Oxathiapiprolin
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| Strukturformel von Oxathiapiprolin | |||||||||||||||||||
| Vereinfachte Strukturformel ohne Stereochemie 1:1-Gemisch der (R)- und der (S)-Form | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Oxathiapiprolin | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
rac-1-(4-{4-[(5R)-5-(2,6-Difluorphenyl)-4,5-dihydro-1,2-oxazol-3-yl]-1,3-thiazol-2-yl}piperidin-1-yl)-2-[5-methyl-3-(trifluormethyl)-1H-pyrazol-1-yl]ethan-1-on | ||||||||||||||||||
| Summenformel | C24H22F5N5O2S | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
fast weißer, kristalliner Feststoff<ref name="PPDB">Eintrag zu Oxathiapiprolin in der Pesticide Properties DataBase (PPDB) der University of HertfordshireVorlage:Abrufdatum</ref> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 539,52 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
146,4 °C<ref name="PPDB" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
zerfällt vor dem Sieden bei 289,5 °C<ref name="PPDB" /> | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
1,141 hPa (20 °C)<ref name="PPDB" /> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
praktisch unlöslich in Wasser (0,1749 mg·l−1 bei 20 °C)<ref name="PPDB" /> | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | |||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Oxathiapiprolin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Oxazole, Pyrazole und Thiazole.
Geschichte[Bearbeiten]
Die Firma DuPont erwarb bei einem externen Händler eine Substanz-Bibliothek, mit welcher zunächst einige Tests durchgeführt wurden. Dabei konnte in ersten Screenings eine Struktur mit leicht fungizider Wirkung entdeckt werden. Durch die Untersuchung der Struktur-Aktivitäts-Beziehungen konnte die Wirkung durch die Einführung verschiedener Seitengruppen weiter optimiert werden, sodass am Ende Oxathiapiprolin als bester Wirkstoff entwickelt wurde. Dieser hat eine 10000-fach größere fungizide Wirkung als der Ausgangsstoff.<ref name="jeschke">Peter Jeschke, Matthias Witschel, Wolfgang Krämer, Ulrich Schirmer: Modern Crop Protection Compounds. John Wiley & Sons, 2019, ISBN 978-3-527-34089-7 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden. [abgerufen am 5. August 2019]).</ref><ref name="scriven">Scriven, Eric F. V., Ramsden, Christopher A., 1946-: Heterocyclic chemistry in the 21st Century : a tribute to Alan Katritzky. [Place of publication not identified], ISBN 978-0-12-812070-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> 2013 wurde der Wirkstoff von Syngenta lizenziert und auf den Markt gebracht.<ref name="Richard Schaffer, Filiberto Agusti, Lucien Dhooge">Richard Schaffer, Filiberto Agusti, Lucien Dhooge: International Business Law and Its Environment. Cengage Learning, 2014, ISBN 1-305-14301-9, S. 463 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref>syngenta.com: Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Syngenta und DuPont vereinbaren einen Technologieaustausch zur Einführung neuer Fungizidlösungen ( vom 24. September 2015 im Internet Archive), abgerufen am 15. April 2020.</ref>
Darstellung[Bearbeiten]
Dichloraceton wird zum Dichlorketoxim nitrosiert, welches durch eine (3+2)-Cycloaddition mit Styrol zu einem Isoxazolin weiterreagiert. Durch die Reaktion mit BOC-geschütztem Piperidin-4-carbothionamid entsteht ein Thiazol. Nach der Entschützung der BOC-Gruppe reagiert es mit (5-Methyl-3-trifluormethyl-pyrazol-1-yl)-essigsäure zum Oxathiapiprolin.<ref name="jiang">Jiang, Xuefeng: Sulfur chemistry. Cham, ISBN 978-3-030-25598-5 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref><ref name="scriven" />
Eigenschaften[Bearbeiten]
Oxathiapiprolin ist ein fast farbloser, kristalliner Feststoff. Es ist praktisch unlöslich in Wasser und sehr hydrolysestabil. Im Boden ist es mit einer Halbwertszeit von ca. 121 Tagen persistent.<ref name="PPDB" /> Das Molekül besitzt ein Stereozentrum. Es sind folglich zwei verschiedene Isomere möglich. Das Fungizid Oxathiapiprolin wird als Racemat eingesetzt.<ref name="PPDB" /> Die reinen Enantiomere besitzen keine praktische Bedeutung.
Verwendung und Wirkungsweise[Bearbeiten]
Oxathiapiprolin ist ein Fungizid der Piperidinylthiazolisoxazolin-Klasse. Es wirkt systemisch und kann sowohl präventiv als auch kurativ gegen Falschen Mehltau und Befall durch Phytophthora verwendet werden, wobei es auch die Sporenbildung der Zielorganismen hemmt. Eingesetzt wird es im Weinanbau, im Kartoffelanbau sowie im Anbau von Gemüse, Salat und Kräutern. Die Wirkung von Oxathiapiprolin beruht auf der starken Bindung am Oxysterol-Binding Protein 1 von Oomyceten, wobei der genaue Mechanismus unbekannt ist.<ref name="PPDB" /><ref name="jeschke" />
Toxikologie[Bearbeiten]
Oxathiapiprolin ist im Tierversuch nur wenig akut toxisch bei oraler, dermaler und inhalativer Aufnahme. Zudem ist es weder haut- noch augenreizend oder -sensitivierend. Außerdem wurde festgestellt, dass bei oraler Aufnahme nur wenig Wirkstoff absorbiert wird (ca. 30 %). Es konnte weder genotoxisches noch karzinogenes Potential beobachtet werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit legte eine erlaubte Tagesdosis von 0,14 mg/kg Körpergewicht fest.<ref>Peer review of the pesticide risk assessment of the active substance oxathiapiprolin. In: EFSA Journal. Band 14, Nr. 7, 2016, S. e04504, doi:10.2903/j.efsa.2016.4504.</ref><ref name="PPDB" />
Zulassung[Bearbeiten]
Oxathiapiprolin wurde in der Europäischen Union am 3. März 2017 für zehn Jahre zugelassen. Während in der Schweiz keine Pflanzenschutzmittel mit Oxathiapiprolin erhältlich sind, sind in Deutschland und Österreich Präparate mit diesem Wirkstoff zugelassen.<ref name="PSM">Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: Eintrag zu Oxathiapiprolin in der EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs (Eingabe von „Oxathiapiprolin“ im Feld „Wirkstoff“) und DeutschlandsVorlage:Abrufdatum</ref>
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
- Wikipedia:Seite mit Skriptfehlern
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- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Gefährlicher Stoff mit harmonisierter Einstufung (CLP-Verordnung)
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Fungizid
- Pflanzenschutzmittel (Wirkstoff)
- Isoxazolin
- Pyrazol
- Thiazol
- Piperidin
- Ethansäureamid
- Trifluormethylverbindung
- Alkylsubstituierter Heteroaromat
- Difluorbenzol