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Zschirla

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Zschirla
Gemeinde Colditz
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(197)&title=Zschirla 51° 8′ N, 12° 51′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(197) 51° 7′ 51″ N, 12° 50′ 46″ O
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Höhe: 223 m ü. NN
Fläche: 1,65 km²<ref name="Gindex">Gemarkung Zschirla, Stadt Colditz. In: GEOindex. Abgerufen im März 2026.</ref>
Einwohner: 197 (2017)<ref>Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept. (PDF; 16,1 MB) Stadt Colditz, S. 26, abgerufen am 20. November 2023.</ref>
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. April 1937
Eingemeindet nach: Kaltenborn
Postleitzahl: 04680
Vorwahl: 034381
Zschirla (Sachsen)
Zschirla (Sachsen)
Lage von Zschirla in Sachsen
Datei:ZschirlaKirche1.JPG
Kirche

Zschirla ist seit 2011 ein Ortsteil der Stadt Colditz im sächsischen Landkreis Leipzig, zuvor war der Ort ein Ortsteil von Zschadraß.

Geographische Lage und Erreichbarkeit[Bearbeiten]

Zschirla liegt circa 7 km östlich der Stadt Colditz und ist über die B 176 und über den Colditzer Ortsteil Kaltenborn zu erreichen.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Siedlung wurde Zschirla erstmals 1215 unter dem Namen Scherlin in Urkunden erwähnt.<ref>1215. Erste urkundliche Erwähnung "Scherlin", In: Stadt Colditz - Zschirla. Abgerufen am 29. Oktober 2024.</ref> Innerhalb der Ortschaft entwickelte sich zunächst ein gutsherrliches Vorwerk, dann ein Herrensitz mit konventionellem Rittergut. Dieser Gutsbesitz war zunächst Eigentum verschiedener adeliger Familien. Ende des 18. Jahrhunderts hatte Zschirla zwei Gutsherrinnen, zunächst bis 1783 Charlotte Christiane von Rackel, geb. von Wallwitz, Ehefrau des Obersts Adolph von Rackel, der 1780 gestorben war. Charlotte Christiane von Rackel war in erster Ehe mit dem Kapitän (Hauptmann) Boguslav Martin Gustav von Dzierzanowski verheiratet.<ref>Walter von Boetticher: Geschichte des Oberlausitzischen Adels und seiner Güter 1635–1815. Band 2. 1913., R (v. Rackel), Hrsg. Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften, Selbstverlag, Oberlößnitz/Görlitz 1913, S. 524 f.</ref> Es folgte im Gutsbesitz Anna Charlotta von Dzierzanowska,<ref>Aufschwörtafel C. L. von Ampach, In: Domstiftsarchiv Naumburg (DStA. Nmb.) Tit. XXVc2.</ref> Gutsherrin auf Zschirla bei Colditz.<ref>Vgl. Vita, In: § 39. Domkanoniker. In: Matthias Ludwig: Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg. Das Bistum Naumburg 2. Das Domstift Naumburg. Online-Ressource, In: Germania Sacra, Dritte Folge, 19, De Gruyter - De Gruyter Akademie Forschung, Berlin/Boston 2021, ISBN 978-3-11-072712-8, S. 1193.</ref> Ehefrau des Haupt-Salzverwalters Johann Friedrich von Ampach. Sie waren die Eltern des besonders in Sachsen einflussreichen Domherrn zu Wurzen und Naumburg, Immanuel Christian Leberecht von Ampach.

Dann übernahmen später bürgerlichen Familien den Gutsbetrieb. Um 1860 stellte die Familie Steiger den Gutsbesitzer.<ref> Kurze Beschreibung des in der Oberförsterei Colditz liegenden Timmlitzwaldes und des Revieres Wendishain. Eine Festgabe für die Mitglieder des sächsischen Forstvereins, welche die zu Leisnig stattfindende 11. Versammlung besuchen. 1861. Bruno Heinke, Colditz 1861, S. 112.</ref> Vor 1890 erwarb G. Winckler das Gut.<ref>Mitgliederliste der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. Nach dem Stande vom 1. Oktober 1889. In: Jahrbuch der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft. Band 4, 1889, Paul Parey, Berlin 1890, S. 68.</ref><ref>Vgl. Alfred Burgmann, Wilhelm Feldmann: Die Rittergüter des Königreichs Sachsen. Ein Abriss ihrer Geschichte und rechtlichen Stellung nebst topographischer und statistischer Nachrichten über sämtl. Rittergüter, pp., Begr. H. L. Hofmann, 2. Auflage, Leonhardi-Museum-Dresden, Dresden-Blasewitz 1914, S. 395.</ref> Letzter Gutsherr war der Landwirt<ref>Jahresbericht der Realschule und des Progymnasiums zu Grimma über das Schuljahr 1900/1901. 1901. Progr. Nr. 616. Frdr. Bode, Grimma 1901, S. 8.</ref> Ewald Winkler Gutsbesitzer. Um 1925 hatte das kleine Rittergut in Zschirla einen Umfang von 105 ha.<ref>Ernst Ullrich, Ernst Seyfert: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Güter und Wirtschaften im Freistaat Sachsen. Verzeichnis. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben, 3. Auflage, In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher, Band IX; Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1925, S. 388.</ref> Bis zu den Enteignungen der Bodenreform 1945/1946 blieb Familie Winkler Eigentümer des Gutes.

Mit seinen 215 Einwohnern zählt Zschirla zu den mittelgroßen Ortsteilen der Stadt Colditz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Liste der Kulturdenkmale in Zschirla enthält acht Objekte, u. a.:

  • Dorfkirche Zschirla, 1863/1864<ref>Cornelius Gurlitt: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 20. Heft (2. Hälfte): Amtshauptmannschaft Grimma, C. C. Meinhold & Söhne, Dresden 1898, S. 295 f. Digitalisat</ref>
  • Ehem. Rittergut mit Herrenhaus
  • Tiergartentor
  • Transformationenstation, um 1920

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Zschirla, In: Adreßbuch der Stadt Colditz und der 35 Landgemeinden des Amtsgerichtsbezirks Colditz. Druck G. Geißler Colditz, Verlag Emil Friedrich, Colditz 1913, S. 180. Digitalisat, S. 181. Digitalisat, S. 182. Digitalisat
  • Zirschla, In: Von Altenhain bis Zschirla. Kirchen, sakrale Schätze und christliches Leben im Kirchspiel Muldental. Hrsg. Ev.-Luth. Kirchspiel Muldental, Grimma 2021. ISBN 978-3-00-071256-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Zschirla – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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