Kassuhn
Kassuhn Stadt Arendsee (Altmark)
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(29)&title=Kassuhn 52° 49′ N, 11° 23′ O
{{#coordinates:52,821111111111|11,379444444444|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Kassuhn | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 33 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 2,68 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 29 (31. Dez. 2022)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 11 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 20. Juli 1950 | |||||
| Eingemeindet nach: | Vissum | |||||
| Postleitzahl: | 39619 | |||||
| Vorwahl: | 039384 | |||||
Lage von Kassuhn in Sachsen-Anhalt
| ||||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Kassuhn gehört zur Ortschaft Vissum und ist ein Ortsteil der Stadt Arendsee (Altmark) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie[Bearbeiten]
Kassuhn, ein Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt zehn Kilometer südwestlich von Arendsee (Altmark) und 15 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Salzwedel in der Altmark. Im Süden fließt der Rademiner Fleetgraben.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte[Bearbeiten]
Mittelalter bis Neuzeit[Bearbeiten]
Kassuhn wurde am 24. August 956 erstmals urkundlich als Kazina erwähnt, als Otto I. dem Stift Quedlinburg sechs slawische Dörfern aus der Marca Lipani schenkte.<ref name="Riedel-25" /><ref name="Böttger 1874" /> Der Ort wird erst wieder erwähnt, als am 17. Mai 1352 Hinricus Jeditz (von Jeetze) dem Hospital St. Georg vor der Stadt Salzwedel 25 Scheffel Roggen in villa Kussim überließ.<ref name="Riedel-14, S. 108" /><ref name="Zahn-Wüstungen" />
Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Cossun aufgeführt. Der Ort umfasste 12 Hufen, die von Jeetze hatten das Gericht, die von der Schulenburg hatten ein Drittel der Einkünfte.<ref name="Landbuch" /><ref name="Landbuch 1855" />
Weitere Nennungen sind 1444 Kessun, 1479 kossin, 1516 kossun, 1536 Kessün, 1608 Cossuenn, 1687 Cossun<ref name="HOB-12" /> und 1804 Cassuhn.<ref name="Bratring-1" />
Bis 1902 war auch die Schreibweise Cassuhn üblich, seitdem nur noch Kassuhn, denn am 18. August 1902 legte der Regierungspräsident zu Magdeburg „die Schreibweise mit dem Buchstaben K im Anlaut von Landespolizeiwegen als die amtliche fest“.<ref name="AB-RB-Magdeburg-1902" />
Vor 1960 bewirtschafteten sechs Einzelbauern 250 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche.<ref name="Villa" />
In den 1960er-Jahren begann Emma Müller mit dem Aufbau einer Heimatstube zur Flachsbearbeitung. Dort werden heute werden Geräte und Arbeitsschritte von der Flachs-Ernte bis hin zur Leinen-Kleidung gezeigt.<ref name="AZ 2014" />
Im Jahre 2016 feierte man das 1060-jährige Bestehen des Dorfes gemeinsam mit zwölf Personen, die den Geburts- oder den jetzigen Familiennamen Kassuhn tragen.<ref name="AZ 2016" />
Archäologie[Bearbeiten]
Aus der slavischen Zeit zwischen dem 9. und 10. Jahrhundert ist aus Kassuhn eine Randscherbe mit Wellenbändern und Randstichverzierung überliefert. Dabei handelt es sich um einen mutmaßlichen Oberflächenfund, der in der Sammlung des Kulturhistorischen Museums Magdeburg aufbewahrt wird.<ref name="Corpus 1" />
Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten]
Heinrich Sültmann führt den Ortsnamen auf einen slawischen Personennamen zurück: Cosc, Chocz, Katz, Ketz und übersetzt zu „das Dorf der Sippe des Cosc“.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" /><ref name="Sültmann-1937" />
Eingemeindungen[Bearbeiten]
Kassuhn gehörte bis 1807 zum Arendseeischen Kreis, danach bis 1813 zum Kanton Arendsee im Königreich Westphalen, ab 1816 kam es in den Kreis Osterburg, den späteren Landkreis Osterburg in der preußischen Provinz Sachsen.<ref name="HOB-12" />
Am 15. Juni 1950 wurde die Gemeinde Kassuhn in den Landkreis Salzwedel umgegliedert.<ref name="1VO-LSA-1950" /> Kurz darauf, am 20. Juli 1950, wurde die Gemeinde Kassuhn in die Gemeinde Vissum eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />
Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]
|
|
|
|
|
Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1925<ref name="HOB-12" /> und 2011–2017<ref name="EW-2011-2017" />
Religion[Bearbeiten]
Die evangelische Kirchengemeinde Kassuhn, die früher zur kombinierten Mutterkirche Schernikau der Pfarrei Binde gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Fleetmark-Jeetze im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Kassuhn stammen aus dem Jahre 1651.<ref name="Machholz" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]
Die evangelische Dorfkirche Kassuhn, ein spätgotischer Feldsteinbau,<ref name="Altmarkkirchen" /> ist eine Filialkirche der Kirche in Schernikau bei Salzwedel.<ref name="Pfarrerbuch" />
Wirtschaft[Bearbeiten]
Die Landwirtschaft ist heute der Haupterwerbszweig des Dorfes. Im Jahre 2006 gab es vier Familienbetriebe, die eine Fläche von über 1.700 Hektar bewirtschaften.<ref name="Villa" />
Verkehr[Bearbeiten]
Nördlich des Dorfes verläuft die Bundesstraße 190 nach Seehausen (Altmark) nach Salzwedel.
Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel.<ref>Ortsverzeichnis – PVGS Altmarkkreis Salzwedel. In: pvgs-salzwedel.de. Abgerufen am 23. April 2022.</ref>
Literatur[Bearbeiten]
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks[Bearbeiten]
- Ortschaften – Stadt Arendsee. In: arendsee.info. Stadt Arendsee
- Kassuhn im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references> <ref name="1VO-LSA-1950">Erste Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen vom 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 15, 22. Juni 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 227 (PDF).</ref>
<ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 279 (PDF).</ref>
<ref name="AB-RB-Magdeburg-1902">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1902, ZDB-ID 3766-7, S. 433, Nr. 1760.</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="AZ 2014">Christian Ziems: Kassuhner Heimatstube: Landwirtschaftliche Vergangenheit in vier Zimmern. In: Altmark Zeitung. 29. April 2014 (az-online.de [abgerufen am 23. April 2022]).</ref>
<ref name="AZ 2016">Kleines Dorf feiert in großer Gemeinschaft. In: Altmark Zeitung. 12. Juni 2016 (az-online.de [abgerufen am 23. April 2022]).</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 23. April 2022.</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 339 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Böttger 1874">Heinrich Böttger: Diöcesan- und Gau-Grenzen Norddeutschlands zwischen Oder, Main, jenseit des Rheins, der Nord- und Ostsee, von Ort zu Ort schreitend festgestellt: nebst einer Gau- und einer dieselbe begründenden Diöcesankarte. Hrsg.: Buchhandlung des Waisenhauses. Band 2, 1874, S. 220 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Corpus 1">Willy Bastian: Bezirke Rostock (Westteil), Schwerin und Magdeburg. Textteil. (= Corpus archäologischer Quellen zur Frühgeschichte auf dem Gebiet der DDR. Lieferung 1). Berlin 1973, DNB 740209957, S. 164.</ref>
<ref name="EW-2011-2017">Einheitsgemeinde Stadt Arendsee (Altmark): Einwohnerdaten der Jahre 2011 bis 2017. 12. Januar 2018.</ref>
<ref name="EW-2021">Christian Ziems: Arendsee im Aufwind. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 5. Januar 2022, DNB 954815971, S. 18.</ref>
<ref name="EW-2023">Christian Ziems: Arendsee verliert über 100 Einwohner. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 25. Januar 2024, DNB 954815971, S. 16.</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Hauptsatzung der Stadt Arendsee (Altmark). 21. Januar 2021 (arendsee.info [PDF; 7,1 MB; abgerufen am 6. August 2022]).</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg">Ernst Haetge: Der Kreis Osterburg (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB 361451652, S. 153.</ref>
<ref name="Landbuch 1855">Ernst Fidicin: Kaiser Karl’s IV. Landbuch der Mark Brandenburg (1375). nach den handschriftlichen Quellen. Guttentag, Berlin 1855, S. 179 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 386 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.uni-potsdam.de ( vom 4. Oktober 2018 im Internet Archive)).</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Kirchengemeindeverband Fleetmark. Abgerufen am 21. Januar 2014.</ref>
<ref name="Pfarrerbuch">Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e. V. (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen (= Series Pastorum. Band 10). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02142-0, S. 590.</ref>
<ref name="Riedel-14, S. 108">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Sültmann-1937">nach Ernst Haetge: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Osterburg. Osterburg 1937, DNB 576599174.</ref>
<ref name="Riedel-25">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Villa">Villa Kassuhn, Geschichtliches. Die Geschichte von Kassuhn. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Januar 2018; abgerufen am 21. Januar 2018.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>
<ref name="Zahn-Wüstungen">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 37–38, Nr. 400 (uni-jena.de).</ref> </references>
Arendsee (Altmark) | Binde | Dessau | Fleetmark | Genzien | Gestien | Harpe | Höwisch | Kassuhn | Kaulitz | Kerkau | Kerkuhn | Kläden | Kleinau | Kraatz | Ladekath | Leppin | Lohne | Lübbars | Lüge | Mechau | Molitz | Neulingen | Rademin | Ritzleben | Sanne | Sanne-Kerkuhn | Schernikau | Schrampe | Störpke | Thielbeer | Vissum | Zehren | Ziemendorf | Zießau | Zühlen
