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Coronadit

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Coronadit
Datei:Pyromorphite-Coronadite-146089.jpg
Pyromorphit und Coronadit, gefunden bei Broken Hill, New South Wales, Australien
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Cor<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Pb(Mn4+6, Mn3+2)O16
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Oxide und Hydroxide
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IV/D.03b
IV/D.08-070

4.DK.05
07.09.01.04
Ähnliche Minerale Hollandit, Kryptomelan
Kristallographische Daten
Kristallsystem monoklin
Kristallklasse; Symbol monoklin-prismatisch; 2/m
Raumgruppe I2/m (Nr. 12, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/12.3
Gitterparameter a = 9,938 Å; b = 2,8678 Å; c = 9,834 Å
β = 90,39°<ref name="PostBisch" />
Formeleinheiten Z = 1<ref name="PostBisch" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 4,5 bis 5
Dichte (g/cm3) gemessen: 5,41–5,51; berechnet: 5,431<ref name="FrondelHeinrich" />
Spaltbarkeit Bitte ergänzen!
Farbe Schwarz-metallisch, Weiß bei reflektiertem Licht<ref name="Handbookofmineralogy" />
Strichfarbe Bräunlichschwarz
Transparenz opak
Glanz Metallglanz, auch matt<ref name="Mindat" />
Kristalloptik
Optischer Charakter stark anisotrop<ref name="Handbookofmineralogy" />
Pleochroismus stark ausgeprägt, Dunkelbraun bis Grau<ref name="Handbookofmineralogy" />
Weitere Eigenschaften
Chemisches Verhalten löslich in Säuren

Coronadit ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Oxide und Hydroxide. Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pb(Mn4+6, Mn3+2)O16. Er besteht somit aus Blei (28 %), Mangan (49 %) und Sauerstoff (23 %).<ref name="Webmineral" /> Das Mineral bildet fasrige, traubenförmige Aggregate.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Das Mineral wurde 1904 von W. Lindgren und W. F. Hillebrand in der Coronado-Mine in Arizona, USA entdeckt. 1923 wurde die Eigenständigkeit des Minerals von Ernst Emerson Fairbanks in Frage gestellt, nach dessen Theorie Coronadit eine Mischung von Hollandit und einem unbekannten Mineral wäre. Das konnte jedoch nicht bestätigt werden, sodass das Mineral heute als eigenständig zählt und anerkannt ist.<ref name="FrondelHeinrich" />

Die Mine, in der der Coronadit gefunden wurde, ist nach dem spanischen Conquistador Francisco Vasquez de Coronado (1500–1554) benannt, der den Südwesten Amerikas entdeckte und erforschte. Deshalb ist nicht klar, ob das Mineral nach eben jenem Entdecker benannt ist<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="Mindat" /> oder nach der Typlokalität (Stelle der Erstbeschreibung), der Mine Coronado.<ref name="Mineralienatlas" />

Das Mineral wurde vor der Gründung der CNMNC entdeckt und ist daher {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value).<ref name="Mineralienatlas" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Coronadit zur Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort zur Abteilung „MO2- und verwandte Verbindungen“, wo er gemeinsam mit Hollandit, Kryptomelan, Manjiroit, Todorokit, Vernadit und Woodruffit in der „Kryptomelan-Reihe“ mit der Systemnummer IV/D.03b steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer IV/D.08-070. Dies entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 1 : 2 (MO2 und verwandte Verbindungen)“, wo Coronadit zusammen mit Cesàrolith, Ferrihollandit, Henrymeyerit, Hollandit, Kryptomelan, Manjiroit, Mannardit, Priderit, Redledgeit und Strontiomelan die „Kryptomelangruppe“ mit der Systemnummer IV/D.08 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Coronadit in die Klasse der „Oxide (Hydroxide, V[5,6]-Vanadate, Arsenite, Antimonite, Bismutite, Sulfite, Selenite, Tellurite, Iodate)“ und dort in die Abteilung „Metall : Sauerstoff = 1 : 2 und vergleichbare“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit großen (± mittelgroßen) Kationen; Tunnelstrukturen“ zu finden, wo es zusammen mit Akaganeit, Henrymeyerit, Hollandit, Manjiroit, Mannardit, Priderit und Redledgeit die „Hollanditgruppe“ mit der Systemnummer 4.DK.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen und zuletzt 1997 veröffentlichten Systematik der Minerale nach Dana hat Coronadit die System- und Mineralnummer 07.09.01.04. Das entspricht der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Mehrfache Oxide“. Hier findet er sich in der „Kryptomelangruppe“, in der auch Hollandit, Kryptomelan und Manjiroit eingeordnet sind.<ref name="Dana-1997" />

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Coronadit kristallisiert monoklin in der Raumgruppe I2/m (Raumgruppen-Nr. 12, Stellung 3)Vorlage:Raumgruppe/12.3 mit den Gitterparametern a = 9,938 Å, b = 2,8678 Å und c = 9,834 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.<ref name="Handbookofmineralogy" /> Die Kristallstruktur von Coronadit ist vergleichbar mit der von Hollandit.<ref name="PostBisch" />

Eigenschaften[Bearbeiten]

Chemische Eigenschaften[Bearbeiten]

Coronadit ist gut löslich in Säuren.<ref name="Mineralienatlas" /> Zudem kann das Mineral Spuren von Aluminiumoxid, Siliciumdioxid, Eisen(III)-oxid und Kupfer(II)-oxid beinhalten. Je nach Fundort sind die Beimengungen mehr oder minder stark ausgeprägt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Coronadit hat einen ausgeprägten Pleochroismus. Es scheint dunkelbraun bis grau.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Datei:Smithsonite-Coronadite-118225.jpg
Coronadit, zusammen mit Smithsonit, gefunden bei Broken Hill, New South Wales, Australien

Coronadit tritt oft in Paragenese mit Hollandit, Pyrolusit und anderen Mangan-Mineralen auf.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Coronadit kann an ca. 200 Orten gefunden werden.<ref name="Mindat" />

Als Typlokalität gilt der „Horse-Shoe“-Schacht in der Coronado-Mine in Arizona, USA.<ref name="Typlokalität" />

In Deutschland tritt das in einigen Bundesländern auf. In Baden-Württemberg gibt es drei Fundorte im Schwarzwald (Gengenbach, Titisee-Neustadt und Wolfach), sowie im Kaiserstuhl-Gebirge in Bötzingen und in Kraichgau in Bruchsal. In Bayern gibt es einen Fundort in der Oberpfalz in Freihung. In Niedersachsen gibt es einen Fundort in Clausthal-Zellerfeld im Harz. In Nordrhein-Westfalen gibt es im Bergischen Land einen Fundort in Engelskirchen und im Siegerland in Eiserfeld sowie Neunkirchen. In Rheinland-Pfalz gibt es einen Fundort in Hunsrück, einen im Lahntal und einen im Westerwald. In Sachsen gibt es einen Fundort in Callenberg.<ref name="Fundorte" />

In Österreich gibt es einen Fundort. Dieser liegt in Osttirol im Kalsertal.<ref name="Fundorte" />

In der Schweiz gibt es einen Fundort im Kanton Wallis in Fäld.<ref name="Fundorte" />

Ansonsten kann Coronadit in Australien, Bolivien, Brasilien, Bulgarien, Chile, China, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Indien, Indonesien, Iran, Irland, Italien, Japan, Jordanien, Kasachstan, im Kosovo, Mexiko, der Mongolei, Marokko, Namibia, Norwegen, Portugal, Rumänien, Russland, Sambia, der Slowakei, Südafrika, Spanien, Togo, der tschechischen Republik, der Ukraine, dem Vereinigten Königreich, den Vereinigten Staaten von Amerika und Usbekistan gefunden werden.<ref name="Fundorte" />

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Coronadite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Dana-1997"> </ref> <ref name="FrondelHeinrich"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Coronadit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 31. August 2022. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Coronadite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 31. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mineralienatlas"> Coronadit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung, abgerufen am 31. August 2022. </ref> <ref name="PostBisch"> </ref> <ref name="Typlokalität"> Typlokalität für Coronadit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 31. August 2022. </ref> <ref name="Webmineral"> David Barthelmy: Coronadite Mineral Data. In: webmineral.com. Abgerufen am 31. August 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> </references>