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Captan

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Strukturformel
Strukturformel von Captan
Allgemeines
Name Captan
Andere Namen
  • N-Trichlormethylmercapto-4-cyclohexen-1,2-dicarboximid
  • 1,2,3,6-Tetrahydro-N-(trichlormethylthio)phthalimid
  • N-(Trichlormethylthio)cyclohex-4-en-1,2-dicarboximid
  • meso-N-Trichlormethylmercapto-4-cyclohexen-1,2-dicarboximid
  • meso-1,2,3,6-Tetrahydro-N-(trichlormethylthio)phthalimid
  • meso-N-(Trichlormethylthio)cyclohex-4-en-1,2-dicarboximid
  • 3a,4,7,7a-Tetrahydro-2-(trichlormethylthio)isoindol-1,3-dion
  • 3a,4,7,7a-Tetrahydro-2-(trichlormethansulfenyl)-1,3-iso-indoldion
Summenformel C9H8Cl3NO2S
Kurzbeschreibung

weißer bis gelber Feststoff mit schwach mercaptanartigem Geruch<ref name="GESTIS">Eintrag zu Captan in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 205-087-0
ECHA-InfoCard 100.004.626
PubChem 8606
ChemSpider 8287
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 300,59 g·mol−1
Aggregatzustand

fest<ref name="GESTIS" />

Dichte

1,74 g·cm−3<ref name="GESTIS" />

Schmelzpunkt
  • 178 °C<ref name="GESTIS" />
  • 158–164 °C (technisches Produkt)<ref name="GESTIS" />
Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (< 0,5 mg·l−1 bei 25 °C)<ref name="GESTIS" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.004.626">Eintrag zu Captan in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 317​‐​318​‐​331​‐​351​‐​400
P: 273​‐​280​‐​302+352​‐​304+340+311​‐​305+351+338​‐​308+313<ref name="GESTIS" />
MAK

Schweiz: 5 mg·m−3 (gemessen als einatembarer Staub)<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 133-06-2 bzw. Captan)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Captan ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Phthalimide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Captan kann durch Reaktion von 1,2,3,6-Tetrahydrophthalimid mit Trichlormethansulfenylchlorid (Perchlormethylmercaptan) in Gegenwart von Natriumhydroxid gewonnen werden.<ref name="Unger"></ref>

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Eigenschaften[Bearbeiten]

Captan ist ein brennbarer weißer bis gelber (technisches Produkt) Feststoff mit schwach mercaptanartigem Geruch, der praktisch unlöslich in Wasser ist. Er zersetzt sich bei Erhitzung<ref name="GESTIS" /> und hydrolysiert langsam unter neutralen und rasch unter basischen Bedingungen.<ref name="Roberts"></ref>

Verwendung[Bearbeiten]

Datei:Captan USA 2011.png
Geschätzte Ausbringungsmenge in den USA 2011

Captan wird als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln verwendet.<ref name="GESTIS" /> Es dient als Fungizid gegen eine Reihe von Krankheiten.<ref name="Roberts" /> Captan wurde im März 1949 in den USA erstmals zugelassen.<ref name="Krieger"></ref> Dort werden jährlich über 1400 t Captan – meist im Wein- und Obstbau – eingesetzt.

Im Obstbau wird Captan als Kontaktfungizid gegen pilzliche Lagerfäulen und Apfelschorf verwendet.

Zulassung[Bearbeiten]

Der Wirkstoff Captan wurde in der Europäischen Union mit Wirkung zum 1. Oktober 2007 für Anwendungen als Fungizid zugelassen.<ref>Richtlinie 2007/5/EG der Kommission vom 7. Februar 2007 zur Änderung der Richtlinie 91/414/EWG des Rates zwecks Aufnahme der Wirkstoffe Captan, Folpet, Formetanat und Methiocarb.Vorlage:Abrufdatum</ref>

In vielen Staaten der EU, unter anderem in Deutschland und Österreich, sowie in der Schweiz sind Pflanzenschutzmittel (z. B. Malvin, Merpan) mit diesem Wirkstoff zugelassen.<ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Captan in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs (Eingabe von „Captan“ im Feld „Wirkstoff“) und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Captan ist vermutlich karzinogen. Aus Gründen der Anwendersicherheit (Einatmen von Captanstaub beim Einfüllen) wurde 1986 die seit 1971 bestehende Zulassung nicht verlängert.<ref>Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Frau Hönes, Werner (Dierstorf) und der Fraktion DIE GRÜNEN – Drucksache 10/5953 – Nichtverlängerung der Zulassung von 36 Pflanzenschutzmitteln mit den Wirkstoffen Captan, Captafol und Folpet (22. September 1986).</ref> Erst 2001 wurde Captan in Deutschland als nichtstaubendes wasserdispergierbares Granulat (WG) wieder zugelassen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />