Demerthin
Demerthin Gemeinde Gumtow
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(357)&title=Demerthin 52° 58′ N, 12° 17′ O
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| Höhe: | 47 m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 357 (31. Dez. 2018)[Ohne Beleg] | |||||
| Eingemeindung: | 30. Juni 2002 | |||||
| Postleitzahl: | 16866 | |||||
| Vorwahl: | 033977 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Demerthin ist ein Ortsteil der Gemeinde Gumtow im Landkreis Prignitz in Brandenburg.<ref>Gumtow | Service Brandenburg. Abgerufen am 25. Februar 2024.</ref>
Geographie[Bearbeiten]
Das in weiten Teilen erhaltene Rundangerdorf liegt 3 Kilometer östlich von Gumtow und 31 Kilometer südöstlich von Perleberg. Es ist von der gleichnamigen Gemarkung umgeben. Diese ist durch eine offene Agrarlandschaft geprägt und durch vereinzelte Waldstücke unterbrochen.<ref name="DE_BFN-Karten">Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)</ref>
Die Nachbarorte sind im Uhrzeigersinn Brüsenhagen-Berg und Vehlow im Norden, Minnashöh, Bahnhof Wutike und Steinberg im Nordosten, Gantikow und Mechow im Osten, Rehfeld im Südosten, Berlitt im Süden, Granzow und Spielhagen im Südwesten, Gumtow im Westen, sowie Heinzhof und Abbau im Nordwesten.<ref name="DE_BFN-Karten">Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Demerthin war ursprünglich ein slawisches Rundlingsdorf, dessen Siedlungsgestalt durch die Fernstraße fast unkenntlich wurde. Das Rittergut gehörte u. a. der Familie von Platen. Von 1468 bis 1945 befand es sich dann im Besitz der märkischen Adelsfamilie von Klitzing, die 1604 das bis heute kaum veränderte Schloss Demerthin erbaute. Die Gutsherren übten auch das Recht als Kirchenpatron aus. Und so stiftete die Bauherrin des Schlosses Katharina von Klitzing, geborene von Oppen, Witwe des Andreas von Klitzing, in ihrem Testament im Jahre 1600 eintausend T(h)aler für ein Stipendium der studierenden Predigersöhne mehrerer Ort, ebenso für Demerthin.<ref>George Adalbert von Mülverstedt: Urkundenbuch zur Geschichte des altadeligen Geschlechts von Oppen. In: Familienchronik. Erster Theil. Von 1207 bis 1648, Nr. 1600. E. Baensch jun., Magdeburg 1893, S. 344 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 9. Mai 2022]).</ref> Wilhelm von Klitzing (1754–1811), verheiratet mit Wilhelmine von Nimschefsky, besaß neben Demerthin noch acht weitere Güter in der Prignitz. Er war zudem Ritterschaftsdirektor und stiftete zur Absicherung seiner Erben einen Geld-Fideikommiss, von dem der älteste Sohn Hans Gut Gresse in Mecklenburg hinzu erwarb.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. 1900. In: "Der Gotha". Erster Jahrgang Auflage. Adelige Häuser nach alphabetischer Ordnung, Klitzing. Justus Perthes, Gotha 1900, S. 500–507 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 9. Mai 2022]).</ref> Demerthin übernahm der Ritterschaftsrat<ref>Alphabetischer Nachweis (Adressbuch) des in den Preussischen Staaten mit Rittergütern angesessenen Adels. 1857. In: Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): GAB-Vorgänger. 1. Auflage. Klitzing. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 112 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 9. Mai 2022]).</ref> Ludwig von Klitzing (1786–1857), der mit Agnes Bennecke liiert war. Ende des 19. Jahrhunderts umfasste das Rittergut Demerthin eine Größe von 638 ha Land.<ref>P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 126–127, doi:10.18452/377 (hu-berlin.de [abgerufen am 9. Mai 2022]).</ref> Zum Besitz gehörte eine Brennerei. Im Jahr 1886<ref>von Eberstein: Handbuch für den Deutschen Adel. Bearbeitet in zwei Abtheilungen. Hrsg.: Emil von Maltitz. Theil I: Hand- und Adressbuch der Geschlechtsverbände, Verzeichniss der bekannt gewordenen Geschlechtsverbände. Mitscher & Röstell, Berlin 1892, S. 45 (uni-duesseldorf.de [abgerufen am 7. Mai 2022]).</ref> gründete sich in Demerthin eine Familienstiftung mit der Namensform des von Klitzing-Familien-Verein, als Sitzungsort wurde allerdings Berlin festgelegt. Die letzten Gutsbesitzer der Familie waren nach den Genealogischen Handbüchern des Adels der preußische Regierungsreferendar Werner von Klitzing (1857–1901) als Fideikommissherr, respektive seine zweite Frau Adda von Klitzing, geborene von Rohr-Dannenwalde (1876–1956). Die Witwe lebte nach der Bodenreform im Stift des Klosters Marienfließ.
Zum 30. Juni 2002 schloss sich Demerthin mit 15 anderen Gemeinden zur Gemeinde Gumtow zusammen. Demmerthin hatte damals 457 Einwohner.<ref>Gemeindezusammenschlüsse – Gumtow. In: service.brandenburg.de. Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Dezember 2018; abgerufen am 29. Dezember 2015. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Dorfkirche Demerthin aus dem späten 15. Jahrhundert mit spätgotischen Wandmalereien und einem Kanzelaltar (um 1700)
- Schloss Demerthin, dreigeschossiges Renaissanceschloss auf fast quadratischem Grundriss mit hohem sechseckigen Treppenturm (1604); im Erdgeschoss zwei spätgotische Räume mit Sterngewölbe von einem Vorläuferbau
In Demerthin geboren[Bearbeiten]
- Leberecht von Klitzing (1822–1899), Rittergutsbesitzer und Mitglied des Deutschen Reichstages
Literatur[Bearbeiten]
- Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – A–M. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-032-6, S. 160 ff.
- Elisabeth von Falkenhausen: Die Prignitz entdecken – Natur und Kultur einer Region. 5., aktualisierte und erweiterte Auflage. Hendrik Bäßler Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-930388-70-7, Demerthin: Renaissanceschloss, Kirche und Dunkle Horst, S. 39 ff.
- Wolf-Dietrich Meyer-Rath, Friedrich von Klitzing (Hrsg.): Demerthin: das Dorf – die Kirche – das Schloss. Lukas Verlag für Kunst- und Geistesgeschichte, Berlin 2021. ISBN 978-3-86732-364-2.
Weblinks[Bearbeiten]
- Demerthin im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- Demerthin auf gemeindegumtow.de
- Demerthin in der Reihe „Landschleicher“ des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg vom 1. April 2012
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Ortsteile: Barenthin | Dannenwalde | Demerthin | Döllen | Görike | Granzow | Groß Welle | Gumtow | Kolrep | Kunow | Schönebeck | Schönhagen | Schrepkow | Vehlin | Vehlow | Wutike
bewohnte Gemeindeteile: Bärensprung | Beckenthin | Breitenfeld | Brüsenhagen | Friedheim | Klein Schönhagen | Krams | Neu Schrepkow | Zarenthin
Wohnplätze: Ausbau | Bahnhof Wutike | Barenthin Abbau | Barenthin Ausbau | Brüsenhagen-Berg | Heinzhof | Kolrep Ausbau | Kreuzkrug | Luisenhof | Minnashöh | Spielhagen | Steinberg | Welle-Kurier | Zarenthin Ausbau Vorlage:Klappleiste/Ende