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Journalistenwatch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Betreiber Journalistenwatch e. V. – Verein für Medienkritik und Gegenöffentlichkeit
Redaktion Marilla Slominski
Online seit 2011
https://journalistenwatch.com/

Journalistenwatch (Eigenbezeichnung auch JouWatch) ist ein Internet-Blog, der vorwiegend die Berichterstattung anderer Medien behandelt.<ref name="kurier2017"> Jürgen Klatzer, Peter Temel: Strache und der geklaute Türken-Brief aus dem Web. In: kurier.at. 24. April 2017, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref> Inhaltlich wird der Blog teilweise als rechtspopulistisch bis rechtsextrem und islamfeindlich angesehen.<ref>Esther Scheiner: Journalistenwatch die neue rechte Plattform die vorgibt gemeinnützig zu sein. In: Israel-Nachrichten. 15. November 2017, abgerufen am 26. Dezember 2017.</ref><ref name="Zeit2017">Nico Schmidt: "Journalistenwatch": Die Amerika-Connection der Neuen Rechten. In: zeit.de. 17. Dezember 2017, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref>

Redaktion und Betreiber[Bearbeiten]

Gegründet wurde der Blog 2011 von Phillip Wolfgang Beyer und Thomas Böhm.<ref name=":0">Till Eckert, Cristina Helberg, Tania Röttger: Der Verbreiter: „Journalistenwatch“ desinformiert mit Geld und Geschichten aus den USA. In: correctiv.org. 24. Mai 2019, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref> Böhm war ab 2011 Chefredakteur. Anfang 2018 trat er diese Funktion an seine Ehefrau Marilla Slominski ab. Die Reichweite des Blogs wird mit rund einer Million Leser pro Monat angegeben.<ref name="Zeit2017" /> Betrieben wird der Blog vom Verein Journalistenwatch e. V. – Verein für Medienkritik und Gegenöffentlichkeit mit Sitz in Meißen (bis 2017 in Berlin, bis 2019 in Jena).<ref>Matthias Meisner: "JouWatch": Rechtem Portal droht Entzug der Gemeinnützigkeit. In: Tagesspiegel. 10. Januar 2018, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Streit um AfD-Stiftung. Rechte Strippenzieher hinter Projekt "Stresemann" (Memento vom 23. Juli 2018 im Internet Archive).</ref>

Der Verein galt von 2012 bis 2016 nicht als gemeinnützig, weil das Berliner Amtsgericht für diesen Status Nachbesserungen an der Satzung forderte. Mit dem Umzug nach Jena änderte sich im Jahr 2017 die administrative Zuständigkeit und die Gemeinnützigkeit wurde erteilt. Im Juni 2019 wurde der Status aberkannt.<ref>Julian Feldmann, Robert Bongen: Nach Panorama-Beitrag: "Journalistenwatch" nicht mehr gemeinnützig. In: daserste.ndr.de. 18. Juli 2019, abgerufen am 15. Mai 2024.</ref><ref name="fuchs">Christian Fuchs: "Journalistenwatch": Hetze ohne Spendenquittung. In: Die Zeit. 18. Juli 2019, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref> Etliche Unternehmen setzten die Website nach der Berichterstattung im Jahr 2019 bei der Schaltung von Onlinewerbung auf eine Blacklist.<ref>Bahn setzt rechte Webseite auf "Blacklist" - Journalistenwatch. In: Magazin für Kommunikation. 19. Juli 2019, abgerufen am 29. August 2024.</ref> Der Standard nannte 2023 Conny Axel Meier, den ehemaligen Bundesgeschäftsführer der islamfeindlichen Bürgerbewegung Pax Europa (BPE), die in Bayern vom Verfassungsschutz beobachtet wird, als Vorsitzenden des Trägervereins.<ref>Wie auf rechten Websites Nutzer abgezockt werden. Abgerufen am 29. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Autoren[Bearbeiten]

Die Publizisten Akif Pirinçci und Vera Lengsfeld veröffentlichten Texte bei Journalistenwatch ebenso wie der neurechte Vordenker Götz Kubitschek oder der österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache.

Eine Videokolumne von Henryk Broder und ein Videoformat des Sprechers der Identitären Bewegung Österreichs, Martin Sellner, wurden publiziert.<ref name="fuchs" />

Einordnung[Bearbeiten]

Nico Schmidt beschrieb Journalistenwatch in der Zeit als einflussreiche Plattform der Neuen Rechten, die sich am „rechtsäußeren Rand des Internets [...] im Dunstkreis der AfD, irgendwo zwischen Epoch Times, Unzensuriert.at und Politically Incorrect“ etabliert habe und teilweise aus den USA finanziert werde. Der Tenor der veröffentlichten Texte schwanke zwischen Islamkritik und „kuscheligem AfD-Rechtspopulismus“. Die Plattform sei erklärtermaßen proisraelisch.<ref name="Zeit2017" /> Ebenfalls ergänzte Christian Fuchs analysierte ebenfalls in der Zeit, dass der Blog „systematisch revisionistische, rassistische und antisemitische Inhalte“ verbreite.<ref name="fuchs"/>

Nach Darstellung der taz gehört der Blog wie Epoch Times und Anonymous News zu den Websites, die über Facebook am erfolgreichsten sind. Bevorzugte Themen sind demnach „Flüchtlingsfeindlichkeit, Rassismus, Merkelhass und die AfD“.<ref>Lalon Sander: Juli 2017 in rechten Medien. Die sozialen Stars. In: taz.de, 8. August 2017, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref> Jungle World berichtete, der Blog habe sich ebenso wie Politically Incorrect an einer Kampagne gegen den Silvio-Meier-Preis beteiligt.<ref>Peter Nowak: Small Talk mit Christoph Kopke, Politikwissenschaftler, über die rechte Hetze gegen den Silvio-Meier-Preis: »Verhöhnung der DDR-Opposition«. In: Jungle World. 23. November 2017, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref>

Das Portal Newsguard, das die Glaubwürdigkeit von Webseiten bewertet, schrieb 2022 zu Journalistenwatch: „Eine Webseite, die ihre Berichterstattung über andere Medien und Journalismus auf irreführende und haltlose Angaben stützt, ohne den eigenen rechtspopulistischen bis rechtsextremen sowie islamfeindlichen Standpunkt offenzulegen.“<ref>Das sind die (un)glaubwürdigsten Websites 2022. 28. Dezember 2022, abgerufen am 29. August 2024.</ref>

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Evangelische Nachrichtenagentur Idea meldete, Journalistenwatch habe nach eigenen Angaben Strafanzeige wegen Volksverhetzung und Beleidigung gegen die EKD-Reformationsbotschafterin Margot Käßmann erstattet. Diese hatte beim Kirchentag 2017 die AfD scharf angegriffen und erklärt, deren Forderung nach einer „Erhöhung der Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung“ entspreche dem „kleinen Arierparagraphen der Nationalsozialisten: Zwei deutsche Eltern, vier deutsche Großeltern – da weiß man, woher der braune Wind wirklich weht“.<ref>Strafanzeige gegen Käßmann wegen Volksverhetzung gestellt. In: Evangelische Nachrichtenagentur idea. 31. Mai 2017, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref>

Im Oktober 2017 behauptete Journalistenwatch, der DGB in München stelle seine Räume „Verfassungsfeinden zur Verfügung“, als im Gewerkschaftshaus ein Antifa-Kongress über Rechtsterrorismus veranstaltet wurde.<ref>Martin Bernstein: Paulchen-Panther-Video: Staatsschutz ermittelt nach Antifa-Kongress gegen Pegida. In: Süddeutsche Zeitung. 6. November 2017, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref> Nachdem auch die Deutsche Polizeigewerkschaft die Ausrichtung des Kongresses in Räumlichkeiten des DGB kritisiert hatte, untersagte der DGB zunächst die Nutzung der Räume.<ref>Pia Ratzesberger: DGB lädt Antifa aus -Gewerkschaftsbund streitet über geplanten Kongress. In: Süddeutsche Zeitung. 19. Oktober 2017, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.DGB-Haus in München: Antifa-Kongress: Ausladung ohne Einladung. (Memento vom 3. Februar 2018 im Internet Archive) In: br24.de. 19. Oktober 2017.</ref> Nach massiven Protesten innerhalb des Gewerkschaftsbundes wurde die Entscheidung zurückgenommen.<ref>Marco Wedig: „Es geht nicht darum, wie man am besten einen Nazi zusammenschlägt“. In: Süddeutsche Zeitung. 5. November 2017, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref>

Journalistenwatch wird vom islamfeindlichen US-Think Tank Middle East Forum finanziell unterstützt, dessen Vorsitzender Daniel Pipes ist und der die Vernetzung der Neuen Rechten in Europa fördert.<ref name=":1">Nico Schmidt: Stresemann-Stiftung erhielt Geld rechter US-Finanziers. In: Die Zeit, 22. Dezember 2017, abgerufen am 25. Januar 2024.</ref> In Deutschland erschienen Pipes Interviews beim rechtsextremen Blog Philosophia Perennis von David Berger, Journalistenwatch und PI News.<ref>Der Geldgeber: Wie das „Middle East Forum“ die Europäische Rechte finanziert. In: Correctiv. 24. Mai 2019, abgerufen am 2. Januar 2026.</ref>

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

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