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Informationskrieg

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Der Begriff Informationskrieg, kurz Infokrieg (Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:lang“ ist nicht vorhanden. oder information warfare) beschreibt moderne Konflikte, bei denen Informationen als primäres Mittel zur Erreichung strategischer Ziele eingesetzt werden. Im Kontext aktueller geopolitischer Spannungen hat sich der Informationskrieg als ein zentrales Element entwickelt, das weit über traditionelle militärische Auseinandersetzungen hinausgeht. Dazu werden Medien gezielt mit manipulierten Informationen, Fake News, Desinformation und Propaganda gefüttert, um so die öffentliche Meinung zu beeinflussen, die Entscheidungsfindung zu stören und die Gegner zu destabilisieren. Informationskrieg ist heute ein komplexes und vielseitiges Phänomen, das eine breite Palette von Aktivitäten umfasst, von Cyberangriffen bis hin zu psychologischen Operationen, und eine erhebliche Herausforderung für Staaten, Gesellschaften und Individuen darstellt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Begriff lässt sich in die frühe Phase der Computerrevolution in den 1970er Jahren zurückverfolgen. Er wurde erstmals im Jahr 1970 von dem US-Journalisten Dale Minor in seinem Buch The Information War<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> verwendet, in dem er die Möglichkeit beschreibt, die neuen Informationstechnologien als Waffe einzusetzen, lange bevor das Internet den Alltag erreichte. Von dem wissenschaftlichen Berater des Weißen Hauses Thomas P. Rona wurde der Begriff in einer für die Firma Boeing im Jahr 1976 erstellten Monographie unter dem Titel Weapon Systems and Information War<ref>Thomas P. Rona: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Washington Headquarters Services, 1. Juli 1976, abgerufen am 19. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in einen militärisch-technischen Zusammenhang gebracht.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden sowohl von den Alliierten als auch dem Deutschen Reich Geheimsender eingesetzt, bei denen vielfältige Informationen über den jeweiligen Gegner ausgewertet wurden, um systematische Propaganda zu verbreiten und die gegnerischen Truppen und die jeweiligen Bevölkerungen im Sinn einer psychologischen Kriegsführung in ihren Entscheidungen zu beeinflussen und zu verunsichern. Das Radio war das wichtigste Massenmedium der 1920er bis 1940er Jahre; von heimlichen Standorten aus und mit Hilfe falscher Identitäten wurde damit von beiden Seiten ein um scheinbare Authentizität bemühter, als Krieg im Äther oder auch black propaganda (→Gustav Siegfried 1) bezeichneter Informationskrieg geführt.<ref name="swr">Lukas Meyer-Blankenburg im Gespräch mit der Historikerin Birgit Bernard: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. swr.de, 8. Juni 2025, abgerufen am 10. Juni 2025.</ref>

Hybride Bedrohungen[Bearbeiten]

Der Informationskrieg ist eine Form des Cyberkrieges, in dem es um die gesteuerte Ausnutzung manipulierter Informationen und um deren Verbreitung zum eigenen Vorteil geht. Mit einer Kommunikationsstrategie, die Desinformation mit Halbwahrheiten und Verschwörungserzählungen vereint, soll die öffentliche Meinung beeinflusst werden.<ref name="hunter">Lance Y. Hunter et al.: Artificial intelligence and information warfare in major power states: how the US, China, and Russia are using artificial intelligence in their information warfare and influence operations. In: Defense & Security Analysis, Band 40/2, S. 235–269, 2024.</ref><ref name="Minkwitz">Olivier Minkwitz: Ohne Hemmungen in den Krieg? Cyberwar und die Folgen Peace Research Institute Frankfurt 2003.</ref> Mit populistischer Verzerrung der Realität und Diffamierung soll das Vertrauen in die freiheitlichen Demokratien zersetzt werden.<ref>Annegret Bendiek, Raphael Bossong: Hybride Bedrohungen: Vom Strategischen Kompass zur Nationalen Sicherheitsstrategie. In: Stiftung Wissenschaft und Politik Aktuell, 2022/A40 vom 23. Juni 2022.</ref><ref>Jessika Aro: Desinformation als Waffe. Über einen Krieg, den Russland seit Jahren führt. In: Bundeszentrale für politische Bildung, Aus Politik und Zeitgeschichte, vom 8. Juli 2022.</ref> Den Akteuren geht es darum, Hass, Gewalt, Ausgrenzung und Grausamkeit, also für den gesellschaftlichen Zusammenhalt negative Stimmungen in den alltäglichen Diskurs zu bringen. Dabei werden in den sozialen Medien gezielt sogenannte Social Bots und Künstliche Intelligenz eingesetzt.<ref>D. Geissler, D. Bär, N. Pröllochs et al.: Russian propaganda on social media during the 2022 invasion of Ukraine. In: EPJ Data Sci. 12, 35 (2023).</ref><ref>Wulf Rohwedder: Der Krieg in den Netzen. auf tagesschau.de, vom 22. Februar 2024.</ref><ref>Veronika Datzer, Paula Köhler: Unterstützung für Russland in den Sozialen Medien: Der Informationskrieg ist nicht gewonnen. Tagesspiegel vom 8. April 2022.</ref><ref>Frank Seibert: [Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden.] In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 21. Januar 2015, archiviert vom Vorlage:Referrer am 6. August 2019;.</ref> Mit Hilfe ausgefeilter PR-Kampagnen werden Medien und Öffentlichkeit möglichst umfangreich und weitreichend infiltriert. Illiberale Regimes, aber auch politische Demagogen brauchen abweichende Meinungen nicht mittels Zensur zum Schweigen zu bringen, wenn es ihnen gelingt, mit Propaganda und Desinformation die Öffentlichkeit zu stören und zu verwirren.<ref>McKay Coppins: In der Welt der Lügen, republik.ch, 19. März 2020</ref>

Ferner werden Methoden der elektronischen Kampfführung, die dazu dienen, „feindliche“ Kommunikations- und Führungseinrichtungen auszuschalten und zu sabotieren, als Infowar bezeichnet. Dazu gehören z. B. Angriffe auf Computernetzwerke, Softwaremanipulation, Manipulation wirtschaftlicher Daten sowie Cyber-Spionage.<ref name="hunter" /><ref name="Minkwitz" /> Auch die Zerstörung von Anlagen für Fernseh- und Radiosendungen, die Nutzung fremder Fernseh- und Radiostationen für die Ausstrahlung eigener Informationen oder die Zerstörung der Kommunikationslogistik sind Ziele des Informationskriegs. Dabei wird immer Informationsüberlegenheit und Informationsdominanz angestrebt.

KI-Schwärme und kognitive Kriegsführung[Bearbeiten]

Mit der Entwicklung von agentenbasierten KI-Systemen und Large Language Models (LLMs) hat sich eine neue Form des Informationskrieges entwickelt: sogenannte böswillige KI-Schwärme.<ref name="Schroeder">Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Literatur“ ist nicht vorhanden.</ref> Diese bestehen aus autonomen KI-Agenten, die sich ohne zentrale Steuerung koordinieren und menschliche Sozialdynamiken imitieren.

Im Kontext des Informationskrieges zeichnen sie sich durch folgende Merkmale aus:

  • Kognitive Kriegsführung: KI-Schwärme nutzen ihre „unermüdliche operative Ausdauer“, um sich langfristig in digitale Gemeinschaften einzubetten und dort subtil Sprache, Symbole und Identitäten zu verändern.
  • Synthetischer Konsens: Durch das zeitgleiche Agieren in verschiedenen Nischen-Communities erzeugen sie eine „Mirage“ von breitem, parteiübergreifendem Konsens (Astroturfing), um die öffentliche Meinung über wahrgenommene soziale Normen zu steuern.
  • LLM-Grooming (Datenvergiftung): Durch das massenhafte Fluten des Internets mit fabrizierten Inhalten manipulieren Schwärme gezielt die Trainingsdaten zukünftiger KI-Modelle, um bösartige Narrative fest in deren Modellgewichten zu verankern.
  • Echtzeit-Anpassung: Die Agenten reagieren autonom auf Reaktionen der Nutzer und Plattform-Algorithmen, was sie schwerer erkennbar macht als klassische, skriptbasierte Botnetze.

Als Abwehrmaßnahmen werden in der Forschung der Aufbau eines globalen „AI Influence Observatory“ sowie technische Lösungen wie „KI-Schilde“ (AI Shields) zur Kennzeichnung „koordinierter Inauthentizität“ diskutiert.<ref name="Schroeder"/>

Erkannte Aktionen[Bearbeiten]

Die Regierung Russlands spielt in diesem Zusammenhang schon lange eine herausragende Rolle als international agierender, destruktiver Störenfried.<ref>Jessika Aro: Putins Armee der Trolle. Der Informationskrieg des Kreml gegen die demokratische Welt. Bonn 21. Februar 2023, ISBN 978-3-7425-0971-0.</ref> Russische Staatsmedien treffen bei rechts- sowie linksaußen stehenden Anhängern von Verschwörungsmythen auf eine bereitwillige Zuhörerschaft. Die russische Propaganda hat zum Ziel, die gesellschaftliche Spaltung hinsichtlich Migration, Klimawandel, Genderthemen und Gesundheitspolitik (COVID-19) zu verstärken und unbegründete Zweifel an demokratischen Institutionen zu streuen.<ref>Two Years On: An Analysis of Russian State and Pro-Kremlin Information Warfare in the Context of the Invasion of Ukraine. In: Institute for Strategic Dialogue (ISD) 23. Februar 2024.</ref> Besonders auffällig seit dem Jahr 2022 ist die sogenannte Doppelgänger-Kampagne der russischen Regierung, bei der gefälschte, geklonte Webseiten etablierter europäischer Medien für russische Desinformation und Propaganda missbraucht werden.<ref>Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Europäische Union, Juni 2024, abgerufen am 17. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 12. Dezember 2025 wurde der russische Botschafter Sergei Jurjewitsch Netschajew ins Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland einbestellt. Der russischen Regierung wird vorgeworfen, mit Hilfe von Hacker-Kollektiven durch gezielte Desinformation und Cyberattacken Einfluss auf Bundestagswahlen und die inneren Angelegenheiten Deutschlands genommen zu haben, mit dem Ziel, das Land zu destabilisieren. Weiter wirft das Auswärtige Amt der russischen Regierung vor, durch falsche und irreführende Informationen in den sozialen Medien Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen in Deutschland zu schüren.<ref>Tim Frehler, Sina-Maria Schweikle: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. In: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. 13. Dezember 2025, abgerufen am 13. Dezember 2025.</ref>

Bereits kurz nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 wurden die Desinformations- und Propagandakanäle des russischen Staatsunternehmens Rossija Sewodnja, insbesondere der TV-Sender Russia Today sowie Ruptly, in der Europäischen Union verboten; über das Internet sind sie aber weiterhin aktiv.<ref>Felix Huesmann: Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Internetquelle“ ist nicht vorhanden. Redaktionsnetzwerk Deutschland, 3. November 2024, abgerufen am 4. November 2024.</ref><ref>spiegel.de: So egal sind einem russischen Staatskanal deutsche Verbote (28. Februar 2022)</ref>

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Zeitschriftenartikel

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Informationskrieg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />