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Kichererbse

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Kichererbse
Datei:Cicer arietinum 003.JPG

Kichererbse (Cicer arietinum)

Systematik
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Schmetterlingsblütler (Faboideae)
Tribus: Cicereae
Gattung: Kichererbsen (Cicer)
Art: Kichererbse
Wissenschaftlicher Name
Cicer arietinum
L.
Datei:Stärkekörner aus dem Mehl der Kichererbse, mikroskopische Aufnahme im polarisierten Licht.jpg
Stärkekörner aus dem Mehl der Kichererbse, mikroskopische Aufnahme im polarisierten Licht

Die Kichererbse (Cicer arietinum), auch Echte Kicher, Römische Kicher, Venuskicher oder Felderbse genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kichererbsen (Cicer) in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Mit der Erbse (Pisum sativum) ist sie nicht näher verwandt. Sie ist eine alte Nutzpflanze.

Beschreibung[Bearbeiten]

Datei:Cicer arietinum HabitusFruitsFlowers BotGardBln0906.jpg
Habitus, Blüten und Früchte
Datei:Cicer arietinum Taub129.png
Kichererbse (Cicer arietinum):
A Habitus, B Hülsenfrucht, C Same
Datei:Cicer arietinum 004.JPG
Fruchtende Pflanze
Datei:Chickpea pods.jpg
Die Kichererbse in der Hülse
Datei:Chana.jpg
Normale und grüne Kichererbsen
Datei:Cicer arietinum noir MHNT.BOT.2017.12.2.jpg
Cicer arietinum, Früchte und Samen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Kichererbse ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von bis zu 1 Meter erreicht. Die kantigen und drüsenhaarigen Stängel sind aufrecht bis liegend und mehr oder weniger verzweigt. Die Pflanze hat eine tiefe Pfahlwurzel.

Die wechselständigen, gestielten, etwa 4–8 Zentimeter langen, kurzen Laubblätter sind unpaarig gefiedert. Die 7 bis 17 am Rand, im vorderen Teil, gezähnten, eiförmigen bis elliptischen oder verkehrt-eiförmigen und bespitzten Blättchen sind etwa 7 bis 18 mm groß. Sie sind fast sitzend bis sitzend an einer rinnigen Rhachis. Die ganzen Blätter sind drüsenhaarig. Die zwei bis fünfteiligen Nebenblätter mit ungleichen Zipfeln sind ebenfalls drüsenhaarig.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

An einem längeren Stiel, meist einzeln oder zu zweit stehen die Blüten in den Blattachseln. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig sowie 10 bis 12 mm groß mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenstiele und der Kelch sind drüsenhaarig. Die Blüten stehen an dem drüsenhaarigen, langen Blütenstandsstiel des stark reduzierten Blütenstands, und es sind kleine Tragblätter vorhanden. Die eilanzettlichen, grünen Kelchzipfel sind spitz. Die fünf weißen bis weiß-purpurfarbenen oder rötlichen bis violetten oder bläulichen Kronblätter stehen in der typischen Form der Schmetterlingsblüten zusammen.

Die mit etwa 2,5–3,5 cm relativ kurzen, etwas aufgeblasenen und drüsenhaarigen, grünlichen, bespitzten Hülsenfrüchte enthalten normalerweise einen bis vier Samen. Die unregelmäßig geformten, aber im Umriss rundlichen bis eiförmigen, etwa 5–15 Millimeter großen, glatten, mehr oder weniger runzligen Samen sind beigefarben bis braun und von grüner bis schwarzer Farbe. Die Samen bzw. die Kotyledonen können gegessen werden. Die Tausendkornmasse beträgt zwischen 200 und über 600 Gramm, normal sind etwa 300–500 Gramm. Die Samen der Kichererbse können leicht mit denen der Saat-Platterbse (Lathyrus sativus) verwechselt werden.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14, 16 oder 32.<ref name="Oberdorfer2001" />

Systematik[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung von Cicer arietinum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, S. 738.<ref name="biodiversitylibrary" /> Das Artepitheton arietinum bedeutet „widderartig“ oder „mit Hörnern“ und wurde angeblich gewählt, weil der Samen einem Widderkopf ähneln soll.<ref name="Genaust1996" /> Synonyme für Cicer arietinum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L. sind: Cicer album hort., Cicer arientinium Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Cicer arientinum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.L., Cicer edessanum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bornm., Cicer grossum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Salisb., Cicer nigrum hort., Cicer physodes Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Rchb., Cicer rotundum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Alef., Cicer sativum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Schkuhr, Cicer sintenisii Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Bornm., Ononis crotalarioides Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.M.E.Jones.<ref name="ILDIS" /><ref name="tropicos" />

Vorkommen[Bearbeiten]

Nach POWO kommt die Art ursprünglich in der Türkei, im Irak und Iran vor.<ref name="POWO" />

Sorten der Kichererbse stellen geringe Ansprüche an den Boden und kommen mit wenig Wasser aus. Kichererbsen werden in vielen subtropischen Gebieten der Erde angebaut. In den gemäßigten Klimazonen sind die Erträge wegen mangelnder Wärme nur gering.

Im Jahr 2024 wurden weltweit 14,43 Millionen Tonnen Kichererbsen geerntet. Indien war der Hauptproduzent mit 76,5 % der Welternte. Die 10 größten Produzenten konnten zusammen 99,0 % der Ernte einbringen.<ref name="faostat">Crops and livestock products. Production Quantity > Crops, primary > Chick peas, dry > 2024. In: Produktionsstatistik der FAO für 2024. fao.org, abgerufen am 2. Juni 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Größte Kichererbsenproduzenten (2024)<ref name="faostat" />
Rang Land Menge
(in Mio. t)
1 Indien Indien 11,048
2 Australien Australien 1,062
3 AthiopienDatei:Flag of Ethiopia.svg Äthiopien 0,580
4 Myanmar[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Myanmar 0,493
5 Russland Russland 0,479
6 Mexiko Mexiko 0,267
7 Iran Iran 0,181
8 Sudan[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Sudan 0,103
9 Marokko[[Hilfe:Cache|Fehler beim Thumbnail-Erstellen]]:  Marokko 0,06
10 Algerien Algerien 0,04
Summe Top Ten 14,28
Summe restliche Länder 0,15

Geschichte[Bearbeiten]

Die Kichererbse stammt wahrscheinlich von der wild wachsenden Cicer reticulatum Die Seite Vorlage:Person/styles.css hat keinen Inhalt.Ladizinsky ab. Mehr als 8000 Jahre alte Funde kultivierter Kichererbsen belegen ihren jungsteinzeitlichen Anbau in Kleinasien.<ref>Josef Fischer: Ernährung im mykenischen Griechenland. 2017, ISBN 978-83-8104-523-0, S. 82.</ref> Die Kichererbse wurde von dort in weitere Bereiche Vorderasiens und des Mittelmeerraums sowie nach Indien verbreitet. In Griechenland gehören Hülsenfrüchte ab der Kupfersteinzeit zum festen Bestand der Nahrung. In Kleinasien wurden Kichererbsen in Karmir Blur, Yoncatepe und Bastam gefunden. Auch aus Troja VIIb und Gordion sind Kichererbsen bekannt.<ref name="Dönmez">Emel Oybak Dönmez, Oktay Belli: Urartian Plant Cultivation at Yoncatepe (Van), Eastern Turkey. In: Economic Botany. Band 61, Nr. 3, S. 296.</ref>

Seit dem klassischen Altertum wird die Kichererbse in Griechenland und Italien als Nutzpflanze angebaut. In Deutschland stammt der einzige Fund von Samen aus der Römerzeit. In der Landgüterordnung Karls des Großen ist die Kichererbse als cicerum italicum im Kapitel 70 aufgelistet. Hildegard von Bingen empfahl Kicher (lateinisch cicer) als leichte und angenehme Speise und als Mittel gegen Fieber. Albertus Magnus unterschied drei Sorten: weiße, rote und schwarze oder dunkle Form. Hieronymus Bock erwähnte die Zysern (Bezeichnung in Kräuterbüchern des 16. Jahrhunderts für Kicher: Ziser oder Zisererbsen) nicht zum Gebrauch in der Küche, sondern vielmehr als Arznei. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde am Rhein und in Württemberg die dunkelsamige Kichererbse geröstet als Kaffee-Ersatz gebraucht.<ref>Udelgard Körber-Grohne: Nutzpflanzen in Deutschland von der Vorgeschichte bis heute. Nikol Verlagsgesellschaft GmbH, Hamburg 1995, ISBN 3-933203-40-6, S. 361–363.</ref>

Datei:Chickpea grains.jpg
Getrocknete Kichererbsen
Datei:Cocido.png
Kichererbseneintopf

Historische Kulturformen:<ref name="Becker-Dillingen1929">J. Becker-Dillingen: Handbuch des Hülsenfrüchtebaues und Futterbaues. Parey, 1929.</ref>

  • Cicer arietinum fo. album mit gelblichweißen Samen als Nahrungsmittel
  • Cicer arietinum fo. fuscum mit rotbraunen Samen
  • Cicer arietinum fo. macrospermum mit großen, schwarzen Samen als Kaffee-Ersatz
  • Cicer arietinum fo. vulgare mit schwarzen Samen: für Futterzwecke

Verwendung[Bearbeiten]

Die Kichererbse wird im Wesentlichen zur Ernährung des Menschen angebaut. In Mexiko und Indien sind Kichererbsen nach wie vor ein wichtiges Grundnahrungsmittel. In der Küche finden besonders zwei Sorten Anwendung: die kleinen, runzeligen Samen aus Indien und die größeren rundlichen, beige-gelben Samen aus dem Mittelmeerraum, die in Europa bekannter und verbreiteter sind.

Datei:Bol de Leblabi de Tunisie, 21 mars 2017.jpg
Eine Portion Lablabi

Zubereitung[Bearbeiten]

Kichererbsen sind roh giftig. Erst das Erhitzen (in Kochwasser) auf mehr als 70 °C zersetzt das Gift Lectin (Phasin, ein Samenglykoprotein).<ref>Julian Hörner: Kichererbsen: Inhaltsstoffe, Herkunft und Zubereitung. In: Apothekenumschau. 27. November 2014, abgerufen am 5. November 2020.</ref>

Langes Einweichen in kaltem Wasser (12 bis 24 Stunden und länger) verkürzt die Garzeit getrockneter Kichererbsen. Sie kann weiter reduziert werden durch den Zusatz von Natron zum Einweichwasser. Natron zersetzt das enthaltene Pektin. Das Einweichwasser enthält Phasin und sollte weggeschüttet werden.<ref name="nothhaft" />

Frische oder getrocknete Kichererbsen werden schneller gar durch Verwendung eines Schnellkochtopfs oder den Zusatz von Natron zum Kochwasser. Aus den gegarten Kichererbsen wird dann beispielsweise Eintopf, Brühe oder Püree zubereitet. Das Kochwasser muss nicht weggeschüttet werden, es kann weiterverwendet werden.<ref name="nothhaft">Sophie Nothhaft: Warum geben wir Natron ins Kochwasser von Hülsenfrüchten? In: Süddeutsche Zeitung Magazin. 25. Oktober 2023, abgerufen am 24. Mai 2025.</ref>

In der veganen Küche findet das Aquafaba genannte Kochwasser als Eiklar-Ersatz Verwendung.<ref>Aquafaba – Der fabelhafte Ei-Ersatz. Vegane Gesellschaft Österreich, 1. April 2016, abgerufen am 29. Mai 2025.</ref>

Im Handel[Bearbeiten]

Die Samen der Kichererbse werden in der Regel nicht frisch gehandelt. Üblicherweise sind sie fertig gekocht (in Dosen oder Gläsern) oder getrocknet erhältlich.

Außerdem sind geröstete Kichererbsen, auch in Mischung mit Roggen und Zichorienwurzel, als koffeinfreier Kaffeeersatz erhältlich.

Vorderasien und Nordafrika[Bearbeiten]

In Vorderasien und Nordafrika werden Kichererbsen unter anderem geröstet und wie Nüsse verzehrt. Aus gewürztem Kichererbsenbrei wird auch die weitverbreitete Falafel hergestellt. Beliebt ist eine Paste unter anderem aus Kichererbsen und Sesam, genannt Hommos we Tahini oder auch nur kurz Hummus (Schreibweise im lateinischen Alphabet variiert). Ein Gebäck aus vergorenen Samen ist als Schimitt bekannt. In der Türkei kennt man zweimal geröstete Samen unter der Bezeichnung Leblebi, die wie Nüsse verzehrt werden, landesweit verbreitet ist auch ein Eintopf mit Fleisch. In Tunesien gilt Lablabi, welcher unter anderem aus Kichererbsen, Thunfisch, Harissa und Eiern hergestellt wird, als eines der Nationalgerichte.

Südasien[Bearbeiten]

Kichererbsenmehl wird in der Küche Indiens verwendet, so im Ausbackteig für Pakora, in den süßen Kugeln namens Laddu, die unter anderem dem Gott Ganesha geopfert werden, und in verschiedenen Beilagen und Keksen. Es ist sehr eiweißreich und anders als Weizenmehl glutenfrei. Darüber hinaus verwendet man es zusammen mit Joghurt als Peeling. Aus jungen Kichererbsenpflanzen bereitet man einen Salat oder verzehrt die gekochten Kichererbsen in einer dicken Soße unter dem Namen Chole (Nordindien) oder Chana Masala (Südindien). Auch Burmesischer Shan-Tofu wird aus Kichererbsenmehl bereitet.

In Afghanistan verzehrt man Schirin als Süßigkeit: eingeweichte, dann getrocknete und geröstete Kichererbsen mit einer weißen Kruste aus reinem Zucker.

Südeuropa[Bearbeiten]

Eine Zubereitung aus Kichererbsenmehl ist die italienische Farinata, im französischen Nizza unter dem Namen Socca bekannt. Ferner kennt man in Spanien Speisen mit Kichererbsen (dort Garbanzos), zum Beispiel ist Cocido madrileño ein gekochtes Nationalgericht; in Andalusien genießt man zusammen mit Shrimps Tortillitas de camarones. In der Provence wird ein Gebäck aus einer Mischung aus Kichererbsen- und Weizenmehl hergestellt.

Durchschnittliche Zusammensetzung[Bearbeiten]

Die Zusammensetzung von Kichererbsen schwankt naturgemäß, sowohl in Abhängigkeit von der Sorte, den Umweltbedingungen wie Boden und Klima, als auch von der Anbautechnik je nach Düngung und Pflanzenschutz.

Angaben je 100 Gramm getrockneter Kichererbsen:<ref name="Souci">Deutsche Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie, Garching (Hrsg.): Lebensmitteltabelle für die Praxis. 4. Auflage. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8047-2541-6, S. 323.</ref>

Bestandteile
Wasser 9,3 g
Eiweiß 19,0 g
Fett 5,9 g
KohlenhydrateDie Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. 1 44,3 g
Ballaststoffe 15,5 g
Mineralstoffe 2,9 g
Mineralstoffe
Natrium 25 mg
Kalium 755 mg
Magnesium 125 mg
Calcium 125 mg
Mangan 2,7 mg
Eisen 6,1 mg
Kupfer 0,5 mg
Zink 2,4 mg
Phosphor 330 mg
Selen 0,009 mg
Vitamine
Retinol (Vit. A1) 30 µg
Thiamin (Vit. B1) 510 µg
Riboflavin (Vit. B2) 135 µg
Nicotinsäure (Vit. B3) 1600 µg
Pantothensäure (Vit. B5) 1300 µg
Vitamin B6 550 µg
Folsäure 340 µg
Vitamin E 1400 µg
Vitamin C 5000 µg
essentielle und
semi-essentielle Aminosäuren
ArgininDie Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. 2 1480 mg
HistidinDie Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt. 2 530 mg
Isoleucin 1140 mg
Leucin 1460 mg
Lysin 1370 mg
Methionin 260 mg
Phenylalanin 960 mg
Threonin 700 mg
Tryptophan 160 mg
Tyrosin 660 mg
Valin 980 mg

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1 
Differenzberechnung
Die Seite Vorlage:FN/styles.css hat keinen Inhalt.
2 
semi-essentiell

Der physiologische Brennwert beträgt 1294 kJ (306 kcal) je 100 Gramm essbarem Anteil. Auffällig ist der hohe Gehalt an den Aminosäuren Arginin, Leucin und Lysin.

Rohe „Kichererbsen“ – korrekt wäre „Kichererbsensamen“ – enthalten den unverdaulichen Giftstoff Phasin, der durch Hitzeeinwirkung zersetzt wird. Kichererbsen sollten daher nur gut durchgegart verzehrt werden.

Die Kichererbse verwendet unter anderem auch Raffinose als Speicherkohlenhydrat, wenngleich nur in relativ geringen Mengen von 290 mg pro 100 g Trockengewicht.<ref>Raffinose | Lebensmittel | Lexikon | Eucell. Abgerufen am 12. Mai 2026.</ref> Dieser Dreifach-Zucker kann vom Menschen nicht unmittelbar verstoffwechselt werden und gelangt so in den Dickdarm, wo er unter Einfluss der Darmbakterien unter Gasbildung abgebaut wird. Raffinose ist als Ballaststoff anzusehen.

Krankheiten[Bearbeiten]

Die wichtigsten Schädlinge im Kichererbsenanbau sind Fusarium oxysporum, welcher die Fusarium-Welke auslöst, und Didymella rabiei (Synonym: Ascochyta rabiei).<ref name="Millan2006" /><ref name="Reddy1980" /> In manchen Ländern wie Mexiko, Italien und Australien ist auch der Kichererbsenrost (Uromyces ciceris-arietini) bedeutend.<ref name="Sillero2012" />

Wortherkunft und Trivialnamen[Bearbeiten]

Der lateinische Name der Pflanze lautet cicer – möglicherweise verwandt mit hebräisch kikar (rund, rundlich)<ref>Rudolf Schubert und Günther Wagner: Pflanzennamen und botanische Fachwörter. Botanisches Lexikon mit einer Einführung in die Terminologie und Nomenklatur, einem Verzeichnis der Autorennamen und einem Überblick über das System der Pflanzen. 6. Auflage. Melsungen, Berlin, Basel und Wien 1975, S. 106.</ref> und gelegentlich wohl auch citrullus<ref>Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 172 („Citrullus – kychern, hake, rahera […] – Cicer – id est oerips“).</ref> genannt. Das Wort gelangte zu einer Zeit ins Deutsche, als das lateinische „C“ noch durchweg als „K“ gesprochen wurde (also „Kiker“). Es wurde daraus dann schließlich im Mittelhochdeutschen und Neuhochdeutschen Kicher zur Bezeichnung der Kichererbse, also den Samen von Cicer arietinum.<ref name="Genaust1996" />

Für die Kichererbse bestehen beziehungsweise bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Chicher, Chicherri, Chichirra, Chichuria, Chichurra, Cicererbis, Cisa, Cyfer, Czycke, Kichern (althochdeutsch), Garabanzen (Mark Brandenburg), Kecher, Kechern, Kechir, Keichern, Kicherkraut, Kircheren, Kirchernkraut, Kyechirn, Seker, Sekeren, Ziseren, Schwarz Zisern, Ziser-Erwedsen, Zysern und Zyssern (mittelhochdeutsch), Keicheren, Kekeren, Keyker (mittelniederdeutsch), Kicher (Sachsen), Sisern, Sperberköpfl (Steiermark).<ref name="Pritzel1882" />

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Kichererbse (Cicer arietinum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Kichererbse – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references> <ref name="Genaust1996"> Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Birkhäuser, Basel/Boston/Berlin 1996, ISBN 3-7643-2390-6, S. 12, 75, 155. </ref> <ref name="tropicos"> Cicer arietinum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="biodiversitylibrary"> Carl von Linné: Caroli Linnaei ... Species plantarum :exhibentes plantas rite cognitas... vol. 2. Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753 (biodiversitylibrary.org [abgerufen am 29. Mai 2025]). </ref> <ref name="ILDIS"> Version 10.38 20 July 2010 - Scientific Names: Cicer arietinum L.. Abgerufen am 12. Mai 2026. </ref> <ref name="Sillero2012"> Josefina C. Sillero, Inmaculada Moreno-Alías, Diego Rubiales: Identification and characterization of resistance to rust (Uromyces ciceris-arietini (Grognot) Jacz. & Boyd) in a germplasm collection of Cicer spp. In: Euphytica. Band 188, Issue 2, 2012, S. 229–238, doi:10.1007/s10681-012-0709-x. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 607. </ref> <ref name="Millan2006"> T. Millan, H. J. Clarke, K. H. M. Siddique, H. K. Buhariwalla, P. M. Gaur, J. Kumar, J. Gil, G. Kahl, P. Winter: Chickpea molecular breeding: new tools and concepts. In: Euphytica. Volume 147, 2006, S. 81–103. </ref> <ref name="Reddy1980"> M. V. Reddy, H. E. Gridley, H. J. Kaack: Major disease problems of chickpea in North Africa. In: Int. Chickpea Newsl. Volume 3, 1980, S. 13–14. </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 97 f, archive.org. </ref> <ref name="POWO">Cicer arietinum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

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