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Wutike

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Wutike
Gemeinde Gumtow
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(294)&title=Wutike 53° 1′ N, 12° 22′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(294) 53° 1′ 4″ N, 12° 22′ 26″ O
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Höhe: 46 m ü. NHN
Einwohner: 294 (1. Jan. 2006)<ref name="LGB">Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (Hrsg.): Orts- und Gemeindeverzeichnis Brandenburg. 2007.</ref>
Eingemeindung: 30. Juni 2002
Postleitzahl: 16866
Vorwahl: 033976
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Wutike ist ein Ortsteil der Gemeinde Gumtow im Landkreis Prignitz in Brandenburg.<ref name=":0">Gumtow | Service Brandenburg. Abgerufen am 25. Februar 2024.</ref>

Geografie[Bearbeiten]

Der Ort liegt neun Kilometer nordöstlich von Gumtow und 35 Kilometer östlich von Perleberg.<ref name="DE_BFN-Karten">Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)</ref> Zum östlichsten Ortsteil der Gemeinde Gumtow gehören der zwei Kilometer südwestlich zu findende Wohnplatz Bahnhof Wutike und der drei Kilometer südwestlich gelegene Wohnplatz Steinberg.<ref name=":0" /> Nachbarorte sind Rosenwinkel und Königsberg im Norden, Wüsten-Barenthin und Bork im Osten, Drewen und Gantikow im Süden, sowie Vehlow im Westen.<ref name="DE_BFN-Karten">Karten und Daten des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)</ref> Der Wohnplatz Bahnhof Wutike liegt an der Bahnstrecke Neustadt–Meyenburg.

Geschichte[Bearbeiten]

Gutshaus

Frühere Besitzungen in der Ortschaft werden in der genealogischen Fachliteratur<ref>verein für die Geschichte Berlins (Hrsg.): Vermische Schriften im Anschlusse an die Berlinsche Chronik und an das Urkundenbuch, 1. Band, Kommission E. S. Mittler und Sohn, Selbstverlag, Berlin 1888, S. 22. Tafel.</ref> den Adelsfamilien von Rathenow, von Grabow und von Blumenthal zugeschrieben.<ref>George Adalbert von Mülverstedt (Hrsg.): Sammlung von Ehestiftungen und Leibgedingsbriefen ritterschaftlicher Geschlechter der Provinzen Sachsen, Brandenburg, Pommern und Preußen, E. Baensch jun., Magdeburg 1863, S. 27.</ref> Dazu gehörte einst auch teilweise Nebenbesitz in Zaatzke.

1804 umfasste das Dorf Wuticke und das dazugehörige Gut insgesamt 41 Hufen. Es waren hier zwölf Ganzbauern, 16 Halbbauern, zwei Büdner, 23 Einlieger und zwei Förster tätig. Darüber hinaus gab es eine Mutterkirche, eine Schmiede, eine Wassermühle, 75 Feuerstellen und über 286 Morgen Holz. Zu dieser Zeit waren ein Herr von Platen und ein Herr von Wulffen die Besitzer des postalisch und kirchlich zu Kyritz, im Kyritzischen Kreis in der Prignitz der Mark Brandenburg gehörenden Ortes. Dem damaligen Herrn von Platen zu Wuticke gehörte zudem das zum Ort zählende Büdner Etablissement Wüsten-Barenthin, welches sich fünf Kilometer nordöstlich von hier befindet.<ref>Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg: Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Erster Band. Die allgemeine Einleitung zur Kurmark, die Altmark und Prignitz enthaltend. Friedrich Maurer, Berlin 1804, Vierter Teil. Spezielle Landesbeschreibung. Zweiter Abschnitt. Die Prignitz. Fünftes Kapitel. Der Kyritzische Kreis, S. 474, 478 (Volltext in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 25. Dezember 2015]).</ref> Mindestens bis 1878 bestanden in Wutike zwei Rittergüter, Rittergut I mit 864 ha der Familie des Ernst von Platen, Rittergut II mit 245 ha des Karl Viehaak.<ref>P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedell: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lfg. 1: Die Provinz Brandenburg. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 132–133, doi:10.18452/377 (hu-berlin.de). ISBN 3-226-00787-4.</ref> Die weitere Historie vom Rittergut II ist ungeklärt, der Besitz bleibt in den weiteren Landwirtschaftlichen Güter-Adressbüchern unerwähnt. Vor 1928 war das Platen Gut I verpachtet an Elisabeth Töpfer, Verwalter war ein Major Pohlenk.<ref>Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Hofgrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. (1929). Regierungsbezirk Potsdam, Kreis Ost-Prignitz, 4. Auflage, In: Niekammer`Landwirtschaftliche Güter-Adressbücher, Band VII, Verlag von Niekammer’s Adressbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 80.</ref>

Namhafte Gutsherren der von Platen auf Wutike wurden dann u. a. der Ritterschaftsdirektor Werner von Platen, verstorben 1945 in Wutike, verheiratet mit Johanna Gräfin Clairon d’Haussonville, dann zuletzt deren Sohn Hans George von Platen und dessen Ehefrau Christliebe von Bock und Polach.<ref>Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel) 1975, Band XIII, Band 60 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1975, S. 390 f.</ref> Teilgrundstücke des Gutes wurden nach der Wirtschaftskrise um 1932 versteigert.<ref>5E AG Kyritz 293, Zwangsversteigerung der dem Rittergutsbesitzer Werner von Platen gehörenden Grundstücke in Wutike (Grundbuch der Rittergüter im Bezirk des Amtsgerichts Kyritz Band 3 Blatt 27); 1932–1935, Hrsg. BLHA.</ref> Die Restgröße des Rittergutes betrug 1939/1940 etwa 855 ha.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Teil A (Uradel) 1940. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft, 39. Jg. Gotha 1939, S. 516.</ref> Die Gutsbesitzerfamilie lebte nach 1945 in Holstein, bei Preetz. Nach dem Ende des NS-Staats kamen Heimatvertriebene aus dem Osten in den Ort, u. a. die Familie des späteren Malers Eberhard Trodler.

Zum 30. Juni 2002 schloss sich Wutike mit 15 anderen Gemeinden zur Gemeinde Gumtow zusammen. Damals hatte die bis dahin selbständige Gemeinde 305 Einwohner.<ref>Gemeindezusammenschlüsse – Gumtow, Hrsg. Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg, In: Service Brandenburg, 16. April 2016.</ref>

Einwohnerentwicklung
Jahr 1875 1890 1910 1925 1933 1946 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2006
Einwohner<ref name="LGB" /><ref>Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Land Brandenburg (Hrsg.): Beitrag zur Statistik – Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 – Landkreis Prignitz. Band 19.12. Potsdam 2006, S. 18 ff. (statistik-berlin-brandenburg.de [PDF; 397 kB; abgerufen am 28. Dezember 2018]).</ref><ref>Regierung der Deutschen Demokratischen Republik – Statistisches Zentralamt (Hrsg.): Systematisches und alphabethisches Verzeichnis der Gemeinden der Deutschen Demokratischen Republik – (Gebietsstand 1. Januar 1952) Stand der Einwohnerzahlen zum 29. Oktober 1946.</ref> 583 539 558 543 527 817 356 350 348 338 337 327 322 305 301 294

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Datei:Dorfkirche Wutike 2016 NNE.jpg
Dorfkirche Wutike

Die spätgotische Dorfkirche Wutike stammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde ursprünglich aus Feldsteinen errichtet und um 1630 mit einem Fachwerkanbau ergänzt.<ref>K.-E. Selke: Wutike – Kirchengemeinde – Kirche – Kirchengeschichte – Dorfgeschichte – Kommunalgemeinde. Superintendentur des Kirchenkreises Kyritz-Wusterhausen, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 25. September 2016; abgerufen am 25. September 2016.</ref>

In der Nähe der Jäglitz befindet sich einer der größten Findlinge Brandenburgs. Sein Umfang beträgt rund 15 Meter. Er ragt rund zwei Meter aus dem Erdreich heraus. Er sollte im 19. Jahrhundert als Baumaterial für eine Granitschale dienen, die vor dem Alten Museum im Lustgarten in Berlin-Mitte aufgestellt werden sollte. Da der Zugang zu beschwerlich war, entschlossen sich die Baumeister, stattdessen die Markgrafensteine in den Rauenschen Bergen südlich von Fürstenwalde/Spree in der Nähe des Ortes Rauen abzubauen. Einer Sage zufolge gelangte der Stein durch den Streit zweier Riesen in die Region. Einer der Giganten wollte mit dem Stein von Demerthin aus auf seinen Kontrahenten in Blumenthal werfen. Da er sich jedoch überschätzte, landete der Stein in Wutike.<ref>Informationstafel: Der „Blutstein“ bei Wutike, aufgestellt am Aufgang zum Aussichtsturm Blumenthal, Inaugenscheinnahme im März 2015.</ref>

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Literatur[Bearbeiten]

  • Elisabeth von Falkenhausen: Die Prignitz entdecken – Natur und Kultur einer Region. 5., aktualisierte und erweiterte Auflage. Hendrik Bäßler Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-930388-70-7, Der Blutstein von Wutike, S. 71.
  • Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil 1 – Prignitz – N–Z. Bearbeitet von Lieselott Enders. In: Klaus Neitmann (Hrsg.): Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (Staatsarchiv Potsdam) – Band 3. Begründet von Friedrich Beck. Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2012, ISBN 978-3-88372-033-3, S. 1014 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Wutike – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Ortsteile: Barenthin | Dannenwalde | Demerthin | Döllen | Görike | Granzow | Groß Welle | Gumtow | Kolrep | Kunow | Schönebeck | Schönhagen | Schrepkow | Vehlin | Vehlow | Wutike

bewohnte Gemeindeteile: Bärensprung | Beckenthin | Breitenfeld | Brüsenhagen | Friedheim | Klein Schönhagen | Krams | Neu Schrepkow | Zarenthin

Wohnplätze: Ausbau | Bahnhof Wutike | Barenthin Abbau | Barenthin Ausbau | Brüsenhagen-Berg | Heinzhof | Kolrep Ausbau | Kreuzkrug | Luisenhof | Minnashöh | Spielhagen | Steinberg | Welle-Kurier | Zarenthin Ausbau Vorlage:Klappleiste/Ende