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Werauhia

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Werauhia
Datei:Werauhia-spp.jpg

Werauhia spec., Epiphyten im Habitat in Costa Rica.

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
Unterfamilie: Tillandsioideae
Gattung: Werauhia
Wissenschaftlicher Name
Werauhia
J.R.Grant

Die Pflanzengattung Werauhia gehört zur Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die etwa 100 Arten sind in der Neotropis weitverbreitet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Vriesea williamsii 4.jpg
Blütenstand mit offenen Blüten von Werauhia williamsii
Datei:Vriesea (or Werauhia) ororiensis (9301951579).jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Werauhia ororiensis im Habitat
Datei:Werauhia werckleana (TS) 2-05135.jpg
Ausschnitt eines Blütenstands mit offener Blüte im Detail von Werauhia werckleana
Datei:Vriesea werckleana, detail (9301953409).jpg
Kapselfrüchte von Werauhia werckleana

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Werauhia-Arten sind immergrüne, ausdauernde, krautige Pflanzen. Sie gedeihen meist als Epiphyten oder Lithophyten, sie wachsen also auf Bäumen oder an Felsen, oder sie gedeihen terrestrisch.<ref name="Grant1995" /> Einige Arten können sehr groß werden, mit 2 bis 4 Meter hohen Blütenständen und Trichterdurchmessern von über 1 Meter. Sie brauchen viele Jahre bis zur Bildung ihres Blütenstandes. Die Sprossachsen sind bei vielen Arten gestaucht, es aber auch Arten mit mehr oder weniger langen Sprossachsen.<ref name="Grant1995" /> Meist sind es Trichterbromelien und die Trichter („Zisternen“) zum Sammeln von Wasser und Nährstoffen entstehen dadurch, dass ihre Sprossachsen gestaucht sind und die Laubblätter dicht in Rosetten zusammen stehen und sich überdecken.

Die Laubblätter sind in Blattscheide und -spreite gegliedert. Die Blattscheiden können deutlich ausgebildet oder kaum erkennbar sein und sie sind unauffällig mit Saugschuppen bedeckt.<ref name="Grant1995" /> Die einfachen, parallelnervigen Blattpreiten sind ganzrandig und meist schwertförmig bis linealisch-dreieckig.<ref name="Grant1995" /> Die Blattspreiten sind grün und oft rot oder kastanienfarben überhaucht, einige Arten weisen gewellte transverse Linien oder rosa-, purpur- kastanien-farbene, rote oder dunkel-grüne gerade Längslinen auf.<ref name="Grant1995" />

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Es sind mehr oder weniger lange, aufrechte, seitlich gebogene bis geneigten Blütenstandsschäfte mit mehr oder weniger auffälligen, laubblatt- bis tragblattähnlichen Hochblättern vorhanden.<ref name="Grant1995" /> Die Blütenstände können unverzweigt oder unauffällig verzweigt sein.<ref name="Grant1995" /> Bei zusammengesetzte Blütenstände sind die Seitenblütenstandsachsen kürzer oder länger als die Tragblätter.<ref name="Grant1995" /> Meist sind die Blüten zweizeilig oder einseitswendig am Blütenstand angeordnet.<ref name="Grant1995" /> Die Hochblätter der Blütenstandsschäfte, die Trag- und Deckblätter sind bei vielen Arten lange haltbar und meist unauffällig gefärbt, grün oder braun, nur selten rosafarben bis rot.<ref name="Grant1995" /> Die unterhalb der Verzweigungen angeordneteten Tragblätter sind fleischig. Die Deckblätter sind fleischig und kürzer oder so lang wie Blütenkelch und -krone.<ref name="Grant1995" /> Es sind Blütenstiele vorhanden oder die Blüten sind sitzend.<ref name="Grant1995" />

Die zwittrigen Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die drei freien Kelchblätter überdecken sich dachziegelartig, sind dick-ledrig und sind nicht gekielt.<ref name="Grant1995" /> Die Blütenkrone ist radiärsymmetrisch bis stark zygomorph. Die Kronblätter überdecken sich in der Knospe dachziegelartig.<ref name="Grant1995" /> Die drei freien, fleischigen, festen Kronblätter sind weiß, grünlich-weiß, hell-grün, gelblich-grün bis gelb order hell-orangefarben.<ref name="Grant1995" /> An der Basis der Kronblättern sind zwei Schüppchen (Ligulae) als Anhängsel vorhanden, diese sind unregelmäßig fingerartig mit einem bis fünf Fingern mit glattem oder schwach gesägtem Rand und spitzem bis stumpfem oberen Ende; diese Fingr sind gleich lang oder dreimal so lang als breit.<ref name="Grant1995" /> Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden; sie sind kürzer als die Kronblätter. Die Staubfäden sind so angeordnet, dass die Staubbeutel ein Kappe über dem Stempel bilden.<ref name="Grant1995" /> Drei Fruchtblätter sind zu einem halbunterständigen Fruchtknoten verwachsen. Der Stempel überragt die Blütenkrone nicht.<ref name="Grant1995" /> Meist beugt sich der Griffel über den Fruchtknoten-Griffel-Übergang und nahe der Narbe krümmt der Griffel sich so, dass die Narbenoberfläche von der Staubbeutel-Kappe weg orientiert ist.<ref name="Grant1995" /> Die drei kopfigen, becherförmigen Narbenlappen sind nicht papillös.<ref name="Grant1995" />

Die derben, kastanienfarbenen, oliv-grünen bis braunen oder wenn sie trocken sind fast schwarzen Kapselfrüchte und ei- bis spindelförmig oder deutlich verkehrt-eiförmig und öffnen sich scheidewandspaltig = septizid.<ref name="Grant1995" /> Die Samen besitzen an ihrer Basis einen Haarschweif und am oberen Ende eine einfache ungeteilte Granne.<ref name="Grant1995" />

Ökologie[Bearbeiten]

Werauhia-Arten blühen meist nachts und die Bestäubung erfolgt meist durch Fledertiere (Chiropterophilie). Es gibt auch Arten, die während des Tages oder der Dämmerung geöffnet sind.<ref name="Grant1995" />

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Taxonomie[Bearbeiten]

Diese Arten waren in der Gattung Vriesea eingegliedert, 1995 stellte Jason R. Grant in The resurrection of Alcantarea and Werauhia, a new genus. in Tropische und Subtropische Pflanzenwelt, Band 91, S. 28 die neue Gattung Werauhia auf.<ref name="Grant1995" /> Der Gattungsname Werauhia ehrt den deutschen Botaniker Werner Rauh (1913 bis 2000).<ref name="Grant1998" /><ref name="Grant1995" /><ref name="Grant1995b" /> Typusart ist Werauhia gladioliflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(H.Wendl.) J.R.Grant. (Basionym: Tillandsia gladioliflora Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.H.Wendl.).<ref name="BromeliadEncyclopaedia" />

Äußere Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Werauhia gehört zur Subtribus Cipuropsidinae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.W.Till & Barfuss der Tribus Vrieseeae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.W.Till & Barfuss in der Unterfamilie Tillandsioideae innerhalb der Familie der Bromeliaceae. Die Systematik der Unterfamilie Tillandsioideae ist wegen der Abgrenzungsproblematik der Gattungen und phylogenetischer Untersuchungen, nach denen die ursprüngliche Gattung Vriesea in drei Gattungen (Vriesea, Alcantarea und Werauhia) aufgeteilt wurde, steten Veränderungen unterworfen. Zur Subtribus Cipuropsidinae gehören seit 2016 die acht Gattungen Werauhia, Goudaea, Josemania, Jagrantia, Lutheria, Zizkaea, Cipuropsis sowie Mezobromelia.<ref name="Barfuss2016" />

Arten und ihre Verbreitung[Bearbeiten]

Das weite neotropische Verbreitungsgebiet der Gattung Werauhia erstreckt sich vom südlichen Mexiko über Zentralamerika und die Karibischen Inseln bis nach Peru und ins nordöstliche Brasilien. Das Zentrum der Artenvielfalt befindet sich in den Gebirgen Costa Ricas und Panamas.

Es gibt etwa 100 Arten in der Gattung Werauhia (Stand Ende 2025):<ref name="Luther2008" /><ref name="BromeliadEncyclopaedia" />
Datei:Bromeliad (Vriesea amazonica) (38794743794).jpg
Habitus von Werauhia gigantea im Habitat
Datei:Tillandsia-insignis.jpg
Habitus und Blütenstände von Werauhia insignis im Habitat
Datei:Werauhia ochracea (TS) 2-01462.jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Werauhia ochracea
Datei:Werauhia ochracea (TS) 2-01472.jpg
Ausschnitt des Blütenstandes mit dreizähligen Blüten im Detail von Werauhia ochracea
Datei:Vriesea (or Werauhia) ororiensis (9301951579).jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Werauhia ororiensis im Habitat
Datei:Vriesea (or Werauhia) pedicellata (9304733886).jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Werauhia pedicellata im Habitat
Datei:Werauhia tarmaensis HabitusYoungInflorescences BotGardBln1006.jpg
Habitus und knospige Blütenstände von Werauhia tarmaensis
Datei:Werauhia viridiflora HabitusInflorescence BotGardBln091006b.jpg
Habitus, junger und alter Blütenstand der Grünblütigen Werauhie (Werauhia viridiflora)
Datei:Vriesea (or Werauhia) werckleana (9304735066).jpg
Habitus, Laubblätter und Blütenstand von Werauhia werckleana im Habitat
Datei:Werauhia werckleana (TS) 2-05140.jpg
Ausschnitt des Blütenstandes mit Deckblättern dreizähliger Blüte von der Seite im Detail mit Kelch- und Kronblättern von Werauhia werckleana

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="BromeliadEncyclopaedia"> Eric J. Gouda, Derek Butcher, Kees Gouda: Encyclopaedia of Bromeliads, Version 5, 2023. In „Species Index“ oder „synonyms“ auf Werauhia, anschließend auf die Art/Unterart klicken, zuletzt eingesehen am 4. März 2026 </ref> <ref name="Grant1995"> Jason R. Grant: The resurrection of Alcantarea and Werauhia, a new genus. In: Tropische und Subtropische Pflanzenwelt, Band 91, 1995, S. 16–51. PDF. </ref> <ref name="Grant1995b"> J. R. Grant: Addendum to „The resurrection of Alcantarea and Werauhia, a new genus“ (Bromeliaceae: Tillandsioideae). In: Phytologia, Volume 78, 1995, S. 119–123. </ref> <ref name="Grant1998"> Jason R. Grant: An Annotated Catalogue of the Generic Names of the Bromeliaceae, Onlineversion aus Selbyana, Volume 19, Issue 1, 1998, S. 91–121. </ref> <ref name="Luther2008"> Harry E. Luther: An Alphabetical List of Bromeliad Binomials, 2008 in The Marie Selby Botanical Gardens, Sarasota, Florida, USA. Veröffentlicht durch The Bromeliad Society International. (PDF-Datei; 314 kB) </ref> <ref name="Barfuss2016"> Michael H. J. Barfuss, Walter Till, Elton J. C. Leme, Juan P. Pinzón, José M. Manzanares, Heidemarie Halbritter, Rosabelle Samuel, Greg K. Brown: Taxonomic revision of Bromeliaceae subfam. Tillandsioideae based on a multi-locus DNA sequence phylogeny and morphology. In: Phytotaxa, Volume 279, Issue 1, Oktober 2016, S. 001–097. doi:10.11646/phytotaxa.279.1.1 </ref> </references>

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Werauhia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien