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FNZ Bank

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  FNZ Bank SE
Staat Deutschland Deutschland
Sitz München, Deutschland
Rechtsform Europäische Gesellschaft (SE)
Bankleitzahl 700 130 00<ref name="Daten055067">Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank</ref>
BIC EBSG DEMX XXX<ref name="Daten055067"></ref>
Gründung 2002
Website fnz.de
Geschäftsdaten 2024<ref name="GDaten">FNZ Bank SE. In: Unternehmensregister. Bundesanzeiger Verlag, abgerufen am 30. Januar 2026.</ref>
Bilanzsumme ca. 3.009 Mio. Euro
Mitarbeiter 660
Leitung
Vorstand Manuel Loos (Vorsitzender), Jürgen Fiedler, Philip Laucks, Pamela Schmidt-Fischbach
Aufsichtsrat Zvezdana Seeger (Vorsitzende)
Datei:FNZ Bank SE Building 2012.jpg
Ehemaliger Sitz der Bank in Aschheim (2012)

Die FNZ Bank SE (vormals European Bank for Financial Services, kurz ebase) ist ein deutsches Finanzdienstleistungsinstitut mit Sitz in München. Das Unternehmen war eine Tochtergesellschaft der Commerzbank sowie der Comdirect und gehört mittlerweile zur britischen FNZ Group,<ref>Ebase hat neuen Eigentümer. In: Fonds professionell. 17. Juli 2019, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref> ein globaler Anbieter von Plattformen zum Vermögensmanagement.

Die FNZ Bank ist eine B2B-Direktbank und erbringt Dienstleistungen für Finanzvertriebe, Versicherungen, Banken, Vermögensverwalter, Kapitalverwaltungsgesellschaften und Finanztechnologie-Unternehmen.<ref>Porträt: European Bank for Financial Services GmbH (ebase). In: Fonds professionell. Abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref> Die FNZ Bank ist als Vollbank auf mandantenfähige Angebote spezialisiert. Das verwahrte Vermögen (Assets under administration) belief sich Ende 2024 auf rund 135 Mrd. Euro.<ref>Über uns. Abgerufen am 20. Februar 2025.</ref>

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten]

2001 kündigte die damalige Commerzbank-Tochter ADIG (Allgemeine Deutsche Investmentgesellschaft) die Öffnung ihrer Depotverwaltung für Dritte an. Zu diesem Zweck wurde die European Bank for Fund Services (Ebase) gegründet.<ref>Matthias Dezes: Fondsgesellschaft Adig gründet Wertpapierhandelsbank Ebase. In: Financial Times Deutschland. 22. Oktober 2001, S. 18.</ref> Ziel war es, die Depotführung auszulagern, um sich stärker auf das Kerngeschäft einer Fondsgesellschaft zu konzentrieren.<ref>Harter Wettbewerb bei Fondssupermärkten. In: Handelsblatt. 29. Oktober 2001, S. 32.</ref>

2002 wurde das Unternehmen ins Handelsregister eingetragen und nahm den operativen Geschäftsbetrieb auf. Kernprodukt von Ebase war eine Plattform, welche die Verwaltung von Anteilen unterschiedlicher Fonds in einem Depot ermöglichte. Dadurch wurde die Beschaffung, Verwahrung und Verwaltung für Vermittler und andere in technischer und regulatorischer Hinsicht stark vereinfacht.<ref>Mark Schrörs: Adig-Investment gründet Servicegesellschaft. In: Börsen-Zeitung. 16. Oktober 2001, S. 18.</ref>

2003 übernahm das Unternehmen die Depotverwaltung von Credit Suisse Asset Management und der Siemens Kapitalanlagegesellschaft.<ref>Ebase übernimmt weitere Investmentdepots. In: Handelsblatt. 11. Dezember 2003, S. 22.</ref> 2004 übergab Universal Investment ihre Depotverwaltung an Ebase.<ref>Christoph Ruhkamp: Universal lagert an Ebase aus. In: Börsen-Zeitung. 19. Mai 2004, S. 5.</ref> 2005 wurde ebase die Depotbank für Fondsprodukte von Vontobel.<ref>Ermes Gallarotti: Komplementäre Stärken: Vertriebskooperation von Vontobel und Postbank. In: Neue Zürcher Zeitung. 29. Oktober 2005, S. 28.</ref>

Ausbau des Angebots[Bearbeiten]

In den 2000er-Jahren entwickelte Ebase neue Angebote auch im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge.<ref>Adig stellt Produkte zur Altersvorsorge vor. In: Handelsblatt. 1. Oktober 2001, S. 40.</ref> Außerdem wurde das Angebot um Einlagenprodukte erweitert, in diesem Zusammenhang wurden beispielsweise Verrechnungs- und Tagesgeldkonten<ref>Stefanie Schulte: Ebase steigt ein ins Tagesgeldgeschäft. In: Börsen-Zeitung. 29. Oktober 2008, S. 5.</ref> eingeführt. Im Zuge dessen beantragte das Unternehmen 2008 die Geschäftserlaubnis als Einlagen-/Kreditinstitut, kurz Vollbank.

Bis 2008 war Ebase Teil der Commerzbank-Gruppe. Nach der Neuordnung dieses Bereichs wurde Ebase 2009 innerhalb des Konzerns der Direktbank Comdirect zugeordnet.<ref>Stefanie Schulte: Comdirect kauft Ebase. In: Börsen-Zeitung. 9. April 2009, S. 5.</ref> 2010 verlegte das Unternehmen seinen Hauptsitz von Haar bei München ins benachbarte Aschheim.

Bezogen auf das Angebot wurden mehr Leistungen für institutionelle Kunden in das Angebot aufgenommen,<ref>Bernd Neubacher: Comdirect setzt auf Dienste für Unternehmen. Finanzchef Diekmann wittert „ein Riesengeschäft“. In: Börsen-Zeitung. 22. Juni 2012, S. 5.</ref> beispielsweise im Zusammenhang mit fondsgebundenen Versicherungen. Ebase entwickelte sich zu einem Vorreiter bei der Abwicklung von Fondsanteilen mit mehreren Nachkommastellen, sodass erstmals kleinere Sparraten darstellbar waren.<ref>Wilhelm Nordhaus, Frank Mertgen: Gefördertes Sparen. In: Focus Money. 28. März 2018, S. 44–45.</ref> Außerdem wurde das Leistungsspektrum um allgemeine Wertpapiergeschäfte beispielsweise mit Aktien oder Anleihen und Wertpapierkredite<ref>Brigitte Watermann: Kredit ohne Schufa. Als Alternative zum Dispo wird der zweckungebundene Wertpapierkredit wenig genutzt. In: Financial Times Deutschland. 22. Juni 2012, S. 23.</ref> ergänzt.

Um dem erweiterten Produktspektrum stärker Rechnung zu tragen, erhielt das Unternehmen 2013 den Namen European Bank for Financial Services (Ebase).<ref>Julia Roebke: Neuer Name für Ebase. In: Börsen-Zeitung. 9. Juli 2013, S. 5.</ref>

2013 startete Ebase einen selbst entwickelten Robo-Advisor. Dabei handelte es sich um eine vollständig digitale Vermögensverwaltung auf Basis börsengehandelter Fonds (ETFs), die nach einem Algorithmus automatisiert gehandelt und verwaltet werden. Zudem wurde 2016 ein Fondsmarktplatz für Privatanleger eröffnet.<ref>Matthias von Arnim: Digitaler Banking-Baukasten. In: Rheinische Post. 11. August 2017, S. 11.</ref>

Aktuellere Entwicklungen[Bearbeiten]

Mitte 2018 gab der britische Finanzdienstleister FNZ Group die Übernahme der damaligen Ebase bekannt. Der Kaufpreis lag bei rund 151 Millionen Euro.<ref>Andreas Kröner: Onlinebank comdirect verkauft Tochter Ebase. In: Handelsblatt. 10. Juli 2018, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref> Die Transaktion wurde ein Jahr später abgeschlossen und stand vor dem Hintergrund einer Fokussierung auf das Kerngeschäft der Commerzbank und ihrer Tochter Comdirect.<ref>Björn Godenrath: comdirect schlägt Ebase los. In: Börsen-Zeitung. 11. Juli 2018, S. 3.</ref> Für die FNZ Group bedeutete die Akquisition den Einstieg in den deutschen Markt.

Mitte 2020 kündigte Ebase an, das Wertpapiergeschäft der Augsburger Aktienbank zu übernehmen. Die Migration der etwa 180.000 Depots mit einem Volumen von etwa 17 Milliarden Euro wurde 2021 erfolgreich durchgeführt.<ref>Ebase macht AAB-Übernahme perfekt. In: Fonds professionell. 5. Oktober 2021, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref> Das Unternehmen übernahm auch Mitarbeiter der Augsburger Aktienbank. In der Folge wurde in Augsburg ein Kompetenzzentrum der FNZ Group als zweiter deutscher Standort etabliert.<ref>Wolf Brandes: Ebase-Mutter stärkt die Präsenz. In: Börsen-Zeitung. 27. August 2022, S. 2.</ref>

Um die Zugehörigkeit zur FNZ Group auch im Namen deutlich zu machen,<ref>Wolf Brandes: Wertpapierabwickler FNZ will Markt aufrollen. In: Börsen-Zeitung. 8. Februar 2023, S. 5.</ref> wurde Ebase 2023 in FNZ Bank umbenannt.<ref>Nach längerem Anlauf: Ebase wird zur FNZ Bank. In: Fonds professionell. 11. August 2023, abgerufen am 8. Dezember 2023.</ref> Im selben Jahr erfolgte ein Wechsel der Rechtsform zur Europäischen Gesellschaft (SE).<ref>FNZ Bank wird in SE umgewandelt. Infos, 7. Dezember 2023, abgerufen am 8. Dezember 2023.</ref> Außerdem kündigte das Unternehmen die Fusion mit der ebenfalls zur Gruppe gehörenden Fondsdepot Bank an.<ref>Fondsdepot Bank verschwindet vom Markt. In: Fonds professionell. 3. Oktober 2023, abgerufen am 5. Januar 2024.</ref>

Ende 2024 wurde das Einlagen- und Verwahrgeschäft der Fondsdepot Bank in die FNZ Bank integriert. Die ehemalige Fondsdepot Bank fokussiert sich nun rein auf Haftungsdachleistungen und firmierte zur Deutsches Haftungsdach (DHD) GmbH um.<ref>Abspaltung des Einlagen- und Verwahrgeschäfts der Fondsdepot Bank auf die FNZ Bank erfolgreich abgeschlossen. 2. Dezember 2024, abgerufen am 20. Februar 2025.</ref>

Anfang 2026 verlegte die FNZ Bank ihren Sitz von Aschheim nach München.<ref>FNZ Bank – Geänderte Adresse ab 01.02.2026. FondsSuperMarkt, 30. Januar 2026, abgerufen am 29. September 2026.</ref>

Gegenwart[Bearbeiten]

Unternehmensstruktur[Bearbeiten]

Die FNZ Bank firmiert als Societas Europaea (SE) nach deutschem Handelsrecht. Gegenstand des Unternehmens sind Bankgeschäfte und Finanzdienstleistungen aller Art, einschließlich der Annahme fremder Gelder als Einlagen, der Gewährung von Darlehen sowie der Anschaffung und Veräußerung von Wertpapieren auf eigene und fremde Rechnung.

Alleinige Aktionärin der FNZ Bank ist die FNZ Group, die das Unternehmen voll konsolidiert. Der Vorstand der FNZ Bank besteht aus Manuel Loos (Vorsitzender)<ref>FNZ Bank Deutschland mit neuem Chef: Manuel Loos übernimmt von Peter Karst. In: Das Investment. 5. Januar 2026, abgerufen am 29. September 2026.</ref>, Jürgen Fiedler<ref>Nico Schipper: FNZ Bank holt Ex-Risikochef der Deutschen Bank in den Vorstand. In: Private Banking Magazin. 13. August 2025, abgerufen am 29. September 2026.</ref>, Philip Laucks und Pamela Schmidt-Fischbach. Vorsitzende des Aufsichtsrates ist Zvezdana Seeger.

Die FNZ Bank ist ein CRR-Kreditinstitut und unterliegt der Aufsicht durch die BaFin.<ref>European Bank for Financial Services GmbH (ebase). Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref> Sie ist Mitglied im Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken und Teil der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken.<ref>Mitwirkende Institute. Einlagensicherungsfonds deutscher Banken, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref><ref>Zugeordnete Institute. Entschädigungseinrichtung deutscher Banken, abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref>

Leistungsspektrum[Bearbeiten]

Die FNZ Bank bietet als Vollbank neben Dienstleistungen im Depotgeschäft unter anderem auch Portfolioverwaltung und Einlagengeschäft an. Das Angebot der FNZ Bank umfasst dabei digitale Lösungen für das Vermögensmanagement, also vom Vermögensaufbau über die Vermögensanlage bis zur Vermögensentnahme. Dazu gehören über 100 verschiedene Depotlösungen, insbesondere Wertpapier-, Investment- und Arbeitszeitdepots. Dazu kommen Einlagengeschäfte mit Tages- und Festgeldkonten.<ref>FNZ Bank AG. Produkte. In: Fonds professionell. Abgerufen am 27. Oktober 2022.</ref>

Nach eigenen Angaben hat die FNZ Bank derzeit rund 400 Kooperationspartner. Alle Produkte können an die Markenführung der Partner angepasst werden (Co-Branding und White-Label).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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