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Suedlink

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Trassenabschnitte des SuedLink

SuedLink (auch SüdLink oder Südlink) ist die Bezeichnung einer im Rahmen des Netzentwicklungsplans Strom der Bundesrepublik Deutschland von den Übertragungsnetzbetreibern Tennet TSO und TransnetBW geplanten Die Kategorie Kategorie:Wikipedia:Veraltet nach Jahr 2026 existiert noch nicht. Lege sie mit folgendem Text {{Zukunftskategorie|2026}} an. Trasse von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen (HGÜ-Leitungen). Zwei parallellaufende Leitungen sollen über eine Strecke von rund 700 km vorrangig die im Norden der Bundesrepublik aus Windkraft gewonnene elektrische Energie nach Süddeutschland transportieren und dabei eine Leistung von insgesamt 4 Gigawatt übertragen können.<ref>SuedLink. Abgerufen am 25. Oktober 2022.</ref> 2028 soll SuedLink in Betrieb gehen.<ref>SuedLink verstehen. Abgerufen am 30. April 2025.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Seit dem Netzentwicklungsplan Strom 2012 gibt es Überlegungen der Übertragungsnetzbetreiber zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung in Nord-Süd-Richtung in Deutschland. Die Netzentwicklungspläne 2013, 2014 und 2030 (2017) haben die Überlegungen fortgeschrieben und konkretisiert.

Die Bundesnetzagentur hat die Netzentwicklungspläne jeweils bestätigt. Mit dem Bundesbedarfsplangesetz von 2013 wurden die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und der vordringliche Bedarf u. a. von SuedLink gesetzlich bestimmt. SuedLink wird von der Europäischen Kommission als innerdeutsches Vorhaben von gemeinsamem Interesse (Projects of Common Interest) unter der Nummer 2.10 in der PCI-Liste der Europäischen Union geführt.<ref>Verordnung (EU) 2022/564Vorlage:Abrufdatum</ref>

Der SuedLink ist neben Ultranet und Südostlink eines von drei Energieprojekten, die laut dem im November 2021 vorgelegten Koalitionsvertrag der rot-grün-gelben Bundesregierung „beschleunigt auf den Weg“ gebracht und „mit hoher politischer Priorität“ umgesetzt werden sollten.<ref name="koalitionsvertrag-2021">Mehr Fortschritt wagen: Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit, und Nachhaltigkeit. (PDF) Koalitionsvertrag 2021 – 2025 zwischen der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD), BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN und den Freien Demokraten (FDP). SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, November 2021, S. 13, abgerufen am 30. Dezember 2021.</ref>

Bedarf[Bearbeiten]

Die Bedarfsermittlung für den Netzausbau erfolgt gemäß dem 2011 verabschiedeten Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz (NABEG) in drei Schritten:<ref>Ausbaubedarf ermitteln. In: netzausbau.de. Bundesnetzagentur, abgerufen am 23. August 2022.</ref>

  • Ermittlung des Szenariorahmens (Veränderung von Erzeugungs- und Bedarfsstrukturen)
  • Erstellung des Netzentwicklungsplanes (notwendige Anpassung der Netze)
  • Aufnahme in den Bundesbedarfsplan (gesetzlicher Rahmen).

Korridore[Bearbeiten]

Datei:Karte BBPlG-Vorhaben.png
Karte der Leitungsvorhaben in Deutschland nach dem Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG 2013)

Unter dem Namen SuedLink werden im NEP 2030 (2017) zwei HGÜ-Verbindungen zwischen Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg sowie zwischen Schleswig-Holstein und Bayern zusammengefasst. Beide Vorhaben können über weite Teile eine gemeinsame Stammstrecke bilden. Bei Pfersdorf im Landkreis Schweinfurt, 15 km nördlich vom Netzknotenpunkt Bergrheinfeld, teilen sich beide Verbindungen.

SuedLink gemäß BBPlG
Nr. Vorhaben Trassenlänge in km
3 Brunsbüttel – Großgartach 702
4 Wilster – Bergrheinfeld/West 558

Planung[Bearbeiten]

Die eigentliche Planung des Netzausbaus erfolgt gemäß dem 2011 verabschiedeten Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz (NABEG) in zwei Schritten:

  • Bundesfachplanung (Festlegung der Trassenkorridore)
  • Planfeststellungsverfahren (Festlegung des Trassenverlaufs/der Übertragungstechnik).

Bundesfachplanung[Bearbeiten]

Die Bundesfachplanung sieht als wesentliche Bestandteile die Erstellung einer Raumverträglichkeitsstudie (RVS) und die Durchführung einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) vor. Als ersten Schritt richtet die Bundesnetzagentur im Rahmen der Bundesfachplanung je nach Bedarf oder Komplexität des Vorhabens eine oder mehrere öffentliche Antragskonferenzen aus.<ref>Bundesfachplanung. In: netzausbau.de. Bundesnetzagentur, abgerufen am 23. August 2022.</ref>

Brunsbüttel – Großgartach[Bearbeiten]

Der SuedLink von Brunsbüttel nach Großgartach (an der Stadtgrenze von Heilbronn) ist verfahrenstechnisch in fünf Abschnitte gegliedert.

Brunsbüttel – Großgartach
Abschnitt Länder Trassenlänge in km Status<ref name="BBPlG3">Brunsbüttel – Großgartach (SuedLink). In: netzausbau.de. Bundesnetzagentur, abgerufen am 26. April 2026.</ref>
A Brunsbüttel – Scheeßel Schleswig-HolsteinDatei:Flag of Schleswig-Holstein.svg Schleswig-Holstein
NiedersachsenDatei:Flag of Lower Saxony.svg Niedersachsen
102 Im Bau
B Scheeßel – Bad Gandersheim / Seesen NiedersachsenDatei:Flag of Lower Saxony.svg Niedersachsen 184 Im Bau
C Bad Gandersheim / Seesen – Gerstungen NiedersachsenDatei:Flag of Lower Saxony.svg Niedersachsen
HessenDatei:Flag of Hesse.svg Hessen
ThüringenDatei:Flag of Thuringia.svg Thüringen
114 Im Bau
D Gerstungen – Arnstein ThüringenDatei:Flag of Thuringia.svg Thüringen
HessenDatei:Flag of Hesse.svg Hessen
BayernDatei:Flag of Bavaria (lozengy).svg Bayern
136 Im Bau
E Arnstein – Großgartach BayernDatei:Flag of Bavaria (lozengy).svg Bayern
Baden-WürttembergDatei:Flag of Baden-Württemberg.svg Baden-Württemberg
137 Im Bau

Wilster – Bergrheinfeld/West[Bearbeiten]

Der SuedLink von Wilster nach Bergrheinfeld ist verfahrenstechnisch in vier Abschnitte gegliedert. Das Vorhaben führt von Wilster (60 km nordwestlich von Hamburg) nach Bergrheinfeld (vormals: Grafenrheinfeld) bei Schweinfurt.

Wilster – Bergrheinfeld/West
Abschnitt Länder Trassenlänge in km Status<ref name="BBPlG4">Wilster – Bergrheinfeld West (SuedLink). In: netzausbau.de. Bundesnetzagentur, abgerufen am 26. April 2024.</ref>
A Wilster – Scheeßel Schleswig-HolsteinDatei:Flag of Schleswig-Holstein.svg Schleswig-Holstein
NiedersachsenDatei:Flag of Lower Saxony.svg Niedersachsen
096 Im Bau
B Scheeßel – Bad Gandersheim / Seesen NiedersachsenDatei:Flag of Lower Saxony.svg Niedersachsen 184 Im Bau
C Bad Gandersheim / Seesen – Gerstungen NiedersachsenDatei:Flag of Lower Saxony.svg Niedersachsen
HessenDatei:Flag of Hesse.svg Hessen
ThüringenDatei:Flag of Thuringia.svg Thüringen
114 Im Bau
D Gerstungen – Bergrheinfeld West ThüringenDatei:Flag of Thuringia.svg Thüringen
HessenDatei:Flag of Hesse.svg Hessen
BayernDatei:Flag of Bavaria (lozengy).svg Bayern
128 Im Bau

Am 5. Februar 2014 schlugen die beiden Netzbetreiber einen Verlaufsplan für die Trasse von Wilster nach Grafenrheinfeld vor. Die Leitungstrasse führt dabei von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Bayern.<ref>Tennet TSO GmbH: SuedLink: Vorschlag Trassenkorridor SuedLink – Die Windstromleitung, online auf suedlink.tennet.eu, abgerufen am 12. Februar 2014.</ref> Am 26. September 2014 veröffentlichte Tennet mögliche Trassenvarianten zum SuedLink.

Am 12. Dezember 2014 wurde von Tennet der Antrag auf Bundesfachplanung bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Am 17. Februar 2015 veröffentlichte die Bundesnetzagentur eine Stellungnahme zum Antrag, in dem eine umfassende Überarbeitung verlangt wird. Bemängelt wird unter anderem, dass der Antrag nicht ausreichend konkretisiert sei, Umweltauswirkungen und raumordnerische Konflikte würden für die betroffenen Regionen nicht deutlich genug, es sei nicht erkennbar und unabhängig nachvollziehbar, aufgrund welcher Belange Korridore für das Verfahren vorgeschlagen oder verworfen würden, auch die Vorgehensweise bei der Prüfung von Trassenkorridoren und -alternativen sei zum Teil nicht vergleichbar. Die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde sehe sich nicht in der Lage, das Verfahren auf Basis dieses Antrages mit Antragskonferenzen fortzusetzen.<ref name="BNA Statement 2015-02-17">Bundesnetzagentur zum Antrag auf Bundesfachplanung für SuedLink. (PDF) Bundesnetzagentur, 18. Februar 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Februar 2015; abgerufen am 31. Januar 2018 (Erläuterungen der BNetzA zum Überarbeitungsbedarf).</ref> Der Bundestagsabgeordnete Michael Brand bezeichnete die Stellungnahme als „fachliche Ohrfeige“ für Tennet.<ref>Osthessen News: SuedLink-Antrag: „Schuss vor den Bug für Tennet und fachliche Ohrfeige“, 19. Februar 2015, online auf osthessen-news.de, abgerufen am 30. Oktober 2019.</ref>

Im Mai 2015 forderte die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, dass die Trasse statt durch Bayern durch Südhessen und Baden-Württemberg verlaufen solle und nur die letzten Kilometer bis zum Endpunkt Gundremmingen durch Bayern. Dieser Vorschlag stieß auf starke Kritik sowohl von Politikern aus Hessen und Baden-Württemberg als auch von Umweltverbänden, die die Trassen grundsätzlich ablehnen und stattdessen eine Dezentrale Stromerzeugung mit Windenergie und Solarenergie für sinnvoller halten. Zudem wurden Vorwürfe laut, dass die bayerische Regierung nach dem Sankt-Florian-Prinzip agiere. Hintergrund dieses Meinungswandels der CSU-Regierung von der grundsätzlichen Ablehnung beider Trassen hin zu einer Verlegung der Trassen ist nach Angaben der Süddeutschen Zeitung, dass eine mögliche Verhinderung der beiden Trassen als unwahrscheinlich gilt.<ref>Alle gegen Aigners Trassenvorschlag. Süddeutsche Zeitung, 20. Mai 2015, online auf www.sueddeutsche.de, abgerufen am 22. Mai 2015.</ref><ref>Hochspannung an der Landesgrenze. Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2015, online auf www.sueddeutsche.de, abgerufen am 22. Mai 2015.</ref>

Am 2. Juli 2015 wurde als Ergebnis des vorangegangenen Energiegipfels bekannt gegeben, dass die politischen Vorgaben für die Gleichstromtrassen geändert werden sollen. Zukünftig solle Erdverkabelung Vorrang vor Freileitungen haben, um eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. Durch diese Vorgabe wurde eine vollständige Neubewertung der geplanten Trassenführungen notwendig – mit erheblichen Auswirkungen auf Zeit- und Kostenplanungen.<ref>Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Gabriel: Energiewende ist großen Schritt weiter. BMWI Pressemitteilung, 2. Juli 2015, online auf www.bmwi.de.</ref><ref>Tennet stellt Weichen für Erdkabel bei SuedLink. Tennet TSO, 28. Juli 2015, abgerufen am 8. Oktober 2019.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.„Suedlink“-Kritiker begrüßen Erdverkabelung. NDR.de (Memento vom 3. Juli 2015 im Internet Archive).</ref>

Am 27. September 2016 veröffentlichte Tennet neue Vorschläge für Trassenkorridore.<ref>Tennet TSO GmbH: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Übersichtskarte Vorschläge für Erdkabel-Korridore (Memento vom 1. Februar 2018 im Internet Archive)</ref> Am 7. März 2017 wurde der vorläufige Vorzugskorridor veröffentlicht, der nun statt durch Hessen durch Thüringen geführt wird. In den Folgewochen wurden die Anträge auf Bundesfachplanung für die Vorhaben 3 (Brunsbüttel – Großgartach) und 4 (Wilster – Grafenrheinfeld) des Bundesbedarfsplangesetzes abschnittsweise bei der Bundesnetzagentur eingereicht.<ref name="BBPlG3" /><ref name="BBPlG4" /> Die Antragskonferenzen waren für Mai bis Juli 2017 terminiert. Im Februar und März 2019 reichten die Netzbetreiber die Unterlagen nach § 8 NABEG für einen durchgehenden Vorschlagskorridor bei der Bundesnetzagentur ein. Im Jahr 2019 fand eine weitere Öffentlichkeitsbeteiligung statt.

Im März 2021 wurde die Bundesfachplanung mit der Festlegung der Trassenkorridore durch die Bundesnetzagentur schließlich abgeschlossen. Kleinräumige Änderungen hat es noch im Bereich der Bergwerke Kochendorf und Heilbronn beim Salzbergwerk Bad Friedrichshall gegeben. Zur Sicherung der Bundesfachplanungsentscheidung hat die Bundesnetzagentur in einigen Bereichen Veränderungssperren erlassen. Dort dürfen keine Vorhaben oder baulichen Anlagen verwirklicht werden, die einer Verwirklichung der Stromleitung entgegenstehen. Außerdem dürfen keine sonstigen wesentlich wertsteigernden Veränderungen am Grundstück oder an baulichen Anlagen auf dem Grundstück durchgeführt werden.

Planfeststellungsverfahren[Bearbeiten]

Mit Abschluss der Bundesfachplanung kann das Planfeststellungsverfahren durch den Netzbetreiber beantragt werden, in dessen Rahmen die exakten Trassenverläufe und die zu verwendende Übertragungstechnik durch Verwaltungsakt verbindlich festgelegt werden. Die Bundesnetzagentur führt hierzu eine Antragskonferenz mit den Trägern öffentlicher Belange sowie Vereinigungen und Verbänden durch.<ref>Planfeststellung. In: netzausbau.de. Bundesnetzagentur, abgerufen am 23. August 2022.</ref>

Am 25. Mai 2023 hat die Bundesnetzagentur das Planfeststellungsverfahren für den ersten Abschnitt des SuedLink abgeschlossen. Die Entscheidung bezieht sich auf den 17,6 km langen Abschnitt E3 von Bad Friedrichshall zum Netzverknüpfungspunkt Großgartach. Der Verlauf der neuen Stromleitung als Erdkabel steht damit für diesen Abschnitt fest und die TransnetBW kann mit dem Bau beginnen.<ref>Bau von erstem Suedlink-Abschnitt genehmigt. In: tagesschau.de. Abgerufen am 25. Mai 2023.</ref> Seit der Aufnahme in das Bundesbedarfsplangesetz bis zur ersten Entscheidung vergingen etwa zehn Jahre Planungs- und Genehmigungszeit.

Die Elbe soll zwischen den Gemeinden Wewelsfleth und Wischhafen mit einem etwa 5 km langen Tunnel unterquert werden. Die Bundesnetzagentur hat den Antrag der Tennet auf vorzeitigen Baubeginn am 30. Januar 2023 genehmigt und am 15. August 2023 das Planfeststellungsverfahren zur Elbquerung für den Abschnitt A2 abgeschlossen.<ref>Bundesnetzagentur genehmigt Elbquerung für SuedLink. In: netzausbau.de. Bundesnetzagentur, abgerufen am 29. August 2023.</ref>

Am 10. Oktober 2025 wurde das letzte Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, seitdem sind alle Streckenabschnitte im Bau.

Bauausführung und Inbetriebnahme[Bearbeiten]

Datei:Südlink Verlegung bei Marzhausen HE.jpg
Verlegung bei Marzhausen

Für die Planung, Genehmigung, Einholung von Dienstbarkeiten und Bau haben die Bauherren Tennet und TransnetBW die Jacobs Engineering Group als zentralen Dienstleister beauftragt. In Würzburg wurde das Projektbüro eingerichtet. In den unterschiedlichen Projektphasen arbeiten dort zwischen 130 und 250 Personen.<ref>ÜNB setzen bei Suedlink auf Zentralen Dienstleister. In: Zeitung für kommunale Wirtschaft. Verband kommunaler Unternehmen, abgerufen am 24. September 2019.</ref> Im Juni 2020 wurden die beiden Hersteller NKT und Prysmian mit der Lieferung und Verlegung der rund 2500 Kilometer Erdkabel (zwei Systeme aus je zwei Polkabeln, kunststoffisoliert, 525 kV) inklusive der Verbindungsmuffen und Endverschlüsse beauftragt.<ref>SuedLink: Auftrag für kunststoffisolierte 525-Kilovolt-Erdkabel vergeben. TransnetBW, Pressemitteilung, 29. Juni 2020, abgerufen am 3. Juni 2020.</ref> Das Projekt wird dabei mit 40 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert.<ref>EU unterstützt deutsche Windstrom-Trasse SuedLink. In: ec.europa.eu. Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, 17. Februar 2017, abgerufen am 12. November 2018.</ref> Die geplante Übertragungstrasse sollte ursprünglich 2016 in Bau gehen und 2022 fertiggestellt werden.<ref>Tagesschau.de: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Von Wilster nach Grafenrheinfeld (Memento vom 11. Februar 2014 im Internet Archive)</ref> Nach weiteren Verzögerungen rechnet TransnetBW mittlerweile erst mit einer Fertigstellung Ende 2028.<ref>S. W. R. Aktuell, S. W. R. Aktuell: Statt 2022: Wird Stromautobahn SuedLink erst 2028 fertig? Abgerufen am 30. Mai 2022.</ref>

Im Dezember 2022 einigten sich die Bauernverbände von vier Ländern (Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Thüringen) mit den Stromnetzbetreibern Tennet und TransnetBW auf Entschädigungsregeln für die geplante Stromtrasse Suedlink.<ref>Entschädigungen für Suedlink-Bau vereinbart. In: faz.net. 22. Dezember 2022, abgerufen am 22. Dezember 2022.</ref>

Im Juni 2023 wurde das erste Baulos mit einem Auftragsvolumen von 250 Millionen Euro an den österreichischen Baukonzern Porr vergeben.<ref name="Bauunternehmer102023">Mega-Bauprojekt „SuedLink“ startet nach jahrelanger Verzögerung. In: Der Bauunternehmer – Fachzeitschrift für Führungskräfte der Bauwirtschaft, Oktober 2023, S. 5.</ref> Am 11. September 2023 erfolgte in Anwesenheit des Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, der offizielle Spatenstich zur Elbquerung in Wewelsfleth.<ref>Baustart der SuedLink-Leitung an Elbe in Schleswig-Holstein. In: sueddeutsche.de. 11. September 2023, abgerufen am 18. September 2023.</ref> Anschließend begann man mit der Herstellung eines Schachts, in den eine Tunnelbohrmaschine abgesenkt werden soll, um in den nächsten vier Jahren die Elbe zu untertunneln.<ref name="Bauunternehmer102023" /> Ein Jahr nach Baustart teilte Tennet mit, dass die Arbeiten in Wewelsfleth planmäßig verlaufen<ref>Ein Jahr nach Suedlink-Baustart: Betreiber zieht positive Bilanz. NDR, abgerufen am 21. September 2024.</ref>, im Dezember 2025 war die Hälfte der Tunnellänge fertiggestellt.<ref>Kay Müller: Von SH nach Niedersachen: Elbtunnel für Südlink zur Hälfte fertiggestellt. SHZ, 5. Dezember 2025, abgerufen am 25. Mai 2026.</ref> Anfang Mai 2026 berichtete der NDR, mit einer Inbetriebnahme werde weiterhin für 2028 gerechnet.<ref>Stromtrasse Südlink: Unterirdische Arbeiten kurz vor Durchbruch. In: ndr.de. 6. Mai 2026, abgerufen am 25. Mai 2026.</ref>

Mitte August 2026 war der Tunnel fertig aufgefahren; der Durchbruch der Tunnelbohrmaschine ist bei Wischhafen erfolgt.<ref>SuedLink quert Elbe: "Zentraler Baustein für Energiewende". In: ndr.de. 17. August 2026, abgerufen am 17. August 2026.</ref>

Im Juli 2026 meldete Tennet die Fertigstellung der Kabelverlegung auf dem ersten 37 Kilometer langen Teilstück im Abschnitt A zwischen Scheeßel und der Landkreisgrenze zu Stade – etwa neun Jahre nach dem Start der Bundesfachplanung im April 2017 und zwei Jahre nach Baubeginn.<ref>Erster Abschnitt von Stromtrasse SuedLink ist fertig. In: tagesschau.de. 3. Juli 2026, abgerufen am 20. Juli 2026.</ref>

Im September 2026 sind bei Arbeiten in einem alten Salzbergwerk zur Anbindung des Schachtstandorts in Bad Friedrichshall-Kochendorf Probleme geologischen Ursprungs aufgetreten. Die Arbeit wurden daraufhin vorläufig eingestellt.<ref>Arbeiten an Mega-Stromtrasse Südlink ruhen. 28. September 2026, abgerufen am 28. September 2026.</ref>

Technische Eigenschaften[Bearbeiten]

Die Stromleitungen sollen mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) größtenteils über Erdkabel-Verbindungen bei einer Übertragungskapazität von jeweils 2 Gigawatt betrieben werden.<ref name="Projektbeschreibung">Projektbeschreibung SuedLink. Tennet TSO GmbH, 5. Februar 2014, abgerufen am 5. Februar 2014.</ref> Die Energieübertragung mittels Gleichstrom, statt wie üblich als Dreiphasenwechselstrom, ist bei der Übertragung über Längen ab etwa 750 km aufwärts technisch von Vorteil, da ab diesen Entfernungen die geringeren Übertragungsverluste entlang der Leitungen die Verluste in den zusätzlich nötigen Stromrichterstationen kompensieren.

Nachteilig ist, dass bei HGÜ-Systemen ein Betrieb als Maschennetz mit vielen Ein- und Ausspeisepunkten schwerer zu realisieren ist als mit Wechselstrom. Durch technologischen Fortschritt ist die Realisierung von vermaschten HGÜ-Netzen jedoch inzwischen deutlich praktikabler geworden. Langfristig werden derartige HGÜ-Netze als wichtiger Faktor zukünftiger intelligenter Stromnetze mit hohem Anteil an Wind- und Solarenergie gesehen.<ref>S. LeBlond et al.: Design of protection schemes for multi-terminal HVDC systems. In: Renewable and Sustainable Energy Reviews. Band 56, 2016, S. 965–974, doi:10.1016/j.rser.2015.12.025.</ref><ref>S. Bianchi et al.: Control of multi-terminal HVDC networks towards wind power integration: A review. In: Renewable and Sustainable Energy Reviews. Band 55, 2016, S. 1055–1068, doi:10.1016/j.rser.2015.11.024.</ref>

Konverter[Bearbeiten]

Die Konverteranlagen dienen der Umwandlung von Gleichstrom in Wechselstrom. Tennet und TransnetBW vergaben im August 2021 einen Auftrag für die Errichtung von Konverterstationen in Brunsbüttel und Großgartach an Siemens Energy. Im August 2022 wurde ein zweiter Auftrag für die Errichtung weiterer Konverterstationen in Wilster und Bergrheinfeld von Tennet an Hitachi Energy vergeben.<ref>SuedLink: TenneT vergibt Auftrag für den Bau von zwei weiteren Konverterstationen. Tennet TSO, 3. August 2022, abgerufen am 3. August 2022.</ref> Das Auftragsvolumen liegt pro Anlage bei etwa 500 Millionen Euro.

Standort Wilster[Bearbeiten]

Datei:Schleswig-Holstein, Nortorf, Baustelle am UW Wilster NIK 8312.jpg
Baustelle Umspannwerk Wilster, 2017

In der Nähe des nördlichen Endes des SuedLink liegt das im Dezember 2021 stillgelegte Kernkraftwerk Brokdorf. Hier endet eine weitere HGÜ-Stromtrasse mit dem Namen NordLink, die Deutschland mit Norwegen verbindet. Diese wurde 2020 in Betrieb genommen und dient hauptsächlich dem Austausch von Strom aus erneuerbaren Energien. In Norwegen wird der Strom ganz überwiegend in Wasserkraftwerken erzeugt.

Standort Brunsbüttel[Bearbeiten]

Datei:Kernkraftwerk Brunsbüttel.jpg
Kernkraftwerk Brunsbüttel mit der Freifläche, auf der der Konverter geplant ist, 2011

Der Konverterstandort ist in Nachbarschaft zum 2011 stillgelegten Kernkraftwerk Brunsbüttel geplant. In der Nähe befindet sich außerdem das Umspannwerk Büttel, das mehrere Offshore-HGÜ-Systeme integriert und in das Strom von Offshore-Windparks aus der Nordsee eingespeist wird. Im Februar 2024 begannen die Bauarbeiten für den Konverter.<ref>Bau von Suedlink-Konverter in Brunsbüttel beginnt. In: zeit.de. 21. Februar 2024, abgerufen am 24. Februar 2024.</ref>

Standort Großgartach[Bearbeiten]

Datei:Enbw Umspannwerk Grossgartach03082016 3.png
Umspannwerk Großgartach der TransnetBW, 2016

Der Konverterstandort entsteht am Netzknoten des Umspannwerks Großgartach in der Stadt Leingarten, das zur Anbindung des 2023 stillgelegten Kernkraftwerks Neckarwestheim diente. Auf Antrag der TransnetBW hat das Landratsamt Heilbronn im Januar 2019 die Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz für den Bau und Betrieb des Konverters erteilt.<ref>Konverter Leingarten für Strom-Übertragungsleitung SuedLink genehmigt. Staatsministerium Baden-Württemberg, 15. Januar 2019, abgerufen am 27. Juli 2023.</ref> Am 27. Juli 2023 erfolgte unter Anwesenheit des Bundesministers für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck der offizielle Spatenstich.<ref>Stromtrasse SuedLink. Langer Streit um eine lange Leitung. In: tagesschau.de. 27. Juli 2023, abgerufen am 27. Juli 2023.</ref>

Standort Bergrheinfeld/West[Bearbeiten]

Datei:Umspannwerk Bergrheinfeld09102018 1.png
Umspannwerk Bergrheinfeld/West, 2018

Am südlichen Ende der Stromtrasse SuedLink liegt das 2015 stillgelegte Kernkraftwerk Grafenrheinfeld, das im Umspannwerk Bergrheinfeld an das Höchstspannungsnetz im Europäischen Verbundsystem angeschlossen war und für die Trasse von 2015 bis 2019 um das Umspannwerk Bergheinfeld-West erweitert wurde. Die Bürgerinitiative Bergrheinfeld e. V. mit Anerkennung als Umweltverband klagte erfolglos gegen die immissionsschutzrechtliche Teilgenehmigung für den Konverter.<ref>BVerwG, Urteil vom 25. Januar 2024, 7 A 4.23</ref>

Kritik[Bearbeiten]

Datei:Südlink Trasse Garbsen Protest.jpg
Strohballen mit Protestplakat einer Bürgerinitiative auf einer Wiese bei Garbsen, 2015

In den betroffenen Regionen gibt es zahlreiche Einwände und Proteste gegen die Trassenführung und das Verfahren. Zahlreiche Bürgerinitiativen<ref>Bürgerinitiativen – Bundesverband der Buergerinitiativen gegen SuedLink. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Oktober 2024; abgerufen am 4. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> protestieren gegen den Verlauf der Trasse und das Verfahren.<ref>SuedLink verhindern! BUND Landesverband Hessen e. V., 2023, abgerufen am 4. Januar 2026.</ref><ref>Energiewende/Südlink. Umweltschutzverein in Isernhagen und Umgebung e. V., 2024, abgerufen am 4. Januar 2026.</ref><ref>Bürgerinitiative A7 Stromtrasse NEIN. Bürgerinitiative A7 Stromtrasse NEIN e. V., Wasserlosen, 2025, abgerufen am 4. Januar 2026.</ref><ref>Werra-Meißner gegen Suedlink – Gegen den Bau des Suedlinks durch das Werratal. Abgerufen am 4. Januar 2026.</ref>

Als 2015 bekannt wurde, dass das Bundeswirtschaftsministerium für das Gebiet des Wahlkreises des damaligen Bundesministers Sigmar Gabriel eine Sondergenehmigung prüfte, um dort die Leitung mit einem Erdkabel verlegen zu lassen, wurde eine mögliche politische Einflussnahme auf das Verfahren kritisiert.<ref>Erdkabel vor allem für Gabriels Wahlkreis? Neue Osnabrücker Zeitung, 5. Februar 2015.</ref>

Datei:Röhrse-Suedlink-FF.JPG
Forderungsschild in Röhrse bei Peine in Niedersachsen, 2019

Tennet-Holding-Geschäftsführer Hartman kritisierte 2014, dass die bayerische CSU-Landesregierung nach massiven Protesten von Anwohnern gegen eine der drei geplanten Haupttrassen ein Moratorium forderte.<ref name="Spiegel">Betreiber präsentieren Pläne für längste Stromtrasse Deutschlands. Spiegel Online, abgerufen am 7. Februar 2014</ref><ref>Alexander Smoltczyk: Schlagader der Nation. In: Der Spiegel. Nr. 22, 2014, S. 52–57 (online).</ref> Durch die Verzögerung der Weiterleitung der verstärkt in den Offshore-Windparks im Norden gewonnenen elektrischen Energie zum Süden werden die Investitionen in die Energiewende zunehmend in Frage gestellt.<ref>Windkraft versickert in den Stromnetzen – Leitungsbau hinkt Errichtung der Offshore-Parks hinterher – Bayerische Blockadepolitik verzögert „SuedLink“. In: Täglicher Hafenbericht, 15. September 2015, Sonderbeilage Offshore, S. 3.</ref>

Hamelner Erklärung[Bearbeiten]

Über 20 Landkreise und Regionen aus den Ländern Niedersachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Bayern unterzeichneten 2015 die „Hamelner Erklärung“.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Landkreise fordern neue Suedlink-Planung. NDR.de (Memento vom 21. Februar 2015 im Internet Archive)</ref> Darin wurde eine neue Planung der Stromtrasse gefordert: Nicht nur der Vorschlag des Betreibers Tennet müsse geprüft werden, sondern alle denkbaren Korridore. Auch beschleunigte Verfahren müssten rechtsstaatlichen Grundsätzen, guter fachlicher Praxis und dem Gebot der Willkürfreiheit folgen. Die Wahl des besten Korridors müsse transparent und Schritt für Schritt nachvollziehbar sein, alle Alternativen müssten mit gleicher Prüfungstiefe untersucht werden. Viele der in der Hamelner Erklärung angeführten Kritikpunkte finden sich auch in der Zurückweisung des Antrages auf Bundesfachplanung der Bundesnetzagentur vom Februar 2015 wieder.<ref name="BNA Statement 2015-02-17" />

Im März 2015 präsentierten die Unterzeichner der Hamelner Erklärung zwei fachliche und rechtliche Bewertungen.<ref name="HMPY0315">SuedLink: Die Landkreise der „Hamelner Erklärung“ halten Antragskonferenzen noch in diesem Jahr für höchst unwahrscheinlich.</ref> Darin wird kritisiert, dass der bisherige Antrag auf Bundesfachplanung scheinbar für nur Vorhaben 4 gestellt werde, gleichzeitig aber die Realisierung von Vorhaben 3 in denselben Masten angenommen werde. Eine solche Verbindung der Vorhaben erfordere auch eine gemeinsame Beurteilung und Beantragung. Wesentliche Eigenschaften wie die endgültige Übertragungskapazität seien im Antrag nicht definiert; unter diesen Voraussetzungen sei eine fachliche Prüfung und Beurteilung des Antrages nicht möglich. Darüber hinaus sei der Antrag fachlich und methodisch mangelhaft, es fehlten Angaben zur Technologie, zu den Emissionen; Kriterien würden willkürlich nach Bedarf verändert.<ref name="HMPY0315" />

Im Juli 2015 wurde im Rahmen des „Energiegipfels“ der Koalition im Kanzleramt beschlossen, dass die Planungen zum SuedLink neu anzugehen seien mit der Maßgabe, dass die Trassenplanung nun einen eindeutigen Erdkabelvorrang zu berücksichtigen habe. Im Juni 2016 wurde aus diesem Anlass eine „Erdkabelkonferenz“ in Kassel mit Experten zum Bodenschutz durchgeführt.<ref>Bündnis Hamelner Erklärung e. V.: Bündnis der „Hamelner Erklärung“ führt Experten zum Schutzgut Boden in Fachkonferenz in Fulda am 21. Juni 2016 zusammen, 29. Juni 2016, online auf www.hamelner-erklaerung.de, abgerufen am 30. Oktober 2019.</ref>

Archäologische Untersuchungen[Bearbeiten]

Bereits im Vorfeld der Verlegung finden im Trassenverlauf archäologische Untersuchungen statt, um im Bereich von Bodendenkmälern oder Verdachtsflächen archäologische Funde und Befunde zu sichern. Auch bei den Verlegearbeiten erfolgt eine archäologische Begleitung. Im Jahr 2023 wurden bei Vorarbeiten für die Konverteranlage Bergrheinfeld West fünf Gräber der Glockenbecherkultur aus der Zeit von 2600 bis 2200 v. Chr. gefunden.<ref>Suedlink-Baustelle: Archäologen finden Jahrtausende alte Gräber bei BR24 vom 7. Dezember 2023</ref> Im Jahr 2024 kam es bei Scheeßel zum Fund von Siedlungsresten der Einzelgrabkultur, die in die Zeit zwischen 2800 und 2200 v. Chr. datiert.<ref>Spannende Grabung: War das ein Dorf der Ur-Scheeßeler? in Kreiszeitung vom 10. März 2024</ref> Ebenfalls 2024 wurde bei archäologischen Voruntersuchungen nahe Salzderhelden ein Hockergrab gefunden, das wahrscheinlich aus der Jungsteinzeit stammt und über 5000 Jahre alt ist.<ref>Überreste aus Jungsteinzeit? Altes Grab bei Einbeck entdeckt bei ndr.de vom 20. Juni 2024</ref> Weitere Funde, wie Keramikscherben, stammten aus der jüngeren Eisenzeit. Die Fundstelle auf dem Kleinen Heldenberg war bereits seit langem bekannt als vorgeschichtlicher Jagd-, Sammel- und Siedlungsplatz.<ref>Christoph Gschoßmann: Gruselfund bei Suedlink-Ausbau: Archäologen entdecken jahrtausendealte Knochen auf neuer Stromtrasse in HNA vom 20. Juni 2024</ref>

Suedlink, derzeit Deutschlands größter archäologischer Schnitt, führt 80 km über das Gebiet von Baden-Württemberg. Die von Grabungsfirmen und mobilen archäologischen Teams prospektierten Flächen, durchgeführten Rettungsgrabungen sowie weiteren baubegleitenden Maßnahmen erbrachten eine Fülle von Funden und Befunden. Sie decken eine Zeitspanne von der Jungsteinzeit bis zur Moderne ab, wobei die Schwerpunkte in der Jungsteinzeit und den Metallzeiten liegen. Leingarten erwies sich als jungsteinzeitliches Zentrum mit etwa 60 Befunden, ebenso wie das östliche Tauberfranken, wo sich linearbandkeramische Siedlungen dicht aneinander reihen.<ref>Jörg Bofinger, Andrea Neth, Benjamin Nix, Marco Schrickel, Laurin Stöckert, Markus Ortlieb, Marlene Farrenkopf, Helene Dann, Fritz Jürgens, Markus Wolf: Archäologie auf der Erdkabelleitung SuedLink – ein neues Infrastrukturprojekt mit Überraschungspotential. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2024. 2025, ISBN 978-3-942227-61-2, S. 18–21.</ref> Zwei Fundstellen boten besondere Überraschungen: Bei Lauda-Königshofen wurden Überreste eines Mammutskeletts aus dem späten Pleistozän (etwa 20 000 v. Chr.)<ref>Jörg Bofinger, René Wollenweber, Benjamin Nix, Marlene Farrenkopf, Markus Wolf, Helene Dann: Archäologie entlang der Erdkabelleitung SuedLink. Zum Fortgang der archäologischen Rettungsgrabungen. In: Archäologische Ausgrabungen 2025. 2026, ISBN 978-3-942227-65-0, S. 17–20.</ref> entdeckt und auf der Gemarkung von Großrinderfeld, Ortsteil Gerchsheim, Bestandteile einer mittelneolithischen Kreisgrabenanlage, die erste Vertreterin ihrer Art in Baden-Württemberg.<ref>Hauke Kenzler, René Wollenweber: Frühneolithische Häuser und die erste Kreisgrabenanlage des Mittelneolithikums in Baden-Württemberg auf der SuedLink-Trasse. In: Archäologische Ausgrabungen 2025. 2026, ISBN 978-3-942227-65-0, S. 84–88.</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: SuedLink – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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