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Dahlien

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Dahlien
Datei:Scarlet-flowered dahlia clean.jpg

Scharlach-Dahlie (Dahlia coccinea)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Coreopsideae
Gattung: Dahlien
Wissenschaftlicher Name
Dahlia
Cav.

Die Dahlien (Dahlia), selten auch noch Georginen genannt, bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Viele Sorten werden als Zierpflanzen verwendet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:The floral cabinet and magazine of exotic botany (1840) (14592123418).jpg
Illustration aus The floral cabinet and magazine of exotic botany, 1840 von Dahlia scapigera
Datei:Dahlie.png
Achäne

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Dahlien-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen, die am Stängelgrund manchmal etwas verholzen, selten kletternde Epiphyten (Dahlia macdougallii). Sie bilden Knollen oder knollig verdickten Rhizome als Überdauerungsorgane. Wenige Arten, wie beispielsweise Dahlia imperialis, können Wuchshöhen von bis zu 8 oder sogar 10 Metern erreichen. Dahlia macdougallii bildet Luftwurzeln. Die aufrechten, meist unverzweigten Stängel stehen je nach Sektion einzeln, zu zweit bis viert oder zahlreich in Bündeln.

Die echt gegenständig oder in dreizähligen Wirteln angeordneten Laubblätter sind einfach bis dreizählig fiedrig zusammengesetzt; der Blattrand kann fein bewimpert sein. Nebenblätter sind häufig vorhanden.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die runden körbchenförmigen Blütenstände stehen an langen, schlanken und kahlen Blütenstandsschäften. Die Hüllblätter stehen in zwei Reihen. Die fünf (selten vier bis sieben) äußeren Hüllblätter sind schmal linear bis eiförmig-rundlich, am Grund verschmälert und zur Anthese aufrecht, abstehend oder zurückgeschlagen, fleischig und grün, die acht (selten sieben oder neun) inneren sind häutig, an den Rändern weißlich-durchscheinend oder trocken, sonst braun bis rot, an den Spitzen oft purpurfarben oder rot abgesetzt, eiförmig und an den oberen Enden annähernd spitz bis stumpf, zur Fruchtzeit sich vergrößernd.

Die Achänen sind nicht geschnäbelt.

Die Chromosomenzahlen betragen meist 2n=16, vereinzelt auch 17 und 18, gelegentlich kommt Tetraploidie vor.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Datei:Dahlia imperialis1.jpg
Sektion Pseudodendron: Dahlia imperialis
Datei:Dahlia tenuicaulis - San Francisco Botanical Garden - DSC00015.JPG
Sektion Pseudodendron: Dahlia tenuicaulis
Datei:Dahlia merckii-IMG 4646.jpg
Sektion Dahlia: Merck-Dahlie (Dahlia merckii)
Datei:Dahlia sherffii 01.jpg
Sektion Dahlia: Dahlia sherffii

Die Gattung Dahlia ist auf den Hochebenen Mexikos und Guatemalas bis nach Kolumbien heimisch.

Die Gattung wird in vier Sektionen gegliedert und enthält etwa 35 Arten:<ref name="Hansen2004" />

  • Sektion Epiphytum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sherff: Mit nur einer Art:
    • Dahlia macdougallii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Sherff: Sie ist eine Liane mit Stämmen, die bis zu 5 Zentimetern dick und bis zu 20 Meter lang sind. Sie können bis 10 Meter hoch wachsen. Dieser Endemit ist nur von einem Ort im mexikanischen Bundesstaat Oaxaca bekannt.<ref name="Hansen2004" />

Botanische Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über Dahlien verdanken wir dem spanischen Arzt Francisco Hernandez vom Ende des 16. Jahrhunderts. Seine ersten Abbildungen von Dahlien entstanden 1575 und wurden erst nach seinem Tode im Jahre 1615 und 1651 veröffentlicht. Sie zeigen bereits halbgefüllte Kulturformen, sodass anzunehmen ist, dass sie schon vor der Entdeckung der Europäer in Mexiko in Kultur waren.<ref name="Wagenitz1979" />

1791 dann sandte Vicente Cervantes vom Botanischen Garten Mexiko-Stadt Dahliensamen nach Madrid zu Antonio José Cavanilles, damals Mitarbeiter und später Direktor des Real Jardín Botánico de Madrid. Noch im selben Jahr blühte die Pflanze, und anhand von Dahlia pinnata fertigte Cavanilles die wissenschaftliche Erstbeschreibung der Gattung in Icones et Descriptiones Plantarum Band 1 Seite 56 Tafel 80 an. Ihr Name ehrt den schwedischen Arzt und Botaniker Anders Dahl (1751–1789).<ref name="Burkhardt2018" /> Später beschrieb Cavanilles noch zwei weitere Arten, nämlich Dahlia rosea, die man als Synonym zu Dahlia pinnata ansieht, und Dahlia coccinea.

Ein späteres Synonym für die Gattung ist Georgine oder Georgina nach dem aus Pommern stammenden St. Petersburger Botaniker Johann Gottlieb Georgi. Von Carl Ludwig Willdenow 1805 irrtümlich vergeben, 1810 aber richtiggestellt, hielt sich die Bezeichnung unter Züchtern und ist in Skandinavien und Osteuropa heute noch als Trivialname für die Dahlien gebräuchlich.

Durch weitere Neubeschreibungen insbesondere Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts (Hemsley, Sherff, Paul D. Sørensen) vergrößerte sich die Anzahl der erfassten Arten bis 1969 auf 24. Durch spätere Autoren erhöhte sich die Zahl der Arten auf mittlerweile rund 35.

Verwendung[Bearbeiten]

Datei:Opgegraven dahliaknollen van enkele jaren oud.jpg
Dahlienknollen
Datei:RIMG0079be dahlie.jpg
Dahlien-Hybride

Die Knolle der Dahlie ist essbar. Die Dahlie wurde von den Azteken als Nahrungspflanze kultiviert und wird auch heute in Mittelamerika gegessen.<ref>Glenn Ross Whitley: The medicinal and nutritional properties of Dahlia spp. In: Journal of Ethnopharmacology. Band 14, Nr. 1, 1985, S. 80–81.</ref> Daneben waren den Azteken zahlreiche medizinale Anwendungen bekannt.<ref>Glenn Ross Whitley: The medicinal and nutritional properties of Dahlia spp. In: Journal of Ethnopharmacology. Band 14, Nr. 1, 1985, S. 78-80, doi:10.1016/0378-8741(85)90031-5.</ref><ref>Arthur O. Tucker, Jules Janick: Flora of the Voynich Codex: An Exploration of Aztec Plants. Springer, CHam 2019, ISBN 978-3-030-19376-8, S. 75.</ref> Auf Nahuatl hieß die Pflanze acocotli.<ref>Arthur O. Tucker, Jules Janick: Flora of the Voynich Codex: An Exploration of Aztec Plants. Cham 2019, S. 74</ref> Ob es sich bei der im Kodex Voynich abgebildeten (Fol. 99v#18) und als ăcatli bezeichneten Pflanze um eine Dahlie handelt, ist nicht völlig sicher.<ref>Arthur O. Tucker, Jules Janick: Flora of the Voynich Codex: An Exploration of Aztec Plants. Cham 2019, S. 74.</ref> Dahlien wurden vom Königlichen Botanischen Garten von Madrid der essbaren Knollen wegen eingeführt.<ref name="aztecdahlias">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Archived copy.] , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. Dezember 2013 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Die Knollen enthalten Stärke, Fett und Inulin.<ref>Rivera-Espejel, Esteban A; Cruz-Alvarez, Oscar; Mejía-Muñoz, José M; García-Mateos, María R; María T. B. Colinas-León et al.: Physicochemical Quality, antioxidant Capacity and nutritional Value in tuberous Roots of some wild Dahlia Species. In: Notulae Botanicae Horti Agrobotanici Cluj-Napoca. Band 47, Nr. 3, 2019, S. 813–820, DOI:10.15835/nbha47311552.</ref> Unter den Gartendahlien scheint es einige Unterschiede zwischen den Sorten zu geben<ref>Consolate Nsabimana, Bo Jiang: The chemical composition of some garden Dahlia tubers. In: British Food Journal. Band 113, Nr. 9, 2011, S. 1081–1093, doi:10.1108/00070701111174541.</ref>, dies wurde aber noch nicht systematisch untersucht. Es scheint auch geschmackliche Unterschiede zu geben.

Garten-Dahlien gehen auf die Kreuzung von Dahlia coccinea und Dahlia pinnata zurück. Sie sind in zahllosen hybriden Zuchtformen beliebt als Zierpflanzen mit großen, dekorativen Blütenständen in vielen Farben und Farbkombinationen. Die Zahl der Sorten geht in die Tausende, in Züchterkreisen ist eine Systematik aus zehn Gruppen gebräuchlich, in der die Sorten nach Größe und Typ der Blütenstände eingeteilt werden.<ref name="cheers" />

In Mittel-Europa blühen Dahlien vom Sommer bis in den Herbst, sind aber nicht winterhart, sodass die Knollen im Haus überwintert werden müssen. Da Dahlien frostempfindlich sind, können sie nicht im Freiland überwintern. Die ausgegrabenen Knollen sollten in einem mäßig feuchten Keller bei einer Temperatur von fünf bis zehn Grad lagern. Bei wärmeren Temperaturen beginnen sie auszutreiben.

Dahlienknollen können wie Kartoffeln gekocht werden. Die Blätter können als Salate gegessen werden. Je nach Sorte können sie entfernt wie Spinat oder Rucola schmecken. Sogenannte Deli-Dahlien sind besonders zum Verzehr geeignet.<ref>Julia Tobies: Dahlie: Die Herbstschönheit pflanzen, pflegen und überwintern. In: mdr.de 20. April 2022; zuletzt abgerufen am 10. September 2023.</ref>

Dacopa, ein aus gerösteten Dahlienknollen hergestelltes Produkt mit intensivem Mokka-Geschmack, wurde als Kaffeeersatz verwendet und dient in Zentralamerika zur Aromatisierung von Getränken.<ref name="Katz2002">Solomon H. Katz, William Woys Weaver: Encyclopedia of Food and Culture. The Gale Group, New York 2002.</ref> Es wurde von dem einflussreichen Nahrungsmittelchemiker William A. Mitchell entwickelt.<ref name="Steyn2004">Mark Steyn: Tastemaker With a Sweet Tooth. William A. Mitchell (1911-2004). Auf: theatlantic.com; zuletzt abgerufen am 10. September 2023.</ref>

Trivia[Bearbeiten]

Es gibt jedes Jahr zahlreiche Dahlienfeste, Ausstellungen und Zuchtschauen, so zum Beispiel den Dahliengarten in Gera, die jährliche Dahlienschau in Lindau/Bodensee (September und Oktober) oder seit 1931 das Dahlienquartier im Tiergarten Rostock.

Die Blüte der Dahlien in den deutschen Nationalfarben ist das Symbol der Kampagne Deutschland – Land der Ideen, die im Jahr 2005 gestartet wurde. Die Dahlie wurde erstmals vom Forscher Alexander von Humboldt nach Deutschland gebracht. Mit ihr soll die Innovations- und Forschungsfreudigkeit Deutschlands dargestellt werden.<ref>Ulrike Reeg, Pasquale Gallo (Hrsg.): Schnittstelle Interkulturalität. Beiträge zur Didaktik Deutsch als Fremdsprache. Waxmann, Münster 2009, ISBN 978-3-8309-7135-1, S. 74.</ref>

Die Zwergdahlie Dahlia ×hybrida ‘Roter Schorsch’ wurde zur bayerischen Balkonpflanze des Jahres 2009 gekürt.<ref name = "aelf" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin / Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.
  • Berend Meyer: Schöne Dahlien. Ulmer, Stuttgart 1991, ISBN 3-8001-6442-6.
  • Dayle E. Saar, Neil O. Polans, Paul D. Sørensen: A Phylogenetic Analysis of the Genus Dahlia (Asteraceae) Based on Internal and External Transcribed Spacer Regions of Nuclear Ribosomal DNA. In: Systematic Botany. Band 28, Nr. 3, 2003, S. 627–639, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value).
  • Paul D. Sorensen: Revision of the genus Dahlia (Compositae, Heliantheae–Coreopsidineae). In: Rhodora. Band 71, 1969, ISSN 0035-4902, S. 309–365 (Digitalisat).
  • Bettina Verbeek: Dahlien. Die schönsten Sorten und ihre Pflege. BLV Buchverlag, München 2007, ISBN 978-3-8354-0219-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Dahlien (Dahlia) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="GRIN">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> <ref name="cheers">Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Das ABC der Pflanzen. 10.000 Arten in Text und Bild. Könemann, Königswinter 2003, ISBN 3-8331-1600-5, S. 287.</ref> <ref name="aelf">Taufe der Bayerischen Balkonpflanze des Jahres 2009 in Mittelfranken. Roter Schorsch soll Gartenliebhaber in den Sommer entführen. (Online [abgerufen am 21. August 2021]).</ref> <ref name="Hansen2004">Hans V. Hansen: Simplified keys to four sections with 34 species in the genus Dahlia (Asteraceae – Coreopsidae). In: Nordic Journal of Botany. Band 24, 2004, S. 549–553.</ref> <ref name="Burkhardt2018">Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen. Erweiterte Edition. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018. online.</ref> <ref name="Wagenitz1979">Gerhard Wagenitz: Dahlia. In: </ref> </references>