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Petzkendorf

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Petzkendorf ist eine moderne Wüstung im Saalekreis in Sachsen-Anhalt. Sie entstand durch den Braunkohleabbau im Geiseltal.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Petzkendorf lag im Geiseltal nordwestlich von Braunsbedra. Nachbarorte waren Kämmeritz im Nordwesten, Geiselröhlitz im Norden und Neumark im Osten und Süden. Die ehemalige Ortsflur liegt heute am Südrand des Geiseltalsees.<ref>Karte mit den verschwundenen Orten im Geiseltal.</ref>

Rittergut Petzkendorf um 1873/1874. Sammlung Alexander Duncker Berlin.

Geschichte[Bearbeiten]

Petzkendorf gehörte bis 1815 zum wettinischen, später kursächsischen Amt Freyburg.<ref>Karlheinz Blaschke, u. a.: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 34 f.</ref> Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses kam der Ort zu Preußen und wurde 1816 dem Kreis Querfurt im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem er bis 1944 gehörte.<ref>Der Landkreis Querfurt im Gemeindeverzeichnis 1900. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 1. Februar 2024; abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref> Kirchlich gehörte Petzkendorf zu Krumpa.

Das Gut Petzkendorf<ref>Johann Christian Siebenkees (Red. zug.): Geschlechts- und Wappenbeschreibungen zu dem Tyroffischen Wappenwerk. Band 1, 1. Heft. Verlag Conrad Tyroff Wappencomptoirs, Nürnberg 1791, S. 281.</ref> war früher ein altes Mannlehngut der in Thüringen weit verbreiteten Familie von Breitenbauch. Nach 1822 kam es an die Familie von Helldorff, an den Landrat Heinrich von Helldorff (1799–1873), als Nebengut von Bedra und Baumersroda. Das Gut Petzkendorf blieb dann für einige Generationen in der Hand derer von Helldorff, u. a. bei Otto (Otto Heinrich) von Helldorff (1833–1908).

1927 wurde der vormals juristisch eigenständige Ort Gutsbezirk Petzkendorf dem benachbarten Dorf Neumark zugeordnet.<ref>Petzkendorf. Genealogy.net</ref><ref>Andreas Schultz: Verzeichnis der Ein- und Ausgemeindungen in Thüringen 1920-1945. Nach amtlichen Druckschriften. 2. Auflage. Books on Demand, Norderstedt 2022, ISBN 978-3-7568-5808-8, S. 194.</ref> Letzte adelige Gutsherren waren Rittmeister Sittig von Helldorff (1879–1947), bis um 1923. Dann folgte dessen Onkel Heinrich von Helldorff (1870–1936).<ref>Hans Friedrich von Ehrenkrook, Else von Bethmann, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Hans-Jürgen von Witzendorff, u. a.: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A (Uradel). 1953. Band I, Band 5 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg.: Deutsches Adelsarchiv. C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1953, S. 132 f.</ref> Allen drei gehörte auch Gut und Schloss Bedra. Nach 1936 veräußerte die Familie von Helldorff das lange als Nebengut genutzte Petzkendorf. Letzter Besitzer, schon mit starken Einschränkungen seitens der Maßnahmen der Wintershall bei Krumpa, war der Landarzt Hans Hartz.<ref>Petzkendorf. Ortsgeschichte. Das Rittergut. In: Steffen Bruns: Geiseltalchroniken. Geschichte des Geiseltales und seiner Umgebung. Twentysix – Der Self-Publishing-Verlag / Random House / Books on Demand, Norderstedt 2020, ISBN 978-3-7407-6351-0, S. 176 f.</ref>

Im Zuge des Braunkohlenabbaus im Geiseltal wurde Petzkendorf im Jahr 1961 umgesiedelt und 1968 abgebaggert (devastiert).<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Der Ort. (Memento vom 23. September 2015 im Internet Archive) Devastiert.de</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Andreas Berkner / Kulturstiftung Hohenmölsen e. V. (Hrsg.): Bergbau und Umsiedlungen im Mitteldeutschen Braunkohlenrevier. Sax-Verlag, Beucha/Markkleeberg 2022, ISBN 978-3-86729-266-5, S. 452 f.
  • Steffen Bruns: Geiseltalchroniken. Geschichte des Geiseltales und seiner Umgebung. Mit: Petzkendorf. Ortsgeschichte. Das Rittergut. TTwentysix – Der Self-Publishing-Verlag / Random House / Books on Demand, Norderstedt 2020, ISBN 978-3-7407-6351-0, S. 176 f.
  • Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas 1790. Verlag Klaus Gumnior, Chemnitz 2009, ISBN 978-3-937386-14-0, S. 34 f.
  • Vorlage:SammlungDunckerGrafik

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

Koordinaten: 51° 17′ 53″ N, 11° 52′ 13,5″ O

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