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Timo Meynhardt

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Datei:Hhl-prof-meynhardt-0217.jpg
Timo Meynhardt

Timo Meynhardt (* 14. Juli 1972 in Rudolstadt) ist ein deutscher Psychologe und Betriebswirtschaftler. Er zählt zu den Hauptvertretern der gemeinwohlorientierten Führungs- und Managementforschung in Wirtschaft und Verwaltung.

Seit Oktober 2015 ist er Inhaber des Arend-Oetker-Lehrstuhls für Wirtschaftspsychologie und Führung an der privaten Handelshochschule Leipzig. Zudem ist er Managing Director des Center for Leadership and Innovation in Society der Universität St. Gallen. Von 2013 bis 2015 war Timo Meynhardt Inhaber des Lehrstuhls für Management an der Leuphana Universität Lüneburg. Per 1. April 2027 wird er neuer Präsident der Universität Witten/Herdecke (UW/H).<ref>uni-wh: Prof. Dr. Timo Meynhardt wird Präsident der Universität Witten/Herdecke. Abgerufen am 18. September 2026.</ref>

Biographie[Bearbeiten]

Meynhardt wuchs als Sohn eines Dipl.-Agraringenieur-Ökonom und einer Agraringenieur-Ökonomin in Rudolstadt auf. Nach dem Abitur an der EOS Dr. Theodor Neubauer (heute Gymnasium Fridericianum Rudolstadt) studierte er Psychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Oxford Brookes University (bei Michael Argyle). Nach einem Forschungsaufenthalt an der Peking-Universität schloss er sein Studium in Jena als Diplom-Psychologe ab. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2003 wurde er an der Universität St. Gallen von Peter Gomez und Emil Walter-Busch mit der Arbeit „Wertwissen: Was Organisationen wirklich bewegt“ zum Dr. oec. promoviert.<ref name=":1" /> 2013 habilitierte er sich an ebendieser Universität mit der Venia Legendi für Betriebswirtschaftslehre mit besonderer Berücksichtigung des Organisations- und Personalmanagements. Von 1999 bis 2007 arbeitete er als Practice Expert bei McKinsey & Company, Inc. in Berlin.

Datei:Unterschrift Timo Meynhardt.gif
Signatur von Timo Meynhardt

Timo Meynhardt ist verheiratet und hat zwei Töchter und einen Sohn.

Forschungsinteressen[Bearbeiten]

In seiner Forschung kombiniert Meynhardt psychologische und betriebswirtschaftliche Themen miteinander:

Instrumentenentwicklung[Bearbeiten]

Meynhardt hat bisher sieben sozialwissenschaftliche Diagnoseverfahren entwickelt:

  • Public Value Scorecard (gemeinsam mit Peter Gomez): Dieses Instrument setzt Meynhardts Public Value-Theorie in eine Scorecard um. Die fünf vorhandenen Varianten können auf vielfältige Fragestellungen der Unternehmensentwicklung angepasst werden.<ref>Timo Meynhardt: Werkzeugkiste: 37. Public Value Scorecard (PVSC). In: OrganisationsEntwicklung. Zeitschrift für Unternehmensentwicklung und Change Management 2013, Nr. 4, S. 79–83.</ref>
  • NEO Wertedialog (gemeinsam mit Timm Richter): Mithilfe einer online-basierten Wertezuordnung wird die Unternehmenskultur in den Bereichen Work-Life Balance, Umgang miteinander, Führung und strategische Richtung erfasst und einem Dialog über klassisches und neues Arbeiten zugänglich gemacht. Das Verfahren baut auf der Idee der Wertequadrate nach Friedemann Schulz von Thun auf und wird in adaptierter Form von kununu als Kulturkompass verwendet.<ref>Startseite - inside kununu. 21. Juni 2022, abgerufen am 21. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • PVPS – Public Value Promoter Score (gemeinsam mit Fabian Diefenbach und weiteren Mitgliedern des Forum Gemeinwohl e. V.): Mit diesem Verfahren wird der Gemeinwohlbeitrag von Unternehmen und Organisationen analog zum Net Promoter Score erfasst und mit diesem in Beziehung gesetzt.<ref>Timo Meynhardt, Fabian Diefenbach, manager magazin: (HBm+) Purpose: Wie Unternehmen ihren Beitrag zum Gemeinwohl messen. 13. Mai 2024, abgerufen am 21. Mai 2024.</ref><ref>Public Value Promoter Score | Forum Gemeinwohl e. V. Abgerufen am 21. Mai 2024.</ref>
  • Publice Value-Skala (gemeinsam mit Anna Jasinenko): Mit diesem Verfahren ist erstmals eine quantitative Erfassung des Gemeinwohlbeitrages (Public Value) von Organisationen und Unternehmen möglich. Eine Kurzvariante bildet die Grundlage für den GemeinwohlAtlas.<ref>Meynhardt, Timo & Jasinenko, Anna (2020). Measuring Public Value: Scale Development and Construct Validation. International Public Management Journal, 24(2), 222-249</ref>
  • Führungsorientierung-Skala (gemeinsam mit Josephina Steuber und Max Feser): Dieses Verfahren misst die individuelle Ausprägung von Führungsorientierungen, wie sie im Leipziger Führungsmodell beschrieben sind. Dazu gehören Purpose, Verantwortung, Unternehmergeist und Effektivität<ref>Meynhardt, Timo; Steuber, Josephina & Feser, Max (2024). The Leipzig Leadership Model: Measuring Leadership Orientations. Current Psychology, 43, 9005–9024</ref>

Weitere Ämter[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Award für den innovativsten Lernansatz, HHL Leipzig Graduate School of Management (2022)<ref name=":0">Business Psychology and Leadership. Abgerufen am 30. März 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Best Lecturer Award, HHL Leipzig Graduate School of Management (2017)<ref name=":0" />
  • Peter Werhahn-Gedächtnispreis, Universität St. Gallen (2003)
  • Examenspreis der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena (1999)

Varia[Bearbeiten]

2024 veröffentlichte die Handelshochschule Leipzig ein von Meynhardt geführtes autobiografisches Videointerview mit Arend Oetker.<ref>HHL Leipzig Graduate School of Management: HHL Ehrensenator Dr. Arend Oetker im Gespräch. 8. April 2024, abgerufen am 21. Mai 2024.</ref> Zur Motivation für dieses filmische Zeitdokument im Stil der Gesprächsreihe Zur Person von Günter Gaus sagte Meynhardt: „Mir war es ein großes Anliegen, Arend Oetker vor der Kamera ein Stück näher zu kommen und zu verstehen, was ihn antreibt. Im Interview gab es für mich Momente leiser Überraschung und persönlicher Einsicht. Herr Oetker hat eine unternehmerische Orientierung bei allem, was er anpackt. Er verkörpert für mich in seiner Haltung die Kernidee des Leipziger Führungsmodells in seiner Ausrichtung auf Gemeinwohlorientierung und Verantwortung.“<ref>Vetter, Elisa: „Ich bin kein Unterlasser, ich bin ein Unternehmer“ – HHL Ehrensenator Dr. Arend Oetker im Gespräch. Pressestelle Handelshochschule Leipzig, 9. April 2024, abgerufen am 21. Mai 2024.</ref>

Timotar – Virtueller Professor[Bearbeiten]

Timo Meynhardt entwickelte mit seiner Tochter Charlotte Meynhardt den interaktiven Chatbot „Timotar“ und hat damit Anfang 2025 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.<ref>„Teil einer größeren Bildungsrevolution“: BKU-Berater Prof. Dr. Timo Meynhardt mit KI-Avatar in der Tagesschau. Abgerufen am 23. April 2025.</ref><ref>Ein Avatar vom Küchentisch in die HHL-Hörsäle in Leipzig. Abgerufen am 23. April 2025.</ref><ref>Leipziger Wirtschaftsprofessor entwickelt K.I.-Avatar. Abgerufen am 23. April 2025.</ref><ref>Die HHL launch KI-Avatar Timotar. Abgerufen am 23. April 2025.</ref><ref>Timotar (li.) ist die virtuelle Version des echten Professors Timo Meynardt (re.). Abgerufen am 23. April 2025.</ref> Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung durch die Leipzig Graduate School of Management<ref>KI ersetzt Professor? HHL launcht KI-Avatar für Wirtschaftspsychologie, Führung und Gemeinwohl. Abgerufen am 23. April 2025.</ref> war weltweit kein anderer Professor bekannt, der einen vergleichbaren Ansatz für die Lehre und Coaching nutzt.

Die Basis für die KI-gestützte Lösung sind Meynhardts Publikationen in den Bereichen Wirtschaftspsychologie, Führung und Gemeinwohl. Diese bilden die Grundlage für das individuelle Gespräch mit dem lebensechten Avatar, der mit jeder Interaktion dazulernt und permanent mit neuen Texten ergänzt wird. Studierende und allgemein Interessierte können Timotar jederzeit und in fast 30 Sprachen nutzen. „Wir erleben gerade eine Bildungsrevolution ersten Ranges... Ich gehe davon aus, dass wir unsere Rolle als Lehrende neu definieren müssen“, erklärte Meynhardt.<ref>KI ersetzt Professor? HHL launcht KI-Avatar für Wirtschaftspsychologie, Führung und Gemeinwohl. Abgerufen am 23. April 2025.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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