The Aviation Herald
| Sprachen | Englisch |
|---|---|
| Betreiber | NOMIS SOFT Datenverarbeitung GmbH<ref name="impressum">Impressum according to § 5 Austrian E-Commerce Law. Abgerufen am 20. Februar 2016.</ref> |
| Online | seit 12. Mai 2008 |
| (aktualisiert 24. Nov. 2024) | |
| https://avherald.com/ | |
The Aviation Herald ist eine englischsprachige Website, die sicherheitsrelevante Ereignisse und Nachrichten aus dem Bereich der kommerziellen Luftfahrt publiziert.
Geschichte[Bearbeiten]
Die Website wurde am 12. Mai 2008<ref name="AVH">Simon Hradecky: 10 years The Aviation Herald. thoughts, a brief look into the history and a brief outlook. The Aviation Herald, 12. Mai 2018, abgerufen am 10. November 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> als Ein-Mann-Projekt des Betreibers Simon Hradecky, einem österreichischen Experten für Luftfahrtsicherheit,<ref name="SPIEGEL_MH370">Rainer Leurs: Suche nach verschollener Boeing: „Das sind Dinge, die verstehe ich nicht“. Der Spiegel, 28. März 2014, abgerufen am 13. April 2014.</ref> eröffnet. Sie zog bereits im ersten Monat über 1000 Leser an; acht Monate später waren es über 100.000; nach zehn Jahren hatte die Webseite monatlich rund 3,5 Millionen Besucher.<ref name="AVH" /> Die Anfänge der Recherchen Hradeckys gehen zurück ins Jahr 1995,<ref name="AVH" /> so dass sich auf der Website trotz ihres Starts im Jahr 2008 Berichte über Geschehnisse bis zum 19. Juni 1999 abrufen lassen. Bislang sind dort über 31.700 Artikel abrufbar (Stand Juli 2025).
Beschreibung[Bearbeiten]
The Aviation Herald erfasst bei kommerziellen Flügen aufgetretene Vorkommnisse (Flugzeuge mit mindestens 19 Sitzen).<ref name="AVH_FAQ">Frequently Asked Questions. The Aviation Herald, abgerufen am 27. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Laut Eigenangabe basieren die publizierten Nachrichten auf eigenen Recherchen und werden nur aufgenommen, wenn Meldungen von mindestens zwei inoffiziellen, voneinander unabhängigen Quellen oder einer offiziellen Quelle vorliegen.<ref name="AVH_FAQ" />
Die optisch im No-Frills-Stil gestaltete Website listet in Schlagzeilen die jüngsten Ereignisse und Nachrichten der Luftfahrt auf, die sämtlich einer der Kategorien
- Crash (Absturz)
- Accident (Unfall)
- Incident (Zwischenfall)
- News (Nachricht)
- Report (Bericht)
zugeordnet sind und dementsprechend vom Besucher gefiltert werden können. Hinter den Schlagzeilen verbergen sich Artikel, die in der Folge aktuell gehalten werden. Beispielsweise werden auch Jahre nach einem Flugunfall die Abschlussberichte der zugehörigen Flugunfalluntersuchungen in den ursprünglichen Artikel eingearbeitet. Entsprechend ermöglicht eine weitere Funktion, Erstmeldungen („Occurrence“) oder aktualisierte Meldungen („Update“) anzuzeigen.
Seit Mitte 2015 publiziert der Aviation Herald zudem Videos ausgewählter Ereignisse auf YouTube,<ref>The Aviation Herald: Videos. In: YouTube. Abgerufen am 23. August 2017.</ref> die bislang (Stand Juli 2025) über 12,2 Millionen Zugriffe erzielten.<ref>The Aviation Herald: Kanalinfo. In: YouTube. Abgerufen am 11. Juli 2025.</ref>
Würdigungen und Rezeption[Bearbeiten]
- In einem Artikel von CNN wird der Betreiber der Website, Simon Hradecky, als „aviation geek“ bezeichnet.<ref>Katia Hetter: These people really love to fly. CNN, 10. Juni 2012, abgerufen am 27. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Der Spiegel bezeichnet den Aviation Herald als „weltweit anerkanntes Online-Portal über Zwischenfälle in der Luftfahrt“.<ref name="SPIEGEL_MH370" /> Der schweizerische Tages-Anzeiger wertet die Website als „renommierten Flugsicherheits-Webdienst“.<ref>Claudio Habicht: Ist Fliegen gefährlicher geworden? Tages-Anzeiger, 1. Juli 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 4. Juli 2009; abgerufen am 27. März 2014.</ref> Die internationale Nachrichtenagentur Reuters klassifiziert den Aviation Herald als „respected independent website monitoring air accidents“.<ref>Noah Browning: Fire guts Emirates jet after hard landing; one firefighter dies. Reuters, 3. August 2016, abgerufen am 29. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die deutschsprachige Flug Revue betrachtet den Aviation Herald als „sehr seriös einzuschätzende Flugsicherheits-Webseite“.<ref>A380-Wirbelschleppen: Deutscher Business Jet muss notlanden. In: Flug Revue. 8. März 2017, abgerufen am 23. August 2017.</ref> Der New Zealand Herald sieht den Aviation Herald als eine „highly respected website“ an.<ref>EgyptAir crash: Pilot radioed about emergency descent. In: The New Zealand Herald. 23. Mai 2016, abgerufen am 23. August 2017 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Internationale überregionale Medien übernehmen bisweilen Meldungen der Website oder berufen sich auf diese.<ref>Air-Berlin-Drama in Phuket: Piloten schafften Notlandung ohne Computer und ABS. Focus, 30. Dezember 2012, abgerufen am 28. März 2014.</ref><ref>An ‘unprecedented missing aircraft mystery’. Washington Post, 10. März 2014, abgerufen am 28. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>The Aviation Herald: Wizzair Ukraine flight suffers tail strike on takeoff. Kyiv Post, 28. April 2012, abgerufen am 28. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Thomas Fuller, Michael Schwirtz: Thailand to Hold Crew That Was Transporting Weapons. The New York Times, 14. Dezember 2009, abgerufen am 12. Oktober 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>US-Inlandsflug: Gepäckarbeiter wird im Frachtraum vergessen – und verbringt dort den Flug. In: Stern. Abgerufen am 30. Januar 2017.</ref><ref>Harte Landung im Sturm: Tower warnte. In: orf.at. 3. November 2017, abgerufen am 13. Februar 2018.</ref>
- In die Kritik kam das Portal beim Absturz des Azerbaijan-Airlines-Fluges 8243, wo noch Tage danach der als sicher geltende Abschuss sinngemäß als "antirussische Agitation und antirussische Propaganda" abgetan wird.<ref>Abschuss der Azerbaijan Airlines: Expertenkritik an Berichterstattung des "Aviation Herald" auf Austrian wings vom 28. Dezember 2024, abgerufen am 28. Dezember 2024.</ref>
- Kritik am Portal gab es ebenfalls, als dort rund um den 10. Jahrestag des Absturzes von Germanwings 9525 vom Betreiber Thesen verbreitet wurden, die von den meisten Experten als unplausibel oder Verschwörungstheorien eingestuft werden. Nach den Thesen von Simon Hradecky sei entgegen den auf Fakten basierenden Erkenntnissen der Flugunfallermittler möglicherweise nicht der Erste Offizier Andreas Lubitz am Absturz schuld. Stattdessen habe ein Computerfehler den Sinkflug des Airbus automatisch ausgelöst, im gleichen Moment sei der Pilot im Cockpit bewusstlos geworden und der andere Pilot habe nicht zurück ins Cockpit gekonnt, weil das Panel für die Eingabe des Zutrittscodes defekt gewesen sei. Hradecky unterstellt außerdem, dass möglicherweise gar nicht Andreas Lubitz, sondern der Kapitän zum Absturzzeitpunkt alleine im Cockpit gewesen sei. Renommierte Experten sowie der Düsseldorfer Staatsanwalt Christoph Kumpa wiesen derartige Spekulationen als "Verschwörungstheorien" zurück und bekräftigen, dass es keinen Zweifel an der Tat von Andreas Lubitz gibt.<ref>"Airliners.de" Warum sich so viele Verschwörungstheorien um den Germanwings-Absturz ranken. 28. März 2025, abgerufen am 28. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Germanwings-Absturz: Was bedeutet das fehlende Geräusch im Cockpit? 15. März 2025, abgerufen am 28. März 2025.</ref><ref>10 Jahre Germanwings-Absturz: Das hat sich beim Fliegen geändert. 24. März 2025, abgerufen am 28. März 2025.</ref><ref>Germanwings-Absturz: Spektakuläre Wende um deutschen Piloten? Luftfahrtexperte ordnet neue Analyse ein. 28. März 2025, abgerufen am 28. März 2025.</ref><ref>Zehn Jahre danach: Experte entlarvt Theorie um Germanwings-Absturz – „Völlig wirr“. 28. März 2025, abgerufen am 28. März 2025.</ref><ref>Germanwings Flug 9525 - ein aufgeklärtes Unglück? Flugsicherheitsexperte im Interview. 24. März 2025, abgerufen am 28. März 2025.</ref><ref>Das große Interview - Staatsanwalt zu Germanwings-Absturz: "Kein Zweifel an Lubitz' Verantwortung". 8. Februar 2025, abgerufen am 28. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Videobeweis widerlegt Germanwings-Absturz-Spekulationen: Höhenverstellung auf 100 Fuß in einer Sekunde möglich. 19. März 2025, abgerufen am 28. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Angriffe[Bearbeiten]
Nach Berichten des Aviation Herald über einen riskanten Landeanflug einer Maschine der Ryanair auf den Allgäu Airport Memmingen im September 2012<ref>Maria Marquart: Billigflieger: Ryanair-Maschine entging nur knapp dem Absturz. In: Spiegel Online. 8. Dezember 2012, abgerufen am 27. März 2014.</ref> übte die Fluggesellschaft im Dezember 2012 juristischen Druck auf die Website aus.<ref>Incident: Ryanair B738 at Memmingen on Sep 23rd 2012, descended below minimum safe height. The Aviation Herald, 10. Dezember 2012, abgerufen am 28. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), Erstpublikation des Artikels erfolgte am 3. Dezember 2012).</ref><ref>Niko Steeb: Allgäu-Airport: „Schwere Störung“: Ryanair-Flieger kam Boden gefährlich nahe. Augsburger Allgemeine, 9. Dezember 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. April 2014; abgerufen am 27. März 2014.</ref><ref>Flugsicherheit: Billigflieger setzt „Aviation Herald“ unter Druck. In: aero.de. 7. Dezember 2012, abgerufen am 27. März 2014.</ref> Die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung veröffentlichte gleichwohl einen Zwischenbericht zu dem Vorfall bereits im November 2012.<ref>Interim Report BFU EX002-12 (Serious incident vom 23. September 2012). (PDF; 1,04 MB) Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, November 2012, abgerufen am 27. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value), PDF-Version vom 10. Dezember 2012).</ref> Nach Angaben der Website zog Ryanair die Anschuldigungen wenige Tage später zurück.<ref>The Aviation Herald NO LONGER under legal threat by Ryanair. The Aviation Herald, 10. Dezember 2012, abgerufen am 27. März 2014 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks[Bearbeiten]
- The Aviation Herald (englisch)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />