Alpenparlament
Alpenparlament ist eine private Organisation im Berner Oberland in der Schweiz, die eine Webseite und ein Internetfernsehen unter der Domain www.alpenparlament.tv betreibt<ref>https://www.alpenparlament.tv/</ref> und sich politisch betätigt.
Laut der Zeitung Der Bund verbreitet die Organisation über ihre Medien «antisemitische, rassistische und esoterische Verschwörungstheorien».<ref name="Der Bund 23.3.2016" /> Sie vertreibt laut der Neuen Zürcher Zeitung alternativmedizinische Heilmittel, darunter ein «Therapiegerät», das Hepatitis, Tuberkulose, Syphilis und Malaria innerhalb von Minuten heilen können soll. Gemäss ihrer Selbstdarstellung ist die Organisation dagegen eine «Gruppe von Freidenkern», die eine Revolution «für das Wohl aller Menschen dieser Erde» anstrebt.<ref name="NZZ 11.7.2013">Referendum gegen die 100-Franken-Vignette: SVP stützt sich auf Esoteriker-Truppe. NZZ vom 11. Juli 2013</ref> Zur humanistisch-säkular ausgerichteten Freidenker-Vereinigung der Schweiz bestehen allerdings keine Verbindungen, wie diese betont.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Keine Verbindung zwischen Freidenker-Vereinigung und «Alpenparlament». ( vom 16. Juli 2013 im Internet Archive)</ref>
Politik[Bearbeiten]
Martin Frischknecht kandidierte bereits bei den Nationalratswahlen 2003 und 2007 als Spitzenkandidat für die «Partei Interessengemeinschaft Gesundheit» (PIG). Diese vertrat ähnliche Anliegen wie später «Alpenparlament»,<ref>Nationalratswahlen: 185 Bernerinnen und 361 Berner drängen ins Bundeshaus.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.«Pig» - Eine Partei für die Gesundheit. ( vom 26. Februar 2014 im Internet Archive)</ref> und ihre Kandidaten traten später teils auch auf der Liste von «Alpenparlament» an.<ref>Martin Frischknecht, Katherina Frischknecht, Franca Kull Bruno Gattiker; vgl. Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Nationalratswahlen 2011 Kanton Bern Liste 23: Alpenparlament (ALP) ( vom 12. Juli 2013 im Webarchiv archive.today); Nationalratswahlen 2007 Kanton Bern Liste 21: Partei Interessengemeinschaft Gesundheit Parti Indépendant Santé; Nationalratswahlen vom 19.10.2003 Liste 21: Partei Interessengemeinschaft Gesundheit (PIG).</ref> Das «Alpenparlament» selbst nahm an den Schweizer Parlamentswahlen 2011 im Kanton Bern teil und erhielt 1'409 Stimmen (0,4 %). Zu den Schweizer Parlamentswahlen 2015 trat die Organisation in einer Listenverbindung mit der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der Jungen SVP an.<ref>«Listenverbindungen vor allem in der Mitte und bei Rot-Grün», Der Bund, 10. August 2015</ref> Bei den Schweizer Parlamentswahlen 2019 tritt die Partei «Gesundheit – Energie – Natur» an, die sich als «parteipolitischer Arm» des «Alpenparlaments» bezeichnet.<ref>Wahlbroschüre zu den Nationalratswahlen 2019, S. 4. Partei "Gesundheit - Energie - Natur", archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. September 2019; abgerufen am 22. März 2024.</ref>
Die Organisation wurde 2013 von Gründer Martin Frischknecht und von Roland Schöni geführt, die früher bei den Schweizer Demokraten politisch aktiv waren. In den Medien bekannt wurde die Gruppe im Jahr 2013 dadurch, dass sie die Unterschriftensammlung für das Referendum der Schweizerischen Volkspartei gegen die Erhöhung des Preises der Autobahnvignette administrierte.<ref name="NZZ 11.7.2013" /> 2016 trat sie als Mitinitiantin der «Hornkuh-Initiative» auf, die finanzielle Anreize gegen die Enthornung von Nutztieren schaffen will. Nach der wissenschaftlich nicht belegten Auffassung von «Alpenparlament» soll die Milch enthornter Tiere Allergien verursachen.<ref name="Der Bund 23.3.2016">Raphaela Birrer: Hinter der Hornkuh-Initiative stecken Verschwörungstheoretiker. Der Bund, 23. März 2016</ref><ref>Fünf Listenverbindungen für die Nationalratswahlen im Kanton Bern. In: Berner Zeitung. Tamedia Espace, ISSN 1424-1021 (bernerzeitung.ch [abgerufen am 23. September 2019]).</ref><ref>Wahlbroschüre zu den Nationalratswahlen 2019. Partei "Gesundheit - Energie - Natur", S. 4, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 23. September 2019; abgerufen am 22. März 2024.</ref>
Alpenparlament.TV[Bearbeiten]
Unter dem Namen Alpenparlament.TV werden mehrmals pro Monat im Internet Interviewvideos veröffentlicht. Als Moderator trat dabei meist Michael Friedrich Vogt auf, daneben auch Martin Frischknecht selbst, sowie in Einzelfällen auch weitere Personen. Die ersten Sendungen erschienen 2009, anfangs erschienen auch Aufnahmen von Vorträgen. Auch einzelne Dokumentarfilme erschienen auf der Website. 2011 wurde ein Filmproduzent namens Rolf Grund als Chefredakteur genannt.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Delphine – verehrt, geliebt, getötet. ( vom 7. Februar 2013 im Internet Archive)</ref> Gemäss Hugo Stamm ist der Internetsender eine Plattform für die rechtsesoterischen Ideen Frischknechts.<ref>Hugo Stamm: Esoterischer Fernsehsender steckt nach Streit in der Krise. In: Tages-Anzeiger auf derbund.ch vom 25. Februar 2014</ref>
«Alpenparlament.TV» zeichnete unter anderem Gespräche mit den folgenden Personen auf:
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- Wolfgang Berger
- Hans J. Bocker
- Mathias Bröckers
- Klaus Buchner
- Erich von Däniken
- Klaus Dona
- F. William Engdahl
- Christian Felber
- Peter Fitzek
- Oskar Freysinger
- Michael Grandt
- Wilhelm Hankel
- Johannes Holey
- Sepp Holzer
- Franz Hörmann
- Christoph Hörstel
- Oliver Janich
- Peter Lehmann
- Herdolor Lorenz
- Illobrand von Ludwiger
- Michael Mross
- Rudolf Passian
- Peter Plichta
- Armin Risi
- Peter Feist
- Alireza Salari (iranischer Botschafter in Bern)
- Ulrich Schacht
- Johann Georg Schnitzer
- Bernd Senf
- Gerhard Spannbauer
- Holger Strohm
- Wolfgang Thüne
- Bertram Verhaag
- Daniel Vischer
- Frieder Wagner
- Claudia von Werlhof
- Marcel Wojnarowicz
- Thomas Wüppesahl
- Hans-Joachim Zillmer
«Alpenparlament Kongress»[Bearbeiten]
2012 und 2013 veranstaltete «Alpenparlament» auch den «Alpenparlament Kongress». Am 1. und 2. Juni 2013 bot dieser laut Programmankündigung<ref>Ein «Anstoß» zum Aufbruch. In: Internet Archive. Abgerufen am 30. August 2020.</ref> unter anderem Vorträge und Diskussionen von bzw. mit:
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- Rico Albrecht
- Michael Amira
- Wolfgang Berger
- Andreas von Bülow
- Hardy Burbaum
- Erich von Däniken
- Jürgen Elsässer
- Peter Feist
- Katrin Halser-Frischknecht
- Martin Frischknecht
- Daniele Ganser
- Guido Grandt
- Michael Grandt
- Angie Holzschuh
- Oliver Janich
- Uwe Karstädt
- Tatjana Lackmann
- Jürgen Lütke-Wenning
- Theo Meier zu Evenhausen
- Peter Plichta
- Carola Sarrasin
- Ulrich Schacht
- Marcus Schmieke
- Peter Scholl-Latour
- Michael Friedrich Vogt
- Gerhard Wisnewski
Einige Aufnahmen der Vorträge bzw. Gespräche erschienen auch online beim Alpenparlament.TV. Beworben wurde der Kongress 2013 über das Magazin Compact.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
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