Michael Paulwitz
Michael Kurt Paulwitz (* 1965 in Eichstätt) ist ein deutscher Historiker, Journalist und PR-Berater. Er ist regelmäßiger und langjähriger Autor und Kommentar-Schreiber der Jungen Freiheit und war von 2012 bis 2014 Schriftleiter der Burschenschaftlichen Blätter. Paulwitz, der als Vertreter der Neuen Rechten gilt, war politisch bei den Republikanern aktiv, für die er bis 2016 auf Kommunal- und Landesebene regelmäßig kandidierte.<ref>Mecklenburg-Vorpommern: Die geheimen Helfer der AfD. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 21. August 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net).</ref>
Leben[Bearbeiten]
Herkunft und Geschichtsstudium[Bearbeiten]
Michael Paulwitz hat nach eigenen Angaben ostpreußische Vorfahren<ref name="Preis" /> und entstammt einer Försterfamilie. Er wurde 1965 im oberbayerischen Eichstätt geboren und wuchs in einer katholischen Umgebung auf.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Michael Paulwitz auf sezession.de ( vom 25. November 2013 im Internet Archive)</ref> Paulwitz besuchte das Willibald-Gymnasium seiner Heimatstadt,<ref name="Maximilianeum">Maximilianeer seit 1852. In: Stiftung Maximilianeum. Abgerufen am 1. Dezember 2025.</ref> wo er sein Abitur ablegte. Danach leistete er Grundwehrdienst bei der Bundeswehr.<ref name="Preis">Gerhard-Löwenthal-Preis 2011, Junge Freiheit Verlag, abgerufen am 14. Oktober 2013.</ref> 1984 wurde er als Stipendiat in die Münchner Stiftung Maximilianeum<ref name="Maximilianeum" /> aufgenommen und studierte Geschichte, Altertumswissenschaft, Latein und Slawistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und am Brasenose College (1992)<ref>BNC’s Lost Alumni. In: Brazen Notes, Ausgabe 7, Sommer 2008, o. S. (bnc.ox.ac.uk PDF).</ref> der University of Oxford in England.
Als auf osteuropäische Geschichte spezialisierter Historiker (M. A.) nahm er Mitte der 1990er Jahre an wissenschaftlichen Tagungen des Ungarischen Instituts München teil und veröffentlichte in den Ungarn-Jahrbüchern.<ref>Norbert Spannenberger: Tagungen des Ungarischen Instituts München 1992–1995. In: Gabriel Adriányi, Horst Glassl, Ekkehard Völkl (Hrsg.): Ungarn-Jahrbuch, Band 22, J. 1995/96, Verlag Ungarisches Institut, München 1996, S. 400–404 (epa.oszk.hu PDF).</ref> Paulwitz begann eine Promotion bei Horst Glassl am Osteuropa-Institut München zum Thema Der Krieg in Kroatien und in Bosnien-Hercegovina.<ref>Gesine Frunder-Overkamp, Hermann Beyer-Thoma: In Vorbereitung befindliche Universitätsschriften aus der Geschichte Osteuropas und Südosteuropas (= Mitteilungen des Osteuropa-Instituts München. Band 49). München 2003, ISBN 3-921396-83-2, S. 11 (dokumente.ios-regensburg.de PDF).</ref>
Korporation und Mitgliedschaften[Bearbeiten]
Paulwitz bewegt sich seit seinem Studium in rechten Kreisen. Entfremdet vom „linksliberalen Zeitgeist“ (Paulwitz),<ref>Rainer Benthin: Angriff aus der Nische. Die Bedeutung von «1968» für den Kulturkampf der Neuen Rechten in Deutschland. In: Damir Skenderovic, Christina Späti (Hrsg.): 1968 – Revolution und Gegenrevolution. Neue Linke und neue Rechte in Frankreich, der BRD und der Schweiz (= Itinera. Fasc. 27). Schwabe, Basel 2008, ISBN 978-3-7965-2518-6, S. 81–92, hier: S. 87.</ref> wurde er Mitglied der Burschenschaft Danubia München, der er mittlerweile nicht mehr angehört.<ref>Elliot Neaman: A New Conservative. Revolution? Neo-Nationalism, Collective Memory, and the New Right in Germany since Unification. In: Hermann Kurthen, Werner Bergmann, Rainer Erb (Hrsg.): Antisemitism and Xenophobia in Germany After Unification. Oxford University Press, New York [u. a.] 1997, ISBN 978-0-19-511010-4, S. 190–208, hier: 201.</ref><ref name="Claus" /><ref>Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus (= Antifa-Edition). Elefanten-Press, Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8, S. 323.</ref> Paulwitz war von 1991 bis 1995 stellvertretender Bundesvorsitzender des Vertriebenenverbandes Junge Landsmannschaft Ostpreußen (JLO)<ref>Drucksache des Deutschen Bundestages 13/1045 vom 4. April 1995.</ref><ref>Gert Alt: Vorgeburtlich vertrieben. In: Lotta, Nr. 33, Winter 2008/09, S. 25–26 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PDF ( vom 26. Juni 2013 im Internet Archive)).</ref> und Mitglied des völkischen Vereins Witikobund,<ref name="Claus">Yves Müller: Gegen Feminismus und „Dekadenz“ – die Neue Rechte in der Krise? In: Robert Claus, Esther Lehnert, Yves Müller (Hrsg.): „Was ein rechter Mann ist …“ Männlichkeiten im Rechtsextremismus (= Texte der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Band 68). Dietz, Berlin 2010, ISBN 978-3-320-02241-9, S. 67–87, hier: 71 (rosalux.de PDF).</ref><ref>Nadine Fonta: Les mouvements d'extrême droite en Allemagne et leurs enjeux géopolitiques, 1989–1999 (= Dissertation, Th. géopolitique Paris VIII, 2000). ANRT Atelier national de reproduction des thèses, Lille 2003, ISBN 2-284-03682-1, S. 353.</ref> dessen Landesvorstandsmitglied er in Bayern war.<ref name="DISS" />
Seit 1999<ref name="BBl">Michael Paulwitz: Meinungs- und Pressefreiheit heute. In: Burschenschaftliche Blätter 4 (2008), S. 150–152 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.entrumspartei-online.de ( vom 12. Oktober 2013 im Internet Archive) PDF).</ref> ist er Alter Herr der Burschenschaft Normannia zu Heidelberg.
Freiberufliche Arbeit und Familie[Bearbeiten]
Nach dem Studienabschluss wurde er freiberuflich tätig. Er betreibt seit 2001<ref name="XING" /> eine inhabergeführte Agentur für Textdienstleistungen, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Stuttgart.<ref name="BBl" /> Für seine Auftraggeber aus der Industrie verfasst er Artikel in Produktions- und Elektronik-Fachzeitschriften wie SPS-Magazin, Werkzeug & Formenbau, VDI-Z Integrierte Produktion,<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Verfasserregister von VDI-Z Integrierte Produktion ( vom 14. Oktober 2013 im Internet Archive)</ref> MM MaschinenMarkt, MAV Maschinen, Anlagen, Verfahren, building & automation und etz Elektrotechnik + Automation.
Michael Paulwitz ist verheiratet und ist Vater von zwei Kindern. Er lebt in Stuttgart.<ref>Ernst Nolte und Michael Paulwitz erhalten Gerhard-Löwenthal-Preis. jungefreiheit.de, 19. November 2011.</ref> Nach eigenen Aussagen spricht er u. a. Englisch, Französisch und Russisch.<ref name="XING">Michael Paulwitz auf XING</ref> Sein Bruder Thomas Paulwitz (* 1973), ebenfalls Historiker, ist Mitgründer und Chefredakteur der Deutschen Sprachwelt, einer Zeitschrift für Sprachpflege.
Publizistisches Wirken und Referententätigkeit[Bearbeiten]
Seit 2001 ist Paulwitz ständiger Autor und einer der maßgeblichen Leitartikler<ref>Helmut Kellershohn: Volk, Staat und Nation. Konturen des völkischen Nationalismus in der „Jungen Freiheit“. In: Stephan Braun, Ute Vogt (Hrsg.): Die Wochenzeitung „Junge Freiheit.“ Kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15421-3, S. 117–145, hier: S. 141.</ref> der rechtskonservativen Wochenzeitung Junge Freiheit. In den 1980er Jahren gehörte er nach antifaschistischen Informationen zum Kreis derjenigen Mitglieder der Danubia (Frank Butschbacher, Thomas Clement und Hans-Ulrich Kopp), die die Zeitung mitaufbauten.<ref>Jörg Kronauer: Die neuere Entwicklung der “Deutschen Burschenschaft”. In: Lotta, Nr. 16, Frühjahr 2004, S. 16–18 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PDF ( vom 21. September 2013 im Internet Archive)).</ref> Bereits 1986 begründete er die der Burschenschaft nahe stehende Studentenzeitschrift Münchner Freiheit mit,<ref>Antrag und Stellungnahme: Unterhält das Land Geschäftsbeziehungen zu einem rechtsextremistischen Unternehmer? Landtag von Baden-Württemberg, Drucksache 14/236 (PDF)</ref> für die er bis zu deren Einstellung in den 1990er Jahren u. a. als Redaktionsleiter<ref name="DISS" /> tätig war.<ref>Helmut Kellershohn: Die selbsternannte Elite. Herkunft und Selbstverständnis des Personals der Jungen Freiheit. In: Helmut Kellershohn (Hrsg.): Das Plagiat. Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit. DISS, Duisburg 1994, ISBN 3-927388-44-0, S. 51–116, hier: 102.</ref> Von 1990 bis 1993 arbeitete er bei der Jungen Freiheit als Redakteur.<ref>Lucius Teidelbaum: Tausche Rechtsaußen gegen Rechtsaußen. In: Der Rechte Rand. Nr. 141 (März April), 2013, ISSN 1619-1404, S. 21.</ref> Zur deutschen Asylpolitik schrieb Paulwitz in der Jungen Freiheit, während der „Rest Europas eher auf die Einwanderungsbremse“ trete, sei Helfen hierzulande eben ein „Höhere-Töchter-Vergnügen“, das zur Verhöhnung anderer betrieben werde.<ref>Volker Weiß: Achtung »Umvolkung« Jungle World, 17. September 2015</ref>
Paulwitz verfasste zudem ab 2009 Beiträge für das neurechte Theorieorgan Sezession und war von 2012 bis 2014 Schriftleiter der Burschenschaftlichen Blätter. Weiterhin schrieb bzw. schreibt er als ständiger Autor<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 30.</ref> für die mittlerweile eingestellte Zeitschrift Criticón, als Balkan-Korrespondent<ref>Michael Paulwitz, Lucija Banić: „Rückkehr zur Not mit Gewalt“. Kroatische Vertriebene stellen Ultimatum – UNO unter Druck (Interview). In: Ostpreußenblatt, 26. September 1992, S. 2 (PDF).</ref> für die Preußische Allgemeine Zeitung (PAZ, vormals Ostpreußenblatt<ref>Jens Mecklenburg (Hrsg.): Handbuch deutscher Rechtsextremismus (= Antifa-Edition). Elefanten-Press, Berlin 1996, ISBN 3-88520-585-8, S. 423.</ref>) und unregelmäßig für die christlich-konservative Wochenzeitung Rheinischer Merkur.<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 304.</ref> Die Gruppe der PDS/Linke Liste im Deutschen Bundestag bezeichnete in einer Kleinen Anfrage (1994) seine Beiträge im Ostpreußenblatt als „rechtsextrem“.<ref>Kleine Anfrage: Das „Ostpreußenblatt“ und der Rechtsextremismus (II), Deutscher Bundestag, Drucksache 12/8042 (PDF).</ref> Bis Mitte der 1990er Jahre verfasste er zudem Leserbriefe zum Themenfeld Balkanpolitik, die in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erschienen sind.
Außerdem ist er als Lektor und Referent tätig u. a. bei Vortragsreihen von deutschen (u. a. „Bogenhausener Gespräche“ (2014) der Burschenschaft Danubia München<ref>Sebastian Krass: Referenten vom rechten Rand. Danubia bietet Pro Deutschland und Republikanern ein Forum. In: Süddeutsche Zeitung. 5. April 2014.</ref>) und österreichischen Burschenschaften, der rechtsextremen<ref>Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2012. Berlin 2012, S. 130–131 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PDF ( vom 28. Dezember 2013 im Internet Archive)).</ref> Gesellschaft für freie Publizistik (GfP),<ref>"115 Jahre Normannia sind genug" – Kundgebung gegen das Stiftungsfest der rechtsextremen Burschenschaft. In: UNiMUT - Zeitschrift [an] der Uni Heidelberg, 23. Juni 2005.</ref> dem rechtsextremen Deutschen Seminar<ref name="DISS">Martin Dietzsch, Siegfried Jäger, Helmut Kellershohn, Alfred Schobert: Nation statt Demokratie. Sein und Design der "Jungen Freiheit". 2. unveränderte Auflage, Unrast, Münster 2004, ISBN 3-89771-733-6, S. 210 f.</ref> und bei Lesungen der rechtsextremen<ref>Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2012. Berlin 2012, S. 109 ff. (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PDF ( vom 28. Dezember 2013 im Internet Archive)).</ref> Bürgerbewegung pro NRW. Mit Götz Kubitschek, dem Leiter des rechtsextremen Instituts für Staatspolitik (IfS), legte Paulwitz 2011 den Band „Deutsche Opfer, fremde Täter. Ausländergewalt in Deutschland“ vor.<ref>Andreas Speit: Die Ideenfabrik der AfD taz.de, 27. Juni 2018</ref> Einen anschließend auch im Internet veröffentlichten Vortrag hielt er 2011 bei der „Ideenwerkstatt“ der Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld,<ref>Manuel Neumann: Umstrittene Ideenwerkstatt. In: Westfalen-Blatt, 7. November 2011.</ref> ebenso war er 2016 Vortragsredner bei der Karlsruher Burschenschaft Tuiskonia.<ref>Lucius Teidelbaum: Die „Neue Rechte“ in Baden-Württemberg www.boell-bw.de, 17. Januar 2023</ref>
Paulwitz sollte am 3. Oktober 2014 als Gastredner für den Bund der Vertriebenen (BdV) bei einem Empfang im Würzburger Rathaus auftreten. Nachdem die Stadt Würzburg dem BdV erfolglos nahegelegt hatte, Paulwitz als Redner wieder auszuladen, wurde der Empfang von Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) nach kurzer, aber heftiger öffentlicher Diskussion komplett abgesagt.<ref>Michael Czygan: Rechter Redner unerwünscht. In: Main-Post, 1. Oktober 2014.</ref><ref>Michael Czygan: Vertriebenen-Treff: Nuß sagt ab, Halbleib fordert Ausladung von Paulwitz. In: Main-Post, 2. Oktober 2014.</ref><ref>Michael Czygan: Stadt sagt Empfang für Vertriebene ab. In: Main-Post, 2. Oktober 2014.</ref> Der stellvertretende Reporterchef der Main-Post, Michael Czygan, bezeichnete Paulwitz in diesem Zusammenhang als „rechten Redner“ und warf ihm bezüglich Flüchtlingen „Bedrohungsszenarien“ vor.<ref>Michael Czygan: Standpunkt: Deutliches Zeichen. In: Main-Post, 2. Oktober 2014.</ref>
Schriftleitung der Burschenschaftlichen Blätter[Bearbeiten]
Paulwitz übernahm auf dem außerordentlichen Burschentag in Stuttgart 2012, nach vorzeitiger Abwahl seines Vorgängers Norbert Weidner, der Dietrich Bonhoeffer als „Landesverräter“ bezeichnet hatte, die Schriftleitung der Burschenschaftlichen Blätter.<ref>Tilman Steffen: Burschenschafter ersetzen Not durch Elend. Zeit Online, 24. November 2012.</ref> Paulwitz sprach diesbezüglich von einer „Pseudo-Affäre“ und einer „Diffamierungstrommel linker und linksliberaler Medien“.<ref>Nadine Michel, Andreas Speit: Rechts schlägt konservativ. In: taz, 25. November 2012.</ref>
Zu einem in der Deutschen Burschenschaft (DB) 2011 entbrannten Richtungsstreit bezüglich des volkstumsbezogenen Vaterlandsbegriffs äußerte sich Paulwitz folgendermaßen: „Man schaut sich den einzelnen Bewerber an. Das macht ja jeder Verein so“.<ref>Tilman Steffen: Zündeln am Rande der Meinungsfreiheit. Zeit Online, 27. Mai 2013.</ref> Einen chinesischstämmigen Burschenschafter akzeptierte er als jemanden, der „vollständig integriert und assimiliert“ sei, fand aber, dass unabhängig von der Person die Debatte um die Abstammung geführt werden müsste.<ref>Xiaolei Mu: Druck gegen Rechts. In: Ruprecht, 27. Januar 2013.</ref>
Politische Betätigung bei den Republikanern[Bearbeiten]
Paulwitz war Mitglied der Partei Die Republikaner (REP). Er arbeitete in der Bundesgeschäftsstelle<ref name="DISS" /> und war Pressereferent des Bundesvorstandes.<ref>Martina Ostarek, Alexander Herberz (Hrsg.): Staatshandbuch. Die Bundesrepublik Deutschland. Carl Heymanns Verlag, Köln [u. a.] 2004, ISBN 978-3-452-25107-7, S. 539.</ref> Bei der Landtagswahl in Sachsen 2004 grenzte er die Partei von DVU und NPD mit den Worten „Wir wollen nichts mit Gewalttätern zu tun haben“ ab.<ref>Stefan Rössel: Rechte Parteien treten gegeneinander an. In: Sächsische Zeitung, 14. Juli 2004.</ref> Später übernahm er auch die Pressearbeit im Kreisverband Stuttgart<ref>Thomas Borgmann: „Republikaner“ setzen auf Trendwende. In: Stuttgarter Zeitung, 22. Mai 2009.</ref> und kandidierte dann erfolglos (hinter Rolf Schlierer und Dieter Lieberwirth)<ref>Ergebnisse der Bewerber, Gemeinderatswahl 2009, abgerufen am 9. September 2013.</ref> auf Listenplatz 1 bei den Gemeinderatswahlen in Stuttgart 2009 und bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2011 in den Wahlkreisen Hohenlohe und Schwäbisch Hall.<ref>Wahlvorschläge für die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 27. März 2011, Zusammenstellung der Landeswahlleiterin vom 11. Februar 2011 (PDF).</ref><ref>Ralf Reichert: Neun Kandidaten bewerben sich für Landtagswahl. In: Heilbronner Stimme, 28. Januar 2011.</ref> Im Wahlkampf setzte er sich für die Mittelschicht ein und kritisierte den „aufgeblähten“ Sozialstaat.<ref>Matthias Stolla, Hagen Stegmüller: Fünf kleine Parteien werben um Stimmen. In: Heilbronner Stimme, 7. März 2011.</ref> Im Landesvorstand der REP Baden-Württemberg ist er als Beisitzer aktiv<ref name="FR">Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Der Landesvorstand stellt sich vor ( vom 17. März 2011 im Internet Archive), Die Republikaner, abgerufen am 8. September 2013.</ref><ref>Felix Helbig: Die Rechten und der kleine Rest. In: Frankfurter Rundschau, Nr. 276, 26. November 2012, S. 6–7.</ref><ref>Übersicht der Vorstandsmitglieder der Republikaner, Bundeswahlleiter, 25. Juli 2013 (Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.PDF ( vom 13. Januar 2011 im Internet Archive)).</ref> und schreibt als verantwortlicher Redakteur für die Parteizeitung Der Republikaner.<ref>Auszug aus der Bestandsliste, 3. November 2010, DISS-Zeitschriftenarchiv, abgerufen am 25. September 2013.</ref> Bei der Bundestagswahl 2013 kandidierte er erfolglos auf Listenplatz 19 der Landesliste Baden-Württemberg seiner Partei.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Wahlbewerber – Baden-Württemberg ( vom 21. September 2013 im Internet Archive), Bundeswahlleiter, abgerufen am 9. September 2013.</ref> Hinter Rolf Schlierer trat er zur Gemeinderatswahl 2014 in Stuttgart auf dem zweiten Listenplatz seiner Partei an und vereinigte 4.125 Stimmen.<ref>Vorläufiges Ergebnis nach Auswertung aller …. In: Stuttgarter Zeitung, 28. Mai 2014, S. 23.</ref> Bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2016 trat er für seine Partei als Ersatzbewerber im Wahlkreis Ehingen (Wahlkreis 65) an.<ref>Kreiswahlausschuss lässt zehn Kandidaten zu. In: Schwäbische Zeitung, 20. Januar 2016, S. 15.</ref>
Wahlkampf für die AfD[Bearbeiten]
Seit 2016 steht Paulwitz in Verbindung mit dem Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und bürgerlichen Freiheiten, der laut Medienberichten von zwölf anonymen Millionären finanziert wird und bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 Wahlwerbung für die Alternative für Deutschland (AfD) betrieb.<ref>Friederike Haupt: Die geheimen Helfer der AfD, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21. August 2016.</ref> Paulwitz betreibt auch die Website des Verlags Polifakt Media von AfD-Mitglied Josef Konrad aus Himmelkron, dem Initiator des Vereins.<ref>Quelle: NDR, 31. August 2016, abgerufen am 2. September 2016.</ref> Auch als Inhaber der Vereins-Website rechtundfreiheit.de fungiert Paulwitz. Als Telefonnummer wird dort wiederum Josef Konrads Anschluss angegeben.<ref>Quelle: FAS vom 21. August 2016, abgerufen am 2. September 2016.</ref>
Publizierte Positionen und Rezeption[Bearbeiten]
Buchveröffentlichung „Deutsche Opfer, fremde Täter“[Bearbeiten]
Paulwitz veröffentlichte mit dem neurechten Verleger Götz Kubitschek in der Edition Antaios das Buch Deutsche Opfer, fremde Täter. Ausländergewalt in Deutschland, nach Ansicht des Rechtsextremismusexperten Martin Langebach eine Art „Kampagne“ zum „laufenden Diskurs“.<ref>Andreas Speit: Deutsche in der Opferrolle. In: taz, 14. Juli 2011.</ref> Eine gleichnamige Chronik wurde online geschaltet und dort von Felix Menzel betreut.<ref name="HandbuchÖ" />
Der Kommunikationswissenschaftler Christian Moser von der Politischen Akademie der ÖVP (PolAk) verfasste 2011 in der Zeitschrift Academia des Cartellverbandes der katholischen österreichischen Studentenverbindungen unter dem Titel „Tabuthema Ausländergewalt“ eine Rezension.<ref name="PolAk">Christian Moser: Tabuthema Ausländergewalt. In: Academia. Zeitschrift des Cartellverbandes der katholischen österreichischen Studentenverbindungen, 62. Jahrgang, Oktober 2011, Nr. 5, S. 26 f.</ref> Darin führte er aus: „Ihre [der Autoren] Hauptthese lautet, dass die gestiegene Gewaltbereitschaft nicht auf die soziale Frage zurückgeführt werden dürfe, sondern, dass die Deutschenfeindlichkeit aufgrund einer Geringschätzung der Werte des Gastgeberlandes zurückzuführen sei.“<ref name="PolAk" /> Weiterhin stellte Moser fest: „Wer einmal durch die Armutsviertel von London und Paris spaziert ist, weiß, dass die Thesen des Buches kein blinder Alarmismus sind, sondern vielmehr ein Weckruf gegen einen ideologisch verbrämten Multikulturalismus, der per se im Fremden immer nur das Gute, im Eigenen aber immer nur das Böse sehen will. Das Buch bietet keine angenehme Feierabendlektüre, sondern wühlt eher durch die Aufzählung unangenehmer Entwicklungen auf.“<ref name="PolAk" />
Paulwitz gab den Unabhängigen Nachrichten (UN) ein Interview zum Buch.<ref>Interview mit Michael Paulwitz. In: Unabhängige Nachrichten, 12. November 2012.</ref> Außerdem wurde es von der DVU Niedersachsen beworben.<ref>Antje Amstein: Rechte Veranstaltung am 15.10.2011 in Wetzlar! In: Gießener Zeitung, 12. Oktober 2011.</ref> Nach Helmut Kellershohn sei das Werk inspiriert durch rechtsextreme und neofaschistische Vorgängerprojekte.<ref>Helmut Kellershohn: Das Institut für Staatspolitik und das jungkonservative Hegemonieprojekt. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01983-9, S. 454.</ref> In einem einschlägigen Handbuch wird es dem Umfeld der Identitären Bewegung zugerechnet.<ref name="HandbuchÖ">Julian Bruns, Kathrin Glösel, Natascha Strobl: Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa. Unrast, Münster 2014, ISBN 978-3-89771-549-3, S. 142 f.</ref>
Beiträge in Zeitungen und Zeitschriften[Bearbeiten]
Michael Pechel, Bildungsreferent der Friedrich-Ebert-Stiftung, sieht bei Paulwitz eine Art mythologisches „Heldengedenken“ der soldatischen Opfer des Zweiten Weltkriegs.<ref>Michael Pechel: Das Geschichtsverständnis der Wochenzeitung „Junge Freiheit“. In: Stephan Braun, Ute Vogt (Hrsg.): Die Wochenzeitung „Junge Freiheit.“ Kritische Analysen zu Programmatik, Inhalten, Autoren und Kunden. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-15421-3, S. 95–115, hier: S. 99.</ref><ref>Michael Paulwitz: Unfähigkeit zur Volkstrauer. In: Junge Freiheit 47/06, 17. November 2006.</ref> Paulwitz vertritt, dass die „deutsche Geschichte [...] kein Verbrecheralbum“ ist.<ref name="Ovy" /><ref>Was sich ändern muß. jungefreiheit.de, 13. Oktober 2012.</ref>
Nach Ansicht des Sozialwissenschaftlers Fabian Virchow bewegt sich Paulwitz im Kreis derjenigen Neurechten, die „distanzlos von der in Kroatien in den 1990er Jahren anzutreffenden Bewunderung für die Ustascha“ berichten und damit diese terroristische Bewegung des kroatischen Nationalismus guthießen.<ref>Fabian Virchow: Gegen den Zivilismus. Internationale Beziehungen und Militär in den politischen Konzeptionen der extremen Rechten (= Dissertation, FU Berlin, 2005). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-531-15007-9, S. 246.</ref><ref>Michael Paulwitz: Kroatiens Ustascha. In: Junge Freiheit, 6/1993.</ref> Die Schuldfrage sieht Paulwitz im Balkankonflikt auf serbischer Seite.<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 149.</ref> Der Publizist Friedemann Schmidt zählt ihn deshalb zur „kroatischen Lobby“.<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 158.</ref>
Im Zusammenhang mit dem Zerfall Jugoslawiens kritisierte Paulwitz das Völkerrecht als „angelsächsisch geprägte Weltordnung“<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 66.</ref> und spricht grundsätzlich von einer „Überwindung des Amerikanismus“.<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 82.</ref> Außerdem fordert er als Anhänger des Ethnopluralismus eine „nationale Selbstbestimmung“ Deutschlands.<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 72.</ref> So spricht er beispielsweise vom „System von Jalta und Versailles“.<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 88.</ref> In seinen Artikeln sympathisierte er laut Schmidt während des Nordirlandkonflikts deshalb auch unterschwellig mit den irisch-nationalistischen Interessen.<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 80.</ref> Auch Russland gestehe er nach dem Fall des Eisernen Vorhangs einen „Sonderweg“ ohne den Export von Demokratie zu.<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 105.</ref>
Nach Michael Lausberg vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung sehe Paulwitz in den Wahlerfolgen des finnischen rechtspopulistischen Politikers Timo Soini, den er als Rechtskonservativen bezeichnet, eine Vorbildfunktion für Deutschland.<ref>Michael Lausberg: Der „Wahre Finnen-Rechtspopulismus“. In: DISS-Journal 23 (2012), S. 18–20.</ref> Paulwitz schrieb in einem Beitrag in der Jungen Freiheit: „Soini hat dem Zorn der finnischen Steuerzahler über Euro-Rettungspakete und griechisch-portugiesische Kreditbettelei eine Stimme gegeben und damit die etablierten Durchwinker aus ihrem beschaulichen Konsens-Kartell vertrieben.“<ref>Michael Paulwitz: Der Sieger. In: Junge Freiheit 17/11, 22. April 2011.</ref>
In der Asylpolitik lehnt er laut Friedemann Schmidt einen „deutschen Sonderweg“ ab, der auf einer besonderen historischen Verantwortung beruhe.<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 194.</ref> Er erkläre Fremdenfeindlichkeit und xenophobe Gewalt „auch mit dem rücksichtslosen Benehmen der einquartierten Ausländer“.<ref>Friedemann Schmidt: Die neue Rechte und die Berliner Republik. Parallel laufende Wege im Normalisierungsdiskurs. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2001, ISBN 3-531-13642-9, S. 245.</ref> Darüber hinaus forderte er in seinem Buch Deutsche Opfer, fremde Täter mehr „Assimilationsdruck auf Einwanderer“.<ref name="Ovy">Jasper Ovy: Deutsche Burschenschaft noch radikaler. In: Ruprecht, 15. Dezember 2012.</ref>
Die Soziologin Tatiana Golova führte aus, dass Paulwitz Russlanddeutsche wegen ihrer Abstammung als Teil der deutschen Nation sehe.<ref name="Ipsen" /> In einem Artikel kritisierte er aber die eigentliche Illoyalität Deutschlands ihnen gegenüber und machte vor allem „Wirtschaftsinteressen“ für die angeblich gelenkte Einwanderung verantwortlich.<ref name="Ipsen" /> Außerdem sehe er durch Sprachtests eine Benachteiligung von Deutschstämmigen.<ref name="Ipsen" /> Derartige Argumentationsmuster seien Golova zufolge weitverbreitet unter der „extremen Rechten“, zu der sie auch die Junge Freiheit zählt.<ref name="Ipsen">Tatiana Golova: Akteure der (extremen) Rechten als Sprecher der Russlanddeutschen? Eine explorative Analyse. In: Sabine Ipsen-Peitzmeier, Markus Kaiser (Hrsg.): Zuhause fremd: Russlanddeutsche zwischen Russland und Deutschland (= Bibliotheca Eurasica, Band 3). transcript, Bielefeld 2005, ISBN 3-89942-308-9, S. 241–273, hier: 261.</ref>
Paulwitz bedient nach Ansicht des Journalisten und Publizisten Tobias Jaecker klassische Stereotype, da er 2007 in einem Beitrag für die Junge Freiheit jüdische Interessen mit israelischen gleichgesetzt und ausgeführt habe: „drohend die Antisemitismus-Keule als wirksamste Waffe der Israel-Lobby, um jegliche Kritik im Keim zu ersticken.“<ref name="Jäger">Tobias Jaecker: Von „Petronazis“ und der „Kosher Nostra“. Verschwörungstheorien zum 11. September. In: Thomas Jäger (Hrsg.): Die Welt nach 9/11. Auswirkungen des Terrorismus auf Staatenwelt und Gesellschaft (= Sonderheft der Zeitschrift für Außen- und Sicherheitspolitik. 2). VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-18420-3, S. 927–945, hier: S. 941.</ref><ref>Michael Paulwitz: Klärung der Interessen. In: Junge Freiheit 42/07, 12. Oktober 2007.</ref>
Paulwitz tritt in seinen Publikationen, so Ulli Jentsch und Eike Sanders vom Antifaschistischen Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin (apabiz), „modernen“ Familienformen entgegen<ref>Ulli Jentsch, Eike Sanders (apabiz): „Deutschland treibt sich ab.“ Christlicher Antifeminismus und „Lebensschutz“-Organisationen in Berlin. In: Familienplanungszentrum – BALANCE (Hrsg.): Die neue Radikalität der Abtreibungsgegner_innen im (inter-)nationalen Raum. Ist die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen heute in Gefahr?. AG SPAK Bücher, Neu-Ulm 2012, ISBN 978-3-940865-32-8, S. 38–45, hier: S. 43.</ref> und sieht die vorrangige Aufgabe des Staates nicht in der „Begünstigung von Abtreibung“, der „Privilegierung von Randgruppenlebensstilen“ und der „Entmündigung von Eltern durch Krippenprogramme“.<ref name="Ovy" />
Der Sozialwissenschaftler Thomas Gesterkamp greift in der Fachzeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte Paulwitz' Zitat „Eine totalitäre Ideologie“ werde „durch eine auserwählte Truppe Linientreuer von oben nach unten durchgesetzt“ exemplarisch für antifeministische Positionen auf.<ref name="Freiheit">Michael Paulwitz: Freiheit statt Feminismus. In: Junge Freiheit 07/08, 8. Februar 2008, S. 1.</ref><ref>Thomas Gesterkamp: Für Männer, aber nicht gegen Frauen – Essay. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 40/2012, S. 3–10.</ref> Paulwitz verstehe Antifeminismus als eine Art „Kampf gegen eine herrschaftliche Unterdrückungsstrategie“, wie die Politologin Regina Wamper (DISS) ausführte. Außerdem gehe er von einer „gesellschaftlichen Vorherrschaft der Schwulenbewegung“ aus, die er als „Homosexuellen-Lobby“ tituliert.<ref>Regina Wamper: Geschlechtergleichschaltung. In: Bente Gießelmann, Robin Heun, Benjamin Kerst, Lenard Suermann, Fabian Virchow (Hrsg.): Handwörterbuch rechtsextremer Kampfbegriffe. Wochenschau Verlag, Schwalbach 2015, ISBN 978-3-7344-0155-8, S. 113–127, hier: S. 114.</ref> Weitere kritische Rezeption erfuhr seine Aussage, „Gender Mainstreaming‘ versucht planmäßig, den Neuen Menschen zu schaffen“, durch die Frauenforscherin Elke Stolze.<ref>Elke Stolze: FrauenOrte. Frauengeschichte in Sachsen-Anhalt. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale) 2000, ISBN 3-89812-030-9, S. 153.</ref><ref>Michael Paulwitz: Im Labor der Menschenzüchter. Ideologische Umerziehung. „Gender Mainstreaming“ versucht planmäßig, den Neuen Menschen zu schaffen. In: Junge Freiheit. 03/07, 12. Januar 2007.</ref> Wamper wies ferner darauf hin, dass auch Paulwitz als Vertreter der extremen Rechten Feminismus als „marxistisches Projekt zur Durchsetzung der Kulturrevolution“ wahrnehme und in einem seiner JF-Beiträge entsprechend von „Gender-Marxisten“ rede.<ref>Regina Wamper: Geschlechtergleichschaltung. In: Bente Gießelmann, Robin Heun, Benjamin Kerst, Lenard Suermann, Fabian Virchow (Hrsg.): Handwörterbuch rechtsextremer Kampfbegriffe. Wochenschau Verlag, Schwalbach 2015, ISBN 978-3-7344-0155-8, S. 113–127, hier: S. 117.</ref>
In Paulwitz’ Stellungnahme zu den Rassistischen Ausschreitungen in Mügeln 2007 wird laut der Politikwissenschaftlerin Britta Schellenberg, die unter der Überschrift „Medien erfinden Rechtsextremismus – Mügeln wird zum Opfer“ Beiträge in der Jungen Freiheit untersuchte, ein „Kausalzusammenhang zwischen der Einschätzung des Vorfalls als ‚rechtsextrem‘ und einer Kollektivschuld der Stadt Mügeln hergestellt“. Paulwitz versuche zudem das „Argument, Fälle wie Mügeln schaden Deutschlands Ansehen, zu entkräften.“<ref>Britta Schellenberg: Die Rechtsextremismus-Debatte. Charakteristika, Konflikte und ihre Folgen. Springer VS, Wiesbaden 2014, ISBN 978-3-658-04176-2, S. 209.</ref>
Auszeichnungen[Bearbeiten]
- 2011: Gerhard-Löwenthal-Preis für Journalisten<ref>Preisträger des Gerhard-Löwenthal-Preises für Journalisten, Förderstiftung Konservative Bildung und Forschung, abgerufen am 8. September 2013.</ref> (Laudatio: Rolf Dressler)<ref>Rolf Dressler: Mit Freude und aus Überzeugung. In: Junge Freiheit. 48/11, 25. November 2011.</ref>
Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]
Monografien
- Krieg gegen Mitteleuropa. Analysen und Reportagen aus Bosnien und Kroatien 1991–1994 (= Veröffentlichungen der Gesellschaft für deutsch-kroatischen Kulturaustausch e. V., Band 1). Most, München 1994.
- mit Götz Kubitschek: Deutsche Opfer, fremde Täter. Ausländergewalt in Deutschland. Edition Antaios, Schnellroda 2011, ISBN 978-3-935063-65-4.
Herausgeberschaft
- mit Ulrich Fröschle, Markus Josef Klein: Der andere Mohler. Lesebuch für einen Selbstdenker. Armin Mohler zum 75 Geburtstag. San Casciano Verlag, Limburg an der Lahn 1995, ISBN 3-928906-08-9.
Beiträge in Sammelbänden
- Eine Brücke über die Drina? Serben, Kroaten und Bosnier – historisch betrachtet. In: Pax Christi – Deutsches Sekretariat (Hrsg.): Jenseits der Gewalt. Arbeit für den Frieden in Ex-Jugoslawien. Komzi Verlag, Idstein 1996, ISBN 3-929522-32-2, S. 57–71.<ref>Detlef Lemke: Rezension zu: Pax Christi – Deutsches Sekretariat (Hrsg.): Jenseits der Gewalt. Arbeit für den Frieden in Ex-Jugoslawien. In: Portal für Politikwissenschaft. Stiftung Wissenschaft und Demokratie, 1. Januar 2006, abgerufen am 1. Dezember 2025.</ref>
- Nation und Religion in ‚Preporod‘. In: Thomas Bremer (Hrsg.): Religion und Nation im Krieg auf dem Balkan. Beiträge des Treffens deutscher, kroatischer und serbischer Wissenschaftler vom 05. – 09. April 1995 in Freising. Zentralstelle Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 1996, ISBN 3-928214-80-2, S. 151–161.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Michael Paulwitz im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Michael Paulwitz in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Michael Paulwitz auf abgeordnetenwatch.de
- Michael Paulwitz bei Blick nach rechts
- Beiträge von Michael Paulwitz bei der Jungen Freiheit
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Paulwitz, Michael |
| ALTERNATIVNAMEN | Paulwitz, Michael Kurt (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker, Journalist und Redakteur |
| GEBURTSDATUM | 1965 |
| GEBURTSORT | Eichstätt |
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- Geboren 1965
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