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Gogolin

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Gogolin
Datei:POL Gogolin COA.svg
Gogolin (Polen)
Gogolin (Polen)
Gogolin
Basisdaten
Staat: Polen Polen

Woiwodschaft: Opole
Powiat: Krapkowicki
Gmina: Gogolin
Fläche: 20,35 km²
Geographische Lage: 50° 30′ N, 18° 1′ OKoordinaten: 50° 29′ 30″ N, 18° 1′ 20″ O
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Höhe: 175 m n.p.m.
Einwohner: 6418
(1. Jan. 2024)<ref name="Area and population in the territorial profile in 2024"></ref>
Postleitzahl: 47-320
Telefonvorwahl: (+48) 77
Kfz-Kennzeichen: OKR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: A4 Breslau–Krakau
DW 409 Dambine–Strzelce Opolskie
DW 423 Opole–Kędzierzyn-Koźle
Eisenbahn: Kędzierzyn-Koźle–Opole
Nächster int. Flughafen: Flughafen Katowice
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Einwohner: 11.658
(1. Jan. 2024)<ref name="Area and population in the territorial profile in 2024">Area and population in the territorial profile in 2024. Abgerufen am 7. September 2025.</ref>
Gemeindenummer (GUS): 1605013

Gogolin [Die Seite Vorlage:IPA/styles.css hat keinen Inhalt.gɔ'gɔlin] ist eine Kleinstadt mit 6000 Einwohnern im Powiat Krapkowicki der Woiwodschaft Opole in Polen. Sie ist zugleich Verwaltungssitz der Stadt- und Landgemeinde Gogolin mit etwas mehr als 12.500 Einwohnern.

Geographie[Bearbeiten]

Datei:Gogolin kopia.jpg
Panorama von Gogolin

Gogolin liegt in der Region Oberschlesien, einen Kilometer östlich von Krapkowice (Krappitz) und 20 Kilometer südöstlich von Opole (Oppeln) in der Schlesischen Tiefebene innerhalb der Pradolina Wrocławska (Breslauer Urstromtal ). Südlich der Stadt fließt die Oder. Nördlich von Gogolin liegen weitläufige Waldgebiete.

Stadtteile[Bearbeiten]

Nachbarorte von Gogolin sind im Nordosten Oderwanz (Odrowąż), im Osten Dombrowka (Dąbrówka), im Süden Oberwitz (Obrowiec) und im Südwesten der Krapkowicer Stadtteil Otmęt (Ottmuth).

Geschichte[Bearbeiten]

Datei:Gogolin Kościół ewangelicki.jpg
Evangelische Kirche
Datei:Karolinka and Karliczek statue in Gogolin 2014 P01.JPG
Karolinka- und Karlik-Denkmal
Datei:Zachowane nagrobki na cmentarzu żydowskim.JPG
Jüdischer Friedhof

Gogolin wurde erstmals 1223 als Gogolino urkundlich erwähnt.<ref name="Gogolin">Geschichte von Gogolin – gogolin.pl (polnisch).</ref> Es gehörte von Anfang an zum Herzogtum Oppeln, mit dem es 1532 am Böhmen fiel.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg 1742 fiel Gogolin mit dem größten Teil Schlesiens an Preußen. 1783 wurde es in den Beiträgen zur Beschreibung von von Schlesien als Gogolin erwähnt, gehörte einem Grafen Gaschin und lag im Kreis Groß Strehlitz. Damals hatte Gogolin 312 Einwohner, ein Vorwerk, zwei Wassermühlen, 31 Bauern und 29 Gärtner.<ref>Friedrich Albert Zimmermann: Beyträge zur Beschreibung von Schlesien. zur Beschreibung von Schlesien.html?id=OSMDAAAAcAAJ Band 2, Brieg 1783, S. 24.</ref>

Bis zur Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert war Gogolin eine kleine landwirtschaftliche Siedlung. Nach der Neugliederung der Provinz Schlesien gehörte die Landgemeinde Gogolin ab 1816 zum Landkreis Groß Strehlitz im Regierungsbezirk Oppeln. 1845 bestanden im Ort eine katholische Schule, drei Vorwerke, eine Wassermühle, ein Sägewerk, ein Kretscham, zwei Steinbrüche, ein Kalkofen und 95 Häuser. Die Einwohnerzahl lag damals bei 796, davon fünf evangelisch.<ref name="Knie">Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845, S. 166.</ref> Mit dem Bau einer Eisenbahnstrecke von Breslau ins Oberschlesische Industriegebiet wurde die Expansion einer bereits zuvor gegründeten Kalkbrennerei ermöglicht, der später zahlreiche Ring-Kalköfen angehörten. Die Kalk- und Zementvorkommen Gogolins waren bedeutend. Auch das Bierbrauhandwerk entwickelte sich in Gogolin. 1861 zählte Gogolin 1533 Einwohner, 23 Bauern, 37 Gärtner und 66 Häusler sowie eine katholische Schule.<ref name="Triest">Felix Triest: Topographisches Handbuch von Oberschlesien, Breslau 1865.</ref> 1874 wurde der Amtsbezirk Gogolin gegründet, welcher die Landgemeinden Dombrowka, Gogolin, Goradze und Sacrau sowie die Gutsbezirke Dombrowka, Gogolin Vorwerk, Goradze Vorwerk und Oberhof umfasste.<ref>Amtsbezirk Gogolin</ref>

Im Jahre 1905 wurde ein Gaswerk errichtet und eine Straßenbeleuchtung angelegt. Nach dem Ersten Weltkrieg erlangte Gogolin Bekanntheit als Handelsort für Schrauben und Wein, weshalb hier auch Winzerfeste bis Ende des Zweiten Weltkriegs veranstaltet wurden. Von 1899 bis 1901 wurde die katholische Herz-Jesu-Kirche errichtet, die zunächst Filialkirche des alten Pfarrortes Ottmuth und später eigenständige Pfarrei wurde. Im Jahre 1908 folgte der Bau der evangelischen Kirche. Bei der Volksabstimmung in Oberschlesien, die besonders in Gogolin und Umgebung von blutigen Aufständen begleitet wurde, wurden in Gogolin 1262 Stimmen (56,9 %) für den Verbleib bei Deutschland abgegeben, 955 Stimmen waren für den Anschluss an Polen. Das Dorf blieb, in Übereinstimmung mit dem Ergebnis der Abstimmung, in der Weimarer Republik.<ref name="Abstimmung">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Ergebnisse der Volksabstimmung (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) abgerufen am 18. Februar 2010.</ref>

1930 wurde das Rathaus im Heimatschutzstil errichtet. Von den großangelegten Ortsumbenennungen der Nationalsozialisten blieb Gogolin verschont, auch wenn der Ortsname slawischen Ursprungs ist.

Als Folge des Zweiten Weltkrieges fiel Gogolin 1945 mit dem größten Teil Schlesiens an Polen.

1958 wurden Strzebniów und Karłubiec eingemeindet. 1967 wurde Gogolin das Stadtrecht verliehen.

Entsprechend der Volkszählung in Polen von 2002 gehören 17,0 % der Gemeindebevölkerung der Deutschen Minderheit an, weitere 8,6 % bezeichneten sich als Schlesier und 1952 Personen (15,8 %) machten zu ihrer Nationalität keine Angaben.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Polnisches Haupt-Statistikamt (GUS) (Memento vom 17. Dezember 2012 im Internet Archive)</ref>

Am 30. April 2010 wurden in der Gemeinde zusätzlich amtliche deutsche Ortsnamen eingeführt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerzahlen von Gogolin (inkl. Gutsbezirk):<ref>Quellen der Einwohnerzahlen: 1784: books.google.de – 1830: books.google.de – 1844: sbc.org.pl – 1855, 1861: books.google.de – 1885: Gogolin. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 7, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 471. – 1900: – 1910: Landkreis Groß Strehlitz. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Mai 2023; abgerufen am 21. Februar 2026. – 1933, 1939: Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de – 1995, 2000, 2005: stat.gov.pl</ref>

Jahr Einwohner
1783 312
1830 515
1844 790
1855 1362
1861 1533
1885 2789
1900 3218
Jahr Einwohner
1910 3280
1933 4132
1939 5073
1980 6000
1995 6635
2000 6383
2005 6045
2011 6512<ref name="GUS2011">Główny Urząd Statystyczny, Ludność - struktura według ekonomicznych grup wieku Stand vom 31. März 2011, abgerufen am 11. Dezember 2025 </ref>
2024 6418<ref name="GUS2024"> Główny Urząd Statystyczny, Powierzchnia i ludność w przekroju terytorialnym w 2024 roku, abgerufen am 27. März 2026 </ref>

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Datei:2012-02 Gogolin 44.jpg
Herz-Jesu-Kirche
  • Herz-Jesu-Kirche, erbaut 1899–1901
  • Evangelische Kirche, erbaut 1908
  • Karolinka-und-Karlik-Denkmal
  • Markthalle an der ul. Krapkowicka
  • Jüdischer Friedhof an der ul. Wyzwolenia, 1862 angelegt

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Im Bahnhof Gogolin an der Bahnstrecke Kędzierzyn-Koźle–Opole zweigte früher die Neustadt-Gogoliner Eisenbahn ab.

Straßen[Bearbeiten]

Durch Gogolin verläuft die Autobahn 4. Weiterhin verlaufen mehrere Woiwodschaftsstraßen durch den Ort, darunter die DW 409, DW 423 und DW 424.

Gemeinde[Bearbeiten]

Datei:2012-02 Gogolin 75.jpg
Wegweiser zu den Partnerstädten in Gogolin

Die Stadt- und Landgemeinde Gogolin umfasst eine Fläche von 100,5 km² gliedert sich in die Stadt und eine Reihe von Dörfern.

Städte- und Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Karolinka-Lied[Bearbeiten]

Gogolin ist heute in Polen als Karolinka-Stadt bekannt. In dem schlesischen Volkslied Poszła Karolinka do Gogolina, geht es um Karolinka, die in Gogolin ihr Lebensglück finden will. Ihr bisheriger Freund Karlik versucht vergeblich, sie zur Rückkehr zu bewegen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Paul Tkotsch (1895–1963), katholischer Weihbischof im Bistum Berlin
  • Johannes Wotschke (1899–1988), deutscher Ingenieur
  • Klaus Sojka (1926–2009), deutscher Jurist und Politiker der DVU
  • Werner Chory (1932–1991), deutscher Verwaltungsjurist
  • Christian Werner (* 1943), katholischer Militärordinarius von Österreich, Titularbischof
  • Henryk Kroll (* 1949), Abgeordneter des Sejm der deutschen Minderheit

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Theodor Wotschke (1871–1939), deutscher Historiker, Philosoph, evangelischer Theologe und Lehrer, zeitweise Hilfspfarrer in Gogolin
  • Julian Prerauer (1848–1934), deutscher Industrieller, Besitzer der Kalkbrennerei in Gogolin

Literatur[Bearbeiten]

  • Manfred Gabor: Über Gogolin. Gestern und Heute. In: Krappitzer Heimatblatt. Nr. 184/Ostern 2006. Alois Bialek (Hrsg.), S. 23–24.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Gogolin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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Chorulla (Chorula) | Dombrowka (Dąbrówka) | Gogolin | Goradze (Górażdże) | Groß Stein (Kamień Śląski) | Klein Stein (Kamionek) | Mallnie (Malnia) | Oberwitz (Obrowiec) | Oderwanz (Odrowąż) | Sakrau (Zakrzów)

Stadtteile von Gogolin: Karłubiec (Karlubitz) | Strzebniów (Strebinow)

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