Gandria
Quartier von Lugano | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten | 721091 / 96131
{{#coordinates:46,00588|9,0019|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Gandria, Quartier | region=CH-TI | type=city
}} |
| Höhe | Ø 292 m (270–1033 m) | |||||
| Fläche | 3,45 km² | |||||
| Einwohner | 285 (31. Dez. 2025) | |||||
| Bevölkerungsdichte | 83 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung | 4. Apr. 2004 | |||||
| BFS-Nr. | 519-2014 | |||||
| Postleitzahl | 6978 | |||||
Gandria ist ein Quartier der Stadt Lugano im Schweizer Kanton Tessin. Bis zur Eingemeindung in die Stadt Lugano am 4. April 2004 bildete es eine selbstständige politische Gemeinde. Der Ort hat 285 Einwohner (Stand 31. Dezember 2025<ref name=":0">Demografia. Città di Lugano, abgerufen am 12. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>), ein paar Gaststätten, winzige Gassen, Treppen und alte Bauten.<ref>Gandria auf ticino.ch</ref>
Geographie[Bearbeiten]
Das Dorf liegt auf 295 m ü. M. am Nordufer des Luganersees am steilen Hang des Monte Brè, 5 km östlich vom Bahnhof Lugano. Zum Quartier gehört auch die Siedlung Cantine di Gandria am gegenüberliegenden Südufer des Luganersees.
Verkehr[Bearbeiten]
Das Dorf Gandria ist über die Hauptstrasse, die entlang des Nordufers des Luganersees verläuft, mit Lugano und Italien (Gemeinde Valsolda) verbunden. Diese Strasse führt oberhalb des Dorfzentrums vorbei, welches aufgrund seiner extrem engen Gassen und steilen Hänge für Fahrzeuge unzugänglich ist.
Gandria kann von Lugano (Ortsteil Castagnola) aus zu Fuss auf einem dem Luganersee-Nordufer entlangführenden Pfad («Sentiero dell'olivo», Olivenweg) erreicht werden.<ref>Der Olivenweg, luganoregion.com, abgerufen am 7. September 2026.</ref>
Ein regelmässiger Schiffsbetrieb zwischen Gandria und anderen Orten am See wird von der Società Navigazione del Lago di Lugano (SNL) angeboten. Dasselbe Unternehmen betreibt auch eine Busverbindung zwischen Gandria und Lugano.
Der Teil von Gandria auf der Südseite des Sees, rund um Cantine di Gandria und das Schweizerische Zollmuseum, hat keine Strassenanbindung. Der Fussweg am Seeufer, der das Gebiet mit Caprino verbindet, ist steinschlag- und erdrutschgefährdet und sollte daher nur bei stabiler Witterung begangen werden.<ref>Sentiero Caprino–Cantine di Gandria, schweizmobil.ch, abgerufen am 7. September 2026.</ref> Die SNL bietet täglich mehrere Überfahrten vom Dorf Gandria (und dem Zentrum von Lugano) zu den Anlegestellen in Cantine di Gandria und am Zollmuseum an.
Geschichte[Bearbeiten]
Das Dorf wurde 1237 erstmals als Gandrio erwähnt. Eine selbständige Gemeinde bestand schon 1463 und stand lange Zeit wegen der Grenzen und Weiden auf dem rechten (nördlichen) Ufer des Luganersees in Streit mit den Gemeinden Albogasio, Ramponio Verna, Lanzo d’Intelvi und Oria, die damals den Erzbischöfen von Mailand unterstanden. Die Tagsatzung, der Erzbischof und der Gesandte von Mailand, selbst der Nuntius wurden in diesen Zwist hineingezogen, der von 1543 bis 1659 dauerte. 1624 wurden deswegen selbst die Stipendien für den Kanton Schwyz am Helvetischen Kollegium in Mailand aufgehoben.<ref name="Gandria">Antonio Gili: Gandria. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 27. Juli 2023.</ref>
2004 wurde die bis dahin selbständige politische Gemeinde in die Stadt Lugano eingemeindet.
Bevölkerung[Bearbeiten]
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.<ref>Gandria (Lugano). In: Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS. Bundesamt für Kultur BAK, 2005, abgerufen am 9. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Pfarrkirche San Vigilio[Bearbeiten]
Die Kirche San Vigilio löste sich im Jahr 1463 von der Mutterkirche San Lorenzo in Lugano und wurde zur eigenständigen Pfarrkirche erhoben.<ref name="Gandria"/> Der älteste Teil ist die graue, unverputzte Wand zum See hin, die mit Gedenktafeln bekannter lokaler Familien geschmückt ist. Die barocken Fassaden wurden in den 1870er-Jahren vollendet. Hinter dem Altar der Kirche befindet sich ein grosses Ölgemälde von Giovanni und Giuseppe Torricelli, das das Martyrium des heiligen Vigilio zeigt – eines Bischofs von Trient in Italien, der von heidnischen Hirten gesteinigt wurde.<ref name="Martinoli">Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 321–322.</ref><ref>Pfarrkirche San Vigilio auf portal.dnb.de (abgerufen am: 1. August 2016.)</ref><ref>Grossi, Plinio, Gandria: Storia, Presenze, Tradizioni, Problemi, 1984, p. 26</ref><ref name=gnp>Benedetta, Giorgio; Felber, Markus; Maspoli, Guido et al., Gandria: Naturkundlichhistorischer Pfad, Fondo SNAG, Eusi Verlag, Lugano, 2000, pp. 39-39.</ref>
Die Verbindung zu Gandria geht auf einheimische Handwerker zurück, die am Bau der Kathedrale in Trient mitwirkten und vermutlich vom Schutzpatron beeindruckt waren. Die Gebrüder Torricelli malten auch Szenen im Haus des lokalen Architekten Vigilio Rabaglio, der durch den Entwurf des königlichen Palastes der Bourbonen in Segovia in Spanien Berühmtheit erlangte. Ein archäologischer Führer der Region weist darauf hin, dass in den Mauern und auf den Türschwellen rund um die Kirche San Vigilio Steine mit keltischen Schalenformen (Schalensteine) zu sehen sind, die von Dorfbewohnern in vergangenen Jahrhunderten dorthin getragen wurden.<ref name=gnp/>
In der Kirche steht die Statue Madonna del Rosario des Bildhauers Antonio Pini aus Bellagio.<ref>Antonio Pini. In: SikartVorlage:Abrufdatum</ref>
Weitere Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Oratorium San Rocco<ref name="Martinoli" />
- Im Ortsteil Cantine di Gandria am Südufer des Ceresio ist das Schweizerische Zollmuseum beheimatet.<ref name="Martinoli" />
- Wohnhaus Bordoni<ref name="Martinoli" />
- Ehemaliges Wohnhaus Rabaglio<ref name="Martinoli" />
- In einer Waldlichtung hoch über dem Luganersee liegen der Sasso della Predescia<ref name="Martinoli" /> und der Sasso di Gandrigna, zwei prähistorische Schalensteine.<ref name="Martinoli" /><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Der naturalistisch-archäologische Weg von Gandria ( des Vorlage:IconExternal vom 31. August 2019 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf luganoregion.com (abgerufen am 21. November 2016).</ref>
Sonstiges[Bearbeiten]
Es gibt eine Marschmusik für Blasmusik, komponiert von Gian Battista Mantegazzi, die dem Dorf Gandria gewidmet ist und Gandria-Marsch (bzw. Marcia Gandria) heisst.
Persönlichkeiten[Bearbeiten]
Bilder[Bearbeiten]
-
Gandria. Historisches Luftbild von Leo Wehrli (1927)
-
Blick vom Fussweg Richtung Gandria (2018)
-
Gandria Alte Strasse, von Westen, mit Gandria. Historisches Bild von L. Wehrli (1934)
-
Neue Gandria-Strasse. Historisches Luftbild von L. Wehrli (1937)
-
Gandria. Historisches Luftbild von Werner Friedli (Fotograf) (1948)
-
Gandria. Historisches Luftbild von W. Friedli (1948)
-
Gandria. Historisches Bild von L. Wehrli (1948 ?)
Literatur[Bearbeiten]
- Carlo Agliati (Hrsg.): Maestri d’arte del lago di Lugano alla corte dei Borboni. Il fondo dei Rabaglio di Gandria, sec. XVIII. Edizioni dello Stato del Cantone Ticino, Bellinzona 2010.
- Gandria – naturkundlich-historischer Pfad. / Fondo SNAG. EUSI-Verleger, Lugano 2000.
- Virgilio Gilardoni: Il Romanico. Catalogo dei monumenti nella Repubblica e Cantone del Ticino. La Vesconta, Casagrande S.A., Bellinzona 1967, S. 329.
- Antonio Gili: Gandria. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 27. Juli 2023.
- Plinio Grossi: Gandria. Edizioni San Giorgio, Lugano 1984.
- Carlo Jegher: Die Strasse nach Gandria: Darstellung d. versch. Projekte und Unterlagen zu ihrer Beurteilung mit zahlreichen Bildern und Plänen nach amtlichen Quellen. Selbstverlag, Zürich 1928.
- Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 295, 321, 322, 323.
- Jean-Luc Rickenbacher: Das Schweizer Zollmuseum. Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, Bern 2017, ISBN 978-3-906211-28-2.
- Celestino Trezzini: Gandria. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 3: Egolf – Güttingen. Attinger, Neuenburg 1926, S. 389 (Digitalisat).
Belletristik
- Harald Baumgarten: Das Fischermädel aus Gandria. Roman. Rothbarth, Leipzig 1936.
Weblinks[Bearbeiten]
- Quartier von Gandria auf www.lugano.ch (italienisch)
- Amt für Statistik des Kantons Tessin: Lugano (italienisch)
- Lugano-Gandria: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin
- Vorlage:ISOS
- Vorlage:ISOS
- Gandria auf ticinotopten.ch
- Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Strassesperre in Gandria ( vom 30. August 2011 im Internet Archive) in festung-oberland.ch (abgerufen am: 2. Mai 2016.)
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive />
Barbengo | Besso | Brè-Aldesago | Breganzona | Cadro | Carabbia | Carona | Castagnola-Cassarate | Cureggia | Davesco-Soragno | Gandria | Loreto | Lugano Centro | Molino Nuovo | Pambio-Noranco | Pazzallo | Pregassona | Sonvico | Val Colla | Viganello | Villa Luganese
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
- Seiten mit TemplateStyles-Fehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2025-03
- Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz
- Ortsbild von nationaler Bedeutung im Kanton Tessin
- Quartier (Lugano)
- Ersterwähnung 1237
- Gemeindeauflösung 2004