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Furylfuramid

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Strukturformel
Strukturformel von Furylfuramid
Allgemeines
Name Furylfuramid
Andere Namen
  • [2-(2-Furyl)-3-(5-nitro-2-furyl)]acrylamid
  • AF-2
Summenformel C11H8N2O5
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
PubChem 19390
ChemSpider 18276
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1492: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 248,19 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt
  • cis-Isomer: 152–153 °C<ref name="tomoeda1977" />
  • trans-Isomer: 178–180 °C<ref name="tomoeda1977" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar<ref name="NV">Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.</ref>
Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Furylfuramid ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Nitrofurane, die von 1965 bis 1974 in Japan als Konservierungsmittel eingesetzt, aufgrund mutagener und potentiell krebserregender Wirkung aber verboten wurde.<ref name="tazima1979">Y. Tazima: Consequences of the AF-2 incident in Japan. In: Environmental Health Perspectives, 1979, Band 29, S. 183–187. doi:10.1289/ehp.7929183.</ref>

Isomere[Bearbeiten]

Aufgrund der Molekülstruktur eines Acrylamids mit zwei vicinalen Substituenten gibt es zwei Isomere von Furylfuramid, die sich dadurch unterscheiden, dass die Furyl- und Nitrofuryl-Gruppen an der Doppelbindung cis oder trans zueinander stehen. Als Konservierungsmittel verwandt wurde das cis-Isomer,<ref name="tomoeda1977">M. Tomoeda, R. Kitamura: A cis-trans isomerising activity of Escherichia coli. Isomerization from 2-(2-Furyl)-3-cis-(5-nitro-2-furyl) acrylamide (furylfuramide) to its trans isomer. In: Biochimica et Biophysica Acta (BBA) - Enzymology, 1977, Band 480, Nr. 1, S. 315–325. doi:10.1016/0005-2744(77)90344-8.</ref><ref name="kalyanaraman1981">B. Kalyanaraman, Ronald P. Mason, Roger Rowlettb L. D. Kispert: An electron spin resonance investigation and molecular orbital calculation of the anion radical intermediate in the enzymatic cis-trans isomerization of furylfuramide, a nitrofuran derivative of ethylene. In: Biochimica et Biophysica Acta (BBA) - Enzymology, 1981, Band 660, Nr. 1, S. 102–109. doi:10.1016/0005-2744(81)90114-5.</ref> das aufgrund der höheren Priorität von Carbonsäureamid-C-Atomen im Vergleich zu Furan-C-Atomen im Rahmen der CIP-Konvention mit (E)-Deskriptor bezeichnet wird; (Z)-Furylfuramid ist dementsprechend trans-konfiguriert.<ref>vgl. Dieter Hellwinkel: Die systematische Nomenklatur der organischen Chemie. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 2006, ISBN 3-540-26411-6, S. 187–191</ref> Die Umwandlung von cis-Furylfuramid in das trans-Isomer wird durch Enzyme aus E. coli katalysiert.<ref name="tomoeda1977" /> Diese enzymatischen Isomerisierungsreaktion wurde näher erforscht, da angenommen wird, dass die Reduktion von Nitroverbindungen dieser Art für ihre biologische Aktivität bedeutend ist und ihr in vivo eine solche Isomerisierung vorausgeht.<ref name="kalyanaraman1981" />

Biologische Wirkung[Bearbeiten]

Unter dem Handelsnamen AF-2 wurde Furylfuramid ab 1965 in Japan zur Konservierung von Tofu, Wurst- und Fischwaren verwendet. 1971 wurde in einer Studie keine karzinogene Wirkung festgestellt. 1972 wurde jedoch in verschiedenen Ames-Tests eine mutagene Wirkung festgestellt. Dies führte dazu, dass die Tierversuche unter empfindlicheren Bedingungen (junge Ratten, erhöhte Enzymaktivität und höhere Fütterungsdosen) wiederholt wurden, wobei 1973 doch eine karzinogene Wirkung festgestellt wurde.<ref name="tazima">Y. Tazima: Consequences of the AF-2 incident in Japan. In: Environmental Health Perspectives. Band 29, April 1979, S. 183–187, PMC 1637377 (freier Volltext).</ref> Nach einer Kampagne des japanischen Verbraucherschutzverbands verbot die Regierung die Substanz im Jahr 1974.<ref>History: 1970s, Consumers Union of Japan.</ref> Bei Ratten löst Furfurylamid Vormagen-, Magen- und Brustkrebs aus.<ref>Sea-Uck Lukas Jung: Ernährung und Biomarker der Genotoxizität in der humanen Brust. 2005, S. 13 (uni-hamburg.de [PDF] Dissertation).</ref>

Kurz darauf wurde auch bei Mäusen eine karzinogene Wirkung festgestellt.<ref>Taisei Nomura: Carcinogenicity of the food additive furylfuramide in foetal and young mice. In: Nature. Band 258, Nr. 5536, 1975, S. 610–611, doi:10.1038/258610a0.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Externe Links zu erwähnten Verbindungen[Bearbeiten]

<references group="S" />