Lisa Eckhart
Lisa Eckhart (eigentlich Lisa Lasselsberger;<ref name="derstandard-20180224" /><ref name="LL-Eigenartikel-FUB-2014" /><ref name="Annenstraße-Weibsbilder-Preis-2014" /> * 6. September 1991<ref name="Annenstraße-Weibsbilder-Preis-2014" /><ref name="taktlosigkeitenS123" /> (nach anderen Quellen 1992)<ref>Lisa Eckhart: „Da hören die Menschen wirklich nicht hin“. In: hr1. 3. September 2020, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. April 2021; abgerufen am 6. September 2020.</ref><ref name="ORF-3sat-2021"/> in Leoben)<ref name="taktlosigkeitenS123" /><ref name="ORF-3sat-2021">Premiere für ORF/3sat-Dokumentation „Männlich, Weiblich, Trans* – Was heißt schon Geschlecht?“ am 21. April um 20.15 Uhr in 3sat. In: der.ORF.at, 19. April 2021. Dokumentation von Constanze Grießler und Franziska Mayr-Keber für ORF/3sat, Erstausstrahlung am 21. April 2021 (Video (48:55 Min.) im ORF-Archiv in ORF ON). Darin Interviews, u. u. mit Lisa Eckhardt. Ausschnitt aus der Doku im Youtube-Kanal von Lisa Eckhart, 05:02 Min; hier ab 00:50, Sprecherin aus dem Off: „Lisa Eckhart wurde 1992 in Leoben geboren, …“, abgerufen am 3. November 2024.</ref> ist eine österreichische Kabarettistin, Poetry-Slammerin und Romanautorin. Sie nutzt Tabubrüche als ständig wiederkehrendes Stilmittel.<ref>https://www.deutschlandfunkkultur.de/kabarettistin-lisa-eckhart-dadaistisch-zusammengewuerfelte-100.html</ref><ref>https://www.tagesspiegel.de/kultur/vom-fundamentalismus-der-gutunmenschen-und-rassistischen-omas-8518258.html</ref>
Leben[Bearbeiten]
Lisa Lasselsberger wuchs zunächst in Sankt Peter-Freienstein in der Obersteiermark bei ihren Großeltern auf,<ref name="taktlosigkeitenS123">Lisa Eckhart: Metrische Taktlosigkeiten: Eine Einführung ins politische Korrektum. (= Reihe Theater-Edition Schultz & Schirm, Nr. 6.) 2., korrigierte Auflage. Schultz & Schirm Bühnenverlag, Wien 2017, ISBN 978-3-9503907-6-6, S. 123:
- Eckhart, Lisa. Autorinprofil beim Auslieferer Mohr Morawa Buchvertrieb: „1991 – Erstmalige Inbetriebnahme Lisa Eckharts im Stadtkrankenhaus Leoben in der Steiermark. […]. 1997 – Einschulung in der Metropole Graz. […]. 2009 – Matura an der ehemaligen Kadettenschule HIB Liebenau. …“</ref><ref name="derstandard-20180225" /> da ihre Mutter zu dieser Zeit noch Lehramtsstudentin war.<ref name="OEAMTC-AT-201611">Cornelia Buczolich: Lisa Eckhart: Charmante Arroganz. In: auto touring, Ausgabe November 2016, abgerufen am 22. Juni 2018.</ref> Im Alter von sechs Jahren zog sie zu ihren Eltern nach Graz.<ref name="derstandard-20180225" /> 2009 maturierte Lasselsberger an der Internatsschule Liebenau in Graz,<ref name="taktlosigkeitenS123" /><ref>Harald Fest: Wir gratulieren. Folge 2018/1. In: Blog Alumni Club Liebenau des Verbandes der Absolventen und Freunde von BEA/HIB/BG Graz-Liebenau (Hrsg.), 25. April 2018, 22. Juni 2018: „Eine ebenso schnelle Karriere, aber in einem völlig konträren Bereich, macht derzeit die blutjunge LISA ECKHART (MJ 2009 als Lisa Lasselsberger) als Kabarettistin und Poetry Slammerin.“</ref> anschließend studierte sie Germanistik und Slawistik an der Université Sorbonne Nouvelle in Paris. Nach einem einjährigen Aufenthalt in London, währenddessen sie Französisch und Deutsch unterrichtete,<ref>Henryk M. Broder im Gespräch mit Lisa Eckhart | Welt, Kanal von Lisa Eckhart bei YouTube; ab 03:90, zuletzt abgerufen am 5. Februar 2022.</ref><ref name="taktlosigkeitenS123" /> weil sie eigentlich wie ihre Mutter Lehrerin werden wollte,<ref name="OEAMTC-AT-201611" /> zog sie nach Berlin.<ref name="meinbezirk" /><ref name="presse-kulturmagazin-20160415" /> Dort absolvierte sie 2014 ein Masterstudium an der Freien Universität Berlin (ebenso an der Université Sorbonne Nouvelle).<ref name="taktlosigkeitenS123" /> In ihrer Masterarbeit befasste sie sich mit der Figur des Teufels in der deutschsprachigen Literatur. Nach dem Studium begann sie mit Poetry-Slams, mit denen sie 2015 die österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaften gewann.<ref name="OEAMTC-AT-201611" /><ref name="taktlosigkeitenS123" /> Auf der Bühne tritt Lasselsberger als Lisa Eckhart auf. Eckhart ist der Nachname ihres Vaters.<ref>Gredig Direkt mit Kabarettistin Lisa Eckhart, SRF, 22. Dezember 2020, YouTube.</ref>
Sie lebt in Leipzig.<ref>Literaturfestival lädt umstrittene Kabarettistin nach Drohungen aus. In: Der Tagesspiegel, 6. August 2020, 7. August 2020.</ref><ref>Interview mit ihr In: meinbezirk.at, 17. Dezember 2019, 7. August 2020.</ref> Im August 2021 wurde sie Mutter eines Sohnes.<ref>Thomas Andre: Lisa Eckhart zurück in Hamburg: „Schreibe jetzt angstfrei“. 12. August 2022, abgerufen am 19. Oktober 2022.</ref><ref>Miriam Mayrhofer: Lisa Eckhart: Eine Kabarettistin und Autorin, die polarisiert. 18. März 2023, abgerufen am 26. März 2024.</ref>
Wirken[Bearbeiten]
Im Oktober 2015 gewann sie als zweite Frau die österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaften.<ref name="meinbezirk" /><ref name="apa-ots-stoeckl-20160601" /> Bei der deutschen Poetry-Slam-Meisterschaft 2015 in Augsburg schied sie im Viertelfinale – punktgleich mit dem späteren Sieger Jan Philipp Zymny – per Losentscheid (Münzwurf) aus.<ref name="sz-20151220" />
Am 30. Oktober 2015 gab Eckhart mit Als ob Sie Besseres zu tun hätten im Kabarett Niedermair ihr Kabarett-Solodebüt, mit dem sie später unter anderem im Wiener Theater am Alsergrund auf der Bühne stand.<ref name="meinbezirk" /><ref>Vom Poetry Slam auf die Kabarettbühne. In: Wiener Zeitung, 23. Jänner 2016, abgerufen am 23. August 2016.</ref> Für ihr Soloprogramm wurde sie mit dem Förderpreis des Österreichischen Kabarettpreises ausgezeichnet.<ref>Thomas Maurer erhält Österreichischen Kabarettpreis. In: derStandard.at, 23. August 2016, abgerufen am 23. August 2016.</ref><ref name="WienerZeitung-20160823">Thomas Maurer schafft das Triple. In: Wiener Zeitung, 23. August 2016, abgerufen am 23. August 2016.</ref>
2016 war sie im Vereinsheim Schwabing im Bayerischen Rundfunk zu sehen. Im Österreichischen Rundfunk (ORF) war sie ab November 2016 als Teil des Rateteams von Was gibt es Neues? in ORF 1<ref name="OEAMTC-AT-201611" /> und im Juni 2016<ref name="apa-ots-stoeckl-20160601" /> sowie im Juni 2018<ref name="apa-ots-stoeckl-20180620" /> im TV-Talk Stöckl in ORF 2 zu sehen. 2017 war sie als Gast bei Pufpaffs Happy Hour, bei nuhr ab 18 von Dieter Nuhr, im WDR in den Mitternachtsspitzen und in der von Gerburg Jahnke präsentierten Sendung Ladies Night sowie im ORF in der Sendung Pratersterne zu sehen. Anfang 2018 hatte sie ihren ersten Auftritt bei nuhr im Ersten sowie in Die Anstalt und im November 2018 im ORF-Format DIE.NACHT – fahrlässig.<ref>„DIE.NACHT – PopUp“ präsentiert: „DAVE“, „fahrlässig“ und „Top1 mit Duscher & Gratzer“. OTS-Meldung vom 11. Oktober 2018, abgerufen am 8. November 2018.</ref> Seit 2019 ist sie Stammgast in der ARD-Kabarettsendung nuhr im Ersten. Im Jänner 2018 startete Eckhart ihr zweites Soloprogramm Die Vorteile des Lasters (Premiere im Kabarett Niedermair).<ref>Lisa Eckhart: Schwarzer Humor grimmigster wienerischer Tradition. In: derStandard.at, Jänner 2018, abgerufen am 11. Jänner 2018.</ref> 2022 ging sie mit ihren Soloprogrammen BOUM<ref>BOUM – das Kabarett zum Buch</ref> und seit 2023 mit Kaiserin Stasi die Erste auf Tour. Die Premiere von Kaiserin Stasi die Erste, von Eckhart auf den Tag der Deutschen Einheit gelegt, fand am 3. Oktober 2023 im Haus Leipzig statt.<ref>Kaiserin Stasi die Erste.</ref><ref>Lisa Eckhart vereint Ösis mit Ossis – am Tag der Deutschen Einheit in Leipzig. lvz.de.</ref>
Lisa Eckhart arbeitet ohne fremde Gagautoren, so wurde sie zumindest 2018 angesprochen, was sie nicht verneinte.<ref>Willkommen Österreich, Sendung vom 3. April 2018, Minute 7:45.</ref> 2025 bestätigte sie dies auf Fragen von Zuschauern.<ref>Sommerinterview 2025 – Lisa Eckert beantwortet Fragen von Zuschauern, Minute 14:40; „…dass man mir schreiberisch so wenig zutraut und schneiderisch so viel; nein, ich kann keinen Knopf annähen, aber ich kann Texte weben, also jedes Wort ist von mir.“ </ref>
Auf Einladung des Kuratoren-Duos Daniela Strigl und Klaus Kastberger las sie beim Literaturfestival „O-Töne“ 2020 aus ihrem Roman Omama.<ref name="kurier400992791">Michael Huber: Angst vor linkem Protest: Kabarettistin Eckhart von Festival ausgeladen. In: Kurier.at. 6. August 2020, abgerufen am 6. August 2020.</ref> Das Buch mit steirischen „Ein-Satz-Milieustudien“<ref>Jakob Biazza: „Omama“ von Lisa Eckhart: Schau an, ein Proömium! In: Süddeutsche Zeitung. 17. August 2020, abgerufen am 14. Dezember 2021.</ref> stand auf verschiedenen Bestsellerlisten in Deutschland und Österreich.<ref>Lisa Eckharts »Omama« ist gefragt. 11. September 2020, abgerufen am 11. November 2020.</ref>
Ihr 2022 erschienener Paris-Roman Boum stieß bei Kritikern auf ein gemischtes Echo.<ref>Lisa Eckhart: Boum. Roman. In: Perlentaucher. Abgerufen am 19. Oktober 2022.</ref> Als charakteristisch für diesen „sprachlich überschäumenden, pointenreichen Roman“ beschrieb Rainer Moritz in Deutschlandfunk Kultur die häufige Verwendung der rhetorischen Figur des Zeugmas.<ref>Rainer Moritz: Lisa Eckhart: Boum – Parforceritt durch Paris. In: deutschlandfunkkultur.de. 27. August 2022, abgerufen am 16. Oktober 2023.</ref>
Kritik[Bearbeiten]
2020 wurde Eckhart für einen 2018 in der WDR-Sendung Mitternachtsspitzen gesendeten kabarettistischen Beitrag Antisemitismus vorgeworfen. In ihrem satirischen Beitrag Die heilige Kuh hat BSE<ref>Lisa Eckhart – Die heilige Kuh hat BSE. In: youtube.com. 2022, abgerufen am 21. April 2022.</ref> hatte sie in sarkastischer Art und in Form einer Figurenrede die Frage gestellt, „was wir tun, wenn die Unantastbaren beginnen, andere anzutasten“: Wenn also Juden wie Harvey Weinstein oder Roman Polański oder Schwarze wie Bill Cosby oder Morgan Freeman Frauen sexuell belästigten und Schwule wie Kevin Spacey Männer. Das sei „der feuchte Alptraum der politischen Korrektheit“.<ref>Bayerischer Rundfunk, Knut Cordsen: Schwarzer Block schlägt schwarzen Humor: Zur Ausladung Lisa Eckharts vom Hamburger Harbour Front Festival. 6. August 2020 (br.de [abgerufen am 16. August 2020]).</ref> Kritisiert wurde Eckharts Äußerung „Juden, da haben wir immer gegen den Vorwurf gewettert, denen ginge es nur ums Geld, und jetzt plötzlich kommt raus, denen geht’s wirklich nicht ums Geld, denen geht’s um die Weiber, und deshalb brauchen sie das Geld“. Die Jüdische Allgemeine schrieb, ihr kabarettistisches Rezept bestehe „im simplen Brechen von Tabus, die nie welche waren – auch in puncto Antisemitismus“.<ref>Tom Uhlig: Antisemitismus aus der WDR-Mediathek. 30. April 2020, abgerufen am 1. Mai 2020.</ref>
Der Antisemitismusbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Felix Klein, bezeichnete Eckharts Einlage von 2018 als „geschmacklos und kritikwürdig“ und erklärte, ihre Pointen basierten auf „Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit“.<ref>Kabarettistin Lisa Eckhart: „Geschmacklos und kritikwürdig“. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 6. Mai 2020]).</ref><ref>Philipp Peyman Engel: »Judenhass unter dem Deckmantel der Satire«. 4. Mai 2020, abgerufen am 6. Mai 2020.</ref> Währenddessen verteidigte Ariane Lemme, ebenfalls in der taz, ihren Humor unter dem Titel Satire muss wehtun dürfen.<ref>Ariane Lemme: Satire muss wehtun dürfen. In: taz. 9. August 2020, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 12. August 2020]).</ref> Der WDR, der ihren Beitrag ausgestrahlt hatte, verteidigte Eckhart gegen den Vorwurf des Antisemitismus mit der Begründung, sie habe Vorurteile entlarven wollen.<ref>Lisa Eckhart: WDR verteidigt Kabarettistin gegen Antisemitismus-Vorwürfe. In: Die Welt. 5. Mai 2020 (welt.de [abgerufen am 5. Mai 2020]).</ref> Auch Henryk M. Broder in der Welt (Wie Lisa Eckhart ihr Publikum und Berufsempörte überfordert)<ref>Henryk M. Broder: Henryk M. Broder: Lisa Eckhart überfordert Publikum und Berufsempörte. In: Die Welt. 14. Mai 2020 (welt.de [abgerufen am 16. Mai 2020]).</ref> und Götz Aly in der Berliner Zeitung<ref>Götz Aly: Dumm-deutsche Hexenjagd auf Lisa Eckhart. In: Berliner Zeitung. 10. August 2020, abgerufen am 21. April 2022.</ref> verteidigten Eckhart gegen den Vorwurf des Antisemitismus. Gerhard Haase-Hindenberg meinte in der Jüdischen Allgemeinen, er habe eine Künstlerin erlebt, die „gesellschaftliche Vorurteile allein dadurch entlarvte, dass sie sie überspitzte“.<ref>Gerhard Haase-Hindenberg: Rätselhafte Femme fatale. 14. Mai 2020, abgerufen am 8. August 2020.</ref> Beim Publikum komme der Tabubruch gut an.<ref>Philipp Peyman Engel: Lisa Eckhart und die Judenwitze. 5. Dezember 2021, abgerufen am 16. Dezember 2021.</ref>
Am 9. November 2021 strahlte der ORF einen Auftritt Eckharts aus, in welchem sie fragte: „Wieso sind in Sachen Humor die Juden den Frauen zwei Nasenlängen voraus?“ Der Musikjournalist Hardy Funk nannte im Bayerischen Rundfunk Eckharts Auftritt „eindeutig antisemitisch“ und urteilte, dass ihr Witz „nicht die Spur eines doppelten Bodens“ habe.<ref>Huch, ich hab’ schon wieder einen antisemitischen Witz gemacht, Bayerischer Rundfunk, abgerufen am 23. November 2021.</ref>
Zu solcher Kritik an ihrem im November 2021 mehr als ein Jahr alten Programm Die Vorteile des Lasters hatte sie diese selbst bereits gegenüber der dpa als „einen verbreiteten Reflex (…), auf bestimmte Reizworte zu reagieren“, und als „boshaftes Missverstehen“ bezeichnet und die Frage aufgeworfen, „wie geht man mit Antisemitismus und Rassismus um? Erhebt man sie zum Tabu oder degradiert man sie zum Witz? Ich bin immer auf der Seite des Humors“.<ref name="welt" />
- Debatte um Eckharts Ausladung vom Harbour Front Literaturfestival 2020
Im August 2020 berichtete der Spiegel, dass das Hamburger Literaturfestival Harbour Front Eckharts geplanten Auftritt abgesagt hatte. Die Festivalleitung „sehe sich außer Stande, im Falle einer Lesung die ‚Sicherheit der Besucher und der Künstlerin‘ zu gewährleisten“. Weiter heißt es in dem Schreiben: „Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind. Wir haben in den letzten Tagen bereits aus der Nachbarschaft gehört, dass sich der Protest schon formiert.“ Im „bekanntlich höchst linken Viertel“ werde eine solche Veranstaltung nicht geduldet, auch an Polizeischutz sei nicht zu denken, weil „die Situation dann sogar noch eskalieren und gar zu Straßenscharmützeln führen“ könne.<ref>Arno Frank: Kabarettistin Lisa Eckhart von Literaturfestival ausgeladen. In: Der Spiegel – Kultur. Abgerufen am 5. August 2020.</ref> Ihr Verlag teilte der Leitung des Festivals mit, dass sie das Angebot, am Wettbewerb um den Kühne-Preis 2020 über den Umweg einer Videolesung teilzunehmen, nicht annehmen werde. Mit Sascha Reh sah sich außerdem ein Schriftsteller außerstande, bei einer Veranstaltung zu lesen, „die sich nicht unmissverständlich hinter das Recht auf Freiheit in Kunst und Rede stellt – auch dann, wenn mit Krawall zu rechnen ist“.<ref>Arno Frank: Harbour Front Literaturfestival: Lisa Eckhart schlägt Kompromissvorschlag aus. In: Spiegel Online. 10. August 2020, abgerufen am 11. August 2020.</ref>
Die AfD Hessen postete nach ihrer Ausladung auf Facebook ein Foto von ihr. Die Autorin distanzierte sich von der Partei, Eckhart und der Verlag kündigten rechtliche Schritte an.<ref>Lisa Eckhart und Verlag kündigen rechtliche Schritte gegen AfD an. In: derStandard.at. 10. August 2020, abgerufen am 11. August 2020.</ref><ref>Causa geht weiter: Lisa Eckhart: Verlag wehrt sich gegen Vereinnahmung durch die AfD. In: Kleine Zeitung. 10. August 2020, abgerufen am 11. August 2020.</ref>
Im Kontext der Debatten über Eckhart, Dieter Nuhr und Cancel Culture folgten unter anderem Kommentare von Knut Cordsen bei BR KulturBühne<ref>Knut Cordsen: Schwarzer Block schlägt schwarzen Humor: Zur Ausladung Lisa Eckharts vom Hamburger Harbour Front Festival. Bayerischer Rundfunk, 6. August 2020.</ref> und von Dirk Peitz in der Zeit<ref name="Peitz">Dirk Peitz: Wie einmal die Cancel Culture nach Hamburg kam. Die Zeit, 8. August 2020.</ref> sowie zwei Deutschlandfunk-Kultur-Interviews mit Claus Leggewie<ref>Claus Leggewie über „Cancel Culture“: „Hier wird ja auf Verdacht randaliert“. Deutschlandfunk-Kultur-Interview mit Gabi Wuttke, 8. August 2020.</ref> und mit Stefanie Sargnagel.<ref>Stefanie Sargnagel zur Causa Lisa Eckhart: Reproduktion von Vorurteilen. Deutschlandfunk Kultur, 11. August 2020.</ref> Auch ein Tagesspiegel-Kommentar von Malte Lehming,<ref>Malte Lehming: Lisa Eckhart, Dieter Nuhr, Nurhan Soykan: Wie die Wächter über das Sagbare die Redefreiheit einschränken. Der Tagesspiegel, 8. August 2020.</ref> Götz Alys Kolumne in der Berliner Zeitung,<ref>Götz Aly: Dumm-deutsche Hexenjagd auf Lisa Eckhart. Berliner Zeitung, 10. August 2020.</ref> ein Zapp-Kommentar von Sebastian Friedrich,<ref name="Friedrich_NDR">Sebastian Friedrich: Die konstruierte Debatte um Cancel Culture. NDR, 10. August 2020.</ref> ein WELTplus-Artikel von Deniz Yücel,<ref>Deniz Yücel: Cancel Culture: Eine offene Gesellschaft muss Mehrdeutigkeiten aushalten. Die Welt, 12. August 2020.</ref> ein Artikel von Michael Hanfeld in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung<ref>Michael Hanfeld: Kabarettistin Lisa Eckhart: Bedrohung von innen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10. August 2020.</ref> sowie Margarete Stokowski in ihrer Spiegel-Kolumne gingen auf die Debatte ein.<ref>Margarete Stokowski: Streit über Lisa Eckhart: Cancel Culture für Anfänger. Spiegel Online, 11. August 2020.</ref>
Bei der Eröffnung des Harbour-Front-Literaturfestivals im September 2020 kritisierte Navid Kermani zwei Autoren, die es abgelehnt hatten, mit Eckhart auf der Bühne zu stehen, was zu ihrer Ausladung beigetragen habe. Sie sei wegen ihres Debütromans Omama eingeladen worden, und „die Bühne ist ein öffentlicher Raum, und indem eine unabhängige Jury ihren Roman ausgewählt hat, stand ihr das gleiche Recht zu, diesen öffentlichen Raum zu betreten“.<ref>Lübecker Nachrichten, 11. September 2020, S. V.</ref>
Programme[Bearbeiten]
Bühne[Bearbeiten]
- 2015: Als ob Sie Besseres zu tun hätten
- 2017: Die Nymphe und der Finstere Förster (zusammen mit Sven Kemmler)
- 2018: Die Vorteile des Lasters
- 2022: BOUM
- 2023: Kaiserin Stasi die Erste
- 2026: Ich war mal wer
TV[Bearbeiten]
- 2018: Als ob Sie Besseres zu tun hätten (45 Minuten, 3sat)
- 2022: Die Unmoral von der Geschicht’ (44 Minuten, 3sat Festival)
- 2025: Kaiserin Stasi (44 Minuten, 3sat Festival)
Publikationen[Bearbeiten]
- als Lisa Lasselsberger: Objekt der Forschung und Begierde. Licht meines Lebens, meine Sünde, meine Seele – „Mein Roman“. Die Ringvorlesung zur Königsklasse der Gattungen im Spannungsverhältnis zwischen Forschung und Subjektivität. In: FURIOS – Studentisches Campusmagazin an der FU Berlin. Freundeskreis Furios e. V. (Hrsg.), Berlin 2014.<ref name="LL-Eigenartikel-FUB-2014">Lisa Lasselsberger: Objekt der Forschung und Begierde. Licht meines Lebens, meine Sünde, meine Seele – „Mein Roman“. Die Ringvorlesung zur Königsklasse der Gattungen im Spannungsverhältnis zwischen Forschung und Subjektivität. In: FURIOS – Studentisches Campusmagazin an der FU Berlin. Freundeskreis Furios e. V. (Hrsg.), 24. April 2014, abgerufen am 22. Juni 2018.</ref>
- Bonusmaterial. Zensierte Szenen der Literatur. Taschenbuch im Selbstverlag, um 2016, 92 Seiten.<ref>Lisa Eckhart. Abgerufen am 20. Mai 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Metrische Taktlosigkeiten: Eine Einführung ins politische Korrektum. Schultz & Schirm Bühnenverlag, Wien 2017, ISBN 978-3-9503907-6-6.
- Omama. Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2020, ISBN 978-3-552-07201-5.
- Omama. Roman; Hörbuch. Lübbe Audio, Köln 2020, Autorenlesung, ungekürzt, 720 Minuten, ISBN 978-3-8387-9534-8.
- Boum. Roman. Paul-Zsolnay-Verlag, Wien 2022, ISBN 978-3-552-07307-4.
Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten]
- 2014: als Lisa Lasselsberger: Annenstraße-Weibsbilder-Preis 2014: Zweiter Platz in der Sparte Literatur<ref name="Annenstraße-Weibsbilder-Preis-2014" />
- 2016: Österreichischer Kabarettpreis – Förderpreis für Als ob Sie Besseres zu tun hätten<ref name="WienerZeitung-20160823" /><ref name="taktlosigkeitenS123" />
- 2017: Freistädter Frischling (Jury- und Publikumspreis)<ref>Michael Polzer: „Frischling“: Steirerin Lisa Eckhart gewann Freistädter Kleinkunstpreis. In: OÖNachrichten, 7. März 2017, abgerufen am 5. März 2018.</ref>
- 2017: Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis) – Poetry-Slam-Preis<ref>Martina Kaden: B.Z.-Kulturpreis: Großes Bären-Kino in der Oper, die ein Theater war. In: B.Z., 24. Jänner 2017, abgerufen am 2. Oktober 2017.</ref>
- 2017: Prix Pantheon – Jurypreis in der Kategorie Frühreif & Verdorben
- 2017: Deutscher Kabarettpreis – Förderpreis<ref>Martin Fichter-Wöß: Kabarettszene: Lisa Eckhart lobt in ihrem neuen Programm die „Vorteile des Lasters“. (In „Vorteile des Lasters“ hält Lisa Eckhart ein wortmächtiges Plädoyer für die sieben Todsünden. Am Samstag [13. Jänner 2018, Anm.] erhält die Poetry Slammerin aus Leoben den Deutschen Kabarettpreis.) In: Kleine Zeitung, 10. Jänner 2018, abgerufen am 22. Juni 2018.</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Verleihung in Nürnberg: Kabarettpreis 2017 für Tretter. ( vom 19. September 2018 im Internet Archive) In: dpa/zdf.de – Nachrichten, 13. Jänner 2018: „Den Förderpreis bekam die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart, …“</ref>
- 2018: Deutscher Kleinkunstpreis – Förderpreis der Stadt Mainz<ref>Deutscher Kleinkunstpreis: Vitasek und Eckhart geehrt. (Verliehen am 18. Februar 2018.) In: ORF.at, 8. November 2017, abgerufen am 22. Juni 2018.</ref>
- 2018: Hessischer Kabarettpreis – Förderpreis Grie Soß
- 2019: Salzburger Stier<ref>Der „Salzburger Stier 2019“ geht an Lisa Eckhart. OTS-Meldung vom 17. Oktober 2018, abgerufen am 18. Oktober 2018.</ref>
- 2020: Sprachwahrer des Jahres (2. Platz)<ref name="sprachwelt.de2020">Sprachwahrer des Jahres 2020. In: deutsche-sprachwelt.de. Abgerufen am 18. Mai 2021.</ref>
- 2020: Leipziger Löwenzahn<ref>Preisträger Leipziger Löwenzahn. In: lachmesse.de. Abgerufen am 10. Oktober 2021.</ref>
- 2022: Arosa Humorfüller<ref>Kabarettistin Lisa Eckhart erhält den «Arosa Humorfüller». In: nau.ch/SDA. 14. Dezember 2022, abgerufen am 15. Dezember 2022.</ref><ref>Grosse Ehre für Lisa Eckhart. In: deutscherpresseindex.de. 14. Dezember 2022, abgerufen am 15. Dezember 2022.</ref>
- 2023: Goldene Henne – Nominierung in der Kategorie Comedy<ref>Nominiert für die Goldene Henne 2023: Comedy: Lisa Eckhart. In: mdr.de. 13. Juli 2023, abgerufen am 13. Oktober 2023.</ref>
Zitate[Bearbeiten]
„Ich bin davon überzeugt, dass sehr viel dafür getan werden muss, um Menschen die Möglichkeit zu geben, so menschenwürdig zu leben, dass sie Stärke entwickeln können. […] Ich bin der Ansicht, dass Identitätsprobleme keine Priorität haben sollten, solange nicht jeder materiell-existenziell versorgt ist.“
„Ich glaube ja bekanntlich nicht an diesen wahrhaftigen Kern, der missverstanden werden könnte. Ich sehe mich als Amalgam aus eigenen und fremden Lügen.“
„Glamour und Kloake – in Lisa Eckharts Kunst hängt das eine symbiotisch am anderen. Daraus ergeben sich exquisite Sichtweisen, die ihrem Publikum manchmal fast die Luft nehmen.“
Diskographie[Bearbeiten]
- 2022: Die Vorteile des Lasters (Do-CD), WortArt
- 2025: Kaiserin Stasi die Erste (Do-CD), WortArt
Filmografie[Bearbeiten]
- 2025: Aufputzt is’
Literatur[Bearbeiten]
- Karl Forster: SZ-Serie: „Wort für Wort“: Teuflisch gut. In: Süddeutsche Zeitung, 20. Dezember 2015.<ref name="sz-20151220" />
- Sabine Hottowy: „Frauen werden zur Innenschau erzogen.“ Die Poetry-Slammerin Lisa Eckhart dichtet und schimpft neuerdings auch auf österreichischen Kabarettbühnen. Ihr Vorbild: der Teufel. In: Kultur Magazin von Die Presse, 15. April 2016.<ref name="presse-kulturmagazin-20160415">„Frauen werden zur Innenschau erzogen.“ In: Die Presse, 15. April 2016, abgerufen am 22. Juni 2018.</ref>
- Manfred Rebhandl: Lisa Eckhart live und im WIENER-Interview. In: Wiener Online – Kultur, 13. Juni 2017.
- Karl Fluch: Lisa Eckhart, Sprachkünstlerin auf hohem Niveau. Porträt, in: Der Standard, Printausgabe vom 24. Februar 2018.<ref name="derstandard-20180224">Karl Fluch: Lisa Eckhart, Sprachkünstlerin auf hohem Niveau. In: Der Standard, Printausgabe vom 24. Februar 2018 (Volltext in ungekürzter Version auf pressreader.com, abgerufen am 22. Juni 2018). Darin die in der Online-Ausgabe derStandard.de nicht mehr enthaltene Passage: „Lisa Eckhart ist Lisa Eckhart. Immer. Gut, ihr richtiger Name ist Lisa Lasselsberger, aber ansonsten gibt sie sich viel Mühe, damit ihre Bühnenfigur nicht als Kunstfigur missinterpretiert wird.“</ref><ref name="derstandard-20180225" />
- Richard Schuberth: Was Sie schon immer nicht über Lisa Eckhart wissen wollten, aus der Ö1-Kolumne Lord Nylons Schlüsseldienst, 7. September 2020.
- Konstantin Nowotny: This Austrian Comedian Tells Jokes About Jews. Not Everyone Is Laughing. Haʾaretz, 26. Dezember 2021.
Weblinks[Bearbeiten]
- Vorlage:IMDb/1
- lisaeckhart.com
- Lisa Eckhart. Autorenporträt auf der Verlagswebsite Schultz & Schirm.
- Wobei kommen Sie ins Schwitzen, Lisa Eckhart? Süddeutsche Zeitung Magazin vom 8. September 2022.
- Sommerinterview 2025 – Lisa Eckert beantwortet Fragen von Zuschauern
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references responsive > <ref name="apa-ots-stoeckl-20160601"> Elisabeth Gürtler, Marc Pircher, Wolfgang Pennwieser und Lisa Eckhart zu Gast in „Stöckl.“ In: APA-OTS. Presseaussendung des ORF, 1. Juni 2016, abgerufen am 22. Juni 2018.</ref> <ref name="apa-ots-stoeckl-20180620"> Peter Simonischek, Ulrike Guérot, Raoul Schrott und Lisa Eckhart am 21. Juni zu Gast in „Stöckl.“ In: APA-OTS. Presseaussendung des ORF, 20. Juni 2016, abgerufen am 22. Juni 2018.</ref> <ref name="meinbezirk"> Elisabeth Pötler: Die Kraft der Worte. Interview als neue österreichische Poetry Slam-Meisterin. In: meinbezirk.at. 4. November 2015, abgerufen am 9. März 2018.</ref> <ref name="Annenstraße-Weibsbilder-Preis-2014"> Lisa Mittermaier: Literaturpreis: Wo sind die Mannsbilder? In: Annenpost. Geschichten aus dem Annenviertel (Kultur). „Weblog des Studiengangs ‚Journalismus und Public Relations (PR)‘ der FH JOANNEUM“, 27. Oktober 2014; 2. Preis, Lisa Lasselsberger (Lisa Eckhart). (ohne Datum, PDF) Jurybegründung Literatur (Anita Keiper, Luise Kloos, Kerstin Eberhard) auf der Website des Annenstraße-Weibsbilder-Preis. Beide abgerufen am 22. Juni 2018.</ref> <ref name="derstandard-20180225"> Karl Fluch: Kabarettistin Lisa Eckhart: Vulgär mit Stil. Ihre Kunst Kleinkunst zu nennen wäre eine Geringschätzung. Dass Lisa Eckhart im Kabarett gelandet ist, war ja bloß ein Zufall (Porträt). In: derStandard.de. Der Standard, 25. Februar 2018, abgerufen am 22. Juni 2018.</ref> <ref name="sz-20151220"> Karl Forster: SZ-Serie: „Wort für Wort“: Teuflisch gut. In: Süddeutsche Zeitung. 20. Dezember 2015, abgerufen am 22. Juni 2018 (kostenpflichtig; als Volltext (PDF) auf der Website von Lisa Eckhart, abgerufen am 22. Juni 2018).</ref> <ref name="Tagi 20191201">Andreas Tobler: «Sex auf Augenhöhe ist unmöglich». Lisa Eckhart gilt als Kabarettsensation. Jetzt kommt die Österreicherin erstmals mit ihrem Programm in die Schweiz. In: Tages-Anzeiger. 1. Dezember 2019, abgerufen am 15. August 2020.</ref> <ref name="welt"> Lisa Eckhart feuert zurück – Ziel: Kaiserin Stasi. Die Welt, 12. August 2020, abgerufen am 5. Juni 2022. </ref> </references>
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Eckhart, Lisa |
| ALTERNATIVNAMEN | Lasselsberger, Lisa (wirklicher Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichische Kabarettistin, Poetry-Slammerin und Romanautorin |
| GEBURTSDATUM | 6. September 1991 oder 1992 |
| GEBURTSORT | Leoben Steiermark |