Zum Inhalt springen

Lindenberg-Medaille

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Die Lindenberg-Medaille ist eine Auszeichnung für außergewöhnliche Leistungen auf dem Gebiet der philatelistischen Forschung beziehungsweise Literatur.<ref name="Grallert">Lindenberg-Medaille. In: Wolfram Grallert: Lexikon der Philatelie. 2. Auflage. Phil*Creativ GmbH, Schwalmtal 2007, ISBN 978-3-932198-38-0, Seite 226</ref> Sie ist eine der weltweit bedeutendsten Preise auf diesem Gebiet. Manchmal wird sie sogar als „Nobelpreis der Philatelisten“ bezeichnet.<ref>Horst Hille: Pioniere der Philatelie. Verlag Phil Creativ, Schwalmtal 1995, ISBN 3-928277-17-0, Seite 11</ref>

Der „Berliner Philatelisten-Klub“ benannte die Medaille nach dessen ehemaligen Vorsitzenden Carl Lindenberg und stiftete sie ab 1905 zu seinen Ehren. Den ursprünglichen Prägestempel fertigte der herzoglich-sächsischen Hofmedailleur Max von Kawaczynski an.<ref>Geschichte des Berliner Philatelisten-Klubs, abgerufen am 5. August 2010</ref><ref>Lindenberg-Medaille. In: Grosses Lexikon der Philatelie. 1. Aufl. Albert Kürzl Verlag, München 1923, Seite 422 f</ref> Wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs gaben Castle, Evans, Bacon<ref name="BrühlS1130">Carlrichard Brühl: Geschichte der Philatelie. Band 2, Olms, Hildesheim 1985, ISBN 3-487-07618-7, Seite 1130</ref><ref>Wolfgang Maassen: Von ersten Alben und Katalogen zu Verlagen von Weltrang, Verlag: Phil Creativ, Schwalmtal 2010, ISBN 978-3-932198-87-8, S. 127</ref> und auch Hanciau ihre Medaillen zurück. Zwischen 1906 und 1943 verlieh sie der Klub an 30 Philatelisten.<ref name="Grallert" />

Revers der Medaille war der Zweck der Ehrung in Großbuchstaben angegeben: „Für Hervorragende Dienste auf dem Gebiet der Philatelie“ und als Stifter der „Berliner Philatelisten Club eV“. Rund um das abgebildete Stadtwappen Berlins, ein Bär mit heraldischer Mauerkrone, wie es von 1883 bis 1920 verwendet wurde, stand ein Ehrenkranz. Darüber befand sich das heraldische Symbol für Klugheit und Weisheit, die Eule. Sie saß auf einem aufgeschlagenen Buch (Katalog oder Album). Da Ganze war geschmückt mit Zweigen einer Eiche, wohl als Sinnbild für Beständigkeit der Briefmarken-Sammelnden. Das Datum „16.1.1888“ im Medaillenbild verwies auf die Gründung des „Berliner Philatelisten-Klub“ durch den Richter Carl Lindenberg (Avers). Unterhalb des Wortes „VERLIEHEN“ ließ der Künstler Raum für eine Ergänzung und gravierte zusätzlich am Medaillenrand seinen eigenen Vor- und Zunamen in Schreibschrift sehr klein ein.

Der Prägestempel wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, dadurch vergab der Verein diese Ehrung für eine längere Zeit nicht mehr.

Seit 1981 wird die Auszeichnung vom „Berliner Philatelisten-Klub“ erneut verliehen. Den neuen Prägestempel ließ der Klub mit Hilfe der Originalmedaille von Dr. Emilio Diena nachmachen.<ref name="BrühlS1130" />

Preisträger[Bearbeiten]

Jahr Preisträger Land/Zuordnung
1906 Emilio Diena Italien
1906 Jacques Legrand Frankreich
1906 Edward Denny Bacon England
1906 Theodor Haas Deutschland
1907 Louis Hanciau Belgien
1908 Edward Benjamin Evans England
1909 Hans Kropf Österreich-Ungarn
1909 Marcellus Purnell Castle<ref>Castle war vermutlich der erste, der den Preis als „Nobelpreis der Philatelisten“ bezeichnete. Vgl. Deutschlands erster Philatelist. In: Deutsche Briefmarken-Zeitung, Nr. 4/1920 vom 26. April 1920, Seite 49 bis 51.</ref> England
1910 Pierre Mahé Frankreich
1911 Franz Kalckhoff Deutschland
1912 Axel Baron de Reuterskiold Schweden/Schweiz
1913 Victor Suppantschitsch Österreich-Ungarn
1914 José Marcó del Pont Argentinien
1920 Arthur Ernst Glasewald Deutschland
1923 Paul Ohrt Deutschland
1924 Hugo Griebert Großbritannien
1925 Herbert Munk Deutschland
1926 Charles Lathrop Pack USA
1928 Hugo Krötzsch Deutschland
1930 Jean-Baptiste Robert Niederlande
1931 Walter Dorning Beckton England
1932 Carroll Chase USA
1933 Siegfried Ascher Deutschland
1934 Thomas William Hall Großbritannien
1935 Carl Schmidt Deutschland
1936 Eugen Derocco Jugoslawien
1937 Tracey Woodward Großbritannien
1938 August Dietz USA
1939 Erich Stenger Deutschland
1943 Nils Strandell Schweden
1981 John Robert Boker, Junior USA
1981 Carlrichard Brühl Deutschland
1981 León Dubus Frankreich
1981 Soichi Ichida Japan
1981 Robson Lowe Großbritannien
1981 Eduard Peschl Deutschland
1982 Herbert J. Bloch USA
1982 Hans Grobe Deutschland
1983 Ronald A. G. Lee Großbritannien
1983 Joseph Schatzkès Frankreich
1984 Enzo Diena Italien
1985 Horst Aisslinger Deutschland
1986 Hermann Branz Deutschland
1987 Bernard A. Hennig Deutschland
1988 Horst G. Dietrich Deutschland
1988 John B. Marriott Großbritannien
1988 Arthur Salm Deutschland
1993 Hans Hunziker Schweiz
1999 Wolfgang Diesner Deutschland
1999 Edgar Kuphal Deutschland
2003 Jane Moubray<ref name="Verleihung2003">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.berliner-philatelisten-klub-1888.de: Verleihung 2003 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 13. Dezember 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berliner-philatelisten-klub-1888.de, abgerufen am 27. Januar 2013.</ref> Großbritannien
2003 Fritz Heimbüchler<ref name="Verleihung2003" /> Deutschland
2003 Rolf-Dieter Jaretzky<ref name="Verleihung2003" /> Deutschland
2007 Heinz Jaeger<ref name="Verleihung2007">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.bdph.de: Verleihung von 2007 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 25. Dezember 2016 auf WebCite)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bdph.de, abgerufen am 27. Januar 2013.</ref> Deutschland
2007 Wolfgang C. Hellrigl<ref name="Verleihung2007" /><ref>Wolfgang Maaßen: Wer ist wer in der Philatelie? 3. Auflage, Band 2: E–H. Phil*Creativ, Schwalmtal 2017, ISBN 978-3-932198-96-0, S. 279.</ref> Österreich
2007 Peter Koegel<ref name="Verleihung2007" /> Deutschland
2008 James Van der Linden<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.A.I.E.P: J. Van der Linden received the Lindenberg-Medal (Memento des Vorlage:IconExternal vom 20. Juli 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aiep-experts.net, abgerufen am 30. Juni 2014.</ref> Belgien
2008 Paolo Vollmeier<ref name="Verleihung2009bis2010">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Berliner Philatelisten Klub 1888: Verleihung auf der HABRIA 2011 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 10. Februar 2013 im Webarchiv archive.today)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/berliner-philatelisten-klub-1888.de, abgerufen am 8. Februar 2012.</ref> Schweiz
2009 Renate und Christian Springer<ref name="Verleihung2009bis2010" /> Deutschland
2010 Friedrich Nölke<ref name="Verleihung2009bis2010" /> Deutschland
2011 Patrick Pearson<ref name="DbrNr4_2013undAIJP">Deutsche Briefmarken-Revue, Ausgabe Nr. 4/2013, S. 74; siehe auch Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.AIJP: Meldung zu Lindenberg-Medaillen (Memento des Vorlage:IconExternal vom 12. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aijp.org.</ref> Großbritannien
2012 Wolfgang Maassen Deutschland
2013 Robert P. Odenweller<ref name="DbrNr4_2013undAIJP" /> USA
2013 Kees Adema<ref name="DbrNr4_2013undAIJP" /> Niederlande
2015 Arnim Knapp<ref name="2015bis2018" /> Deutschland
2016 Leo de Clercq<ref name="2015bis2018" /> Belgien
2017 Wolfgang Bauer<ref name="2015bis2018" /> Deutschland
2018 Karlfried Krauß<ref name="2015bis2018" /> Deutschland
2018 Karl-Albert Louis<ref name="2015bis2018">Preisträger 2015–2018. In: aphv.de. 14. Mai 2018, abgerufen am 5. Juni 2019.</ref> Deutschland
2019 Cheryl Ganz<ref name="2019bis2023" /> USA
2020 Hans-Joachim Holz<ref name="2019bis2023" /> Deutschland
2021 Tomas Bjäringer<ref name="2019bis2023" /> Schweden
2022 Andreas Hahn<ref name="2019bis2023" /> Deutschland
2023 Patrick Maselis<ref name="2019bis2023">Preisträger 2019–2023. In: deutsche-briefmarken-revue.de. 8. August 2023, abgerufen am 29. Dezember 2024.</ref> Belgien

Literatur[Bearbeiten]

  • Carlrichard Brühl: Geschichte der Philatelie. Band 2, Olms, Hildesheim 1985, ISBN 3-487-07618-7, Seite 1127 ff
  • Neue Stiftung der Lindenberg-Medaille. In: Sammlerdienst Nr. 16/1980, S. 1132
  • Die Lindenberg-Medaille: Werden und Vergehen der höchsten deutschen philatelistischen Auszeichnung. In: Die Lupe (Sammler-Lupe), 3. Jahrgang, Nr. 33/34, 2. Oktoberausgabe 1948

Einzelnachweise, Anmerkungen[Bearbeiten]

<references />

Vorlage:Navigationsleiste philatelistische Auszeichnungen