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Karibibit

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Karibibit
Datei:Karibibite-203812.jpg
Radialstrahlig-kugeliger Karibit auf Quarz aus der Oumlil Mine, Bou Azzer (nahe Tazenakht), Provinz Ouarzazate, Souss-Massa-Draâ, Marokko (Bildbreite 3,4 mm)
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1973-007<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Kab<ref name="Warr"></ref>

Chemische Formel Fe3+2As3+4O9<ref name="IMA-Liste" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Oxide und Hydroxide
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

IV/J.08-010

4.JA.15
07.10.02.01
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol Bitte ergänzen!
Gitterparameter a = 27,91 Å; b = 6,53 Å; c = 7,20 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 6<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte „sehr weich“ (etwa 1 bis 2<ref name="Lapis" />)
Dichte (g/cm3) gemessen: 4,07; berechnet: 4,04<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit möglicherweise nach {100} oder {010}<ref name="Handbookofmineralogy" />
Bruch; Tenazität nicht definiert, Kristalle flexibel<ref name="Handbookofmineralogy" />
Farbe bräunlichgelb bis bräunlichorange
Strichfarbe gelb
Transparenz durchsichtig bis durchscheinend
Glanz Bitte ergänzen!
Magnetismus paramagnetisch
Kristalloptik
Brechungsindizes nα 1,960<ref name="Mindat" />
nβ 2,100<ref name="Mindat" />
nγ 2,100<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,140<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Pleochroismus schwach: X = Y = strohgelb; Z = hellbraungelb<ref name="Mineralienatlas" />
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale gelegentlich gelbe Fluoreszenz unter kurzwelligem UV-Licht

Karibibit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide (einschließlich V[5,6]-Vanadate, Arsenite, Sulfite, Selenite, Tellurite und Iodate)“. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der idealisierten Zusammensetzung Fe3+2As3+4O9<ref name="IMA-Liste" /> und ist damit chemisch gesehen ein Eisen-Arsenit. Da der Sauerstoff bei natürlich entstandenen Karibibiten allerdings teilweise durch Hydroxidionen ersetzt sein kann, wird die Formel in verschiedenen Quellen auch mit Fe3+2As3+4(O,OH)9<ref name="StrunzNickel" /> angegeben.

Karibibit entwickelt meist nur millimetergroße, faserige bis nadelige Kristalle, die überwiegend in Form spindelförmiger Faserbündel, radialstrahliger bis kugeliger Mineral-Aggregate angeordnet sind oder krustige Überzüge bilden. Seine Farbe variiert zwischen Bräunlichgelb und Bräunlichorange. Auf der Strichtafel hinterlässt das Mineral allerdings immer einen kräftig gelben Strich.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals entdeckt wurde das Mineral in den Lithium-Pegmatiten nahe der Gemeinde Karibib in der im Westen von Namibia liegenden Region Erongo und beschrieben 1973 durch Oleg von Knorring (1915–1994)<ref name="Nixon" />, Thure Georg Sahama (1910–1983)<ref name="Haapala" /> und Pentti Rehtijärvi, die es nach seiner Typlokalität benannten.<ref name="Knorring" />

Das Typmaterial des Minerals wird in der Abteilung für Geowissenschaften an der University of Leeds in England und der Abteilung für Geowissenschaften an der Universität Helsinki in Finland aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation[Bearbeiten]

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz ist der Karibibit noch nicht verzeichnet. Einzig im zuletzt 2018 überarbeiteten und aktualisierten Lapis-Mineralienverzeichnis nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach dieser klassischen Systematik von Karl Hugo Strunz richtet, erhielt das Mineral die System- und Mineral-Nr. IV/J.08-10. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort der Abteilung „Arsenite (mit As3+)“, wo Karibibit zusammen mit Lazarenkoit die Gruppe der „Arsenite mit [AsxOy]-Gruppen + Ketten“ mit der System-Nr. IV/J.08 bildet.<ref name="Lapis" />

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) bis 2009 aktualisierte<ref name="IMA-Liste-2009" /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Karibibit ebenfalls in die Klasse der „Oxide und Hydroxide“, dort allerdings in die Abteilung der „Arsenite, Antimonite, Bismutite, Sulfite, Selenite, Tellurite; Iodate“ ein. Diese ist zudem weiter unterteilt nach der möglichen Anwesenheit zusätzlicher Anionen und Kristallwasser, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Arsenite, Antimonite, Bismutite; ohne zusätzliche Anionen, ohne H2O“ zu finden ist, wo es als einziges Mitglied die unbenannte Gruppe 4.JA.15 bildet.

Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Karibibit in die Klasse der „Oxide und Hydroxide“, dort jedoch in die Abteilung und gleichnamige Unterabteilung der „Mehrfachen Oxide“ ein, wo er als einziges Mitglied in der unbenannten Gruppe 07.10.02 zu finden ist.

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Karibibit kristallisiert orthorhombisch mit den Gitterparametern a = 27,91 Å; b = 6,53 Å und c = 7,20 Å sowie 6 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" /> Die Raumgruppe wurde bisher nicht näher bestimmt.

Eigenschaften[Bearbeiten]

Karibibit ist paramagnetisch, baut also nur unter Einfluss eines externen Magnetfeldes ein eigenes Magnetfeld auf. Einige Karibibite können unter kurzwelligem UV-Licht zudem eine gelbe Fluoreszenz aufweisen.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Das Mineral ist leicht löslich in verdünnten Säuren und Alkalihydroxidlösungen.<ref name="Fleischer" />

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Datei:Karibibite-445194.jpg
Gelblicher Karibibit als Rissfüllung in einer 2,2 cm × 1,8 cm großen Masse aus der Oumlil Mine, Bou Azzer, Marokko
Datei:Karibibite-201245.jpg
Hellgelber, kugeliger Karibibit aus der Urucum Mine, Galiléia, Minas Gerais, Brasilien (Gesamtgröße: 3,5 cm × 2,1 cm × 1,2 cm)

Karibibit bildet sich sekundär als Verwitterungsprodukt von Löllingit<ref name="Rösler" /> in granitischen Pegmatiten. Als Begleitminerale können neben Löllingit unter anderem noch Eosphorit, Parasymplesit, Quarz, Schneiderhöhnit und Skorodit auftreten.

Als seltene Mineralbildung konnte Karibibit nur an wenigen Fundorten nachgewiesen werden, wobei bisher (Stand 2014) etwa 15 Fundorte bekannt sind.<ref name="MindatAnzahl" /> Seine Typlokalität Karibib ist dabei der bisher einzige bekannte Fundort in Namibia.

Weitere bisher bekannte Fundorte sind die Almerindo Mine bei Linópolis sowie der Boca Rica Claim und die Urucum Mine bei Galiléia im Docetal (Minas Gerais) in Brasilien, die Veta Negra Mine in der Pampa Larga (Tierra Amarilla, Copiapó) in der chilenischen Región de Atacama, die Kiura Mine bei Saiki (Saeki) in der japanischen Präfektur Ōita (Kyūshū), die Kalba Range in Ostkasachstan, mehrere Gruben in Bou Azzer nahe der Stadt Tazenakht in der marokkanischen Provinz Ouarzazate (Souss-Massa-Draâ) und ein Granit-Steinbruch bei Tuften (Tvedalen) in der norwegischen Provinz Vestfold.<ref name="Fundorte" />

In Bou Azer, Marokko wurden 2004 ausgezeichnete und dichtbesetzte Stufen mit zentimetergroßen Karibibitkristallen gefunden.<ref name="Mineralienatlas" />


Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Karibibite – Sammlung von Bildern
  • Mineralienatlas:Karibibit (Wiki)
  • David Barthelmy: Karibibite Mineral Data. In: webmineral.com. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • Karibibite search results. In: rruff.info. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF); (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="Fleischer"> </ref> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Karibibit beim Mineralienatlas und bei Mindat, abgerufen am 16. September 2019. </ref> <ref name="Haapala"> </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: July 2024. (PDF; 3,6 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, Juli 2024, abgerufen am 13. August 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Knorring"> </ref> <ref name="Lapis"> Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9. </ref> <ref name="Mindat"> Karibibite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 16. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="MindatAnzahl"> Localities for Karibibit. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 16. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Mineralienatlas"> Mineralienatlas: Karibibit </ref> <ref name="Nixon"> </ref> <ref name="Rösler"> Hans Jürgen Rösler: Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S. 801. </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> </references>