption unter dem 2010 angetretenen Kulturamtsleiter Alexander Warmbrunn<ref>Warmbrunn: „Lindau ist für mich eine mittel- bis längerfristige Perspektive“. In: Schwäbische.de. 26. Juni 2010, abgerufen am 30. November 2024.</ref> wurden vor allem Werke der Frühen Neuzeit mit einem regionalen Bezug ausgestellt. Nach 2010 konnten jedoch Ausstellungen von internationalem Rang zusammengestellt werden (siehe unten).

Für eine umfassende Sanierung und Neukonzeption sicherte der Bund im November 2015 eine Unterstützung in Höhe von 8,6 Millionen Euro zu.<ref name="BZ1" /> Neben der Sanierung des Museumsgebäudes wurde 2018 ein Museumsdepot in Betrieb genommen, das auf 900 m² Fläche auf zwei Stockwerke verteilt etwa 6000 Objekten Platz bietet.<ref>Das neue Museumsdepot ist fertig. In: Kultur Lindau. Abgerufen am 25. Dezember 2022.</reF>

Ausstellungen[Bearbeiten]

Dauerausstellung[Bearbeiten]

Das Museum zeigte Gemälde und Plastiken vom 15. bis zum 19. Jahrhundert, Lindauer Wohnkultur mit Möbeln von der Gotik bis zum Jugendstil, Kunsthandwerk, Dokumente zur Stadtgeschichte, historische Spielsachen und mechanische Musikinstrumente. Glanzstücke der Ausstellung waren das spätgotische Tafelgemälde Lindauer Beweinung um 1420 und eine Madonnastatue aus der Werkstatt Multscher. Erwähnenswert sind auch zwei besonders gut erhaltene Totentafeln des 17. Jahrhunderts, die früher im historischen Aeschacher Friedhof aufgestellt waren. Es handelte sich um je ein Flügelepitaph der Familie Bertsch (um 1650) und der Familie Krenckel (um 1690). Beide zeigten Bilder einer Auseinandersetzung mit Sünde und Tod im reformatorischen Verständnis, aber auch Szenen der Begegnung von Mensch und Tod, wie sie von den Totentanzfolgen im strengen Sinn bekannt sind.<ref>Hans Georg Wehrens: Der Totentanz im alemannischen Sprachraum. „Muos ich doch dran – und weis nit wan“. Schnell & Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2563-0, S. 208ff.</ref>

Sonderausstellungen[Bearbeiten]

Die Sonderausstellungen wurden bis 2018 im Stadtmuseum im Haus zum Cavazzen gezeigt (u. a. mit Werken Pablo Picassos, Marc Chagalls und Joan Mirós unter Kurator Roland Doschka). 2019 wurde die erste Ausstellung im neuen Kunstmuseum am Inselbahnhof eröffnet.

Die folgende Tabelle führt alle Sonderausstellungen seit 2011 auf:

Dauer Ausstellung Beschreibung Besucherzahl (ca.)
2. April – 28. August 2011 Picasso: Meisterzeichnungen eines Jahrhundertgenies 50 Originalzeichnungen zum 130. Geburtstag des Künstlers 50.000<ref name="Zahlen1">Jürgen T. Widmer: Doschka macht noch ein Jahr weiter, Schwäbische Zeitung (online) vom 3. September 2013, abgerufen am 13. Dezember 2013.</ref>
1. April – 26. August 2012 Chagall: Magie des Lichts Gouachen, Aquarelle und Ölgemälde 75.000<ref name="Zahlen1" />
24. März – 1. September 2013 Miró: Sternennächte Zeichnung, Malerei, Skulptur 58.000<ref name="Zahlen1" />
24. März – 20. Oktober 2013 Wally Gilbert: Digital Constellations computergenerierte Abstraktionen des Nobelpreisträgers anlässlich der Nobelpreisträgertagung in Lindau
22. September – 20. Oktober 2013 Leonie Stade/Hubert Kaltenmark: Moment–Dokument Sonderausstellung der Kunstfreunde Lindau e. V.
5. April – 31. August 2014 Matisse: Variation und Improvisation Suite Jazz und Handzeichnungen 45.000<ref>45000 Besucher haben die Matisse-Ausstellung gesehen. Lindauer Zeitung (online) vom 11. August 2014, abgerufen am 31. März 2015.</ref>
19. Oktober – 21. September 2014 Christoph Brech: NINFA Fotografien und Videofilme. Sonderausstellung der Kunstfreunde Lindau
28. März – 30. August 2015 Nolde: Der ungezähmte Strom der Farbe Aquarelle, Ölgemälde und Grafik
28. März – 28. August 2016 Picasso: Pablo Picassos Passionen Zeichnungen, Gemälde, Druckgrafik
31. März – Ende August 2017 Paul Klee
24. März – 26. August 2018 August Macke: Flaneur im Garten der Kunst.
6. April – 29. September 2019 Friedensreich Hundertwasser: Traumfänger einer schöneren Welt. Die Sonderausstellungen zur „Kunst der Moderne“ wurden im neuen Kunstmuseum am Inselbahnhof (Maximilianstraße 52) gezeigt.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Stadtmuseum Lindau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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Koordinaten: 47° 32′ 49,6″ N, 9° 41′ 11,4″ O

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