Molitz
Molitz Stadt Arendsee (Altmark)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(78)&title=Molitz 52° 46′ N, 11° 23′ O
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| Höhe: | 54 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 7,56 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 78 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 10 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. August 1973 | |||||
| Eingemeindet nach: | Fleetmark | |||||
| Postleitzahl: | 39619 | |||||
| Vorwahl: | 039034 | |||||
Lage von Molitz in Sachsen-Anhalt
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Molitz gehört zur Ortschaft Fleetmark und ist ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie[Bearbeiten]
Molitz, ein Dorf mit Kirche, liegt etwa 18 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Salzwedel in der Altmark.
Nachbarorte sind Lüge im Westen, Fleetmark im Norden, Lübbars im Nordosten, Plathe im Osten und Störpke im Süden.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Mittelalter bis 20. Jahrhundert[Bearbeiten]
Im Jahre 1324 wird das Dorf Molitz erstmals als Molyz erwähnt, als Hans und Heinecke von Kröcher das Schloss Kalbe mit den zugehörigen Dörfern an Albrecht von Alvensleben verkauften.<ref name="Riedel-17" /> Weitere Nennungen sind 1375 Molwitz im Landbuch der Mark Brandenburg, 1458 Molitze, 1541 und 1570 Molitz, 1687 Molitze, später auch Mohlitz.<ref name="HOB-12" /><ref name="Zahn-1928" />
Der Ort war ursprünglich ein Rundplatzdorf, das im Norden durch eine gerade Zeile abgeschlossen war, wie aus dem Urmesstischblatt von 1823 hervorgeht. Später ist das Dorf nach Norden und Osten erweitert worden.<ref name="HOB-12" />
Im 19. Jahrhundert gab es südlich des Dorfes eine Wassermühle. Links des Weges nach Ladekath stand im 20. Jahrhundert eine Windmühle.<ref name="KDR-240" />
Archäologie[Bearbeiten]
Bei Molitz gibt es eine undatierte Grabhügelgruppe und einen Grabhügel aus der Bronzezeit. Dort wurde im Jahre 1894 eine bronzene Fibelnadel gefunden, die der Ortsvorsteher Reckling dem Danneil-Museum in Salzwedel übergab. Die Urnen an der Fundstelle waren sämtlich bereits zerfallen.<ref name="JBAGV-1894-1" /> Paul Kupka ordnete den Fund der nordischen älteren Bronzezeit zu.<ref name="Kupka 1910" /><ref>Er schreibt: M III = Periode III nach Oscar Montelius.</ref>
Wüstungen bei Molitz[Bearbeiten]
Wilhelm Zahn beschrieb 1909 drei Wüstungen. Eine, jedoch ohne Siedlungsspuren, soll 3 Kilometer südöstlich liegen. Winterfeld ist 1,85 Kilometer nördlich des Dorfes zu finden. Das Wendfeld liegt 2,1 Kilometer nördlich vom Dorf an einer alten Viehtränke, dem Fischsoll.<ref name="Zahn-Wüstungen" />
Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]
Aleksander Brückner leitet den Namen vom Altslavischen „malь“ für „klein“ ab.<ref name="Brückner" />
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Molitz gehörte bis 1807 zum Arendseeischen Kreis, danach bis 1813 zum Kanton Groß Apenburg im Königreich Westphalen, ab 1816 kam es in den Kreis Salzwedel, den späteren Landkreis Salzwedel in der preußischen Provinz Sachsen.<ref name="HOB-12" />
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Molitz in den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Kurz danach, am 4. Dezember 1952, ist Molitz in den Kreis Salzwedel umgegliedert worden. Am 1. August 1973 wurde die Gemeinde Molitz nach Fleetmark eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Mit der Eingemeindung von Fleetmark in Arendsee (Altmark) am 1. Januar 2011 kam Molitz als Ortsteil zur neuen Ortschaft Fleetmark und zur Stadt Arendsee (Altmark).
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1981<ref name="HOB-12" />, 2011–2017<ref name="EW-2011-2017" />
Religion[Bearbeiten]
Die evangelische Kirchengemeinde Molitz gehörte früher zur Pfarrei Plathe<ref name="Almanach1903" /> und wird heute betreut vom Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze<ref name="Pfarrbereich" /> im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Molitz stammen aus dem Jahre 1639.<ref name="Machholz" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
- Die evangelische Dorfkirche Molitz ist ein Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert.<ref name="Altmarkkirchen" /> Die Kirche ist eine Filialkirche von Plathe.<ref name="Almanach1903" />
- In der Kirche befindet sich eine Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges.<ref name="Denkmalprojekt" />
Sagen aus Molitz[Bearbeiten]
Im „Altmärkischen Sagenschatz“ überlieferte der Lehrer Sprott im Jahre 1908 drei Sagen aus der Gegend.
Riesensteine bei Molitz[Bearbeiten]
Es wird von zwei großen Findlingen berichtet. Auf dem Wege nach Kallehne, dem westlichen Teil von Fleetmark, nördlich von Molitz, stand am Anfang des 20. Jahrhunderts ein Schafstall, der bis in 1½ Meter Höhe aus einem großen Stein erbaut war, der aus dem südlich vom Dorf gelegenen Sumpfgarten stammte. Ein anderer Stein lag auf der Anhöhe „hoher Sol“ östlich des Dorfes. Der Sage nach waren die Dolchauer neidisch, dass ihr Kirchturm niedriger war als der Molitzer. Sie beauftragten einen Riesen, den Kirchturm zu Molitz einzuwerfen. Vom Dolchauer Berge aus schleuderte er die beiden Steine, jedoch ohne zu treffen.<ref name="Sagenschatz S. 149" />
Räuberhöhle bei Molitz[Bearbeiten]
Im Kiefernwald nördlich des Dorfes Molitz führt die Heerstraße von Stendal nach Salzwedel. Die für Reisende gefährlichste Stelle war die „Räuberhöhle“, dicht an der Lübbarser Grenze. Auf drei Seiten war dort ein etwa 100 Quadratmeter großer Raum, von hohen, Wällen umgeben. Auf der vierten Seite machte dichtes Gestrüpp ein Eindringen fast unmöglich. Dort hielten sich in früherer Zeit Wegelagerer auf.<ref name="Sagenschatz S. 98" />
Wendfeld bei Molitz[Bearbeiten]
Die Waldung nordwestlich von Molitz hieß früher „Wendland“. Die teilweise rötliche Färbung des dortigen Sandes soll nach dem Glauben alter Ortsbewohner von dem Blute der dort im Kampfe gefallenen Wenden herrühren.<ref name="Sagenschatz S. 98" />
Sohn des Ortes[Bearbeiten]
- Helmut Eggert (1935–2019), Bauingenieur
Literatur[Bearbeiten]
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks[Bearbeiten]
- Ortschaften – Stadt Arendsee. In: arendsee.info. Stadt Arendsee
- Molitz im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 28. August 2021.</ref>
<ref name="Brückner">Aleksander Brückner: Die slavischen Ansiedlungen in der Altmark und im Magdeburgischen (= Preisschriften, gekrönt und herausgegeben von der Fürstlich-Jablonowskischen Gesellschaft zu Leipzig. Band 22). 1879, S. 43, 75 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Molitz, Ortsteil Fleetmark, Stadt Arendsee, Altmarkkreis Salzwedel. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. August 2015, abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>
<ref name="EW-2011-2017">Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark): Einwohnerdaten der Jahre 2011 bis 2017. 12. Januar 2018.</ref>
<ref name="EW-2021">Christian Ziems: Arendsee im Aufwind. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 5. Januar 2022, DNB 954815971, S. 18.</ref>
<ref name="EW-2023">Christian Ziems: Arendsee verliert über 100 Einwohner. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 25. Januar 2024, DNB 954815971, S. 16.</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Stadt Arendsee (Altmark). 21. Januar 2021 (arendsee.info [PDF; 7,1 MB; abgerufen am 7. Mai 2022]).</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="JBAGV-1894-1">Karl Gädcke: Fundberichte. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 24. Jahresbericht, Heft I, 1894, S. 103 (altmark-geschichte.de [PDF]).</ref>
<ref name="KDR-240">Karte des Deutschen Reiches Blatt 240: Wittenberge. Reichsamt für Landesaufnahme, 1906, abgerufen am 6. August 2022.</ref>
<ref name="Kupka 1910">Paul Kupka: Altmärkische Fibeln (= Jahresschrift für mitteldeutsche Vorgeschichte. Band 39). 1910, S. 10, Tafel I, 3a, doi:10.11588/jsmv.1910.0.66871.</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze. In: ekmd.de. Abgerufen am 27. Januar 2024.</ref>
<ref name="Riedel-17">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Sagenschatz S. 149">Lehrer Sprott: Altmärkischer Sagenschatz (= Lehrerverband der Altmark [Hrsg.]: Beiträge zur Volks- und Heimatkunde der Altmark. Band 2). Klinkhardt, 1908, ZDB-ID 1198714-5, S. 149–150, Die Riesensteine bei Molitz (Digitalisat).</ref>
<ref name="Sagenschatz S. 98">Lehrer Sprott: Altmärkischer Sagenschatz (= Lehrerverband der Altmark [Hrsg.]: Beiträge zur Volks- und Heimatkunde der Altmark. Band 2). Klinkhardt, 1908, ZDB-ID 1198714-5, S. 98, Die Räuberhöhle bei Molitz. Das Wendfeld bei Molitz (Digitalisat).</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>
<ref name="Zahn-Wüstungen">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 377–378, Nr. 375-377 (uni-jena.de).</ref> </references>
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