Gehüfte
Gehüfte ist eine moderne Wüstung im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Sie fiel dem Braunkohleabbau im Geiseltal zum Opfer.
Geographische Lage[Bearbeiten]
Gehüfte lag im Geiseltal nordöstlich von Mücheln. Nachbarorte waren Zorbau im Norden, Zöbigker im Westen und Mücheln im Südwesten. Die ehemalige Ortsflur liegt heute am Südwestrand des Geiseltalsees<ref>Karte mit den verschwundenen Orten im Geiseltal</ref> im Bereich der Marina Mücheln.<ref>Marina Mücheln auf der Homepage des Geiseltalsees</ref> In der Stadt Mücheln existiert eine Straße namens Gehüfte. Durch Gehüfte floss ein Nebenarm der Geisel, welche die Klinge genannt wurde.
Geschichte[Bearbeiten]
Gehüfte entstand nach 1327 bei der Teilung des Kaltenborner Klosterbesitzes in Eptingen. Es bestand zu dieser Zeit aus einem einzelnen Bauernhof bzw. Weiler, worauf auch der Ortsname abgeleitet ist. Der Ort gehörte bis 1815 zum wettinischen, später kursächsischen Amt Freyburg.<ref>Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 34 f.</ref> Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam er zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Querfurt im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.<ref>Landkreis Querfurt. Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2024; abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref>
Um das Jahr 1900 zählte Gehüfte zehn Haushalte, eine Gastwirtschaft sowie eine Mühle.<ref>Adreß- und Geschäfts-Handbuch für den Kreis Querfurt. Hrsg. v. Kreis Querfurt. Verlag W. Schneider. Querfurt, 1899. S. 124.</ref> 1927 lebten in Gehüfte 286 Einwohner.<ref>Adreßbuch. Einwohnerverzeichnis, Wohnungs- und Geschäftsanzeiger Kreis Querfurt. Hrsg. v. Richard Jaeckel. Bd. 1. Verlagsanstalt Richard Jaeckel. Querfurt, 1927. S. 67</ref>
Am 1. Oktober 1929 wurde Gehüfte in die Stadt Mücheln eingemeindet.<ref>Gehüfte im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum</ref> Im Zuge des Braunkohleabbaus im Geiseltal wurde Gehüfte im Jahr 1968 umgesiedelt und 1975 größtenteils abgebaggert (devastiert).<ref> Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Der Ort auf www.devastiert.de ( vom 23. September 2015 im Internet Archive)</ref> Vom Ort existiert heute nur noch ein Rest im Bereich der Bahnstrecke Merseburg–Querfurt.
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang
Vollständig abgebrochene Orte
Benndorf |
Bündorf (Wüstung) |
Eptingen |
Gehüfte |
Geiselröhlitz |
Gräfendorf |
Kämmeritz |
Kleinkayna |
Körbisdorf |
Lützkendorf |
Naundorf |
Möckerling |
Petzkendorf |
Runstedt |
Wernsdorf |
Zöbigker |
Zorbau |
Zützschdorf
Teilweise abgebrochene Orte
Großkayna |
Krumpa |
Neubiendorf |
Neumark |
Roßbach
Vorlage:Klappleiste/Ende
Koordinaten: 51° 18′ 39,2″ N, 11° 48′ 53,6″ O
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