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Herbert Munk

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Datei:IPOSTA1930.png
Jury der IPOSTA 1930. Herbert Munk in der ersten Reihe "Nr. 1".

Herbert Munk (* 26. Juni 1875 in Berlin; † 19. April 1953 in Lugano) war ein deutscher Philatelist, philatelistischer Fachautor und Herausgeber. Er war maßgeblich an der 11. Auflage des Kohl-Briefmarken-Handbuchs beteiligt und gilt als einer der bedeutenden philatelistischen Forscher und Autoren des 20. Jahrhunderts.<ref name="aps">Dr. Herbert Munk. In: American Philatelic Society Hall of Fame. American Philatelic Society, abgerufen am 15. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Leben[Bearbeiten]

Munk stammte aus Berlin. Er promovierte 1900 an der Universität Göttingen mit der Arbeit Die Erscheinungen bei kurzer Reizung des Sehorgans; das zeitgenössische Jahresverzeichnis der Hochschulschriften nennt als Datum der philosophischen Dissertation den 12. Mai 1900.<ref name="hochschulschriften">Jahresverzeichnis der Hochschulschriften. In: Jahresverzeichnis der an den deutschen Universitäten erschienenen Schriften. 1900, S. 96 (archive.org [abgerufen am 15. Juni 2026]).</ref>

In der organisierten Philatelie war Munk unter anderem Präsident des Fachausschusses der Union der Deutschen Philatelisten-Vereine und in den 1920er und 1930er Jahren internationaler philatelistischer Juror.<ref name="aps" /> In Berlin gehörte er zum Kreis der führenden philatelistischen Fachleute. Er war Mitglied des Berliner Philatelisten-Klubs von 1888 und zählte zu denjenigen deutschen Philatelisten, deren internationale Reputation auch im Ausland anerkannt war.

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde Munk als jüdischer Philatelist von der Gleichschaltung der philatelistischen Vereine betroffen. In einem Bericht über Hansjürgen Kiepes Darstellung des Bundes deutscher Philatelisten-Verbände wird der Berliner Philatelisten-Klub als Verein beschrieben, der dem Ausschluss jüdischer Mitglieder zunächst länger widerstand. 1935 verlor der Klub dennoch mit Munk, Siegfried Ascher und weiteren Mitgliedern einen erheblichen Teil seiner Mitglieder; einige traten aus Solidarität aus. Die kurz darauf stattfindende OSTROPA wurde international belastet, weil aus Solidarität mit dem als Juror vorgesehenen und dann ausgeschlossenen Munk elf ausländische Preisrichter fernblieben.<ref name="philapress-kiepe">Aus der Not geboren: Der Bund der Philatelisten. In: Philapress. 6. März 2024, abgerufen am 15. Juni 2026.</ref>

Munk verließ Deutschland 1936 und emigrierte in die Schweiz.<ref name="aps" /><ref name="honegger-altzeit">Let’s hear from old times. In: Honegger Philatelie AG. Abgerufen am 15. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dort setzte er seine philatelistische Forschung fort, vor allem zu den klassischen Ausgaben der Schweiz. Er starb am 19. April 1953 in Lugano.<ref name="aps" />

Kohl-Briefmarken-Handbuch[Bearbeiten]

Munks Name ist besonders mit der 11. Auflage des Kohl-Briefmarken-Handbuchs verbunden. Nach Angaben der American Philatelic Society war er von 1923 bis 1936 Herausgeber dieser Ausgabe und verfasste den größten Teil der Abschnitte von den Buchstaben A bis Italien.<ref name="aps" /> Die Arbeitsgemeinschaft Geschichte der Deutschen Philatelie beschreibt die von Munk betreute 11. Auflage als ein Aushängeschild der deutschen Philatelie; zwischen 1926 und 1936 erschienen fünf Bände.<ref name="geschichte-philatelie">Neuveröffentlichung der ArGe der Sammler deutscher Kolonialpostwertzeichen: Der Bund der Philatelisten 1924–1937. In: Geschichte der Philatelie. 2. November 2023, abgerufen am 15. Juni 2026.</ref>

Die Arbeit am Kohl-Handbuch wurde durch den Verein der Freunde des Kohl-Briefmarkenhandbuchs unterstützt, dem internationale Philatelisten angehörten.<ref name="aps" /> Der Collectors Club of New York erwarb später das Copyright an dem Werk; mehrere Abschnitte wurden ins Englische übersetzt und im Collectors Club Philatelist veröffentlicht.<ref name="aps" /> Für die Bearbeitung der Großbritannien-Abschnitte arbeitete Munk mit James Benjamin Seymour zusammen. Beide erhielten für ihre Zusammenarbeit am Kohl-Handbuch den Sieger-Preis, der die beste philatelistische Arbeit in deutscher Sprache auszeichnete.<ref name="abps-seymour">Who Was Who in Philately: Seymour, James Benjamin. Association of British Philatelic Societies, abgerufen am 15. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Forschung zu klassischen Schweizer Ausgaben[Bearbeiten]

Nach seiner Emigration in die Schweiz konzentrierte sich Munk auf die frühen eidgenössischen Ausgaben, insbesondere die Rayon-Ausgaben und die von Carl Durheim in Bern gedruckten Marken. Nach Darstellung der Honegger Philatelie AG kann Munk als einer der ersten systematischen Forscher der Durheim-Ausgaben gelten.<ref name="honegger-altzeit" />

Munk befasste sich mit der Rekonstruktion und Unterscheidung der verschiedenen Drucksteine. Honegger hebt hervor, dass Munk mit seinem Werk Neue Wege zur Erforschung der eidgenössischen Ausgaben 1850 ff. im Kreuzmuster von 1941 und mit späteren Ergänzungen die bis dahin unsichere Forschung zu den Drucksteinen und Kreuzeinfassungen ordnete.<ref name="honegger-2013">Rayon II mit voller Kreuzeinfassung. In: Honegger Philatelie AG. Abgerufen am 15. Juni 2026.</ref> Nach seiner krankheitsbedingten Aufgabe der Arbeit 1951 gingen Unterlagen und etwa 12.000 Fotografien zu den Rayon-Ausgaben an spätere Bearbeiter über; diese Arbeiten bildeten eine Grundlage für weitere Rekonstruktionen der Schweizer Drucksteine.<ref name="honegger-altzeit" />

Ehrungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten]

Munk erhielt 1925 die Lindenberg-Medaille. 1931 wurde er in die Roll of Distinguished Philatelists aufgenommen; damit gehörte er zu den ersten deutschen Philatelisten, die diese internationale Ehrung erhielten.<ref name="aps" /> 1936 wurde ihm von der Royal Philatelic Society London die Crawford-Medaille für das Kohl-Briefmarken-Handbuch verliehen.<ref name="crawford">Crawford Medal Winners. Royal Philatelic Society London, abgerufen am 15. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Munk war Fellow der Royal Philatelic Society London.<ref name="aps" /> 1949 wurde er Ehrenmitglied des Collectors Club of New York.<ref name="aps" /> Später wurde er in die American Philatelic Society Hall of Fame aufgenommen.<ref name="aps" />

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Erscheinungen bei kurzer Reizung des Sehorgans. J. A. Barth, Leipzig 1900.<ref name="hochschulschriften" />
  • Kohl-Briefmarken-Handbuch. 11. Auflage, als Herausgeber und Hauptbearbeiter, 1923–1936.<ref name="aps" />
  • Neue Wege zur Erforschung der eidgenössischen Ausgaben 1850 ff. im Kreuzmuster. Verband Schweizerischer Philatelisten-Vereine, 1941.<ref name="aps" /><ref name="honegger-2013" />
  • Allerlei Neues über Locale und Ortspost. 1951.<ref name="aps" />

Literatur[Bearbeiten]

  • Nachruf. In: Berliner Philatelisten-Klub von 1888: Mitteilungen, 66. Vereinsjahr, Dezember 1953, Neue Folge Nr. 18; Titelseite.
  • Michael Amrhein: Philatelic Literature. Band 4, S. 219–220.
  • Wolfgang Maassen: Wer ist wer in der Philatelie? 3. Auflage, Band 4: M–R. Phil*Creativ, Schwalmtal 2021, ISBN 978-3-928277-26-6, S. 145–147.
  • Hansjürgen Kiepe: Der Bund der Philatelisten 1924–1937. Arbeitsgemeinschaft der Sammler deutscher Kolonialpostwertzeichen, 2023.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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