Ammerschwihr
| Ammerschwihr | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:FR 68 Blason ammerschwihr.svg | ||||||
| Staat | ||||||
| Region | Grand Est | |||||
| Département (Nr.) | Haut-Rhin (68) | |||||
| Arrondissement | Colmar-Ribeauvillé | |||||
| Kanton | Sainte-Marie-aux-Mines | |||||
| Gemeindeverband | Vallée de Kaysersberg | |||||
| Koordinaten | 48° 8′ N, 7° 17′ O
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| Höhe | 193–882 m | |||||
| Fläche | – | |||||
| Einwohner | 1.580 (1. Januar 2023) | |||||
| Bevölkerungsdichte | – Einw./km² | |||||
| Postleitzahl | 68770 | |||||
| INSEE-Code | 68005 | |||||
| Datei:Ammerschwihr 032.JPG Blick auf Ammerschwihr | ||||||
Ammerschwihr ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine französische Gemeinde mit 1.580 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie ist Mitglied der Communauté de communes de la Vallée de Kaysersberg. Das Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.
Geographie[Bearbeiten]
Die Kleinstadt liegt im Oberelsaß, etwa neun Kilometer nordwestlich von Colmar am Westrand der Oberrheinebene, am Ostrand der Vogesen und wird auf einem kurzen Abschnitt auch von der Fecht tangiert. Ein Teil des Wallfahrts- und Luftkurorts Trois-Épis (Drei Ähren) liegt auf dem Gebiet der Gemeinde. Dazu gehört auch die moderne Wallfahrtskirche Notre-Dame-de-l’Annonciation.
Geschichte[Bearbeiten]
Früheste Erwähnung als Amalrici villare, bereits 869. Weitere Ortsbezeichnungen sind Amelrichswilere (877), Amelricheswilere (977), Amalricho villa (1128), Amricheswilre (1183), Amilricheswilre (1187), Amalrici villare (13. Jh.), Ammelrewilre (13. Jh.), Amiliswilr (13. Jh.), Amarici villa (1232), Ammerswilre (1277), Amiliswire (1288), Amerswilr (1278 ff.), Amliswire (1303),Ammerschweir (1400), Ammerschwier (1402), Amerszwilr (1475), Amerschwir (1478), Amarswylere (1512), Amorssweiler (1573), Ammerschweiher (1644) sowie Marinivilla und Mariville (1655).<ref name=Kraus >Franz Xaver Kraus: Kunst und Alterthum in Elsass-Lothringen. Beschreibende Statistik. Band II: Ober-Elsass, Friedrich Bull, Straßburg 1881, S. 16–22 (Google Books).</ref> Die ursprüngliche Namensbedeutung ist Dorf(Weiler) des Amalrich.
Das Dorf wird erstmals 1367 als Stadt erwähnt. Im 14. Jahrhundert erfolgte eine in jener Zeit häufige Siedlungskonzentration: Die Einwohner von Meywiller und Katzenwiller begaben sich in den Schutz des befestigten Ammerschwihr. Die Stadt unterstand drei Herrschaften: dem heiligen römischen Reich, vertreten durch den Reichsvogt von Kaysersberg, den Herren von Rappoltstein und den Herren von Hoh-Landsberg, beide Lehensträger der Habsburger. Jede dieser Herrschaften war verantwortlich für die Sicherung jeweils eines Stadttores.
Die vorderösterreichischen Herrschaft Landsberg im Heiligen Römischen Reich, ging im 16. Jahrhundert an Lazarus von Schwendi, der 1568 von Kaiser Maximilian II. zum „Reichsfreiherrn von Landsberg“ erhoben wurde (ab 1572 „Reichsfreiherr von Hohenlandsberg“). Unter Lazarus erlebte der Ort eine Blütezeit. Im Dreißigjährigen Krieg (1634) stellte sich Ammerschwihr unter den Schutz des französischen Königs, so wurde die Stadt von französischen Truppen besetzt. Im Westfälischen Frieden gelangte Ammerschwihr mit dem ganzen habsburgischen Besitz im Elsass, damit auch die Herrschaften Landsberg und Rappoltstein, an die französische Krone, was durch die Reunionskammern Ludwigs XIV. 1680 bestätigt wurde. Endgültig wurde die Stadt erst in der Revolution Frankreich einverleibt.
Durch den Frankfurter Frieden vom 10. Mai 1871 kam das Gebiet an das Reichsland Elsaß-Lothringen, und das Dorf wurde dem Kreis Rappoltsweiler im Bezirk Oberelsaß zugeordnet. Nach dem Ersten Weltkrieg musste die Region aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags 1919 an Frankreich abgetreten werden. Im Zweiten Weltkrieg war die Region von der deutschen Wehrmacht besetzt, und die Stadt stand bis 1944 unter deutscher Verwaltung. Gegen Ende 1944 wurde bei heftigen Gefechten zwischen deutschen und US-Truppen ein großer Teil der hauptsächlich aus dem 16. Jahrhundert stammenden Bebauung zerstört. Die Befreiung von der Naziherrschaft erfolgte am 18. Dezember 1944 durch eine amerikanische Infanteriedivision, unterstützt von französischen Panzern. Dies geschah im Zuge der Endoffensive gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar).
Die 8,7 km lange Drei-Ähren-Bahn, die im Ersten Weltkrieg durch eine 11,3 km lange Förderbahn verlängert wurde, war 1899–1937 in Betrieb.
Seit 1986 gehört die Stadt mit anderen elsässischen und deutschen Gemeinden dem Lazarus-Schwendi-Städtebund an und erinnert damit an eine begünstigte Epoche seiner Geschichte.
Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]
| Jahr | 1962 | 1968 | 1975 | 1982 | 1990 | 1999 | 2007 | 2017 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einwohner | 1341 | 1405 | 1448 | 1566 | 1869 | 1892 | 1913 | 1779 |
| Quellen: Cassini und INSEE | ||||||||
Wirtschaft[Bearbeiten]
In Ammerschwihr spielt der Weinbau eine herausragende Rolle. Die Einzellage Kaefferkopf ist seit 2007 eine Alsace-Grand-Cru-Lage. Daher liegt der Ort auch an der Elsässer Weinstraße.
Bauwerke[Bearbeiten]
- Die Kirche St. Martin aus dem 16. Jahrhundert, eine gewölbte Basilika mit rechteckigem Chorschluss, hat einen Kirchturm, der 1910 im neugotischen Stil errichtet wurde. Am Chorbogen ein Kruzifix von 1606. die zur Kreuzigungsgruppe gehörenden Maria und Johannes um 1500. Weitere Statuen aus dem frühen 16. Jahrhundert (Muttergottes, Rochus, Nikolaus u. a). Ein Christus auf dem Palmesel Ende 15. Jahrhundert.
- Von der mittelalterlichen Befestigung sind noch einige Bauten erhalten: Teile der Stadtmauer, das Obertor, ein Torturm vom späten 14. Jahrhundert mit Fachwerkobergeschoss, der Bürgerturm (Tour des Bourgeois) und der Schelmenturm (Tour des fripons) aus dem 16. Jahrhundert (1535), ein umgebauter Rundturm mit Schießscharten und Kegeldach; dieser diente einst als Gefängnis.
- Stockbrunnen mit Wildem Mann. des 16. Jahrhunderts.
- Deutscher Soldatenfriedhof im Ortsteil Trois-Épis
- Das Château de Meywihr ist eine zerstörte Burg aus dem 10. Jahrhundert. Die Burg befindet sich auf Privatgrund und ist seit 1965 als Monument historique vom französischen Kulturministerium aufgeführt.
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- Ortsbilder
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Kirche St. Martin
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Rathaus
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Altstadtgasse mit Obertor
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Bürgerturm
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Wallfahrtskirche in Trois-Épis
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
- Louis Dubois (1726–1766), Orgelbaumeister (tätig in Wissembourg, Saverne usw.)
- Joseph Bergöntzle (1754–1819), Orgelbauer
- Johann Baptist von Altermatt (1764–1849), solothurnischer Offizier, Politiker und Kartograf
- Jakob Ignatius Simonis (1831–1903), katholischer Geistlicher, Superior der Niederbronner Schwestern und Abgeordneter im deutschen Reichstag.
- Armand Schiele (* 1967), französischer Skirennläufer, in Ammerschwihr aufgewachsen.
Freizeit[Bearbeiten]
Bei Ammerschwihr gibt es einen 18-Loch-Golfplatz mit einer zusätzlichen Bahn über neun Löcher.
Literatur[Bearbeiten]
- Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 663–664.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
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