Welliehausen
Welliehausen Stadt Hameln
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| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(358)&title=Welliehausen 52° 9′ N, 9° 23′ O
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| Fläche: | 4,06 km²<ref name="Statistik2020-32" /> | |||||
| Einwohner: | 358 (30. Juni 2022)<ref name="Einwo2022" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 88 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1973 | |||||
| Postleitzahl: | 31787 | |||||
| Vorwahl: | 05151 | |||||
Lage von Welliehausen in Niedersachsen
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Blick vom Schweineberg bei Holtensen auf Welliehausen und dahinter der Süntel mit der Hohen Egge
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Welliehausen liegt im Norden Hamelns und wurde am 1. Januar 1973 als ursprünglich eigenständige Gemeinde im Rahmen der Gebietsreform in die Stadt Hameln eingemeindet. Am 31. Dezember 1973 wurde aus den Gemeinden Holtensen, Unsen und Welliehausen der Hamelner Ortsteil Sünteltal gebildet.
Geografie[Bearbeiten]
Der Ort liegt im Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln am südöstlichen Rand des Süntelgebirges auf 191 m ü. NHN. Westlich von Welliehausen, zwischen Süntel und Landesstraße L 432, erstreckt sich das 26,69 ha große Naturschutzgebiet „Ehemaliger Standortübungsplatz Pötzen“.
Geschichte[Bearbeiten]
Wie die Funde von drei verschiedenartigen Schabern zeigen, wurde das Gebiet bei Welliehausen bereits in der Mittelsteinzeit (8000–5600 v. Chr.) von Menschen aufgesucht.<ref>Jürgen Schlieckau: Die Geschichte der Dörfer Diedersen und Dadersen, Verlag Jörg Mitzkat, Holzminden, 2025, ISBN 978-3-95954-174-9, S. 11.</ref>
Mittelalter[Bearbeiten]
Nach der Siedlungsforschung wurden Orte mit den Endungen „-hausen“ und „-husen“ (abgeschliffen zu „-sen“), wie Welliehausen, in der zweiten Hälfte des ersten Jahrtausends am Süntel in zweitrangiger Siedlungslage angelegt.<ref>Helga Knoke: Wald und Siedlung im Süntel. Eine siedlungsgeschichtliche Untersuchung. Rinteln 1968, S. 118.</ref>
Welliehausen gehörte zum Archiadiakonat Ohsen der Diözese Minden, das faktisch bis 1647/1648 bestand und infolge des Westfälischen Friedens offiziell aufgelöst wurde.
Welliehausen lag außerdem im Gerichtsbezirk Goe auf der Hamel im altsächsisch-engernschen Tilithigau.<ref>Jürgen Schlieckau, 2025, S. 25.</ref>
Die erste urkundliche Erwähnung von Weldihusen<ref>vgl. zur Ortsnamenforschung das Niedersächsische Ortsnamenbuch (NOB). Es ist ein langfristig angelegtes Projekt des Instituts für Historische Landesforschung an der Universität Göttingen.</ref> datiert in die Zeit von 1237 bis 1247, in der eine Hufe zu Welingehusen als Eigentum der vom altsächsischen Grafen Bernhard von Engern und Ohsen († 826) und Gräfin Christina 802 oder 812 gegründeten Stiftskirche Sankt Bonifatius zu Hameln und erneut in der Zeit von 1311 bis 1324 als Eigentum des Hamelner Stiftes beurkundet wird. In einer Urkunde vom 14. April 1359 verpflichtet sich ein Knappe Herman von Stelre (Steller) gegenüber dem Junker Otto Graf von Eberstein, den Hof zu Welingehusen mit 2 Hufen (das entspricht ca. 60 ha), den er für 22 Mark dem Knappen Luder von Stochem verpfändet hatte, innerhalb von 4 Jahren wieder einzulösen. Bei diesem Hof handelt es sich wohl um den einzigen Vollmeierhof des Dorfes. Steller wohnte nicht auf dem Hof, sondern verpfändete ihn an einen anderen Siedler.<ref>Max Bär: Geschichte der Familie von Walthausen. August Lax Verlag, Hildesheim/Leipzig 1929.</ref> Im Lehnsbuch des Grafen Otto I. von Schauenburg und Holstein-Pinneberg (* ca. 1330, † 1404) wird um das Jahr 1380 ein Lehen in Welliehausen beurkundet: „Schadelant […] den teghenden to Weldehusen […]“. Die Lehensinhaber von Welliehausen lassen sich bis 1834 nachweisen.<ref name="Hameln" /> Im Güterverzeichnis des 896 gegründeten Stifts Möllenbeck bei Rinteln wurde das Dorf Welliehausen (Weldyhusen) erstmals 1456 erwähnt: „[…] dat gantze dorp to Weldehusen“,<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 23 ff.</ref><ref name="Güterverzeichnis">Güterverzeichnis des Augustiner-Chorherrenstiftes. Kloster Möllenbeck 1456, S. 13, 37.</ref><ref>"Mulinpeche in pago Osterpurge infra terminum ville, que nun cupatur achriste"; Das Damenstift Möllenbeck war zuerst dem Hl. Petrus und später dem Hl. Dionys geweiht. 1446 wurde es mit Mönchen aus dem Kloster Bödeken aus dem Paderborner Raum belegt. Siehe LWL, Westfälische Geschichte.</ref> aber 1465 im Güterverzeichnis des Stiftes Möllenbeck als wüst bezeichnet: „Dyt ganze dorp ist mestig woste und ward von Holthusen ut geseiet […].“<ref name="Güterverzeichnis" /> Die Güter in Welliehausen gehörten zum Streubesitz des Damenstifts und späteren Augustiner-Chorherrenstifts Möllenbeck, wurden vom „Amt Hachmühlen“ (interner klösterlicher Verwaltungs- und Rechnungsbezirk, 14. Jh.-1649) aus verwaltet und als Lehen an den lokalen niederen Adel ausgegeben. Das Stift konnte von den Lehnsnehmern den Zehnten und Dienste einfordern, um den wirtschaftlichen Betrieb des Stifts Möllenbeck zu finanzieren.
Ab dem 15. Jahrhundert im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit bildete eine Landwehr in Form von Buschwerk, der sogenannte Schaumburger Knick,<ref>Christina Ricke: Wehrbergen im Wandel der Zeit, Hameln, 1990, S. 17 f., zit. Staatsarchiv Hannover, Hann. 74 Springe Nr. 86.</ref> am westlichen Rand der Gemarkung Welliehausen die Grenze zum Schaumburgischen.<ref>Ekkehard Wassermann: Landwehren in Schaumburg. Verlag für Regionalgeschichte ein Imprint von Aschendorff Verlag GmbH & Co KG, 2016, ISBN 978-3-7395-1001-9.</ref> Der Schaumburger Knick zog sich als Grenze der beiden Hoheitsgebiete Fürstentum Calenberg und Grafschaft Schaumburg vom Kamm des östlichen Teils des Süntels hinunter zum westlichen Rand der Gemarkung von Welliehausen, über die Pötzer Landwehr und den Lengeberg zur westlichen Grenze der Gemarkung von Wehrbergen bis in die Weser.
Neuzeit[Bearbeiten]
Im Jahr 1538 wurde der Knappe Corth van Bardeleue vom Prior des Stiftes Möllenbeck (Kloster Möllenbeck) mit Weldyehussen belehnt. Von 1542 bis 1544 führte Herzogin Elisabeth von Calenberg (geborene Prinzessin von Brandenburg, * 24. August 1510, † 25. Mai 1558) in ihrem Gebiet und damit auch in Welliehausen die Reformation ein.<ref>Jürgen Schlieckau 2025, S. 7.</ref> Unterstützt wurde sie dabei von Jobst von Walthausen (* 30. April 1508, † 8. April 1592), dessen Vorfahren aus Welliehausen stammten<ref>Max Bär: Geschichte der Familie von Walthausen in Niedersachsen. Hildesheim/Leipzig 1929, S. 12.</ref> und der Kanzler ihres Sohnes, des Herzogs Erich II. von Braunschweig-Calenberg-Göttingen (* 10. August 1528, † 17. November 1584) war.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 216 ff.</ref>
1554 fand im Zuge der direkten chaotischen Nachwehen des Zweiten Markgrafenkrieges bzw. der Bundesständischen Fehde (1552–1554) in Weldihusen Raub und Brandschatzung durch das Kriegsvolk der Herzöge Heinrich II. der Jüngere von Braunschweig-Wolfenbüttel (* 10. November 1489, † 11. Juni 1568) und seines Sohnes Philipp Magnus von Braunschweig-Wolfenbüttel (* 26. Juni 1527, † 9. Juli 1553) statt.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 56.</ref>
Der reiche Unternehmer Statius von Münchhausen (* 5. Juni 1555, † 27. März 1633), Bauherr von Schloss Bevern, kaufte um 1600 zahlreiche Bauernhöfe in Welliehausen auf.
Die Bauern des Ortes waren dem Dorfmeister in Vorwerk Dahle an der Deisterpforte zu Fuhrdiensten und Abgaben verpflichtet.
Vom Dreißigjährigen Krieg war die Dorfbevölkerung von Welliehausen hart betroffen. In einer calenbergischen Urkunde von 1633 hieß es: „Wellighausen hatt nur (noch) 4 Häuser“ (von ursprünglich 17 Feuerstellen); 1642 war aber fast alles wieder aufgebaut.
1308 wurden in einer Urkunde erstmals Steinbrüche, sogenannte „Steinkuhlen“, im Süntel bei Welliehausen erwähnt. 1574 beschrieb Herzog Erich II. seine herrschaftlichen Steinbrüche im südöstlichen Süntel über Welliehausen. Dort wurde seit dem Spätmittelalter Wealdensandstein abgebaut, und im 19. Jahrhundert gab es neun Steinbruchinhaber und -pächter.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 221 ff.</ref> Mit dem Sandstein aus dem Süntel bei Welliehausen wurden unter anderem der Erweiterungsbau des Schlosses Pyrmont und die Stadtkirche in Bad Pyrmont, das Hochzeitshaus, das Leisthaus, das Rattenfängerhaus, die Creditbank Hameln und die Schleuse in Hameln, die Türme des Bremer Doms, das Kreishaus und die Stiftskirche (Marienkirche Herford) in Herford, sowie das Schloss Schwöbber, das Schloss Barntrup und das Schloss Uhlenburg/Westfalen gebaut.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 232 ff.</ref>
1620 gab es die erste urkundliche Erwähnung des Steinkohlenbergbaus im östlichen Bereich des Welliehäuser Forstes. Die Steinkohle wurde als Schmiedekohle für die Glashütte Klein Süntel (ab 1760), für die Saline in Münder sowie als Hausbrand verwendet. Der Kohleabbau im Süntel fand mit Unterbrechung bis 1954 statt.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 240 f.</ref>
Am Waldrand des Süntels oberhalb von Welliehausen, am Ende des „Großen Steinweges“ (heute: Straße „Süntelhang“) lag der Kalksteinbruch aus Korallenoolith, aus dem seit alters her Steine zur Ausbesserung von Straßen entnommen wurden. Er war kleiner als der weiter westlich liegende Steinbruch bei Pötzen. Im Welliehäuser Steinbruch konnten ab Oktober 1962 bis zu 2500 Tonnen Gestein, insbesondere für den Ausbau von Bundesstraßen, verarbeitet werden. Der Kalksteinbruch war bis 1967 in Betrieb, wurde 1971 mit Abraum verfüllt und ab 1985 bepflanzt und renaturiert.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 238 ff.</ref>
20. und 21. Jahrhundert[Bearbeiten]
Im Jahr 1905 wurde an der östlichen Grenze des Welliehäuser Forstes, am Rand eines Sandsteinbruchs, eine Unterkunft für Steinbrucharbeiter erbaut, die 1920 in ein Wanderheim, die „Julius-Blanck-Hütte“ umgenutzt wurde. Dieses Heim schloss sich dem Deutschen Jugendherbergsverband an und wurde seit dieser Zeit auch als Gaststätte betrieben. Es wurde 1933 aus politisch-ideologischen Gründen auf den Namen „Jahnhütte“ umbenannt und war während des Zweiten Weltkriegs von der NS-Volkswohlfahrt (NSV) und der Hitlerjugend belegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Haus weiter als Gaststätte bewirtschaftet, bis es am 1. Oktober 1974 an die Stadt Hameln verkauft und 1978 wegen fehlender Kanalisation und hoher Modernisierungskosten abgerissen wurde. Aus den Sandsteinen der abgebrochenen „Jahnhütte“ baute das Stadtforstamt Hameln eine Schutzhütte.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 236 f.</ref>
1912/13 wurde die Gemeinde Welliehausen an die Stromversorgung der Überlandzentrale (Elektrizitätswerk) Hameln angeschlossen.
Während des Ersten Weltkrieges und noch einige Zeit länger wurden Kinder aus dem Ruhrgebiet in Welliehausen untergebracht, deren Ernährung im Ruhrgebiet in den Kriegsjahren nicht gesichert war.<ref name="Fricke60">Ludwig Fricke 2002, S. 60.</ref> Nach Kriegsende wurde am 28. November 1918 in Welliehausen ein „Arbeiter- und Bauernrat“ gewählt.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 267 f.</ref>
Ab 1929 gab es eine Buslinie Pötzen-Welliehausen-Holtensen, die zweimal täglich betrieben wurde.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 260.</ref>
In den Jahren 1937 bis 1938 wurde am Rand des Sandsteinbruchs nordöstlich der „Jahnhütte“ das Horst-Wessel-Denkmal im Süntel errichtet.<ref>Bernhard Gelderblom: Das „Ehrenmal“ für Horst Wessel auf dem Süntel. „Echter Sohn der niedersächsischen Erde“. Deister- und Weserzeitung, Hameln April 2017.</ref>
Im Zweiten Weltkrieg arbeiteten neun junge Zwangsarbeiter (fünf Jungen und vier Mädchen), die mehrheitlich aus Polen deportiert wurden, auf Bauernhöfen in Welliehausen. Sie wurden im Mai 1945 in ihre Heimat zurücktransportiert.<ref>Bernhard Gelderblom: Bericht über einen russischen Zwangsarbeiter. „Liebenswertes Sünteltal“. Hameln 2024.</ref><ref>Bernhard Gelderblom: Erinnern und Gedenken: Die Toten der „Russenburg“ in Salzhemmendorf. Jörg Mitzkat Verlag, Holzminden 2020, ISBN 978-3-95954-160-2.</ref> Im Haus Nr. 7 in der Straße „Schlenke“ in Welliehausen wurden nach 1941 russische Kriegsgefangene untergebracht, die wegen eines 1940 erfolgten Windbruchs im Süntel als Zwangsarbeiter Fichtenholz aufarbeiten mussten.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 270.</ref>
Bereits in den Tagen der Belagerung von Hameln im April 1945 war das Dorf mit Einwohnern aus der Stadt Hameln belegt.<ref name="Fricke60" /> Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 wurden viele aus Hannover und aus dem Aachener Raum evakuierte Familien in Welliehausen untergebracht, unter anderem Ausgebombte. Sie kehrten noch im gleichen Jahr überwiegend wieder in ihre Heimatorte zurück. In Welliehausen lebten nach dem Krieg viele Familien von Kriegsflüchtlingen und Heimatvertriebene aus dem Osten.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 350.</ref>
Holtensen war für die Welliehäuser immer das Kirch- und Schuldorf. 1908 wurde nach dem Abriss des mittelalterlichen Kirchenschiffes die ev.-luth. St.-Aegidienkirche in Holtensen gebaut. Teile des Kirchengebäudes, insbesondere der untere Teil des Westturms, gehen bis auf das 12. Jahrhundert zurück.
Bis 1968 wurden verstorbene Welliehäuser auf dem Friedhof in Holtensen beigesetzt. Der städtische Friedhof in Welliehausen wurde 1968 eingeweiht und erhielt 1971 eine Friedhofskapelle sowie 1996 einen Glockenturm.
Im Juni 1977 wurde am östlichen Rand der Gemarkung Welliehausen, am Waldrand des Süntel, das „Waldbad Sünteltal“ eröffnet. Das Freibad ist mit einem 25 Meter Schwimmerbecken, einem Nichtschwimmerbecken, einem Babybecken, einem Spielplatz, einer großen Liegewiese, einem Beachvolleyballplatz und einem Kiosk ausgestattet. Das Schwimmerbecken wurde in den Jahren 2021 und 2024 in den Wintermonaten jeweils mit einer beheizbaren Traglufthalle zum „wintertauglichen“ Hallenbad umgerüstet.
Der ehemalige Standortübungsplatz Pötzen der Britischen Rheinarmee, der zu einem Teil in der Gemarkung Welliehausen lag, wurde vom Landkreis Hameln-Pyrmont nach Erwerb aus Privatbesitz mit Verordnung vom 27. September 2017 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Der Lurch des Jahres 2014, die Gelbbauchunke<ref>Birgitt Gollmann, Günter Gollmann & Kurt Grossenbacher: Bombina variegata (Linnaeus 1758) Gelbbauchunke. In: Kurt Grossenbacher (Hrsg.): Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas. 5/I Froschlurche (Anura) I (Alytidae, Bombinatoridae, Pelodytae, Pelobatidae). Aula Verlag, Wiebelsheim 2012, ISBN 978-3-89104-006-5, S. 303–361.</ref> hat dort ein Habitat. Die streng zu schützende Art,<ref>Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL), Anhänge II und IV. Siehe auch Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) und Rote Liste Bundesrepublik Deutschland: 2 - stark gefährdet.</ref> die sonst nur in Süddeutschland und im mittleren und südlichen Europa anzutreffen ist, hat im Weser-Leinebergland ihre nördliche Verbreitungsgrenze.
Die Sturmereignisse „Kyrill“ im Jahr 2007 und „Friederike“ im Jahr 2018 sorgten im Süntelwald bei Welliehausen für massiven Windbruch. Die trockenen Sommer 2018 und 2019 sorgten für eine Schwächung der Fichtenbestände im Süntel. Dies führte in den 2020er Jahren zu einem massiven Waldsterben im Süntel. Am Donnerstag, den 27. Juni 2024 ereignete sich in Welliehausen und in Unsen ein extremes Unwetter der Warnstufe 3. Regelrechte Sturzbäche schossen von den umliegenden Äckern und vom Waldrand des Süntel in den Ort und setzten die Straßen in beiden Orten hoch unter Schlamm. Für die Stadt Hameln wurde eine offizielle Sonderlage ausgerufen.<ref>Quelle:
Deister- und Weserzeitung (DWZ): Sturzbäche und Schlammmassen: Groß angelegter Unwetter-Einsatz in Unsen, in: https://www.dewezet.de/lokales/hameln-pyrmont/sturzbaeche-und-schlammmassen-gross-angelegter-unwetter-einsatz-in-unsen-WZRWNNE4WRBQXLVVEYY7AWUP4M.html, abgerufen am 13. August 2026.</ref> Auch in früheren Jahrzehnten und Jahrhunderten kam es im Sünteltal immer wieder zu solchen durch Starkregen ausgelösten Hangsturzfluten, siehe zuletzt die Heinrichsflut im Juli 1965, die Flut im Juli 1966 und die Flut im Jahr 1968.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
| Jahr | 1689 | 1821 | 1848 | 1871 | 1885 | 1915 | 1925 | 1933 | 1939 | 1945 | 1946 | 1950 | 1962 | 1972 | 2000 | 2009 | 2016 | 2022 | 2023<ref>Stadt Hameln (Hrsg.): Statistische Daten. Hameln 2024, S. 12.</ref> |
| Einwohnerzahl | 78 | 111 | 162 | 191 | 150 | 201 | 158 | 162 | 163 | 260 | 353 | 365 | 228 | 277 | 417 | 393 | 368 | 358 | 356 |
Quellen<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 51.</ref><ref name="Einwo2022" /><ref>Sünteltal - Stadtportal der Rattenfängerstadt Hameln. Abgerufen am 4. August 2026.</ref>
Politik[Bearbeiten]
Ortsbürgermeisterin war bisher Bettina Schultze (SPD).
Nach der Kommunalwahl vom 13. September 2026 sind die Ortsbürgermeister bisher noch nicht gewählt. Dies geschieht erst noch durch die neu gewählten Ortsratsmitglieder. Der Ortsrat Sünteltal hat neun Mitglieder. Die folgende Tabelle gibt nur das Wahlergebnis für den Ortsteil Welliehausen im Stadtteil Sünteltal wieder:
| Partei | Wahlergebnis |
|---|---|
| SPD | 52,39 % |
| CDU | 33,82 % |
| FDP | 13,79 % |
Die Wahlbeteiligung lag in Welliehausen bei 81,85 %.
Der Ortsrat Sünteltal bemüht sich intensiv um die Ausweisung von neuem Bauland, um die Zukunft des örtlichen Kindergartens (künftig in Unsen) langfristig zu sichern.
Wappen[Bearbeiten]
Blasonierung: Das Wappen von Welliehausen zeigt auf ockerfarbenem Grund eine dreitürmige rote Burg über einem dreifach gewellten Boden. Die Burg wird von zwei Pappeln flankiert und ist oben mit drei sechszackigen blauen Sternen verziert.
Bildung[Bearbeiten]
Nach dem Dreißigjährigen Krieg gab es eine erste Schule bei der Kirche in Holtensen. 1693 wurde eine neue Schule auf dem Krugbrink in Holtensen gebaut. 1812 wurde erneut ein Schulhaus bei der Kirche gebaut; eine betreffende Verfügung wurde von König Jérôme Bonaparte (* 15. November 1784, † 24. Juni 1860), dem jüngsten Bruder Napoléon Bonapartes (* 15. August 1769, † 5. Mai 1821) unterzeichnet. 1958 wurde anstelle der erstgenannten Schulen die Grundschule an der Diesterwegstrasse in Holtensen (heute: Grundschule Sünteltal) fertiggestellt und 1974 eine Erweiterung der neuen Schule beschlossen. Sie wird von Kindern aus den drei Sünteldörfern Holtensen, Unsen und Welliehausen bis in die heutige Zeit besucht. Weiterführende Schulen werden in Hameln besucht.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 193 ff.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Baudenkmale[Bearbeiten]
In der Liste der Baudenkmale in Hameln sind für Welliehausen vier Baudenkmale aufgeführt.
Vereine und Freiwillige Feuerwehr[Bearbeiten]
- 1920 wurde in Holtensen eine Gemeinde-Pflegestation eingerichtet, und es gab eine Gemeindeschwester. Daraus entwickelte sich unter anderem der „Deutsches Rotes Kreuz Ortsverein Welliehausen“, der 1998 aufgelöst wurde.
- Der „Schützenverein Welliehausen von 1928 e. V.“ wurde am 21. Januar 1928 gegründet; er wurde 2024 aufgelöst.<ref>Ludwig Fricke 2002, S. 364 ff.</ref>
- 1935 wurde die Freiwillige Feuerwehr Welliehausen gegründet. Nachdem viele Jahre nur eine Garage für das Feuerwehrfahrzeug zur Verfügung stand, wurde 1987 ein Feuerwehrhaus gebaut, in dem auch der Schützenverein Welliehausen mit dem Luftgewehrstand sein Domizil fand. Heute gehört die Freiwillige Feuerwehr Welliehausen zu den 11 aktiven Ortsfeuerwehren der Stadt Hameln.
- 1953 wurde der „Sportverein Grün-Weiß-Süntel e. V.“ gegründet, der Mitglieder aus der Ortschaft Sünteltal hat. 1982 wurde im Verein die Jugendsportgemeinschaft gegründet. Folgende Angebote gibt es im Verein: Badminton, Bodystyling, Bogensport, Eltern-Kind-Turnen, Fußball, Gymnastik, Kinderturnen, Jedermann-Sport, Seniorensport, Tanzen, Tischtennis, Volleyball und Wandern.<ref>https://www.gruen-weiss-suentel.de,/ abgerufen am 5. Juni 2026.</ref>
- 1990 wurde der „Elternverein der Schule Sünteltal e. V.“ gegründet.<ref>https://www.suenteltal.de/vereineorganisationen/elternverein-schule-suenteltal/, abgerufen am 5. Juni 2026.</ref>
- Der „Förderverein Waldbad Sünteltal e. V.“ engagiert sich für das Freibad. Er engagiert sich für das am östlichen Rand der Gemarkung Welliehausen am Waldrand des Süntel liegende Freibad. Es ist ausgestattet mit einem 25 Meter Schwimmerbecken, einem Nichtschwimmerbecken, einem Babybecken, einem Spielplatz, einer großen Liegewiese, einem Beachvolleyballplatz und einem Kiosk. Das Schwimmerbecken wurde in den Wintermonaten in den Jahren 2021 und 2024 jeweils mit einer beheizbaren Traglufthalle zum „wintertauglichen“ Hallenbad umgerüstet.<ref>https://www.regi-on.de/soziales-vereine/vereine/vereinsregister/545/2523-foerderverein-waldbad-suenteltal-ev.htm, abgerufen am 5. Juni 2026.</ref>
- 2001 wurde der Chor „Groovin' Valley“ gegründet, dem etwa 30 Sänger angehören. Das Repertoire geht von Gospel über Latin, Rock/Pop, Musical bis zu afrikanischen und indianischen Klängen.<ref>https://www.suenteltal.de/vereineorganisationen/grooving-valley/index.htm, abgerufen am 5. Juni 2026.</ref>
- Am 7. August 2009 wurde der „Förderverein der Freunde und Förderer der St. Aegidien Kirchengemeinde Holtensen“ gegründet, aus dem die Nachbarschaftshilfe hervorging. Aktivitäten sind die Begleitung von Senioren und Kranken zu Arzt- und Behördengängen, ein Fahrdienst zu kirchlichen Veranstaltungen, die Betreuung lernschwacher Schüler. Im Förderverein gibt es eine Frauengruppe.<ref>https://aegidien-holtensen.wir-e.de/foerderverein, abgerufen am 5. Juni 2026.</ref>
- 2014 wurde der „Heimatverein 'Sünteltaler' e. V.“ gegründet, der aus dem Projekt Unser Dorf hat Zukunft hervorging.<ref>https://www.suenteltal.de/vereineorganisationen/heimatverein/index.htm, abgerufen am 5. Juni 2026.</ref>
- 2023 wurde der Verein „Bürgerhaus Sünteltal e. V.“ mit dem Ziel gegründet, „das ehemalige Gemeindehaus der Gemeinde Holtensen von der Stadt zu übernehmen und für die Dörfergemeinschaft zu erhalten.“<ref>Der Verein Bürgerhaus Sünteltal stellt sich vor. Ortsrat Sünteltal, abgerufen am 22. Oktober 2025.</ref>
- 2023 wurde der „Förderverein Kita 'Süntelzwerge' e. V.“ gegründet, der die Kindertagesstätte „Süntelzwerge“ der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Aegidien in Holtensen unterstützt.<ref>https://www.suenteltal.de/vereineorganisationen/foerderverein-kita-suentelzwerge/index.htm, abgerufen am 5. Juni 2026.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Max Bär: Geschichte der Familie von Walthausen in Niedersachsen. Hildesheim und Leipzig 1929.
- Ludwig Fricke: Dorfchronik Welliehausen. Druck- und Verlagshaus J. C. Erhardt GmbH, Springe 2002.
- Friedrich Katz: Chronik der Gemeinde Holtensen. 1972.
- Helga Knoke: Wald und Siedlung im Süntel. Eine siedlungsgeschichtliche Untersuchung. Rinteln 1968.
- Jürgen Schlieckau: Die Geschichte der Dörfer Diedersen und Dadersen. Jörg Mitzkat Verlag, Holzminden 2025, ISBN 978-3-95954-174-9.
- Manfred Willeke: 175 Jahre Realverband Forstgenossenschaft Holtensen, Forstgenossenschaft Holtensen (Hrsg.), 1. Auflage. Hameln, 2019, ISBN 978-3-00-061843-7.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive> <ref name="Einwo2022"> Landkreis Hameln-Pyrmont (Hrsg.): Nahverkehrsplan 2023–2027. Anlage 1 – Einwohnerzahlen Ortsteile 2022, 30. Juni 2022. S. 3 (hameln-pyrmont.de [PDF; 406 kB; abgerufen am 8. November 2024]). </ref> <ref name="Statistik2020-32"> Statistische Daten. (PDF) Stadt Hameln, 2020, S. 32, abgerufen am 18. März 2023. </ref> <ref name="Hameln"> Ein gutes Trio: Holtensen, Unsen und Welliehausen. Aus der Geschichte von Welliehausen. Stadt Hameln, 30. Januar 2023, abgerufen am 18. März 2023. </ref> </references>
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