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Violarit

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Violarit
Datei:Violarite (49055219618-cropped).jpg
Violarite (grau-schwarz) aus der Vermilion Mine, Sudbury, Ontario, Kanada
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Vio<ref name="Warr" />

Chemische Formel Fe2+Ni23+S4
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/C.01
II/D.01-070<ref name="Lapis" />

2.DA.05
02.10.01.08
Kristallographische Daten
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol Vorlage:Kristallklasse<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe Fd3m (Nr. 227)Vorlage:Raumgruppe/227<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 9,45 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 8<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4,5 bis 5,5<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) berechnet: 4,79<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {001}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität spröde
Farbe grauviolett
Strichfarbe schwarz
Transparenz undurchsichtig
Glanz Metallglanz

Violarit ist ein Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“, das an verschiedenen Fundorten zum Teil reichlich vorhanden sein kann, insgesamt aber wenig verbreitet ist. Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der Endgliedzusammensetzung Fe2+Ni23+S4<ref name="StrunzNickel" />, ist also chemisch gesehen ein Eisen-Nickel-Sulfid. Strukturell gehört Violarit in die Spinell-Supergruppe.

Violarit ist in jeder Form undurchsichtig und bildet nur nierige bis massige, metallisch glänzende Aggregatformen aus. Im normalen Tageslicht zeigt er meist eine grauviolette Farbe, die sich im Auflicht zu einem deutlich sichtbaren Violett steigert. Auf der Strichtafel hinterlässt das Mineral allerdings einen schwarzen Strich.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Entdeckt wurde Violarit in der „Vermilion Mine“ bei Denison in der kanadischen Provinz Ontario. Beschrieben wurde es 1924 von Waldemar Lindgren und W. Myron Davy, die das Mineral in Anlehnung an seine Farbe nach dem lateinischen Wort „violaceus“ für violett benannten.

Klassifikation[Bearbeiten]

Die strukturelle Klassifikation der International Mineralogical Association (IMA) zählt den Violarit zur „Spinell-Supergruppe“, wo er zusammen mit Cadmoindit, Cuprorhodsit, Daubréelith, Greigit, Indit, Joegoldsteinit, Kalininit, Linneit, Polydymit, Siegenit und Xingzhongit die „Linneit-Untergruppe“ innerhalb der „Thiospinelle“ bildet (Stand 2019).<ref name="Bosi et al. 2018" />

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Violarit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung „Sulfide mit M : S < 1 : 1“, wo er gemeinsam mit Bornhardtit, Carrollit, Daubréelith, Greigit, Indit, Linneit, Polydymit, Siegenit, Trüstedtit und Tyrrellit sowie im Anhang mit Wilkmanit in der „Linneit-Reihe“ mit der Systemnummer II/C.01 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/D.01-070. Dies entspricht ebenfalls der Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te < 1 : 1“, wo Violarit zusammen mit Bornhardtit, Cadmoindit, Carrollit, Cuprokalininit, Daubréelith, Fletcherit, Florensovit, Greigit, Indit, Kalininit, Linneit, Polydymit, Siegenit, Trüstedtit und Tyrrellit die „Linneitgruppe“ mit der Systemnummer II/D.01 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Violarit dagegen in die Abteilung „Metallsulfide mit M : S = 3 : 4 und 2 : 3“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach dem genauen Stoffmengenverhältnis. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „M : S = 3 : 4“ zu finden, wo es zusammen mit Bornhardtit, Cadmoindit, Carrollit, Cuproiridsit, Cuprorhodsit, Daubréelith, Fletcherit, Florensovit, Greigit, Indit, Kalininit, Linneit, Malanit, Polydymit, Siegenit, Trüstedtit, Tyrrellit und Xingzhongit die „Linneitgruppe“ mit der Systemnummer 2.DA.05 bildet.<ref name=IMA-Liste-2009 />

Die von der Mineraldatenbank „Mindat.org“ weitergeführte Strunz-Klassifikation, die sich im Aufbau nach der 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik richtet, führt in der Gruppe 2.DA.05 auch die nach 2009 neu beschriebenen Spinelle Berndlehmannit, Cuprokalininit, Joegoldsteinit, Nickeltyrrellit und Shiranuiit auf. Die Spinelle Ezochiit und Grimmit werden hier zusammen mit Ferrodimolybdänit (FeMo2S4), Zaykovit (Rh3Se4) und Zolenskyit (FeCr2S4) der allgemeineren Gruppe 2.DA (Metallsulfide mit M:S=3:4) zugewiesen.<ref name="Mindat-Strunz-2.DA" />

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Violarit die System- und Mineralnummer 02.10.01.08. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n) : p = 3 : 4“ in der „Linneitgruppe (Isometrisch: Fd3m)“, in der auch Linneit, Carrollit, Fletcherit, Tyrrellit, Bornhardtit, Siegenit, Polydymit, Trüstedtit, Greigit, Daubréelith, Indit, Kalininit, Florensovit, Cuproiridsit, Cuprorhodsit, Malanit, Ferrorhodsit und Cadmoindit eingeordnet sind.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Violarit kristallisiert kubisch in der Raumgruppe Fd3m (Raumgruppen-Nr. 227)Vorlage:Raumgruppe/227 mit dem Gitterparameter a = 9,45 Å sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Violarit bildet sich durch hydrothermale Vorgänge<ref name="Handbookofmineralogy" /> aus Pentlandit und findet sich meist als akzessorischer Bestandteil in intramagmatischen Eisen-Nickel-Erzen<ref name="SchröckeWeiner" />.

Als relativ seltene Mineralbildung kann Violarit an verschiedenen Orten zum Teil zwar reichlich vorhanden sein, insgesamt ist er jedoch wenig verbreitet. Weltweit sind bisher etwas mehr als 400 Vorkommen für Violarit dokumentiert (Stand 2025).<ref name="Mindat-Anzahl" /> Neben seiner Typlokalität „Vermilion Mine“ bei Denison trat das Mineral noch in vielen weiteren Minen in den Provinzen Ontario, Manitoba und Québec sowie bei St. Stephen in der Provinz New Brunswick, in der „Tilt Cove Mine“ bei Betts Cove auf Neufundland, in der „Rottenstone Mine“ in der Provinz Saskatchewan und in der Wellgreen Cu-Ni-PGE-Lagerstätte bei Kluane nahe Whitehorse in Yukon auf.

In Deutschland konnte Violarit bisher nur in der Grube „Friedrich-August“ bei Horbach nahe St. Blasien in Baden-Württemberg, der Grube „Lammerichskaule“ bei Oberlahr und am Moschellandsberg (Landsberg) bei Obermoschel in Rheinland-Pfalz, in der Sulfid-Lagerstätte bei Sohland an der Spree in der Oberlausitz in Sachsen und in der Ronneburger Uran-Lagerstätte in Thüringen gefunden werden.

In Österreich wurde das Mineral bisher nur an wenigen Fundorten gefunden wie unter anderem im Serpentinit-Steinbruch bei Griesserhof (Gulitzen) nahe Hirt im Bezirk Friesach-Hüttenberg (Kärnten), am Totenkopf in den Hohen Tauern (Salzburg), in der „Grube Breitenau“ am Hochlantsch (Steiermark) und am Gumpachkreuz im Hinterbichler Dorfertal in Osttirol.

In der Schweiz trat Violarit bisher bei Oberhalbstein im Kanton Graubünden, in mehreren Gruben der Gemeinde Ayer (Val d’Anniviers) und am Schwarzhorn im Binntal im Kanton Wallis auf.

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Afghanistan, Ägypten, Argentinien, Äthiopien, Australien, Belgien, Botswana, Brasilien, Bulgarien, China, Finnland, Frankreich, Grönland, Indien, Italien, Japan, Kasachstan, Nord- und Südkorea, Mexiko, Neuseeland, Norwegen, Pakistan, auf den Philippinen, in Russland, Sambia, Schweden, Simbabwe, der Slowakei, in Spanien, Südafrika, Tschechien, im Vereinigten Königreich (Großbritannien), den Vereinigten Staaten von Amerika (USA), Vietnam.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Violarite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Bosi et al. 2018"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Violarit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 30. Januar 2025. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] (PDF; 1,9 MB) In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:Referrer am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Mindat-Anzahl"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 15. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mindat-Strunz-2.DA"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 15. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="SchröckeWeiner"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="StrunzNickel"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Warr"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden. </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Abgerufen am 30. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>