Benzydamin
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| Strukturformel von Benzydamin | ||||||||||||||||||||||
| Allgemeines | ||||||||||||||||||||||
| Name | Benzydamin | |||||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel |
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| Kurzbeschreibung |
weißer Feststoff (Hydrochlorid)<ref name="TCI">Eintrag zu Benzydamin bei TCI EuropeVorlage:Abrufdatum</ref> | |||||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | ||||||||||||||||||||||
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| Arzneistoffangaben | ||||||||||||||||||||||
| ATC-Code | ||||||||||||||||||||||
| Wirkstoffklasse |
NSAR (Nichtsteriodiales Antirheumatikum) | |||||||||||||||||||||
| Eigenschaften | ||||||||||||||||||||||
| Molare Masse | ||||||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest<ref name="Sigma" /> | |||||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
160 °C (Hydrochlorid)<ref name="TCI" /> | |||||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
löslich in Wasser (Hydrochlorid)<ref name="TCI" /> | |||||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | ||||||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten |
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | ||||||||||||||||||||||
Benzydamin (Handelsnamen: neo-angin, Tantum (-Verde, -Rosa), Pretuval oder Difflam) ist ein entzündungshemmender, schmerzlindernder und antibakterieller Wirkstoff, der lokal in Form einer Gurgellösung, als Spray oder Lutschpastillen zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und Reizungen im Mund- und Rachenraum angewandt wird, zum Beispiel bei Halsschmerzen. Die Mittel werden mehrmals täglich verabreicht.<ref>R. S. Turnbull: Benzydamine Hydrochloride (Tantum) in the management of oral inflammatory conditions. In: Journal (Canadian Dental Association). Band 61, Nummer 2, Februar 1995, S. 127–134. PMID 7600413 (Review).</ref> 2013 ist Benzydamin in einer Konzentration bis 0,15 % als Lösung (Spray) und 3 mg pro Lutschtablette in Deutschland aus der Verschreibungspflicht entlassen worden.<ref>Warum unterliegt hochdosiertes Benzydamin-Spray der Verschreibungspflicht. In: Deutsche Apotheker Zeitung. 29. Dezember 2013, abgerufen am 8. März 2025.</ref>
Präparate für die systemische Anwendung (Dragees, Kapseln, Injektionslösung) sind in Deutschland nicht (mehr) erhältlich.
Darstellung und Gewinnung[Bearbeiten]
Die Herstellung von Benzydamin erfolgt in einer dreistufigen Synthese. Im ersten Schritt wird durch eine N-Alkylierung von Methylanthranilat mittels Benzylchlorid der 2-Benzylaminobenzoesäuremethylester erhalten. Der nachfolgende Ringschluss wird durch eine Umsetzung mit Natriumnitrit in salzsaurem Medium zum Nitrosamin und anschließender Reduktion mit Natriumhydrogensulfit zum Hydrazin-Derivat (im Formelschema nicht gezeigt) realisiert. Die Zielverbindung ergibt sich dann durch eine Veretherung mit 3-Dimethylaminopropylchlorid in Gegenwart von Natriummethylat.<ref name="Kleemann" />
Struktur und Eigenschaften[Bearbeiten]
Benzydamin liegt in Arzneimitteln als Benzydaminhydrochlorid vor. Es ist ein benzyliertes Indazol-Derivat. Benzydamin ist lipophil bei pH 7,2.<ref name="Eigenschaften">A. Burger, H. Wachter (Hrsg.): Hunnius. Pharmazeutisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin / New York 1998, ISBN 3-11-015792-6.</ref>
Wirkungen[Bearbeiten]
Benzydamin (A01AD02) hat entzündungshemmende, lokalanästhetische, leicht bakterizide und fungizide Eigenschaften in der lokalen Therapie als Gurgellösung, Lutschtablette/Pastille oder als Spray. Peroral eingenommen ist es zusätzlich fiebersenkend und schmerzlindernd, aber Präparate für die systemische Anwendung (Dragees, Kapseln, Injektionslösung) sind in Deutschland nicht (mehr) erhältlich.
Indikationen[Bearbeiten]
Zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen und Reizungen im Mund- und Rachenraum, zum Beispiel bei Halsschmerzen.
Dosierung[Bearbeiten]
Gemäß der Fachinformation. Die Arzneimittel werden mehrmals täglich angewendet. Essen, Trinken oder die Mundhygiene können die Wirksamkeit reduzieren.
Mögliche unerwünschte Wirkungen[Bearbeiten]
Zu den möglichen unerwünschten Wirkungen gehören Photosensibilität (Lichtempfindlichkeit, erhöhtes Sonnenbrandrisiko), Überempfindlichkeitsreaktionen wie Juckreiz, Brennen, Mundtrockenheit, Stimmritzenkrampf und Angioödeme (Haut-, Schleimhautschwellungen).
Pharmakokinetische Eigenschaften[Bearbeiten]
Resorption[Bearbeiten]
Bei lokaler Anwendung findet eine sehr gute Penetration des Wirkstoffes durch die Haut- und Schleimhautoberflächen und eine Anreicherung im darunterliegenden entzündlich veränderten Gewebe statt. Die Resorption über die Mund- und Rachenschleimhaut wird durch eine messbare Menge Benzydamin im menschlichen Blutserum belegt. Zirka zwei Stunden nach der Anwendung einer Lutschtablette zu 3 mg beträgt die maximale Plasmakonzentration von Benzydamin 37,8 ng/ml, die AUC erreicht einen Wert von 367 ng/ml*h. Diese Werte reichen allerdings nicht aus, um systemische pharmakologische Wirkungen zu erreichen.
Verteilung[Bearbeiten]
Bei oraler Applikation wird Benzydamin umfassend und langsam in die Gewebe verteilt (Verteilungsvolumen = 100 l). Die Bindung an Plasmaproteine beträgt lediglich 10 bis 15 %.
Biotransformation[Bearbeiten]
In 24 Stunden werden rund 40 % einer Einzeldosis in Form polarer Metaboliten (hauptsächlich Benzydamin-N-oxid und 5-Hydroxybenzydamin-glucuronid) und 5 % als unverändertes Benzydamin mit dem Urin ausgeschieden. 70 % der verabreichten Dosis werden über die Nieren ausgeschieden.<ref name=":1">Klaus Müller, Heige Prinz, Matthias Lehr: Pharmazeutische/Medizinische Chemie. 1. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-8047-3925-3.</ref>
Elimination[Bearbeiten]
Die Plasmahalbwertszeit beläuft sich auf zirka 13 Stunden.<ref name=":1" />
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
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- ATC-A01
- ATC-G02
- ATC-M01
- ATC-M02
- ATC-R02
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Augenreizender Stoff
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Arzneistoff
- Alkylarylether
- Indazol
- Dimethylamin
- Benzylverbindung
- Pyrazol