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Etnachta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Infobox Taam24 Etnachta Vorlage:Judaistik/singleChar ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) oder Atnach ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Trope in der jüdischen Liturgie und zählt zu den biblischen Satz-, Betonungs- und Kantillationszeichen, den Teamim. Als eines der wichtigsten Satzzeichen teilt sie fast jeden Vers im Tanach in zwei Versteile.

Begriffe[Bearbeiten]

Vorlage:Hinweis Etymologie Trope In der aschkenasischen Tradition wird diese Trope „Etnachta“ genannt, in der sephardischen und italienischen Tradition „Atnach“<ref>לימוד טעמי המקרא נוסח ספרדי ירושלמי Sephardische Tradition auf YouTube.com</ref>, und in der jemenitischen Tradition auch „Atnocho“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))<ref>נוסח תימן Jemenit. Tradition auf YouTube.com</ref> genannt. Die Tabula accentuum transliteriert mit {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). The Jewish Encyclopedia übersetzt das Wort {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) mit „Pausierer“.<ref></ref>

Melodie[Bearbeiten]

Datei:Johannes Reuchlin De accentibus, et orthographia, linguae Hebraicae Fol. 84 v. and 85 r. 1518.jpg
De accentibus, et orthographia, linguae Hebraicae
(Reuchlin, Anshelm, 1518)
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.verschiedene Kantilenen
Beispiele für das Prosa-System
aus der Jewish Encyclopedia<ref>The Jewish Encyclopedia. Band 3, S. 543.</ref>

Mit welcher Melodie die Kantilene zu einer Trope zu singen ist, hängt sowohl von der Position im Tanach, als auch von der zugrundeliegenden Tradition ab. So gehören die Melodien für die Torah meist der hypoäolischen Kirchentonart an. In den Prophetenbüchern hingegen wurde in der sephardischen und aschkenasischen Tradition dorisch gesungen.

In der aschkenasischen Tradition wurde in der Torah zwischen gewöhnlichem (hypoäolischem) Vortrag und dem in Bußpredigten (mixolydisch) unterschieden.<ref>The Jewish Encyclopedia. Band 3, S. 539.</ref>

Die rechts angegebenen Melodien sind recht lebhaft, aber ohne festes Tempo zu singen.

Grammatik[Bearbeiten]

Etnachta ist ein disjunktiver Akzent.

Dieses Zeichen markiert das Ende eines größeren Sinnabschnitts mit einer Sprechpause, entsprechend finden sich an dieser Stelle manchmal die Pausalformen von Wörtern. In der Funktion als starker Trenner entspricht Etnachta als Satzzeichen einem Komma, häufig auch einem Punkt oder Semikolon.<ref>Wickes, Poetical Books, S. 58.</ref>

Untergliederung[Bearbeiten]

Prosa-System[Bearbeiten]

Als „Kaiser“ teilt Etnachta im Prosa-System auf der obersten Ebene einen Vers in zwei Halbverse. Ein Etnachta-Segment kann dabei sogar aus nur einem Wort bestehen.

Beispiel: Genesis 19,7
Gesamter Vers {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)

und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel!Lut

1. Ebene {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Sof pasuq / Silluq
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Etnachta

Es kann jedoch auch durch die Könige Zaqef qaton, Zakef gadol, oder Tipcha unterteilt werden. Der letzte König vor dem Etnachta ist dabei stets ein Tipcha.

Beispiel 2: Genesis 19,16
Gesamter Vers {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)

Als er aber zögerte, ergriffen die Männer ihn und seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand, weil der HERR ihn verschonen wollte, und führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt wieder los. Lut

1. Ebene {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Sof pasuq / Silluq
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Etnachta
2. Ebene
 
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Tipcha
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Zaqef qaton
Beispiel 3: Genesis 19,1
Gesamter Vers {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)

Die zwei Engel kamen nach Sodom am Abend; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und als er sie sah, stand er auf, ging ihnen entgegen und neigte sich bis zur ErdeLut

1. Ebene
 
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Sof pasuq / Silluq
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Etnachta
2. Ebene
 
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Etnachta
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Tipcha
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Zaqef qaton
konjunktiv
 
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Munach

Poetisches System[Bearbeiten]

Im poetischen System gilt allein Sof pasuq als Kaiser. Hier gilt Etnachta als „König“ und teilt neben anderen Königen einen Vers erst auf der zweiten Ebene. Ole we-Jored trennt hier stärker als Etnachta.

Beispiel 4: Psalm 100,3
Gesamter Vers BHS{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)

Erkennet, dass der HERR Gott ist! Er hat uns gemacht und nicht wir selbst zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide. Lut

1. Ebene {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)׃
Sof pasuq / Silluq
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Etnachta
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Ole we-Jored

Ein Etnachta-Segment kann dann gegebenenfalls durch Herzöge weiter untergliedert werden. Dechi kann analog zum Prosa-System (hier dann als Herzog) ein Etnachta-Segment unterteilen. (S. Bsp. 3.) Das kann aber auch ein Zinnor (z. B. Vorlage:Bibel/Link), oder ein Rewia gadol.

Beispiel 5: Psalm 100,4
Gesamter Vers BHS{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)

Gehet zu seinen Toren ein mit Danken, / zu seinen Vorhöfen mit Loben; danket ihm, lobet seinen Namen! Lut

1. Ebene {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)׃
Sof pasuq / Silluq
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Etnachta
2. Ebene {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
 
{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Rewia gadol

Rewia Gadol kann auch zweimal auftauchen.<ref name="Wickes59">Wickes, Poetical Books, S. 59.</ref>

Dass ein Etnachta-Segment aus nur einem Wort besteht, kommt im poetischen System nicht vor.<ref>Wickes, Poetical Books, S. 58.</ref> Wohl aber kann es aus nur einer Maqef-Verbindung bestehen. (z. B. Vorlage:Bibel/Link)

Konjunktive Akzente[Bearbeiten]

Wenn sich im Prosa-System ein vorhergehendes Wort in der Bedeutung auf das mit Etnachta betonte Wort bezieht, wird dieses mit Munach betont.<ref>Jacobson (2005), S. 111.</ref> (Siehe Beispiel 3.)

Gleiches kommt auch im poetischen System vor. (S. Bsp. 4.) Hier kann jedoch als konjunktive Trope auch Mercha auftreten. (S. Bsp. 5.) Beide sind hier häufig. Mehr als ein konjunktiver Akzent (wie z. B. in Vorlage:Bibel/Link) kommt gelegentlich vor und ist manchmal auf ein ausgefallenes Dechi zurückzuführen, von dem eine Konjunktion verblieben ist.<ref>Price, Band V, S. 1151–1153.</ref>

Beispiel 6: Psalm 105,4
Gesamter Vers BHS{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)

Fraget nach dem HERRN und nach seiner Macht, suchet sein Antlitz allezeit! Lut

1. Ebene {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)׃
Sof pasuq / Silluq
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Etnachta
konjunktiv {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
 
und seine Macht
{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Munach
JHWH
{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Munach
suche

Wenn im poetischen System Dechi und Etnachta die einzigen Akzente in einem Etnachta-Segment mit nur zwei Worten sind, verliert Dechi seine trennende Funktion und wird konjunktiv verwendet.<ref name="Wickes59" /> (z. B. Vorlage:Bibel/LinkLut)

Vorkommen[Bearbeiten]

Teil des Tanach Teil der Sifre Emet Etnachta
Tora 5483
Nevi’im 8930
Ketuvim Psalmen 2335
Ijob 977
Sprüche 904
(sonstige) 2933
Gesamt 21562

Vorlage:Sifre Emet Etnachta kommt in den meisten Versen genau einmal vor, fehlt aber manchmal in kurzen Sätzen. Im poetischen System wird er gelegentlich durch Rewia gadol, oder durch Pazer ersetzt. Die Tabelle zeigt das Vorkommen von Etnachta in allen 24 Büchern des Tanach.<ref name="Price6">James D. Price: Concordance of the Hebrew accents in the Hebrew Bible: Concordance …. 1. Band, S. 5.</ref><ref name="Price1095">James D. Price: Concordance of the Hebrew accents in the Hebrew Bible. Band V, S. 1095.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Francis L. Cohen: Cantillation. In: Isidore Singer (Hrsg.): The Jewish Encyclopedia. Band III. KTAV Publishing House, New York, S. 542–548 (1901–1906).
  • Joshua R. Jacobson: Chanting the Hebrew Bible. The art of cantillation. 1. Auflage. Jewish Publication Society, Philadelphia 2002, ISBN 0-8276-0693-1.
  • Joshua R. Jacobson: Chanting the Hebrew Bible. Student Edition. The Jewish Publication Society, Philadelphia 2005, ISBN 0-8276-0816-0 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).
  • Louis Jacobs: The Jewish Religion. A Companion. Oxford University Press, Oxford / New York 1995, OCLC 31938398.
  • James D. Price: Concordance of the Hebrew accents in the Hebrew Bible. Band I: Concordance of the Hebrew Accents used in the Pentateuch. Edwin Mellon Press, Lewiston, New York 1996, ISBN 0-7734-2395-8.
  • Martin Sicker: Aspects of Jewish metarational thought. iUniverse, New York City 2005, OCLC 61731632.
  • William Wickes: A treatise on the accentuation of the three so-called poetical books on the Old Testament, Psalms, Proverbs, and Job. 1881 (archive.org).
  • William Wickes: A treatise on the accentuation of the twenty-one so-called prose books of the Old Testament. 1887 (archive.org).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />