Greig-Syndrom
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| Q87.0 | Angeborene Fehlbildungssyndrome mit vorwiegender Beteiligung des Gesichtes |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Das Greig-Syndrom ist eine angeborene Erkrankung mit einer charakteristischen Kombination von Schädel-Gesichtsdysmorphie und Polydaktylie (zusätzliche Finger und zehen).<ref name="Leiber"></ref><ref name="Orpha">Eintrag zu Orphanet Greig-Syndrom. In: Orphanet (Datenbank für seltene Krankheiten)Vorlage:Abrufdatum</ref>
Synonyme sind: Greig-Zephalopolysyndaktylie-Syndrom; Zephalopolysyndaktylie; Hootnick-Holmes-Syndrom
Nicht zu verwechseln ist der Familiäre Hypertelorismus Greig.<ref>D. M. Greig: Hypertelorism. A hitherto undifferentiated congenital cranio-facial deformity. In: Edinburgh Medical Journal, 1924, Band 31, S. 560–593.</ref><ref name="Leiber" />
Die Bezeichnungen beziehen sich auf den Autor der Erstbeschreibung 1926 durch den schottischen Arzt David Middleton Greig (1864–1936)<ref>Ole Daniel Enersen: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.David Middleton Greig ( vom 25. April 2025 im Internet Archive) bei whonamedit.com</ref><ref>D. M. Greig: Oxycephaly In: Edinburgh Medical Journal, 1926, Band 33, S. 189–218.</ref> sowie die Autoren einer Publikation von 1972, den US-amerikanischen Orthopäden David Randall Hootnick und den US-amerikanischen Kinderarzt Levis B. Holmes.<ref>D. Hootnick, L. B. Holmes: Familial polysyndactyly and craniofacial anomalies. In: Clinical Genetics, Copenhagen, 1972, Band 3, S. 128–134.</ref><ref>Ole Daniel Enersen: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Greig's Syndrom ( vom 25. März 2025 im Internet Archive) bei whonamedit.com</ref>
Vorkommen[Bearbeiten]
Die Häufigkeit wird mit 1–9 zu 1.000.000 angegeben, die Vererbung erfolgt autosomal-dominant.<ref name="Orpha" />
Ursache[Bearbeiten]
Der Erkrankung liegen ursächlich Loss-of-Function-Mutationen im GLI3-Gen auf Chromosom 7 am Genort p13 zugrunde, welches für einen Transkriptionsfaktor kodiert.<ref>Greig cephalopolysyndactyly syndrome. In: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (englisch)</ref>
Andere Mutationen im gleichen Gen finden sich bei dem Pallister-Hall-Syndrom und dem Akrokallosalen Syndrom.<ref name="Orpha" />
Klinische Erscheinungen[Bearbeiten]
Diagnostische Kriterien sind:<ref name="Leiber" /><ref name="Orpha" />
- Makrozephalus, prominente Stirn, später Fontanellenschluss
- Hypertelorismus
- Polydaktylie der Hände (postaxial) und der Füße (präaxial)
- Partielle häutige Syndaktylien der Finger & Zehen II-V
selten zusätzlich Balkenmangel, andere Anomalien des Gehirnes.
Diagnostik[Bearbeiten]
An das Syndrom sollte beim Vorliegen der „klassischen“ Trias von präaxialer Polydaktylie mit häutiger Syndaktylie, Hypertelorismus und Makrozephalie gedacht werden.<ref name="Orpha" />
Differentialdiagnose[Bearbeiten]
Abzugrenzen sind:<ref name="Leiber" /><ref name="Orpha" />
- Akrokallosales Syndrom
- Carpenter-Syndrom
- Gorlin-Goltz-Syndrom
- Hypertelorismus vom Typ Teebi
- Mohr-Syndrom
- Pallister-Hall-Syndrom
- Polysyndaktylie
Heilungsaussicht[Bearbeiten]
Es besteht ein etwas höheres Risiko einer auch geistig verzögerten Entwicklung.<ref name="Orpha" />
Literatur[Bearbeiten]
- J. Mücke, K. R. Sandig: Greig-Syndrome. In: Kinderärztliche Praxis. Band 53, Nr. 2, 1985, S. 89–91, PMID 3921750.
- Leslie G. Biesecker: The Greig cephalopolysyndactyly syndrome. In: Orphanet Journal of Rare Diseases. Band 3, Nr. 1, 2008, doi:10.1186/1750-1172-3-10, PMID 18435847, PMC 2397380 (freier Volltext).
Weblinks[Bearbeiten]
- L. G. Biesecker, J. J. Johnston: Greig Cephalopolysyndactyly Syndrome. In: GeneReviews®
- Medline Plus
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />