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Peter Dimmel

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Peter Hans Dimmel (* 31. August 1928 in Wien; † 5. Mai 2026)<ref>Aktuelles: Prof. Peter Dimmel. In: Gehörlosenverband Oberösterreich. Abgerufen am 6. Mai 2026 (Sammlung mehrerer Einträge zum Gedenken an Peter Dimmel im Facebook-Account „Gehörlosenverband Oberösterreich“).</ref> war ein österreichischer Bildhauer, Präsident des Österreichischen Gehörlosenbundes und Funktionär in verschiedenen Gehörlosen-Verbänden.

Leben[Bearbeiten]

Kurz nach der Geburt erkrankte Peter Hans Dimmel an einer schweren Meningitis, in Folge derer er seinen Hörsinn verlor. Sein Vater, der Maler Herbert Dimmel, ließ ihn zunächst zu Hause in Laut- und Gebärdensprache unterrichten.<ref>Biografie Peter Dimmels in Austria-Forum</ref> Später besuchte Peter Dimmel die Döblingerschule,<ref>Gymnasium Döbling: NS-Kriegerdenkmal nach Jahrzehnten umgestaltet. In: derstandard.at. 25. November 2010, abgerufen am 9. Juni 2026.</ref> eine Eliteschule für Gehörlose in Wien.

Von 1943 bis 1945 studierte er an der Universität für angewandte Kunst Wien beim Bildhauer und Keramiker Robert Obsieger. Von 1945 bis 1949 war er Keramiker in der Keramikwerkstätte Angermayr in Eberschwang. Bevor er in Linz freischaffend tätig wurde, besuchte er von 1949 bis 1957 die Kunstschule Linz.<ref>Prof. Peter Dimmel in Freistadt. In: museum-freistadt.at. 29. März 2012, abgerufen am 9. Juni 2026.</ref>

Von 1957 bis 1963 war er Mitbewohner des Egon-Hofmann-Atelierhauses in Linz. 1964 bis 2000 besaß er ein eigenes Atelier in Leonding.<ref>Biografie. In: Peter Dimmel · Sculptor. 2013, S. 11.</ref>

Wirken als Künstler[Bearbeiten]

Dimmel war Mitglied der Innviertler Künstlergilde und seit 1953 der Künstlervereinigung MAERZ.<ref>Die Bildhauer in der Innviertler Künstlergilde</ref> Sein Lebenswerk umfasst mehr als 170 Arbeiten, darunter viele Plastiken und Restaurierungsarbeiten für Kirchen insbesondere mit dem Werkstoff Bronze.<ref>Ernst Gansinger: Ein Kommunikationslöwe. In: kirchenzeitung.at. Kirchenzeitung der Diözese Linz, 7. Februar 2012, abgerufen am 9. Juni 2026.</ref> Die sakralen Werke, insbesondere Volksaltäre, Taufsteine, Tabernakel und Kreuzwege, entstanden kurz nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Seine Bronzetore mit figuralem Schmuck sind einzigartig, etwa das Tor am Linzer Bischofshof.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Päpstliche Auszeichnung an Professor Peter Dimmel. (Memento vom 31. Mai 2012 im Internet Archive) In: Kirchenzeitung der Diözese Linz vom 17. April 2012.</ref>

Werke[Bearbeiten]

Chronologisch sortierte Werke:<ref>Künstlerisches Schaffen 1951–2010. In: Peter Dimmel · Sculptor. 2013, S. 35–245.</ref>

Datei:Lorch St.Laurenz - Severinstor 1.jpg
Severinstor der Basilika Enns-Lorch
Datei:Linz Nibelungenschiff Peter Dimmel-1633.jpg
Nibelungenschiff
Datei:Erzengel Michael am Michaelerplatz in Steyr 2.jpg
Hl. Erzengel Michael in Steyr

Einige Kirchengestaltungen erfolgten gemeinsam mit Architekt Anton Zemann (in Eisentratten, Mitterkirchen, Rainbach im Mühlkreis, Schenkenfelden und Tragwein).

Ausstellungen[Bearbeiten]

Ausgewählte Ausstellungen:<ref>Ausstellungen. In: Peter Dimmel · Sculptor. 2013, S. 16.</ref>

  • 1955 Österreichisches Kulturinstitut, Rom
  • 1955 WDF-Kongress, Zagreb
  • 1956, 1957, 1960, 1961, 1963, 1966 und 1967 Bildhauer des MAERZ in der Neuen Galerie der Stadt Linz – Wolfgang-Gurlitt-Museum
  • 1958 WDF-Kongress, Brüssel
  • 1959 WDF-Kongress, Wiesbaden
  • 1971 WDF-Kongress, Paris
  • 1981 OÖ Kunstverein, Linz<ref>Helmut Michael Berger, Peter Dimmel, Matthäus Fellinger: Bildhauerei, Graphik, Malerei, Keramik. Helmut Michael Berger, Peter Dimmel, Matthäus Fellinger. Ausstellung des Landes Oberösterreich mit dem OÖ. Kunstverein im Landeskulturzentrum Ursulinenhof von 3. – 20. 7. 1981. Linz 1981.</ref>
  • 1982 WDF-Kongress, Washington
  • 1984 Internationale Ausstellung, Paris
  • 1989 Gallaudet University, Washington
  • 2008 Tür an Tür – Atelierhaus der Wirtschaft Oberösterreich im Nordico als einer der mehr als 80 Persönlichkeiten des Kunstlebens in Oberösterreich, die als Starthilfe in die Selbständigkeit die Ateliers im Dörfl (Egon-Hofmann-Atelierhaus) nutzten.

Wirken für Gehörlose[Bearbeiten]

Dimmel engagierte sich seit 1962 für gehörlose Menschen. Er organisierte etwa 1995 den Weltkongress der Gehörlosen in Wien und war über Jahrzehnte in vielen Funktionen der Gehörlosen-Interessensvertretung oberösterreich- und österreichweit tätig:<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Prof. Peter Dimmel (Memento vom 14. Januar 2013 im Webarchiv archive.today)</ref>

Zu seinen Verdiensten zählt in diesem Zusammenhang die Verankerung der Österreichischen Gebärdensprache in die oberösterreichische Landesverfassung (2001) und in die österreichischen Bundesverfassung (2005) als eigene Sprache. Er ist Gründer der Linzer Fachausbildung GESDO zum Gebärdensprach-Dolmetscher und er errichtete eine Dolmetsch-Vermittlungszentrale.<ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Prof. Peter Hans Dimmel, Linz (Memento vom 17. April 2015 im Internet Archive)</ref><ref>Die Seite Vorlage:Webarchiv/styles.css hat keinen Inhalt.Gebärdensprachdolmetschen GESDO (Memento vom 20. März 2015 im Internet Archive)</ref>

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ausgewählte Auszeichnungen:<ref>Ehrungen und Auszeichnungen. In: Peter Dimmel · Sculptor. 2013, S. 17.</ref>

Literatur[Bearbeiten]

  • Fabio Gianesi: Peter Dimmel · Sculptor. Bildband. Eigenverlag, Linz 2013, ISBN 978-3-902684-31-8. Darin:
    • Maximilian Aichern: Vorwort. S. 6–7.
    • Josef Pühringer: Dokumentation einer beeindruckenden Lebensleistung. S. 8.
    • Josef Ackerl: 50-jähriger Einsatz für gehörlose Menschen. S. 9.
    • Biografie. S. 11.
    • Ausstellungen. S. 16.
    • Ehrungen und Auszeichnungen. S. 17.
    • Einleitung. S. 20–33.
    • Künstlerisches Schaffen 1951–2010. S. 35–245 (chronologische Darstellung seiner Werke mit Abbildungen).
    • Soziales Engagement 1962–2012. S. 247–249.
    • Verena Krausnecker: ... „Eine moralische Verpflichtung“. Peter Dimmel, unermüdlicher Aktivist für Gebärdensprachenrechte. S. 250–254.

Weblinks[Bearbeiten]

Commons: Peter Dimmel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

<references />

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