Spirostachys africana
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Spirostachys africana im Pilanesberg-Nationalpark | ||||||||||||
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Spirostachys africana ist eine afrikanische Laubbaumart und eine der zwei Arten der Gattung Spirostachys in der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae). Im südlichen und östlichen Afrika, wo Spirostachys africana heimisch ist, werden unterschiedliche Trivialnamen verwendet.<ref name="Porter2011" /> Weit verbreitet sind dabei Tamboti (Englisch), Tambotie (Afrikaans), Sandalo africano (Portugiesisch), um Tfombotsi und Msarakana (Swahili), sowie Ndzopfori und Xilangamahlo (Xitsonga).<ref name="Schmidt" /><ref name="PROTA" />
Das Holz von Spirostachys africana wird hauptsächlich in Ostafrika als Drechselholz für das Kunsthandwerk genutzt. Alle Teile dieser Baumart sind giftig. Trotzdem werden verschiedene Auszüge dieser Art in kleinen Dosen gegen eine Vielzahl von Krankheiten, wie zum Beispiel Durchfall, den Spirostachys africana bei Überdosierung auch erst auslösen kann, in der traditionellen Medizin angewendet. Einige chemische Bestandteile aus Blättern, Borke und Milchsaft wurden wissenschaftlich analysiert und zeigen unter anderem eine antibiotische Wirkung gegen verschiedene Bakterienstämme. Das Gift dieses Baumes wurde von den heimischen Volksstämmen auch zur Herstellung von Giften für die Jagd verwendet.
Spirostachys africana ist auch als „Jumping Bean Tree“ bekannt: Wenn die Früchte von den Larven einer Schmetterlingsart befallen werden, wird durch die Bewegung der Larven in der Teilfrucht (Kokke) ein „Hüpfen“ der Kokke hervorgerufen. Weiterhin wurde die Erzwespenart Tanaostigmodes tambotis nach dem Trivialnamen Tamboti für diese Baumart benannt. Individuen dieser Wespen rufen im Norden Südafrikas an den Stämmen von Spirostachys africana Schädigungen hervor.
Beschreibung[Bearbeiten]
Erscheinungsbild und Blatt[Bearbeiten]
Spirostachys africana wächst meist als laubabwerfender Baum und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 15 Meter, im Mittel ungefähr 12 Meter. Er wächst sehr langsam.<ref name="FloraZimbabwe" /><ref name="PROTA" /> Andere Quellen belegen Wuchshöhen von bis zu 18 Meter. Spirostachys africana ist bis rund 7 Meter astfrei.<ref name="PROTA" /><ref name="Dahms" /><ref name="PlantzAfrica" /> Der Stammdurchmesser liegt bei etwa 0,3 bis 0,55 Meter.<ref name="Porter2011" /><ref name="Dahms" /> Spirostachys africana besitzt eine gerundete Baumkrone. Die sehr raue, teilweise aufgerissene Borke weist eine braune bis schwärzliche Färbung auf.<ref name="Dahms" /><ref name="PlantzAfrica" /> In allen Pflanzenteilen ist giftiger Milchsaft vorhanden, welcher vor allem beim Einschlag aus der rötlichen, unregelmäßig kaffeebraun gestreiften Rinde austritt.<ref name="FloraZimbabwe" /><ref name="Dahms" /><ref name="PlantzAfrica" /> Die Rinde der Zweige ist kahl und weist Lentizellen auf.<ref name="PROTA" />
Die Bäume können nahezu immergrün erscheinen, weil zeitgleich die jungen Blätter entstehen und die alten Blätter abgeworfen werden. Im Frühling kommen die jungen, roten Blätter gemeinsam mit den älteren, grünen Blättern vor.<ref name="PROTA" /> Die Blätter sind wechselständig und spiralig an den Zweigen angeordnet. Die Blattspreite weist dabei am Übergang zum Blattstiel zwei Drüsen auf. Die matt grüne, kahle oder etwas behaarte, pergamentartige bis ledrige Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu sieben Zentimeter und einer Breite von etwa 3,5 Zentimeter elliptisch bis eiförmig. Der Blattrand ist schwach gekerbt bis leicht gezähnt.<ref name="FloraZimbabwe" /><ref name="PlantzAfrica" /> Es liegt Fiedernervatur vor mit 6 bis 14 Seitennerven auf jeder Seite der Mittelrippe.<ref name="PlantzAfrica" /><ref name="PROTA" /> Die Nebenblätter sind dreieckig bis eiförmig und circa einen Millimeter lang.<ref name="PROTA" />
Spirostachys africana kommt meist in Baumgruppen vor. Dabei stehen einige große und kleine Bäume dicht nebeneinander. Die jungen Bäume sind gekennzeichnet durch mehrere Stämme, eine helle Borke und Dornen von bis zu 15 Zentimeter Länge.<ref name="SAPPI" />
Blütenstand, Blüte und Frucht[Bearbeiten]
Die Blütezeit liegt vor der Laubbildung und reicht in Simbabwe von September bis Januar. Spirostachys africana ist einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch).<ref name="FloraZimbabwe" /> An den 15 bis 30 Millimeter langen, kätzchenähnlichen, ährigen Blütenständen befinden sich hauptsächlich männliche Blüten.<ref name="PROTA" /><ref name="FloraZimbabwe" /><ref name="PlantzAfrica" /> Die ein bis drei weiblichen, tief-roten Blüten befinden sich im unteren Bereich des Blütenstandes, die durch den Blütenstaub gelben, männlichen Blüten im oberen Bereich.<ref name="PlantzAfrica" /><ref name="PROTA" /> Die männlichen Blüten besitzen zwei bis drei etwa einen Millimeter lange Kelchblätter, sowie drei Staubblätter, welche an ihrer Basis verwachsen sind.<ref name="PROTA" /> Die weiblichen Blüten enthalten fünf, rund einen Millimeter lange, dreieckige bis eiförmige Kelchblätter. Der dreilappige, dreikammerige, oberständige Fruchtknoten weist einen Durchmesser von einem Millimeter auf. Jede weibliche Blüte enthält drei ungefähr 1,5 Millimeter lange Griffel mit roten Narben, welche ebenfalls an der Basis verwachsen sind.<ref name="PROTA" />
Die bei Reife gelblich-braunen, dreilappigen Kapselfrüchte weisen eine Länge von etwa sechs Millimeter sowie einen Durchmesser von 10 bis 13 Millimeter auf.<ref name="FloraZimbabwe" /> Die Früchte zerspringen bei der Reife, rund ein bis zwei Monaten nach der Bestäubung, mit einem explodierenden Geräusch in drei einzelne Teile. Dabei werden blassbraune, runde Samen mit einem Durchmesser von ungefähr fünf Millimeter freigesetzt.<ref name="PROTA" /><ref name="PlantzAfrica" /><ref name="Schmidt" />
Vorkommen[Bearbeiten]
Als Heimatregion von Spirostachys africana werden die wärmeren Regionen des südlichen Afrikas, mit Ausnahme von Lesotho wegen seiner Höhenlage, angegeben.<ref name="Sabi" /> Spirostachys africana kommt somit in Ostafrika in den Staaten Tansania und Südost-Kenia vor.<ref name="GRIN" /> Mosambik und Simbabwe werden als Verbreitungsgebiet in Südostafrika angegeben.<ref name="Porter2011" /><ref name="GRIN" /> In Simbabwe gedeiht Spirostachys africana in Höhenlagen von bis zu 1350 Meter.<ref name="FloraZimbabwe" /> In Südwest-Afrika kommt Spirostachys africana in Angola und in Nord-Namibia in den Provinzen Kaokoland, Ovamboland und Grootfontein vor.<ref name="SEPASAL" /> Botswana, Eswatini und die südafrikanischen Provinzen Gauteng, Limpopo, Nordwest, Mpumalanga sowie KwaZulu-Natal sind Verbreitungsgebiete in Süd-Afrika.<ref name="GRIN" /><ref name="PROTA" /><ref name="Rote Liste" /><ref name="EOEARTH" />
Ökologie[Bearbeiten]
Lebensraum und ökologische Ansprüche[Bearbeiten]
Spirostachys africana wächst in semiariden Trockenwäldern und Baumsavannen (in Südafrika: Bush Veld).<ref name="PROTA" /> Individuen dieser Art bevorzugen gut entwässernde Sand- oder sandige Lehmböden und wachsen daher oft an den Hängen entlang von Flusstälern, küstennahen Waldgebieten oder Termitenhügeln.<ref name="Gandiwa" /><ref name="Dahms" /><ref name="PROTA" /> Spirostachys africana kann Trockenheit widerstehen und Kälte, allerdings keinem Frost, standhalten.<ref name="SEPASAL" /> Die Baumdichte in diesem Lebensraum wird, neben menschlichen Einflüssen, durch Intensität und Häufigkeit von Feuern sowie Fraß durch große Pflanzenfresser bestimmt. Dadurch können unter ähnlichen Standortbedingungen sowohl geschlossene Trockenwälder als auch gräserdominierte Baumsavannen entstehen.<ref name="Gandiwa" />
Vergesellschaftungen[Bearbeiten]
Die Individuen dieser Art wachsen meist als Begleiter von Mopane (Colophospermum mopane) und/oder Arten der Gattungen Langfäden (Combretum), Akazien (Acacia) und Brachystegia.<ref name="PROTA" /> Es gibt die Tendenz, dass Opuntia stricta im Krüger-Nationalpark eher unter Individuen von Spirostachys africana wächst, als in offener Landschaft.<ref name="Opuntia" />
Interaktionen[Bearbeiten]
Spirostachys africana wird vom afrikanischen Elefanten (Loxodonta africana) eher gemieden.<ref name="Gandiwa" /> Allerdings fressen Tiere wie Impala (Aepyceros melampus), Grüne Meerkatzen (Chlorocebus), Nyala (Tragelaphus angasii) und weiteren Arten der Gattung Tragelaphus, wie beispielsweise die Kudu-Arten, die abgefallenen Blätter. Die Giraffe (Giraffa camelopardalis) frisst die Blätter vom Baum. Vor allem Vögel, wie zum Beispiel das Kräuselhauben-Perlhuhn (Guttera pucherani subsp.), Frankoline (Francolinus) und Tauben-Arten (Columbidae) fressen die abgefallenen Samen. Das Spitzmaulnashorn (Diceros bicornis) bevorzugt die jungen Äste.<ref name="SAPPI" /> Im Kruger-Nationalpark soll Spirostachys africana zu den bevorzugten Nahrungspflanzen des Spitzmaulnashorns gehören.<ref name="Schmidt" />
Die noch jungen, grünen Früchte werden regelmäßig von Emporia melanobasis, einer Schmetterlingsart der Unterfamilie Phycitinae, befallen. Deren Larven entwickeln sich innerhalb der Teilfrucht (Kokke), ohne dass von außen ein Befall sichtbar ist. Durch Bewegungen der Larven innerhalb der abgefallenen Kokken springen diese unkontrolliert und willkürlich um einige Zentimeter in die Luft. Durch dieses Verhalten ist der Beiname „Jumping Bean Tree“ für Spirostachys africana entstanden.<ref name="PlantzAfrica" /><ref name="PROTA" />
Ein ähnliches Phänomen zeigt sich bei durch Cydia deshaisiana befallenen Samen der nah verwandten Art Sebastiania pavoniana, welche deshalb als „Springbohne“ bekannt ist.<ref name="Sonora" />
Weiterhin wurde 1995 im Nordwesten und Osten von Transvaal eine zu der Überfamilie der Erzwespen zählende Art entdeckt, welche Pflanzengallen am Stamm von Spirostachys africana erzeugt. Innerhalb der Familie der Tanaostigmatidae wurde die Art der Gattung Tanaostigmodes zugeordnet und, mit Blick auf den Trivialnamen Tamboti für Spirostachys africana, als Tanaostigmodes tambotis benannt. Es ist unbekannt, ob diese Hautflüglerart im gesamten Verbreitungsgebiet von Spirostachys africana vorkommt. Es wird angenommen, dass diese Art die einzige ihrer Familie ist, welche als Phytophag einen Vertreter der Wolfsmilchgewächse nutzt.<ref name="Wespe" />
Die Larven der zu der Familie der Pfauenspinner (Saturniidae) gehörenden Art Argema mimosae fressen die Blätter von Spirostachys africana.<ref name="Motte" />
Im Krüger-Nationalpark wurden an verschiedenen Baumarten, darunter an Spirostachys africana, Arten der Pilz-Gattung Ceratocystis nachgewiesen, welche oftmals für Stammholzbläue verantwortlich sind.<ref name="Ceratocystis" />
Systematik[Bearbeiten]
| Kladogramm der Spirostachys africana | |||||||||||||||||||||||||||
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| nach Wurdack et al. (2005)<ref name="Wurdack" /> |
Die Erstbeschreibung von Spirostachys africana erfolgte 1850 durch Otto Wilhelm Sonder in Linnaea, Band 23, S. 106.<ref name="biodiversitylibrary" /> Es ist die Typusart der Gattung Spirostachys. Der Gattungsname Spirostachys leitet sich ab von der spiraligen Anordnung der Blüten um den ährigen Blütenstand. Altgriechisch bezeichnet dabei speira (= spiralig) die Anordnung der Blüten und stachys (= Ähre) den ährigen Blütenstand.<ref name="CRC" /> Das Artepitheton africana gibt die natürliche Verbreitung in Afrika an.<ref name="PlantzAfrica" />
Synonyme für Spirostachys africana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sond. sind: Excoecaria africana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Sond.) Müll.Arg., Excoecaria synandra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Pax, Sapium africanum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Sond.) Kuntze, Spirostachys synandra Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Pax) Pax und Stillingia africana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Sond.) Baill.<ref name="tropicos" /><ref name="CoL" />
Spirostachys africana und Spirostachys venenifera sind die einzigen beiden Arten der Gattung Spirostachys. Beide Arten kommen gemeinsam in Somalia, Kenia und Ost-Tansania vor.<ref name="PROTA" />
Die Gattung Spirostachys bildet innerhalb der Wolfsmilchgewächse mit den Gattungen Excoecaria und Sebastiania eine Verwandtschaftsgruppe, wie durch molekulargenetische Untersuchungen der Plastiden-DNA-Sequenzen rbcL und trnL-F nachgewiesen wurde.<ref name="Wurdack" />
Verwendung[Bearbeiten]
Holz[Bearbeiten]
Holzanatomie[Bearbeiten]
Spirostachys africana ist ein Zerstreutporer, was bedeutet, dass die vorhandenen Gefäße ohne spezifische Anordnung sind. Die Gefäße liegen einzeln oder in Gruppen von zwei bis zehn Gefäßen vor.<ref name="Dahms" /> Gelegentlich kommen Harzeinlagerungen vor. Die Zuwachszonen sind undeutlich. Es liegen mehrreihige Holzstrahlen vor. Kristalle sind radial und tangential erkennbar und heben sich im Mikroskop unter polarisiertem Licht deutlich hervor. Die Breite der Holzstrahlen liegt meist bei einer bis zwei Zellen, die Höhe bei ca. 20 Zellen.<ref name="Dahms" /><ref name="Wood-data" /> Die Holzfasern sind mittel- bis dickwandig und verlaufen von gerade über gewellt bis hin zu wechseldrehwüchsig.<ref name="Porter2011" /><ref name="Dahms" />
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Querschnitt von Spirostachys africana
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Tangentialschnitt von Spirostachys africana
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Radialschnitt von Spirostachys africana
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Radialschnitt von Spirostachys africana unter polarisiertem Licht
Beschreibung[Bearbeiten]
Spirostachys africana ist ein Edelholz mit einem dunkelbraunen Kernholz und einem hell cremefarbenen Splintholz. Das Splintholz kann in jungen Jahren über die Hälfte des Stamms ausmachen.<ref name="Dahms" /> Die Maserung reicht von gefleckt bis gebändert, wobei sich teilweise Wachstumsringe abbilden. Spirostachys africana glänzt stark und verbreitet auch lange nach dem Einschnitt einen typischen Geruch nach Sandelholz.<ref name="Porter2011" /><ref name="Dahms" /> Das Kernholz von Spirostachys africana enthält 12–14 % Harz (Oleoresin), aus welchem verschiedene Diterpene, wie zum Beispiel (+)-15-Beyeren-3-on, oder aus der Borke das Triterpen Lupeol isoliert werden konnten.<ref name="Baarschers" /><ref name="Terpene" /><ref name="Antibac" /> In weiteren Untersuchungen konnten, unter anderem auch aus dem Milchsaft, noch weitere Diterpene, Stachenon mit dazugehörigen alpha-Ketolen, Diosphenole und die „Tambootisäure“ im Kernholz analysiert werden.<ref name="Grace" /><ref name="Chemotax" />
Eigenschaften und Verwendung[Bearbeiten]
Spirostachys africana ist sehr haltbar und resistent gegenüber Insekten- und Pilzbefall. Schwächere Stämme können unter Kernholzfäule leiden.<ref name="Dahms" /> Eine Behandlung des Kernholzes mit Holzschutzmitteln ist nicht wirksam. Das Holz von Spirostachys africana wird aufgrund seiner Seltenheit für Schmuckgegenstände, hochwertige Möbelstücke und Drechselarbeiten verwendet. Traditionell werden auch Dachbalken, Zäune, Spazierstöcke und Gewehrkolben aus Spirostachys africana hergestellt.<ref name="Porter2011" /><ref name="Dahms" /> Das Holz lässt sich nach dem Trocknen gut sägen und hobeln, wobei es stark werkzeugstumpfend wirkt.<ref name="Dahms" /> Ein Vorbohren vor dem Nageln oder Schrauben ist ratsam. Verbindungen mittels Leim trocknen relativ langsam, und aufgrund des hohen Ölgehaltes ist ein Schleifen des Holzes schwierig. Das Polieren und Lackieren wird durch den Ölgehalt allerdings erleichtert.<ref name="Porter2011" /> Die Spezialverwendung von Spirostachys africana als Furnierholz wird als möglich erachtet.<ref name="Dahms" /> Aufgrund des fehlerhaften Kernholzes dürften die Durchmesser der Handelsblöcke um 40 Zentimeter liegen.<ref name="Dahms" />
Spirostachys africana eignet sich gut zum Drechseln und für dekorative Arbeiten. Es neigt während der Trocknung nicht zum Verzug, trocknet aber im Normalfall sehr langsam.<ref name="Porter2011" /> Bretter von 2,5 Zentimeter Dicke benötigen sieben Monate um lufttrocken zu werden. Bretter von 10 Zentimeter Dicke benötigen dafür rund ein Jahr.<ref name="PROTA" /> Für die Holzkohle-Produktion wird es nicht genutzt. In Namibia wird das pulverisierte Holz mit Fett gemischt und in die Haare gerieben. Auch eine Nutzung als Parfüm wird beschrieben.<ref name="PROTA" />
Die Eigenschaften der Sägespäne von Spirostachys africana zur Herstellung von Holzbeton wurden in Untersuchungen als unzureichend erkannt.<ref name="Beton" />
| Kenngröße | Wert | Einheit |
|---|---|---|
| Rohdichte | 0,91–1,09<ref name="PROTA" /> | g/cm³ |
| Druckfestigkeit | 57–61,5<ref name="PROTA" /><ref name="Wood-data" /> | N/mm² |
| Elastizitätsmodul | 8600–9210<ref name="PROTA" /><ref name="Wood-data" /> | N/mm² |
| Scherkraft | 16<ref name="PROTA" /> | N/mm² |
| Biegefestigkeit | 102–108<ref name="PROTA" /><ref name="Wood-data" /> | N/mm² |
| Janka-Härte-Test | 8940–11010<ref name="PROTA" /><ref name="Wood-data" /> | N |
| Schwindmaß (Radial) | 2,1–3,5<ref name="PROTA" /><ref name="Wood-data" /> | % |
| Schwindmaß (Tangential) | 4–6,7<ref name="PROTA" /><ref name="Wood-data" /> | % |
| Schwindmaß (Volumen) | 8,2<ref name="Wood-data" /> | % |
Es gibt Hinweise, dass das Holz von Spirostachys africana das biblisch überlieferte Almuggimholz aus dem Jerusalemer Tempel und dem Palast König Salomos ist.<ref name="Schmidt" /><ref group="A" name="Bibel" />
Medizinische Aspekte[Bearbeiten]
Der giftige Milchsaft der Bäume wurde von heimischen Stämmen über Jahrhunderte als Gift für die Benetzung von Speerspitzen und die Borke als Gift für den Fischfang verwendet.<ref name="PROTA" />
Gesundheitlicher Nutzen[Bearbeiten]
Wurzeln, Rinde und Milchsaft werden für die traditionelle Medizin verwendet. So werden Auszüge aus den Wurzeln zur Behandlung von Malaria, Verstopfung, Durchfall und Husten angewendet. Auch die Behandlung von Tripper, Kopfschmerzen und die Anwendung als Augentropfen bei Verblitzung werden für Wurzel-Auszüge beschrieben. Rinden-Auszüge und Aufgüsse werden in geringen Dosen als Abführmittel, bei Durchfall, Magengeschwüren, Nierenbeschwerden, Husten und Augenbeschwerden genutzt. Auch wird so eine „Reinigung“ des Blutes erreicht. Getrocknete Rinde wird bei kindlichem Ausschlag angewandt. Pulverisierte Rinde kann zur Entwurmung verwendet werden. Der mit Wasser verdünnte Milchsaft findet als Brechmittel und Abführmittel Verwendung. Der Milchsaft wird zusätzlich bei Zahnschmerzen und als Schmerzmittel eingesetzt. Der Einsatz von Extrakten bei Kandidose wird beschrieben. Bei der medizinischen Verwendung von Spirostachys africana ist äußerste Vorsicht geboten, da schon Todesfälle vorgekommen sind.<ref name="PROTA" /><ref name="Schmidt" />
Weitere Untersuchungen zeigen, dass die aus der Borke von Spirostachys africana extrahierte D-Friedo-14-en-oleanolsäure (bzw. Aleuritolsäure-3-acetat) mit einer minimalen Hemm-Konzentration (MHK) von 50 μg/ml eine antibakterielle Wirkung gegen Staphylococcus aureus, Salmonella typhi, Vibrio cholerae, Escherichia coli und Shigella dysenteriae zeigt. Gegen Shigella flexneri und Shigella boydii zeigte sich eine MHK von 100 μg/ml. Eine Wirkung gegen Shigella sonnei konnte für diesen Stoff nicht nachgewiesen werden. Die untersuchten Bakterien sind verantwortlich für Cholera, Bakterienruhr, Typhus und, zum Beispiel, Furunkel. Das extrahierte Lupeol zeigte bei keiner dieser Bakterien eine antibakterielle Wirkung. Es sind zwei weitere, aus der Borke extrahierte, antibakteriell wirksame Substanzen bekannt.<ref name="Antibac" />
Weiterhin wurde eine Wirkung von aus getrockneten Blättern gewonnenem Extraktstoff gegen die Fliegenmadenkrankheit (Myiasis) aufgezeigt.<ref name="Extracts" />
Gesundheitliche Gefahren[Bearbeiten]
Spirostachys africana gibt beim Zuschnitt einen Milchsaft ab, der zu Haut- und Augenirritationen führt. Auch sollen Hautblasen und Blindheit möglich sein. Der Sägestaub hat eine schädigende Wirkung auf die Augen und kann zu Blindheit führen. Nahrung, welche auf einem Feuer aus Spirostachys africana zubereitet wurde, kann zu schweren Durchfällen führen.<ref name="Porter2011" />
Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]
Ältere Quellen geben einen geringen und unregelmäßigen Handel an. So werden Lieferungen aus Portugiesisch-Ostafrika und Mosambik beschrieben, wogegen in Kenia kaum ein Einschlag stattfand und die exportierte Menge unter der Marke von 500 Kubikmeter lag.<ref name="Dahms" /> Neuere Quellen legen dar, dass das Holz von Spirostachys africana hauptsächlich von Holzkünstlern verwendet wird. Das jährlich gehandelte Volumen liegt demnach um 360 Kubikmeter. Weiterhin wird berichtet, dass 40 Kubikmeter pro Monat aus nachhaltigen Quellen verfügbar sind.<ref name="PROTA" /> Die Preise für das Holz sind, im Vergleich zu anderen importierten afrikanischen Hölzern, eher höher, allerdings nicht so hoch, wie die Preise für Pink Ivory (Rhamnus zeyheri) oder Grenadill (Dalbergia melanoxylon).<ref name="Wood-data" />
Status der Populationsgröße[Bearbeiten]
Einige Quellen berichten, dass Spirostachys africana in Südafrika aufgrund der übermäßigen Abholzung geschützt ist.<ref name="PlantzAfrica" /><ref name="Sabi" /> Die Rote Liste für Südafrika listet Spirostachys africana allerdings als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“.<ref name="Rote Liste" /> Auch CITES führt Spirostachys africana in keinem Anhang.<ref name="CITES" /><ref name="Wood-data" /> Weiterhin fand sich Spirostachys africana anfangs nicht in der von der IUCN herausgegebene Roten Liste.<ref name="Wood-data" /> Mittlerweile ist Spirostachys africana hier ebenfalls als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ eingestuft.<ref name="IUCN" />
Weblinks[Bearbeiten]
- Ronnie Mmolotsi, Ishmael Kopong, Melusi Rampart: Bark Thickness and Diameter Variation in Spirostachys africana, a Multipurpose Tree Commonly used in Households in Southern Botswana. 2012, S. 2. (PDF; 2,3 MB) Abgerufen am 30. Dezember 2013.
- LUNA, NCSU Libraries Collections: Holzanatomische Aufnahmen von Spirostachys africana Abgerufen am 30. Dezember 2013.
Quellen[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="FloraZimbabwe"> Flora of Zimbabwe. Abgerufen am 3. Januar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Porter2011"> Terry Porter: Holz erkennen und bestimmen. Das Nachschlagewerk für die Praxis. (Über 200 Holzarten und ihre Verwendung) (= HolzWerken). 2. Auflage. Vincentz Network, Hannover 2011, ISBN 978-3-86630-950-0, S. 236. </ref> <ref name="PlantzAfrica"> Ndou Avhurengwi Phillemon: PlantzAfrica.com. 2004, abgerufen am 3. Januar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="CITES"> CITES-Liste. In: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (CITES). Abgerufen am 9. November 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="biodiversitylibrary"> Wilhelm Sonder: Beiträge zur Flora von Südafrika. In: Linnaea. Ein Journal für die Botanik in ihrem ganzen Umfange. Bd. 23, 1850 = Beiträge zur Pflanzenkunde. Bd. 7, S. 1–138, hier S. 106, Erstveröffentlichung eingescannt bei biodiversitylibrary.org. Abgerufen am 30. Dezember 2013. </ref> <ref name="tropicos"> Spirostachys africana bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum. Abgerufen am 9. November 2015. </ref> <ref name="CoL"> Spirostachys africana. Catalogue of Life, 5. September 2014, abgerufen am 9. November 2015. </ref> <ref name="Sabi"> The Tamboti Tree. Abgerufen am 30. Dezember 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Wood-data"> Tambootie. In: The Wood Database. Abgerufen am 30. Dezember 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Gandiwa"> Edson Gandiwa, Patience Gandiwa, Trust Mxoza: Structure and composition of Spirostachys africana woodland stands in Gonarezhou National Park, southern Zimbabwe. In: International Journal of Environmental Science. Bd. 2, Nr. 4, 2012, S. 2076–2089, doi:10.6088/ijes.00202030091. </ref> <ref name="Baarschers"> W. H. Baarschers, D. H. S. Horn, Le Roy F. Johnson: The structure of some diterpenes from Tambooti wood, Spirostachys africana Sond. In: Journal of the Chemical Society (Resumed). 1962, S. 4046–4055, hier S. 4046, doi:10.1039/JR9620004046. </ref> <ref name="Grace"> Mary H. Grace, Juan A. Faraldos, Mary Ann Lila, Robert M. Coates: ent-Beyerane diterpenoids from the heartwood of Excoecaria parvifolia (PDF; 206 kB) In: Phytochemistry, 68. Jahrgang 4. Ausgabe, 2007, S. 546–553, hier S. 546, doi:10.1016/j.phytochem.2006.11.010 Abgerufen am 30. Dezember 2013. </ref> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2019. Eingestellt von: Hills, R., 2019. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Dahms"> Klaus-Günther Dahms: Afrikanische Exporthölzer. 1. Auflage. DRW-Verlags-GmbH, Stuttgart 1968, S. 234. </ref> <ref name="PROTA"> Kopong, I. & Mojeremane, W.: Spirostachys africana Sond. In: PROTA (Plant Resources of Tropical Africa / Ressources végétales de l’Afrique tropicale), Wageningen, Netherlands. Lemmens, R.H.M.J., Louppe, D. & Oteng-Amoako, A.A., 2012, abgerufen am 26. März 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Gedruckte Fassung mit gleichem Wortlaut: Kopong, I. & Mojeremane, W.: Timbers 2. Hrsg.: Lemmens, R.H.M.J., Louppe, D. & Oteng-Amoako, A.A. PROTA Foundation, Wageningen 2012, ISBN 978-92-9081-495-5, S. 598–601. </ref> <ref name="Rote Liste"> Spirostachys africana in der Red List of South African Plants 2017.1. Eingestuft von: R.H. Archer & J.E. Victor, 2005. Abgerufen am 24. April 2020 </ref> <ref name="EOEARTH"> Fund, W., & Hogan, C.: Angolan mopane woodlands. 2013, abgerufen am 30. Dezember 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Chemotax"> R. Hegnauer: Chemotaxonomie der Pflanzen. Eine Übersicht über die Verbreitung und die systematische Bedeutung der Pflanzenstoffe. Band 4: Dicotyledoneae: Daphniphyllaceae–Lythraceae (= Chemische Reihe). Birkhäuser Verlag, Basel 1966, S. 119. </ref> <ref name="Schmidt"> Ernst Schmidt, Mervyn Lotter, Warren McCleland: Trees and Shrubs of Mpumalanga and Kruger National Park. Jacana, Johannesburg 2002, ISBN 1-91977730-X, S. 294–296. </ref> <ref name="SAPPI"> </ref> <ref name="CRC"> Umberto Quattrocchi: CRC World Dictionary of Plant Names: Common Names, Scientific Names, Eponyms, Synonyms, and Etymology. R–Z. (= IV.). CRC Press LLC, Boca Raton 2000, ISBN 0-8493-2678-8, S. 2539. </ref> <ref name="Sonora"> Richard Stephen Felger, Matthew Brian Johnson, Michael Francis Wilson: The trees of Sonora, Mexico. Oxford University Press, New York 2001, ISBN 0-19-512891-5, S. 155. </ref> <ref name="Terpene"> Eberhard Breitmaier: Terpene: Aromen, Düfte, Pharmaka, Pheromone. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. WILEY-VCH Verlag, Weinheim 2005, ISBN 3-527-31498-9, 4.5.2 Beyerane. </ref> <ref name="Ceratocystis"> </ref> <ref name="Antibac"> Matlakala Christina Mathabe, Ahmed A. Hussein, Roumiana V. Nikolova, Adriaan E. Basson, J.J. Marion Meyer, Namrita Lall: Antibacterial activities and cytotoxicity of terpenoids isolated from Spirostachys africana. In: Journal of Ethnopharmacology. Band 116, Nr. 1, 2008, S. 194–197. </ref> <ref name="Extracts"> Mukandiwa L., McGaw L.J., Eloff J.N., Naidoo V.: Extracts of four plant species used traditionally to treat myiasis influence pupation rate, pupal mass and adult blowfly emergence of Lucilia cuprina and Chrysomya marginalis (Diptera: Calliphoridae). In: Journal of Ethnopharmacology. Band 143, Nr. 3, 2012, S. 812–818. </ref> <ref name="Wespe"> G.L. Prinsloo, J. LaSalle: A new species of tanaostigmatid (Hymenoptera: Chalcidoidea) from South Africa, that forms galls on tamboti. In: African Entomology. Band 3, Nr. 1, 1995, S. 7–11. </ref> <ref name="SEPASAL"> Royal Botanic Gardens, Kew: Spirostachys africana Sond. In: Survey of Economic Plants for Arid and Semi-Arid Lands (SEPASAL) database. 1999, abgerufen am 7. Januar 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Beton"> S. Iddi, K. F. S. Hamza, W. N. Ringo, R. 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Datenbank-Links zu D-Friedo-14-en-oleanolsäure: CAS-Nr.: Vorlage:CASRN, EG-Nr.: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 274: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), ECHA-InfoCard: Vorlage:ECHA, GESTIS: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 274: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 274: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), PubChem: 161616, ChemSpider: 141950, DrugBank: Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 274: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 274: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), Wikidata: Q27138756. </ref> </references>
Anmerkung[Bearbeiten]
<references group="A"> <ref group="A" name="Bibel"> Vergleiche 1. Buch der Könige 10:12: „Der König hatte aus dem Almuggimholz Geländer für das Haus Jahwes und den Regierungspalast anfertigen lassen und Zithern und Harfen für die Tempelsänger. Bis heute ist nie mehr so viel Almuggimholz nach Juda gekommen und hier gesehen worden.“ (Neue Evangelistische Übersetzung) </ref> </references>
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