Harpe (Arendsee)
Harpe Stadt Arendsee (Altmark)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(93)&title=Harpe 52° 55′ N, 11° 34′ O
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dim=10000 | globe= | name=Harpe | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 23 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 1,08 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 93 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 86 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1969 | |||||
| Eingemeindet nach: | Leppin | |||||
| Postleitzahl: | 39619 | |||||
| Vorwahl: | 039384 | |||||
Lage von Harpe in Sachsen-Anhalt
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Harpe gehört zur Ortschaft Leppin und ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie[Bearbeiten]
Harpe, ein Straßendorf mit Kirche, liegt sechs Kilometer nordöstlich von Arendsee in der Altmark. Südwestlich des Dorfes beginnt der Kiefernwald Harper Forst. Im Nordwesten liegt das Naturschutzgebiet Harper Moor. Im Süden und Westen fließt der Wiesengraben Harpe. Im Südosten des Dorfes liegt der 26 Meter „hohe“ Schwarze Berg.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Durch das Dorf führt der Fernradweg Altmarkrundkurs.
Geschichte[Bearbeiten]
Mittelalter bis 20. Jahrhundert[Bearbeiten]
Das Gehölz Harpe bei Arendsee<ref name="Riedel-Register-2" /> wurde im Jahre 1488 als Herpe erwähnt, als Alverich und Werner von Bodendyk dem Kloster Diesdorf verschiedene Hebungen verkaufen,<ref name="Riedel-16, S. 499" /> 1496 heißt es Harpe.<ref name="Riedel-14, S. 454" />
Der Historiker Peter P. Rohrlach führt als erste Erwähnung des Dorfes das Jahr 1518 an,<ref name="HOB-12" /> als das neue Harpe<ref>nach Rohrlach: BLHA, Rep. 78, Kopiar Nr. 25, fol 21</ref> in einer Akte genannt wurde. Im Jahre 1551 verglichen sich das Kloster Arendsee und die von Jagow aus Aulosen über die Grenze zwischen Ziemendorf und Harpe.<ref name="Riedel-17, S. 21" />
Das Dorf brannte am 5. Mai 1842 ganz nieder.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" /> Im Urmesstischblatt von 1823 ist noch das ursprüngliche Rundplatzdorf erkennbar. Nach dem Brand wurde der Ort als Straßendorf wieder aufgebaut.<ref name="HOB-12" />
Am Schwarzen Berg rechts den Wegs nach Zehren stand am Anfang des 20. Jahrhunderts eine Windmühle.<ref name="Zahn Wanderkarte" />
In Harpe befand sich ein Haltepunkt an der Bahnstrecke Salzwedel–Geestgottberg. Der Personenverkehr auf der Strecke wurde 2004 eingestellt, im Bahnhofsgebäude befinden sich heute Ferienwohnungen.
Landwirtschaft[Bearbeiten]
Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 25 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 485 Hektar, eine Kirchenbesitzung hatte 4 Hektar und die Gemeinde 3 Hektar Land. Enteignet wurden 4 Bauernhöfe mit zusammen 450,5 Hektar. Im Jahre 1948 hatten aus der Bodenreform 21 Vollsiedler jeder über 5 Hektar, 14 Kleinsiedler jeder unter 5 Hektar Land erworben. Schon im Jahre 1959 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ III „Walter Ulbricht“.<ref name="HOB-12" />
Wüstung Alt Harpe[Bearbeiten]
1,2 Kilometer südlich vom Dorf Harpe liegt am Ostrand des Waldgebietes Harper Forst die Wüstung Alt Harpe. Die Flureinteilung lässt noch erkennen, dass es ein wendischer Rundling gewesen ist.<ref name="Zahn-Wüstungen, S. 334" />
Im Lehnsbrief von 1518 für die von Jagow zu Garz, Aulosen und Uchtenhagen werden wüste Dorfstätten aufgeführt: die Olden Harpe, die Nieharpe (das Dorf), die Grape und die Feldmark zum Brande. Sie werden auch in den Jahren 1571 und 1598 genannt. Die wüste Feldmark Alt Harpke ist im Gutsforst aufgegangen.<ref name="Enders-Wüstungen" />
Ernst Haetge schrieb dazu: Das Dorf war früher in Alt- und Neu-Harpe geteilt. Als Windmühlenstätte wird die Grape genannt.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" />
Ersterwähnung 1319[Bearbeiten]
Auf einem Schild an der Harper Kirche war im Jahr 2012 zu lesen, dass der Ort 1319 erstmals erwähnt wurde.<ref name="Altmarkkirchen" /> Ernst Haetge schrieb dazu im Jahr 1938: Der Name des Dorfes hängt vermutlich zusammen mit der Garbe, einem Wald in der Nordostecke des Kreises Osterburg.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" /> Wilhelm Zahn sah keinen Zusammenhang zwischen der Garbe und Harpe. Er zitierte die zugehörige Urkunde. Als am 11. Juli 1319 der Markgraf Woldemar in Tangermünde dem Kloster Amelungsborn Aulosen mit Zubehör übereignete, wird unter den Wäldern Ghariue genannt.<ref name="Zahn-Wüstungen, S. 320" /><ref name="Riedel B-1, S. 434" /> Die Garbe liegt 14 Kilometer nordöstlich von Harpe entfernt an der Elbe.
Archäologie[Bearbeiten]
Eine unverzierte Schüssel aus Bronze oder Messing, abgeblich mit einer Lanzenspitze, ist unter unbekannten Umständen in Harpe gefunden worden. Sie kam in das Kreismuseum Osterburg und wurde datiert in das 12./13. Jahrhundert.<ref name="Corpus 1" />
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Harpe gehörte bis 1807 zum Arendseeischen Kreis, danach bis 1810 zum Kanton Pollitz im Königreich Westphalen, ab 1816 kam es in den Kreis Osterburg, den späteren Landkreis Osterburg in der preußischen Provinz Sachsen.
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Harpe aus dem Landkreis Osterburg in den Kreis Seehausen umgegliedert. Am 2. Juli 1965 wurde sie in den Kreis Osterburg umgegliedert. Am 1. Januar 1969 wurde die Gemeinde in die Gemeinde Leppin eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Nach der Eingemeindung der Gemeinde Leppin in die Stadt Arendsee (Altmark) am 1. Januar 2010 wurde der Ortsteil Harpe ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) und kam zur neu gebildeten Ortschaft Leppin.
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946<ref name="HOB-12" /> ab 2011 bis 2017<ref name="EW-2011-2017" />
Religion[Bearbeiten]
- Die evangelische Kirchengemeinde Harpe gehörte seit 1768 teilweise, ab 1785 vollständig zu Pfarrei Groß Garz. Vorher gehörte sie zur Pfarrei Böhmenzien.<ref name="Hermes-Weigelt" />
- Heute gehört die Kirchengemeinde zum Kirchspiel Neulingen im Pfarrbereich Arendsee des Kirchenkreises Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
- Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Um 1852 wurde die Backsteinkirche Harpe unter Verwendung von Fundament- und Sockelteilen eines älteren Bauwerks erbaut.<ref name="Altmarkkirchen" /> Sie ist eine Filialkirche der Kirche von Groß Garz.
- Im Ort gibt es mehrere Denkmale für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs.<ref name="Denkmalprojekt" />
Weblinks[Bearbeiten]
- Harpe im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
- Bahnhof Harpe (Altmark) auf bahnhof-harpe.de.
Literatur[Bearbeiten]
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 18. April 2022.</ref>
<ref name="Corpus 1">Joachim Herrmann und Peter Donat (Hrsg.): Bezirke Rostock (Westteil), Schwerin und Magdeburg. Textteil. (= Corpus archäologischer Quellen zur Frühgeschichte auf dem Gebiet der DDR. Lieferung 1). Berlin 1973, DNB 740209957, S. 171, 19/23 Harpe.</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Harpe, Stadt Arendsee. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. September 2014, abgerufen am 1. Oktober 2022.</ref>
<ref name="EW-2011-2017">Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark): Einwohnerdaten der Jahre 2011 bis 2017. 12. Januar 2018.</ref>
<ref name="EW-2021">Christian Ziems: Arendsee im Aufwind. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 5. Januar 2022, DNB 954815971, S. 18.</ref>
<ref name="EW-2023">Christian Ziems: Arendsee verliert über 100 Einwohner. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 25. Januar 2024, DNB 954815971, S. 16.</ref>
<ref name="Enders-Wüstungen">Lieselott Enders: Neue Details zur Wüstungsgeschichte der Altmark. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 76. Jahresbericht, 2004, S. 11, 12, Grape; Harpe, Alt (altmark-geschichte.de [PDF]).</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Stadt Arendsee (Altmark). 21. Januar 2021 (arendsee.info [PDF; 7,1 MB; abgerufen am 6. August 2022]).</ref>
<ref name="Hermes-Weigelt">Vorlage:BibOCLC</ref>
<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg">Ernst Haetge: Der Kreis Osterburg (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB 361451652, S. 133.</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Arendsee. In: ekmd.de. Abgerufen am 21. Januar 2024.</ref>
<ref name="Riedel-Register-2">Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Namenverzeichniß zu sämmtlichen Bänden. Band 2. Berlin 1868, S. 20 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Riedel B-1, S. 434">Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 2. Band 1. Berlin 1843, S. 434 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Riedel-14, S. 454">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-16, S. 499">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-17, S. 21">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Zahn Wanderkarte">Wilhelm Zahn: W. Zahn’s Wanderkarte für die Altmark auf Grund amtlicher Unterlagen. Hrsg.: Verlag Ernst Schulze. 9. Auflage. Stendal.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>
<ref name="Zahn-Wüstungen, S. 320">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 320, Nr. 172 Garbe (uni-jena.de).</ref>
<ref name="Zahn-Wüstungen, S. 334">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 334, Nr. 214 (uni-jena.de).</ref> </references>
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