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Enziane

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Enziane
Datei:Flora Appennino Tosco Emiliano 002.JPG

Clusius-Enzian (Gentiana clusii)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Tribus: Gentianeae
Gattung: Enziane
Wissenschaftlicher Name
Gentiana
L.

Die Enziane (Gentiana) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Die fast weltweit vorkommenden 300 bis 400 Arten gedeihen vorwiegend in den Gebirgen der gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel, aber auch in den Anden. Einige Arten werden zur Schnapsherstellung und zur Gewinnung von Heilmitteln genutzt. Wenige Arten und Sorten verwendet man als Zierpflanzen.

Namensgebung[Bearbeiten]

Der Name Enzian (mittelhochdeutsch noch entzian<ref>Vgl. etwa Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 371 (Entzian: Enzian, Gentiana lutea L.)</ref>) stammt von altlateinisch gentiana, deutsche Namen sind Bitterwurz, Madelger, Kreuzwurz, Baldpreis, Sperenstich usw.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Deutschlands flora in abbildungen nach der natur (13085327145).jpg
Illustration des Ostalpen-Enzian (Gentiana pannonica) aus Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur
Datei:Gentiana alpina MHNT.BOT.2011.18.14.jpg
Haltbare Blütenhüllblätter, Frucht und Samen vom Alpen-Enzian (Gentiana alpina)
Datei:SeedsGentianatriflora.jpg
Samen von Gentiana triflora var. japonica

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Enziane-Arten wachsen als ein- bis zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die aufsteigenden bis selbständig aufrechten Stängel sind gerillt oder kantig. Es gibt bei manchen ausdauernden Arten generative und vegetative Sprossachsen.<ref name="FoC" />

Die gegenständigen oder selten wirtelig angeordneten Laubblätter stehen in grundständigen Rosetten oder am Stängel verteilt.<ref name="FoC" /> Die einfachen Blattspreiten besitzen einen glatten Blattrand.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blüten stehen seiten- oder endständig, einzeln oder meist zu mehreren in zymösen Blütenständen oder manchmal in kleinen Gruppen oder Wirteln.<ref name="FoC" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und meist fünf-, selten vier- oder sechs- bis achtzählig mit doppelter Blütenhülle.<ref name="FoC" /> Die grünen Kelchblätter sind bis etwa der Hälfte ihrer Länge verwachsen.<ref name="GentianRN" /><ref name="FoC" /> Die Kelchzähne sind faden- bis eiförmig und besitzen einen erhabenen Mittelnerv.<ref name="FoC" /> Die meist fünf, selten vier oder sechs bis acht Kronblätter sind oft langröhrig, verkehrt-kegelförmig, glocken-, stielteller-, krug- oder selten radförmig (wohl nur bei Gentiana lutea<ref name="GentianRN" />) verwachsen.<ref name="FoC" /> Meist sind die Kronröhren viel länger als die Kronzipfel.<ref name="FoC" /> Zwischen den Kronzipfel befinden sich Faltenlappen (Plicae).<ref name="Rothmaler2016" /><ref name="FoC" /> Die Kronblätter können ganz unterschiedliche Blautöne aufweisen oder sind gelb bis weißlich. Es ist nur ein Kreis mit vier oder fünf, selten vier oder sechs bis acht Staubblättern vorhanden; sie sind mit der Kronröhre verwachsen.<ref name="FoC" /> Die Staubblätter ragen nicht über die Kronblätter hinaus. Die Staubfäden sind an ihrer Basis mehr oder weniger geflügelt. Die Staubbeutel sind meist frei, selten hängen sie zusammen.<ref name="FoC" /> Es sind fünf bis zehn Drüsen an der Basis des Fruchtknotens vorhanden.<ref name="FoC" /> Der sitzende oder an einem langen Gynophor befindliche Fruchtknoten ist oberständig und meist mindestens im oberen Bereich einkammerig.<ref name="FoC" /> Der Griffel ist meist kurz und linealisch, oder seltener lang und fadenförmig<ref name="FoC" /> oder er fehlt.<ref name="GentianRN" /> Die Narbenlappen sind frei oder verwachsen, zurückgebogen, meist länglich bis linealisch, selten ausgebreitet und gerundet.<ref name="FoC" />

Die Kapselfrüchte sind zylindrisch bis ellipsoidisch und geflügelt, oder mehr oder weniger schmal verkehrt-eiförmig (schmal ellipsoidisch bei Gentiana winchuanensis), besitzen zwei Fruchtklappen und enthalten viele Samen.<ref name="FoC" /> Die Samen können geflügelt oder ungeflügelt sein. Die Samenschale ist winzig netzartig, runzelig oder areolate (= gefeldert).<ref name="FoC" />

Ökologie[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweisbaustein Bei den meisten Enziane schließen sich die Blüten bei bewölktem Himmel und kühler Luft, auch bei Erschütterungen durch Hagel, Regen und starkem Wind.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Datei:Gentiana delphinensis holotype.JPG
Herbarbeleg: Holotypus von Gentiana pumila subsp. delphinensis
Datei:KochscherEnzian.jpg
Kochscher Enzian
(Gentiana acaulis)
Datei:Gentiana-clusii-ClusiusEnzian.jpg
Clusius-Enzian
(Gentiana clusii)

Die Gattung Gentiana wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 227–232.<ref name="Linné1753" /> aufgestellt.<ref name="Tropicos" /> Als Lektotypus wurde 1913 Gentiana lutea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. von Nathaniel Lord Britton und Addison Brown in An Illustrated Flora of the Northern United States, Canada, & the British Possessions. 2. Auflage. Band 3, S. 8 festgelegt.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Gentiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Calathiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Delarbre, Chondrophylla Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.A.Nelson, Ciminalis Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., Dasystephana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., Ericala Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gray orth. var., Eurythalia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.D.Don orth. var., Favargera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Á.Löve & D.Löve, Gentianodes Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Á.Löve & D.Löve, Holubogentia Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Á.Löve & D.Löve, Kuepferella Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.Laínz, Kurramiana Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Omer & Qaiser, Mehraea Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Á.Löve & D.Löve, Pneumonanthe Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gled., Qaisera Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Omer, Tretorhiza Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Adans., Ulostoma Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.G.Don.<ref name="GRIN" />

Der botanische Gattungsname Gentiana ist der lateinische Name für Arten dieser Gattung, woraus auch althochdeutsch entiān und mittelhochdeutsch enziān<ref>Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg. von Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin/New York 1967; Neudruck („21. unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 168 f.</ref> entstanden, und wurde nachweislich seit 50 bis 100 n. Chr. verwendet. Er leitet sich laut Pedanios Dioskurides und Plinius dem Älteren vom illyrischen König Genthios (180–168 v. Chr.) her, der als Erster die Heilwirkung von Enzian-Arten (vermutlich Gentiana lutea) erkannt haben soll.<ref name="GentianRN" />

Die Gattung Gentiana gehört zur Subtribus Gentianinae aus der Tribus Gentianeae innerhalb der Familie Gentianaceae.<ref name="GRIN" /> Früher wurden auch die Gattungen Kranzenziane (Gentianella), Fransenenziane (Gentianopsis) und Haarschlund (Comastoma) zu einer großen Gattung Enziane (Gentiana s. l.) gezählt.

Die Gattung Gentiana wird in zehn oder elf Sektionen gegliedert:

  • Sektion Gentiana sect. Asclepiadeae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Grossh. ex Gagnidze) Tzvelev (beispielsweise: Gentiana asclepiadea)
  • Sektion Gentiana sect. Calathianae (beispielsweise: Gentiana bavarica)
  • Sektion Gentiana sect. Chondrophyllae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bunge (beispielsweise: Gentiana arisanensis)
  • Sektion Gentiana sect. Ciminalis (beispielsweise: Gentiana acaulis)
  • Sektion Gentiana sect. Cruciata Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gaudin (beispielsweise: Gentiana cruciata)
  • Sektion Gentiana sect. Dolichocarpa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.T.N.Ho (beispielsweise: Gentiana sedifolia)
  • Sektion Gentiana sect. Frigidae Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kusn. (beispielsweise: Gentiana algida)
  • Sektion Gentiana sect. Gentiana (beispielsweise: Gentiana burseri)
  • Sektion Gentiana sect. Isomeria Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Kusn. (beispielsweise: Gentiana depressa)
  • Sektion Gentiana sect. Kudoa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.(Masamune) Satake & Toyokuni ex Toyokuni (beispielsweise: Gentiana arethusae)
  • Sektion Gentiana sect. Pneumonanthe Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Gaudin (beispielsweise: Gentiana affinis)

In Europa gedeihen etwa 35 Gentiana-Arten vorwiegend in den Alpen. In Mitteleuropa kommen folgende Arten vor:<ref name="FloraAlpina2004" /><ref name="ExFlfÖLS2005" /><ref name="Rothmaler2016" />:

Die Gattung Gentiana umfasst weltweit 300 bis 400 Arten, die vorwiegend in den Gebirgen der gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel, aber auch in den Anden gedeihen, Gentiana-Arten fehlen in Afrika. In Mexiko gibt es etwa 13 Arten.<ref name="Villarreal–Quintanilla2009" />

In der Gattung Gentiana gibt es weltweit 300 bis 400 Arten<ref name="FoC" /><ref name="GRIN" />
Datei:Gentianaaffinis.jpg
Gentiana affinis
Datei:Gentiana algida 05.jpg
Gentiana algida
Datei:GentianaAndrewsii.jpg
Gentiana andrewsii
Datei:Alpengarten Schachen Schmalblättriger Enzian Foto M.Kandler 2012-06-30.jpg
Schmalblättriger Enzian (Gentiana angustifolia)
Datei:Gentiana arethusae.jpg
Gentiana arethusae
Datei:Gentiana arisanensis.jpg
Gentiana arisanensis
Datei:Gentiana boissieri 1.jpg
Gentiana boissieri
Datei:Gentiana burseri.jpg
Gentiana burseri
Datei:Explorers gentian Gentiana calycosa.jpg
Gentiana calycosa
Datei:Gentiana carinata Nepal.JPG
Gentiana carinata
Datei:Gentiana.clausa NRCS-1.jpg
Blütenstand von Gentiana clausa
Datei:Gentiana crassicaulis GiardinoBotanicoAlpinoViote 20170902 G.jpg
Gentiana crassicaulis
Datei:Gentiana cruciata 030705b.jpg
Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata)
Datei:Gentiana dahurica - Botanischer Garten, Frankfurt am Main - DSC02635.JPG
Gentiana dahurica
Datei:Gentiana decumbens 01.jpg
Schmalblättriger Enzian (Gentiana decumbens)
Datei:Flickr - don macauley - Gentiana Depressa 001.jpg
Gentiana depressa
Datei:Gentiana dinarica.jpg
Dinarischer Enzian (Gentiana dinarica)
Datei:Cream gentian (Gentiana alba) (19824331173).jpg
Gentiana flavida
Datei:Gentiana frigida a1.jpg
Tauern-Enzian (Gentiana frigida)
Datei:Gentiana froelichii (Karawanken-Enzian) IMG 0517.jpg
Karawanken-Enzian (Gentiana froelichii)
Datei:Gentiana glauca.jpg
Gentiana glauca
Datei:Gentiana hexaphylla (Reykjavík BG).jpg
Gentiana hexaphylla
Datei:Gentiana jamesii.jpg
Gentiana jamesii
Datei:Gentiana lutea 090705.jpg
Gelber Enzian (Gentiana lutea)
Datei:P1000453.JPG
Die durch gärtnerische Kreuzung aus Gentiana farreri und Gentiana sino-ornata entstandene Hybride Macauleys Enzian (Gentiana ×macauleyi)
Datei:Gentiananewberryi.JPG
Blüte im Detail von Gentiana newberryi
Datei:Gentiana nipponica in Mount Yumiori.jpg
Gentiana nipponica
Datei:Gentiana nipponica 0908.JPG
Gentiana nipponica
Datei:Gentiana nivalis a1.jpg
Schnee-Enzian (Gentiana nivalis)
Datei:Gentiana occidentalis ssp. corbariensis 1.JPG
Gentiana occidentalis subsp. corbariensis
Datei:Gentiana paradoxa 2.JPG
Gentiana paradoxa
Datei:Gentiana pneumonanthe 110807.jpg
Lungen-Enzian
(Gentiana pneumonanthe)
Datei:Gentiana puberulenta 2.jpg
Gentiana puberulenta
Datei:Gentiana punctata a5.jpg
Tüpfel-Enzian (Gentiana punctata)
Datei:Gentiana saponaria 001.jpg
Gentiana saponaria
Datei:Gentiana scabrida var. scabrida.jpg
Gentiana scabrida var. scabrida
Datei:Gentiana sceptrum.jpg
Gentiana sceptrum
Datei:Ecuador-063.jpg
Gentiana sedifolia
Datei:Gentiana septemfida var. lagodechiana 03.JPG
Gentiana septemfida var. lagodechiana
Datei:GentianaSierrae.JPG
Gentiana sierrae
Datei:Gentiana sikokiana01.jpg
Gentiana sikokiana
Datei:GentianaSino-ornata.jpg
Gentiana sino-ornata
Datei:Gentiana thunbergii in Mount Gozaisho.JPG
Gentiana thunbergii
Datei:Gentiana triflora v. japonica.jpg
Gentiana triflora var. japonica
Datei:Gentiana triflora var. montana.jpg
Gentiana triflora var. montana
Datei:Gentiana veitchiorum.jpg
Gentiana veitchiorum
Datei:Gentiana zollingeri (Mount Yokoyama).jpg
Gentiana zollingeri im Habitat

Symbolik[Bearbeiten]

Datei:Österreich 1c.gif
Österreichische 1-Cent-Münze
Datei:Wappen at geretsberg.png
Wappen von Geretsberg (Oberösterreich)

Viele Enzianarten haben die im Pflanzenreich seltene reinblaue Blütenfarbe, weshalb diese Enziane zum Symbol der Treue wurden.

Auf den österreichischen Euro-Centmünzen ist der Enzian abgebildet, ebenso auf dem rumänischen Ein-Leu-Schein und auf dem Schweizer Fünffrankenstück.

Die Deutsche Bundesbahn benutzte die Bezeichnung „Blauer Enzian“ für einen Fernschnellzug und späteren Trans-Europ-Express zwischen Hamburg und München, dessen Laufweg später auch nach Österreich verlängert wurde.

Nutzung[Bearbeiten]

Die Wurzelstöcke und Wurzeln (Radix gentianae)<ref>Vgl. Ernst Gilg: Lehrbuch der Pharmakognosie. 2. Auflage. Berlin 1910, S. 274–277 (Digitalisat).</ref> einiger Enzian-Arten werden seit dem Mittelalter zur Herstellung von Schnaps, als Arzneimittel und zur Appetitanregung verwendet. Im Gegensatz zu den auf vielen Flaschenetiketten abgebildeten blau blühenden Enzianen werden zur Schnapsbrennerei meist die großwüchsigen Arten (Hochstauden-Enziane),<ref name="oeav-obergailtal.at">Eitel-Friedrich Scholz: Nicht nur blau blüht der Enzian. In: oeav-obergailtal.at, Alpenverein Obergailtal-Lesachtal, o. D., abgerufen am 18. April 2023.</ref> insbesondere der Gelbe Enzian (Gentiana lutea), verwendet, außerdem wird auch Purpur-Enzian (Gentiana purpurea), Tüpfel-Enzian (Gentiana punctata) und Ungarischer Enzian (Gentiana pannonica) dafür genutzt.

Auch als Bitterstoff (Amarum) finden Enziane Verwendung. So wird aus der Wurzel bestimmter Arten die bitterste „natürliche“ Substanz der Welt gewonnen, das Amarogentin. Amarogentin ist auch in einer Verdünnung von eins zu 58 Millionen noch deutlich wahrnehmbar.<ref name="Amarogentin" />

Bei vielen Enzianarten schmecken auch die oberirdischen Teile bitter und werden deswegen vom Weidevieh gemieden. Dies ist ein Grund dafür, dass sich Enzianarten auf den beweideten Almwiesen besonders gut halten konnten.

Alle europäischen Enzian-Arten wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts von den betroffenen Ländern per Gesetz unter Naturschutz gestellt.<ref>Der Alpenenzian und die Wurzelseppel. In: Berliner Volkszeitung. 16. August 1905 (dfg-viewer.de).</ref> Verstöße werden mit hohen Strafen geahndet. Die Ernte ist dennoch einigen Personen mit einer Sondergenehmigung gestattet. Außerdem werden Versuche unternommen, den für die Schnapsherstellung und für Medikamente benötigten Enzian als Spezialkultur auf Äckern anzubauen. Das ist schon teilweise gelungen.

Sorten einiger Arten und Hybriden werden als Zierpflanzen verwendet.

Irreführende Trivialnamen[Bearbeiten]

Der Trivialname „Stängelloser Enzian“ bezeichnet sowohl den Clusius-Enzian als auch den Kochschen Enzian. Nicht zur Gattung gehört der Indische Gelbe Enzian (Kuru, Katuka), ein bitteres Heilkraut des West-Himalaja (Picrorhiza kurroa Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Royle ex Benth.; Plantaginaceae).<ref name="AS" />

Quellen[Bearbeiten]

  • Ting-nung Ho, James S. Pringle: Gentianaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16: Gentianaceae through Boraginaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing/St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9. Gentiana Linnaeus. S. 15–93 – textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Systematik).
  • Gentiana. Eintrag bei der Gentianaceae-Website.
  • Ho Ting-nong, Liu Shang-wu, Lu Xue-feng: A Phylogenetic Analysis of Gentiana (Gentianaceae). In: Acta Phytotaxonomica Sinica. Volume 34, Issue 5, 1996, S. 505–530.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references responsive> <ref name="Tropicos"> Gentiana bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="IUCN"> Gentiana in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2018-1. Abgerufen am 2018-11-08. </ref> <ref name="Linné1753"> Carl von Linné: Species plantarum. Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753 (Erstveröffentlichung). Band 1, S. 257, doi:10.5962/bhl.title.669 (lateinisch; biodiversitylibrary.org – Scan). </ref> <ref name="Rothmaler2016"> Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd Müller: Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer Berlin Heidelberg, Berlin/Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-50420-8, S. 406–410, doi:10.1007/978-3-662-50420-8 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold: Gentianaceae. Datenblatt Gentiana. In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. 2011, abgerufen am 20. Dezember 2022. </ref> <ref name="ExFlfÖLS2005"> </ref> <ref name="Amarogentin"> Geschmackssensoren für die bitterste natürliche Substanz der Welt identifiziert. Deutsches Institut für Ernährungsforschung, 13. Oktober 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. April 2013; (Pressemitteilung). </ref> <ref name="AS"> Picrorhiza kurroa. In: Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen. Spektrumverlag, abgerufen am 18. April 2023.
Ammon Schrott: Picrorhiza kurroa Royle ex Benth (Plantoginaceae). In: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin. 2012, ISBN 978-3-642-13125-7, S. 418 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
Picrorhiza Kurroa (Hu Huang Lian). In: chineseherbshealing.com, abgerufen am 18. April 2023. </ref> <ref name="FloraAlpina2004"> David Aeschimann, Konrad Lauber, Daniel Martin Moser, Jean-Paul Theurillat: Flora alpina. Ein Atlas sämtlicher 4500 Gefäßpflanzen der Alpen. Band 2. Haupt Verlag, Bern/Stuttgart/Wien 2004, ISBN 3-258-06600-0, S. 10–24. </ref> <ref name="DigitalFoTaiwan"> Chih-Hsiung Chen, Jenn-Che Wang: Gentianaceae. In der Digital Flora of Taiwan, abgerufen am 18. April 2023. </ref> <ref name="FoC"> Ting-nung Ho, James S. Pringle: Gentianaceae. Gentiana Linnaeus. S. 15–93 – textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 16 – Gentianaceae through Boraginaceae. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 1995, ISBN 0-915279-33-9. </ref> <ref name="GentianRN"> Datenblatt Gentiana beim Gentian Research Network. abgerufen am 18. April 2023. </ref> <ref name="Villarreal–Quintanilla2009"> José A. Villarreal–Quintanilla, A. Eduardo Estrada–Castillón, Diana Jasso de Rodríguez: El género Gentiana (Gentianaceae) en México – The genus Gentiana (Gentianaceae) in Mexico. In: Polibotánica. Volume 27, México 2009, ISSN 1405-2768 (scielo.org.mx). </ref> <ref name="NSW_FloraOnline"> Datenblatt Gentiana bei New South Wales Flora online. </ref> <ref name="FoNA2023"> Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America, North of Mexico, Volume 14: Magnoliophyta: Gentianaceae to Hydroleaceae, Oxford University Press, New York, 2023, ISBN 978-0-19-769146-5. Gentiana – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Ergänzende Literatur[Bearbeiten]

  • Hansjörg Küster: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa. Beck, München 1999, ISBN 3-406-45357-0.
  • T.-N. Ho, S.-W. Liu: A worldwide monograph of Gentiana. Science Press, Beijing/New York 2001, ISBN 7-03-009190-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Enziane (Gentiana) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien