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Cyanine

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Cyanine (gr. cyanos, κυανός, blau) oder Cyanin-Farbstoffe ist eine Sammelbezeichnung für synthetische, organische Farbstoffe aus der Gruppe der Polymethin-Farbstoffe. Diese wurden 1922 von Walter König systematisiert. Alle Cyanine besitzen sowohl eine quartäre Ammonium-Gruppe als Elektronenakzeptor (Antiauxochrom), als auch eine tertiäre Aminogruppe als Elektronendonator (Auxochrom), die über eine Polyen-Brücke verbunden sind. Cyanine sind damit auch immer Imine (Azomethine). Beide Gruppen haben einen relativ starken bathochromen Effekt, weshalb Cyanin-Farbstoffe auch mit sehr kleinem π-Elektronensystemen bereits Licht im sichtbaren Bereich absorbieren.

Die Gruppe der Cyaninfarbstoffe umfasst die Diarylmethanfarbstoffe, die Triphenylmethanfarbstoffe und die Farbstoffe der Chinonimine.

Struktur[Bearbeiten]

Datei:Cyanine.png
Die drei Untergruppen der Cyanine:
I = offenkettige oder Streptocyanine,
II = Hemicyanine,
III = geschlossenkettige Cyanine

Die Cyanine werden in drei Untergruppen eingeteilt:

  • Die Struktur der Streptocyanine oder offenkettigen Cyanine ist
R2N+=CH[CH=CH-]nNR2 (I)
Aryl=N+=CH[CH=CH-]nNR2 (II)
  • Ist auch das zweite Stickstoffatom Teil eines Rings, handelt es sich um ein geschlossenkettiges Cyanin:<ref name=johannes>Johannes, H.H.: Cyanine: Direkte Funktionalisierung, Oligomerisierung, linear und nichtlinear optische Eigenschaften, Dissertation TU Braunschweig, 2000. DNB 960115293/34</ref>
Aryl=N+=CH[CH=CH-]nN=Aryl (III)

Die Kettenglieder zwischen den beiden Stickstoffatomen liegen normalerweise in der stabileren all-trans-Form vor. Vielfach werden auch Derivate stickstoffhaltiger Heterocyclen wie Chinoline, Thiazole, Pyrrole, Imidazole oder Oxazole eingesetzt, bei denen eines oder beide Stickstoffatome Teil eines Ringsystems sind.<ref name=roempp>Eintrag zu Cyanin-Farbstoffe. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> Die heterocyclische Farbstoffverbindung kann damit entweder ein Hemicyanin (Typ II), oder ein geschlossenkettiges Cyanin (Typ III) sein.

Herstellung[Bearbeiten]

Cyanin-Farbstoffe können mit verschiedenen Verfahren hergestellt werden, unter anderem durch die Kondensation komplexer Aldehyde mit Aminen.

Häufige Cyaninfarbstoffe[Bearbeiten]

Datei:Cy3 Cy5 dyes.gif
Farbstoff Anregungswellenlänge (nm) Emissionswellenlänge (nm) Molmasse in g·mol−1 Photonenausbeute Vertreter
Cy2 489 506 714 0,12 <ref group="S">Vorlage:Substanzinfo</ref>
Cy3 (512);550 570;(615) 767 0,15 <ref group="S">Vorlage:Substanzinfo</ref>
Cy3B 558 572;(620) 658 0,67 <ref group="S">Vorlage:Substanzinfo</ref>
Cy3.5 581 594;(640) 1102 0,15 <ref group="S">Vorlage:Substanzinfo</ref>
Cy5 (625);649 670 792 0,28 <ref group="S">Vorlage:Substanzinfo</ref>
Cy5.5 675 694 1128 0,28<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.Skriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> <ref group="S">Vorlage:Substanzinfo</ref>
Cy7 743 767 818 0,28

Cy™ ist eine Marke oder eingetragene Marke von GE Healthcare.<ref>https://www.thermofisher.com/de/de/home/life-science/cell-analysis/fluorophores/cy3-dye.html</ref><ref>https://www.scientificlabs.co.uk/handlers/libraryFiles.ashx?filename=Manuals_P_PA25001_A.pdf</ref>

Eigenschaften und Verwendung[Bearbeiten]

Die meisten Cyanine sind blau gefärbt und lichtempfindlich, besitzen damit nur eine geringe Farbechtheit und eignen sich im Allgemeinen nicht zur Färbung von Textilien. Die Lichtempfindlichkeit prädestiniert sie zur Verwendung in der Photographie, wo sie zur Sensibilisierung der Fotoemulsion eingesetzt werden. Auch in organischen Farbstofflasern sowie als Medikament gegen Wurminfektionen werden Cyanine verwendet.<ref name=roempp/> Brookers Merocyanin wird als solvatochromer Indikator verwendet.

CD/DVD Farbstoff[Bearbeiten]

Cyanine wurden zur Herstellung der ersten CD-Rs benutzt und sind teilweise immer noch (etwa von Taiyo Yuden) im Gebrauch, wie im Orange Book spezifiziert. Da Cyanin chemisch instabil ist, wurden verschiedene Mischungen (metallstabilisiertes Cyanin von TDK, Super Cyanine von Taiyo Yuden) entwickelt, die haltbarkeitsmäßig den Azo- und Phthalocyanin-Medien ebenbürtig sind.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/WaybackSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplatePar“ ist nicht vorhanden.Vorlage:Webarchiv/Wartung/URLSkriptfehler: Ein solches Modul „TemplUtl“ ist nicht vorhanden.</ref> Cyaninfarbstoffe für CD-R sind von Taiyo Yuden patentiert. Cyanine gehören ebenso wie Azofarbstoffe zu den Langstrategie-Farbstoffen. Für Cyanine sind bei CD-R die Typnummern 0 bis 4 reserviert. Heutige DVD-R-Medien benutzen Mischungen aus Cyaninen und Azofarbstoffen.

Biochemie[Bearbeiten]

Proteine können nach einer SDS-PAGE unter anderem mit dem Triarylmethanfarbstoff Coomassie-Brillant-Blau oder den Merocyaninen Fast Green FCF, SYPRO Orange oder SYPRO Red angefärbt werden. Der asymmetrische Cyanin-Farbstoff SYBR Green I wird zum Nachweis von doppelsträngiger DNA benutzt. Die Triarylmethanfarbstoffe Fuchsin und Parafuchsin werden zur Färbung in der Histologie verwendet. Verschiedene Cyanine können zur Molekülmarkierung verwendet werden,<ref>O. J. Keray: Funktionalisierte Cyaninfarbstoffe als molekulare Markierungsreagenzien (PDF; 3,3 MB), Dissertation, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 2007.</ref> z. B. Cy5-Succinimidylester.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Externe Links zu erwähnten Verbindungen[Bearbeiten]

<references group="S" />