Tim Peters (Politiker)
Tim Ulrich Peters (* 1973 in Hamburg) ist ein deutscher Jurist und Politiker der CDU. Seit 2013 ist er Vorsitzender des CDU-Verbands Brüssel-Belgien.
Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]
Peters studierte von 1995 bis 2001 Rechtswissenschaften an der Technischen Universität Dresden, der Universität Paris-Nanterre und der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach Ablegung der Licence en droit (Frankreich, 1998)<ref name="Diss" /> und des Ersten Juristischen Staatsexamens (2001) arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Wirtschaftskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer und beim Justiziar der CDU/CSU-Fraktion Ronald Pofalla<ref name="p&k">politikszene. In: Politik & Kommunikation 158 (2007), S. 1 (PDF)</ref> im Deutschen Bundestag. Anschließend studierte er Politikwissenschaften an der Technischen Universität Chemnitz. 2005 wurde er durch die Hanns-Seidel-Stiftung am Promotionskolleg „Politischer Extremismus und Parteien“<ref>Promotionskolleg „Politischer Extremismus und Parteien“, TU Chemnitz, abgerufen am 30. Januar 2015.</ref> gefördert und bei dem Extremismusforscher Eckhard Jesse mit seiner Arbeit Der Antifaschismus der PDS. Ursachen und Wirkungen zum Dr. phil. promoviert.<ref name="Diss">Tim Peters: Der Antifaschismus der PDS aus antiextremistischer Sicht, Wiesbaden 2006, S. 230.</ref>
Nach seinem Universitätsabschluss war er zunächst zeitweise als Justiziar für europäisches Umweltrecht in der Brüsseler Europavertretung von General Electric beschäftigt<ref name="p&k"/> und legte nach dem Rechtsreferendariat am Kammergericht in Berlin beim Bundesministerium der Finanzen und bei der Europäischen Kommission in Brüssel 2007 sein zweites Examen ab. Danach war er bis 2012 am EU-Sitz als Lobbyist<ref>Alexandra Thein, FDP, Liberale Außenpolitik besucht Brüssel („Der Dienstag stand im Zeichen des Lobbyismus: Dr. Tim Peters von der BDI/BDA German Business Representation Brussels erläuterte die Tätigkeit der Europäischen Institutionen aus seiner Perspektive.“), 24. Juni 2011, siehe: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Archivierte Kopie ( vom 17. April 2016 im Internet Archive).</ref><ref>Bütis [= Reinhard Bütikofer] Woche: 3. April 2012 – „Lobbyistenliste“ für Januar bis März 2012, [1].</ref> in der Funktion eines „Referenten für Industriepolitik und Ressourceneffizienz“ für den Interessenverband BDI/BDA German Business Representation Brussels<ref name="p&k"/> tätig. Er ist Beamter des Europäischen Parlaments.<ref>Mr Tim Ulrich PETERS in EU Whoiswho (abgerufen am 8. Mai 2024).</ref>
Peters ist verheiratet. Er ist seit 1995 Mitglied der katholischen Studentenverbindung K.D.St.V. Chursachsen Dresden.
Politische Tätigkeit[Bearbeiten]
Peters war in der Schüler Union aktiv, mit vierzehn trat er der Jungen Union (JU) in Hamburg bei,<ref name="Salewski">Sibylle Salewski: Unikate: Der Konservative. In: Der Tagesspiegel. Nr. 17376, 10. April 2001, S. 28.</ref> in Berlin-Mitte war er im Vorstand tätig.<ref>apu: Mitte: Neuer Vorstand der Jungen Union. In: Berliner Morgenpost. Jg. 103, 5. März 2002, Nr. 63, S. 5.</ref> Zuletzt war er Vorsitzender der Berliner Jungen Union.<ref>Sabine Beikler: Geschlossenheit ist alles. In: Der Tagesspiegel. Nr. 18116, 11. Mai 2003, S. 9.</ref>
Während des Studiums war er im Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) und saß für diesen im Studentenparlament.<ref name="Salewski"/> 1999 verklagten er und andere Studenten den ReferentInnenRat der Humboldt-Universität vor dem Verwaltungsgericht Berlin wegen Wahrnehmung des allgemeinpolitischen Mandats.<ref>jmg: Politisches Mandat: RefRat der HU droht Klage. In: Der Tagesspiegel. Nr. 16801, 2. September 1999, S. 34.</ref><ref>Anna Kochs: Politisches Mandat: RefRat wehrt sich. „Keine Geldverschwendung“. In: Der Tagesspiegel. Nr. 16843, 14. Oktober 1999, S. 34.</ref> 2000 wurde er auf der Politik-Plattform dol2day<ref>Zu dol2day und den dortigen „Kanzler-Wahlen“ siehe: Christian Fuchs/Wolfgang Hofkirchner, Norderstedt 2003, S. 388; Arne Rogg, Demokratie und Internet: Der Einfluss von computervermittelter Kommunikation auf Macht, Repräsentation, Legitimation und Öffentlichkeit, Wiesbaden 2003, S. 51f.</ref> für Schüler und Studenten als „'General T' von der CIP, der Christdemokratischen Internet-Partei“, zum vierwöchigen „Internetkanzler“ gewählt,<ref>Torsten Geiling: Fast wie im RL. Zeit Online, 13. Juli 2000, Nr. 29.</ref> einer „Spielerei einer kleinen Gruppe innerhalb der riesigen Internetgemeinde“, wie die Zeitschrift Der Spiegel in Auswertung des Wahlergebnisses für „General T.“ meinte.<ref>Thorsten Pifan: dol2day: General T. regiert das Internet Der Spiegel, vom 5. Juli 2000</ref>
Für den Bundestag kandidierte Peters 2005 in Berlin als CDU-Kandidat ohne Erfolg.<ref>Siehe Junge Union Neukölln, [2].</ref> Er war Gründer der JU Auslandsverband Brüssel<ref>Burkard Steppacher: Deutsche Christliche Demokraten in der Europäischen Kommission und ihr Wirken in politischen Netzwerken. Konrad-Adenauer-Stiftung, Düsseldorf 2014, S. 111 (PDF).</ref> und ist seit März 2013 Vorsitzender des CDU-Verbandes Brüssel-Belgien.<ref>CDU Kreisverband Brüssel-Belgien: Neuer Vorsitzender gewählt, 22. März 2013.</ref>
Als Vorsitzender der Berliner Jungen Union trat er u. a. 2003 öffentlich für eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit durch früheren Eintritt in den Beruf und einen späteren Renteneintritt („Rente ab 67“) ein. Er forderte einen „Systemwechsel“ von der paritätisch von Beschäftigten und Unternehmen finanzierten Rente zu einer, die allein und privat von den Beschäftigten finanziert werden müsse („private Vorsorge“). In der Bemerkung des CDU-Politikers Norbert Blüm, die Rente sei sicher, sah er „eine der größten Politikerlügen des letzten Jahrzehnts“.<ref>Stefan Schulz: „Wir brauchen bei der Rente einen Systemwechsel zu privater Vorsorge“ (Interview). In: Die Welt. Jg. 58, 13. Oktober 2003, Nr. 238, S. 34.</ref> Er kritisierte die ehemalige Ausländerbeauftragte Barbara John (CDU), Rita Süssmuth (CDU) sowie die ehemalige Bundesausländerbeauftragte Marieluise Beck (Grüne) wegen ihrer Befürwortung des Kopftuchtragens im Öffentlichen Dienst, bezeichnete sie als „nützliche Idioten“ des fundamentalistischen Islam. Das sei „falsch verstandene Liberalität“. Er forderte John zum Rücktritt aus dem CDU-Landesvorstand auf.<ref>Bernd Matthies, Große Klappe, in: Der Tagesspiegel, Nr. 18318, 2. Dezember 2003, S. 7.</ref><ref>Lars von Törne, Kopftuchstreit: Barbara John fällt bei ihrer Partei in Ungnade Kritik aus der CDU wegen Toleranz-Initiative mit Süssmuth Fraktion will Aussprache – Junge Union: „Nützliche Idiotin“, in: Der Tagesspiegel, 1. Dezember 2003.</ref> Auch wandte er sich gegen einen CDU-Ehrenvorsitz des ehemals Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Eberhard Diepgen, da dieser im Berliner Bankenskandal ein schlechtes Licht auf die Partei geworfen habe.<ref>Karsten Hintzmann: Junge Union gegen CDU-Ehrenvorsitz für Eberhard Diepgen. In: Die Welt. Jg. 59, 30. Januar 2004, Nr. 25, S. 33.</ref>
2024 kandidierte Peters auf Platz 2 der Berliner CDU-Landesliste für das Europaparlament.<ref name="cdu24">Unsere Kandidatinnen und Kandidaten für die Europawahl. CDU, abgerufen am 28. Mai 2024.</ref>
Schriften[Bearbeiten]
Monografie
- Der Antifaschismus der PDS aus antiextremistischer Sicht (= Forschung Politik). Mit einem Geleitwort von Eckhard Jesse. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 3-531-14775-7
Aufsätze
- mit Ulrich W. Schulte: Art. 2 Abs. 1 GG und das begrenzte Mandat verfasster Studentenschaften. Materiell-rechtliche Verfassungsfragen nach der 6. HRG-Novelle sowie zur Durchsetzung von Individualrechten. In: Wissenschaftsrecht. 36 (2003), 4, S. 325–343
- Der Antifaschismus der PDS. In: Uwe Backes, Eckhard Jesse (Hrsg.): Jahrbuch Extremismus & Demokratie. Nomos Verlag, Baden-Baden 2003, S. 177–193
- Wie demokratisch ist der Antifaschismus der PDS? Einige kritische Anmerkungen zur antifaschistischen Arbeit der Partei aus antiextremistischer Perspektive. In: PDS-Rundbrief. 2+3/2004, S. 43–50. (PDF)
Beiträge in Sammelbänden
- Antifaschismus und Sozialismus statt Demokratie und Marktwirtschaft. Extremistische Ansätze in der Gesellschafts- und Wirtschaftspolitik der Linkspartei.PDS. In: Eckhard Jesse, Hans-Peter Niedermeier (Hrsg.): Politischer Extremismus und Parteien (= Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung. Band 92). Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-12596-8, S. 301–320
- Die Linke. In: Philipp Mißfelder (Hrsg.): Herausforderung politischer Extremismus. Unsere Demokratie festigen, Engagement stärken. Weiss, Monschau 2009, ISBN 978-3-923632-10-7, S. 52–60
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Tim Peters im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Tim Peters auf abgeordnetenwatch.de
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Peters, Tim |
| ALTERNATIVNAMEN | Peters, Tim Ulrich (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Politikwissenschaftler |
| GEBURTSDATUM | 1973 |
| GEBURTSORT | Hamburg |
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- Geboren 1973
- Mann
- Absolvent der Technischen Universität Chemnitz