Studentsche t-Verteilung

Die studentsche t-Verteilung (auch Student-t-Verteilung oder kurz t-Verteilung) ist eine Wahrscheinlichkeitsverteilung, die 1908 von William Sealy Gosset entwickelt<ref name="Student1908"></ref> und nach seinem Pseudonym Student benannt wurde.<ref name="Bleymueller2004"></ref>
Gosset hatte festgestellt, dass die standardisierte Schätzfunktion des Stichproben-Mittelwerts normalverteilter Daten nicht mehr normalverteilt, sondern <math>t</math>-verteilt ist, wenn die zur Standardisierung des Mittelwerts benötigte Varianz des Merkmals unbekannt ist und mit der Stichprobenvarianz geschätzt werden muss. Seine <math>t</math>-Verteilung erlaubt – insbesondere für kleine Stichprobenumfänge – die Berechnung der Verteilung der Differenz vom Mittelwert der Stichprobe zum wahren Mittelwert der Grundgesamtheit.
Die <math>t</math>-Werte hängen vom Signifikanzniveau sowie von der Stichprobengröße <math>n</math> ab und bestimmen das Vertrauensintervall und damit die Aussagekraft der Schätzung des Mittelwertes. Die <math>t</math>-Verteilung wird mit wachsendem <math>n</math> schmaler und geht für <math>n\to\infty</math> in die Standardnormalverteilung über (siehe Grafik rechts). Hypothesentests, bei denen die <math>t</math>-Verteilung Verwendung findet, bezeichnet man als t-Tests.
Die Herleitung wurde erstmals 1908 veröffentlicht,<ref name="Student1908" /> als Gosset in der Dubliner Guinness-Brauerei arbeitete. Da sein Arbeitgeber die Veröffentlichung nicht gestattete, veröffentlichte Gosset sie unter dem Pseudonym Student. Der t-Faktor und die zugehörige Theorie wurden erst durch die Arbeiten von R. A. Fisher belegt, der die Verteilung Student’s distribution (Student’sche Verteilung) nannte.
Die <math>t</math>-Verteilung kommt allerdings auch schon in früheren Publikationen anderer Autoren vor. Zuerst wurde sie 1876 von Jacob Lüroth als A-posteriori-Verteilung bei der Behandlung eines Problems der Ausgleichsrechnung hergeleitet, 1883 in einem ähnlichen Zusammenhang von Edgeworth<ref></ref><ref></ref>.
Definition[Bearbeiten]
Eine stetige Zufallsvariable <math>X</math> genügt der studentschen <math>t</math>-Verteilung mit <math>n>0</math> Freiheitsgraden, wenn sie die Wahrscheinlichkeitsdichte
- <math>f_n(x) = \frac{\Gamma\left(\frac{n+1}{2}\right)} {\sqrt{n\pi}~\Gamma\left(\frac{n}{2}\right)}\left(1+\frac{x^{2}}{n}\right)^{-\frac{n+1}{2}}\quad \mathrm{f \ddot ur}\quad -\infty < x < +\infty</math>
besitzt. Dabei ist
- <math>\Gamma(x)=\int\limits_{0}^{+\infty}t^{x-1}e^{-t}\operatorname{d}t</math>
die Gammafunktion. Für natürliche Zahlen <math>n</math> gilt insbesondere (hierbei bezeichnet <math>n!</math> die Fakultät von <math>n</math>)
- <math>\Gamma(n+1)=n!,\quad \Gamma\left(n+\tfrac12\right) = \frac{(2n)!}{n!\,4^n}\,\sqrt{\pi}.</math>
Alternativ lässt sich die <math>t</math>-Verteilung mit <math>n</math> Freiheitsgraden auch definieren als die Verteilung der Größe
- <math>t_n\equiv\frac{Z}{\sqrt{\chi_n^2/n}}</math>,
wobei <math>Z</math> eine standardnormalverteilte Zufallsvariable und <math>\chi_n^2</math> eine von <math>Z</math> unabhängige Chi-Quadrat-verteilte Zufallsvariable mit <math>n</math> Freiheitsgraden ist.
Verteilung[Bearbeiten]
Die Verteilungsfunktion lässt sich geschlossen ausdrücken als
- <math>F_n(t)= I \left( \frac{t+\sqrt{t^2+n}}{2\sqrt{t^2+n}},\frac{n}{2},\frac{n}{2} \right)</math>
oder als
- <math>F_n(t)=\frac{1}{2}\left(1+\frac{t}{|t|} I \left( \frac{t^2}{t^2+n},\frac{1}{2},\frac{n}{2}\right)\right)</math>
mit
- <math>I(z,a,b)=\frac{1}{B(a,b)} \int_0^z t^{a-1} (1-t)^{b-1}\mathrm{d}t,</math>
wobei <math>B</math> die Betafunktion darstellt.
<math>F_n(t)</math> berechnet die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine gemäß <math>f_n(x)</math> verteilte Zufallsvariable <math>X</math> einen Wert kleiner oder gleich <math>t</math> erhält.
Eigenschaften[Bearbeiten]
Es sei <math>X</math> eine <math>t</math>-verteilte Zufallsvariable mit <math>n</math> Freiheitsgraden und Dichte <math>f_n(x)</math>.
Wendepunkte[Bearbeiten]
Die Dichte besitzt Wendepunkte bei
- <math>x=\pm\,\sqrt{\frac{n}{n+2}}.</math>
Median[Bearbeiten]
Der Median ist
- <math>\tilde{x}=0.</math>
Modus[Bearbeiten]
Der Modus ergibt sich zu
- <math>x_D=0.</math>
Symmetrie[Bearbeiten]
Die Studentsche <math>t</math>-Verteilung ist symmetrisch um die 0.
Erwartungswert[Bearbeiten]
Für den Erwartungswert erhält man für <math>n>1</math>
- <math>\operatorname{E}(X)=0.</math>
Der Erwartungswert für <math>n=1</math> existiert nicht.
Varianz[Bearbeiten]
Die Varianz ergibt sich für <math>n>2</math> zu
- <math>\operatorname{Var}(X)=\frac{n}{n-2}.</math>
Schiefe[Bearbeiten]
Die Schiefe ist für <math>n>3</math>
- <math>\operatorname{v}(X)=0.</math>
Wölbungen[Bearbeiten]
Für die Kurtosis-Wölbung <math>\beta_2</math> und die Exzess-Wölbung <math>\gamma_2</math> erhält man für <math>n>4</math>
- <math>\operatorname{\beta_2}(X)=\frac{\mu_4}{\mu_2^2}=\frac{3n-6}{n-4},\qquad
\operatorname{\gamma_2}(X)=\frac{\mu_4}{\mu_2^2}-3=\frac{6}{n-4}.</math>
Momente[Bearbeiten]
Für die <math>k</math>-ten Momente <math>m_k=\operatorname{E}(X^k)</math> und die <math>k</math>-ten zentralen Momente <math>\mu_k=\operatorname{E}([X-\operatorname{E}(X)]^k)</math> gilt:
- <math>m_k=\mu_k=0, \text{ falls } n>k \text{ und } k \text{ ungerade}</math>
- <math>m_k=\mu_k=n^{k/2}\cdot\frac{1\cdot 3\cdot 5\cdot 7\dotsm(k-1)}{(n-2)\cdot(n-4)\cdot(n-6)\dotsm(n-k)},
\text{ falls } n>k \text{ und } k \text{ gerade}</math>
Beziehung zur Betaverteilung[Bearbeiten]
Das Integral
- <math>\int_0^z t^{a-1} (1-t)^{b-1}\mathrm{d}t</math>
ist die unvollständige Betafunktion
- <math>B(z;a,b),</math>
wobei
- <math>B(a,b)=B(1;a,b)</math> den Zusammenhang zur vollständigen Betafunktion herstellt. Dann ist für <math>t>0</math>
- <math>F_n(t) = \tfrac{1}{2}+ \tfrac{1}{2}I(z,\tfrac{1}{2},\tfrac{n}{2})=\tfrac{1}{2}+ \tfrac{1}{2} \frac{ B(z_t;\tfrac{1}{2},\tfrac{n}{2}) }{ B(1;\tfrac{1}{2},\tfrac{n}{2}) }</math>
mit
- <math>z_t=\frac{t^2}{t^2+n}.</math>
Wenn t gegen unendlich geht, strebt <math>z_t</math> gegen 1. Im Grenzfall steht im Zähler und Nenner obigen Bruches also dasselbe, das heißt, man erhält:
- <math>F_n(t) = \tfrac{1}{2}+ \tfrac{1}{2}I(z_t,\tfrac{1}{2},\tfrac{n}{2}) \rightarrow \tfrac{1}{2}+ \tfrac{1}{2} =1</math>
Nichtzentrale t-Verteilung[Bearbeiten]
Die Größe
- <math>\frac{Z+\delta}{\sqrt{\chi_n^2/n}}</math>
mit <math>Z \sim\mathcal{N}(0,1)</math> und <math>\delta</math> als Nichtzentralitätsparameter folgt der sogenannten nichtzentralen <math>t</math>-Verteilung.<ref>N. L. Johnson, B. L. Welch: Applications of the Non-Central t-Distribution. In: Biometrika. Vol. 31, No. 3/4 (Mar. 1940), S. 362–389, Modul:JSTOR * Modul:JSTOR:170: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) doi:10.1093/biomet/31.3-4.362.</ref> Diese Verteilung wird vor allem zur Bestimmung des β-Fehlers bei Hypothesentests mit <math>t</math>-verteilter Prüfgröße verwendet. Ihre Wahrscheinlichkeitsdichte lautet:<ref>Eric W. Weisstein: Noncentral Student’s t-Distribution. In: MathWorld (englisch). </ref>
- <math>f(x)=\frac{n^{n/2}n!e^{-\delta^2/2}} {2^n\Gamma\left(n/2\right)(x^2+n)^{(n+1)/2}}\left(\frac{\sqrt{2}\delta x}{\sqrt{x^2+n}}\frac{_1\mathcal F_1\left(n/2+1,3/2,\frac{(\delta x)^2}{2(x^2+n)}\right)}{\Gamma\left((n+1)/2\right)}+\frac{_1\mathcal F_1\left((n+1)/2,1/2,\frac{(\delta x)^2}{2(x^2+n)}\right)}{\Gamma\left(n/2+1\right)}\right)</math>
Die Klammer mit der Summe hypergeometrischer Funktionen lässt sich noch etwas einfacher schreiben,<ref>HermiteH. Bei: functions.wolfram.com.</ref> sodass ein kürzerer alternativer Ausdruck für die Dichte entsteht:
- <math>f(x)=\frac{2^n n^{n/2+1}\Gamma\left((n+1)/2\right)} {\pi(x^2+n)^{(n+1)/2}}e^{-\delta^2/2}H_{-n-1}\left(-\frac{\delta x}{\sqrt{2}\sqrt{x^2+n}}\right),</math>
wobei <math>H_{-n-1}\left(z\right)</math> ein Hermitesches Polynom mit negativem Index darstellt mit <math>H_{-n-1}\left(0\right)=\frac{\sqrt{\pi}}{2^{n+1}\Gamma\left(n/2+1\right)}</math>.
Der Erwartungswert liegt für <math>n>1</math> bei
- <math>\frac{\delta\sqrt{n}\Gamma\left((n-1)/2\right)}{\sqrt{2}\Gamma\left(n/2\right)}</math>
und die Varianz (für <math>n>2</math>) bei
- <math>\frac{(1+\delta^2)n}{n-2}-\frac{\delta^2 n\Gamma\left((n-1)/2\right)^2}{2\Gamma\left(n/2\right)^2}.</math>
Mit <math>\delta=0</math> erhält man die Kennwerte der zentralen <math>t</math>-Verteilung.
Beziehung zu anderen Verteilungen[Bearbeiten]
Beziehung zur Cauchy-Verteilung[Bearbeiten]
Für <math>n=1</math> und mit <math>\Gamma(1/2)=\sqrt{\pi}</math> ergibt sich die Cauchy-Verteilung als Spezialfall aus der Studentschen <math>t</math>-Verteilung.
Beziehung zur Chi-Quadrat-Verteilung und Standardnormalverteilung[Bearbeiten]
Die <math>t</math>-Verteilung beschreibt die Verteilung eines Ausdruckes
- <math>t_n\equiv\frac{\mathcal{N}(0,1)}{\sqrt{\frac{\chi_n^2}{n}}},</math>
wobei <math>\mathcal{N}(0,1)</math> eine standardnormalverteilte und <math>\chi_n^2</math> eine Chi-Quadrat-verteilte Zufallsvariable mit <math>n</math> Freiheitsgraden bedeutet. Die Zählervariable muss unabhängig von der Nennervariable sein. Die Dichtefunktion der <math>t</math>-Verteilung ist dann symmetrisch bezüglich ihres Erwartungswertes <math>0</math>. Die Werte der Verteilungsfunktion liegen in der Regel tabelliert vor.
Verteilung mit schweren Rändern[Bearbeiten]
Die Verteilung gehört zu den Verteilungen mit schweren Rändern.
Näherung durch die Normalverteilung[Bearbeiten]
Mit steigender Zahl von Freiheitsgraden kann man die Verteilungswerte der <math>t</math>-Verteilung mit Hilfe der Normalverteilung annähern. Als Faustregel gilt, dass ab 30 Freiheitsgraden die <math>t</math>-Verteilungsfunktion durch die Normalverteilung approximiert werden kann.
Verwendung in der mathematischen Statistik[Bearbeiten]
Verschiedene Schätzfunktionen sind <math>t</math>-verteilt.
Wenn die unabhängigen Zufallsvariablen <math>X_1, X_2, \dotsc, X_n</math> identisch normalverteilt sind mit Erwartungswert <math>\mu </math> und Standardabweichung <math>\sigma </math>, kann bewiesen werden, dass der Stichprobenmittelwert
- <math>\overline{X}=\frac 1n\sum_{i=1}^nX_i</math>
und die Stichprobenvarianz
- <math>S^2=\frac 1{n-1}\sum_{i=1}^n(X_i-\overline{X})^2</math>
stochastisch unabhängig sind.
Weil die Zufallsgröße <math>\tfrac{\overline{X}-\mu}{\sigma/\sqrt{n}}</math> eine Standardnormalverteilung hat und <math>(n-1)\, S^2/\sigma^2</math> einer Chi-Quadrat-Verteilung mit <math>n-1</math> Freiheitsgraden folgt, ergibt sich, dass die Größe
- <math>t_{n-1}=\frac{\overline{X}-\mu}{S/\sqrt{n}}=\frac{\overline{X}-\mu}{S/\sqrt{n}}\cdot\frac\sigma\sigma=\frac{\overline{X}-\mu}{\sigma/\sqrt{n}}\cdot\frac\sigma S=\frac{\overline{X}-\mu}{\sigma/\sqrt{n}}/\left(\frac S\sigma\right)=
\frac{\overline{X}-\mu}{\sigma/\sqrt{n}}/\sqrt{\chi_{n-1}^2/(n-1)}</math> nach Definition <math>t</math>-verteilt ist mit <math>n-1</math> Freiheitsgraden.
Also ist der Abstand des gemessenen Mittelwertes vom Mittelwert der Grundgesamtheit verteilt wie <math>t_{n-1} S/\sqrt{n}</math>. Damit berechnet man dann das 95-%-Konfidenzintervall für den Mittelwert <math>\mu</math> zu
- <math>\overline{x}-t \cdot S/\sqrt{n} \leq \mu \leq \overline{x}+t \cdot S/\sqrt{n},</math>
wobei der Wert für <math>t</math> implizit durch <math>F_{n-1}(t)=0{,}975</math> bestimmt ist, wobei <math>F_{n-1}</math> die Verteilungsfunktion einer Zufallsvariablen bezeichnet, die <math>t</math>-verteilt ist mit <math>n-1</math> Freiheitsgraden. Dieses Intervall ist für <math>n < \infty</math> etwas größer als dasjenige, welches sich mit bekanntem <math>\sigma</math> aus der Verteilungsfunktion der Normalverteilung bei gleichem Konfidenzniveau ergeben hätte <math>\left( \mu \in \left[\overline{x}\pm 1{,}96 \cdot \tfrac{\sigma}{\sqrt{n}}\right]\right)</math>.
Herleitung der Dichte[Bearbeiten]
Die Wahrscheinlichkeitsdichte der <math>t</math>-Verteilung lässt sich herleiten aus der gemeinsamen Dichte der beiden unabhängigen Zufallsvariablen <math>Z</math> und <math>\chi^2_n</math>, die standardnormal beziehungsweise Chi-Quadrat-verteilt sind:<ref>Frodesen, Skjeggestad, Tofte: Probability and Statistics in Particle Physics. Universitetsforlaget, Bergen/Oslo/Tromsø, S. 141.</ref>
- <math>
f_{Z,\chi^2_n}(z,y)= \frac{e^{-\frac 12z^2}}{\sqrt{2\pi}} \cdot \frac{y^{\frac{n}{2}-1}e^{-\frac 12y}}{2^\frac n2\Gamma(\frac n2)} </math>
Mit der Transformation
- <math>
t=z/\sqrt{y/n},v=y </math>
bekommt man die gemeinsame Dichte von <math>T=Z/\sqrt{\chi^2_n/n}</math> und <math>\chi^2_n</math>, wobei <math>-\infty < t < \infty</math> und <math>0\leq v < \infty</math>.
Die Jacobideterminante dieser Transformation ist:
- <math>\det\frac{\partial(z,y)}{\partial(t,v)}=\begin{vmatrix}
\sqrt{\frac{v}{n}}&0\\
\Diamond&1
\end{vmatrix}=\sqrt{\frac{v}{n}}</math>
Der Wert <math>\Diamond</math> ist unwichtig, weil er bei der Berechnung der Determinante mit 0 multipliziert wird. Die neue Dichtefunktion schreibt sich also
- <math>
f_{T,\chi^2_n}(t,v)=\frac{e^{-\frac 12 v \frac{t^2}n}}{\sqrt{2\pi}} \cdot \frac{1}{2^\frac n2 \Gamma(\frac n2)}v^{\frac n2-1}e^{-\frac 12v}\cdot\sqrt{\frac{v}{n}}. </math>
Gesucht ist nun die Randverteilung <math>f_n(t)</math> als Integral über die nicht interessierende Variable <math>v</math>:
- <math>
f_n(t)=\int\limits_{0}^\infty f_{T,\chi^2_n}(t,v)\,dv=\frac{1}{\sqrt{n\pi}\,2^{(n+1)/2}\Gamma(n/2)} \int\limits_{0}^\infty v^{(n-1)/2}e^{-v(1+t^2/n)/2}\,dv=\frac{\Gamma\left(\frac{n+1}{2}\right)} {\sqrt{n\pi}\Gamma\left(\frac{n}{2}\right)}\left(1+\frac{t^{2}}{n}\right)^{-\frac{n+1}{2}} </math>
Ausgewählte Quantile der t-Verteilung[Bearbeiten]
Tabelliert sind <math>t</math>-Werte für verschiedene Freiheitsgrade <math>n</math> und gebräuchliche Wahrscheinlichkeiten <math>P</math> (0,75 bis 0,999), wofür gilt:
- <math>P_{\text{einseitig}}=F_n(t)=P(T_n\leq t)</math>
Aufgrund der Spiegelsymmetrie der Dichte braucht man für den Fall des beidseitig symmetrisch begrenzten Intervalls nur die Wahrscheinlichkeitsskala anzupassen. Dabei verringern sich die Wahrscheinlichkeiten bei gleichem <math>t</math>, denn das Integrationsintervall wird durch Wegschneiden des Bereichs von <math>-\infty</math> bis <math>- t</math> reduziert:
- <math>P_{\text{zweiseitig}}=F_n(t)-F_n(-t)=P(-t<T_n\leq t)=2P_{\text{einseitig}}-1</math>
Werden bei einer Stichprobe <math>N</math> Beobachtungen durchgeführt und aus der Stichprobe <math>m</math> Parameter geschätzt, so ist <math>n=N-m</math> die Anzahl der Freiheitsgrade.
Zu der Anzahl von Freiheitsgraden <math>n</math> in der ersten Spalte und dem Signifikanzniveau <math>\alpha</math> (dargestellt als <math>1-\alpha</math> in der zweiten Zeile) wird in jeder Zelle der folgenden Tabelle der Wert des (einseitigen) Quantils <math>t_{n,\alpha}</math>, entsprechend DIN 1319-3, angegeben. Dies erfüllt für die Dichte <math>f_n</math> der <math>t_n</math>-Verteilung die folgenden Gleichungen:
- Einseitig: <math>\int_{-\infty}^{t_{n,\alpha}}f_n(x)\,\mathrm{d}x=1-\alpha</math>
- Zweiseitig: <math>\int_{-t_{n,\alpha/2}}^{t_{n,\alpha/2}}f_n(x)\,\mathrm{d}x=1-\alpha</math>
Also findet man beispielsweise mit <math>n = 4</math> und <math>\alpha = 0{,}05</math> die <math>t</math>-Werte von 2,776 (zweiseitig) oder 2,132 (einseitig).
Die Quantilfunktion der <math>t</math>-Verteilung <math>x_p</math> ist die Lösung der Gleichung <math>p=F(x_p|m,\,n)</math> und damit prinzipiell über die Umkehrfunktion zu berechnen. Konkret gilt hier
- <math>x_p=\frac{\sqrt{n}\left(2 I^{-1}(p,\frac n2,\frac n2)-1\right)}{2\sqrt{\left(1-I^{-1}(p,\frac n2,\frac n2)\right) \cdot I^{-1}(p,\frac n2,\frac n2)}}</math>
mit <math>I^{-1}</math> als Inverse der regularisierten unvollständigen Betafunktion. Dieser Wert <math>x_p</math> ist in der Quantiltabelle unter den Koordinaten p und n eingetragen.
Für wenige Werte <math>n</math> (1,2,4) vereinfacht sich die Quantilfunktion:<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>
- <math>n=1: x_p=\operatorname{tan} (\pi(p-1/2))</math>
- <math>n=2: x_p=(p-1/2)\sqrt{\frac{2}{ p(1-p)}}</math>
- <math>n=4: x_p=\sqrt{\frac{2\cos \left( \frac{1}{3} \arccos \left(2 \sqrt{p(1-p)} \, \right) \right)}{\sqrt{p(1-p)}}-4}</math>
Tabelle einiger t-Quantile[Bearbeiten]
| Anzahl Freiheitsgrade n |
P für zweiseitigen Vertrauensbereich | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 0,5 | 0,75 | 0,8 | 0,9 | 0,95 | 0,98 | 0,99 | 0,998 | |
| P für einseitigen Vertrauensbereich | ||||||||
| 0,75 | 0,875 | 0,90 | 0,95 | 0,975 | 0,99 | 0,995 | 0,999 | |
| 1 | 1,000 | 2,414 | 3,078 | 6,314 | 12,706 | 31,821 | 63,657 | 318,309 |
| 2 | 0,816 | 1,604 | 1,886 | 2,920 | 4,303 | 6,965 | 9,925 | 22,327 |
| 3 | 0,765 | 1,423 | 1,638 | 2,353 | 3,182 | 4,541 | 5,841 | 10,215 |
| 4 | 0,741 | 1,344 | 1,533 | 2,132 | 2,776 | 3,747 | 4,604 | 7,173 |
| 5 | 0,727 | 1,301 | 1,476 | 2,015 | 2,571 | 3,365 | 4,032 | 5,893 |
| 6 | 0,718 | 1,273 | 1,440 | 1,943 | 2,447 | 3,143 | 3,707 | 5,208 |
| 7 | 0,711 | 1,254 | 1,415 | 1,895 | 2,365 | 2,998 | 3,499 | 4,785 |
| 8 | 0,706 | 1,240 | 1,397 | 1,860 | 2,306 | 2,896 | 3,355 | 4,501 |
| 9 | 0,703 | 1,230 | 1,383 | 1,833 | 2,262 | 2,821 | 3,250 | 4,297 |
| 10 | 0,700 | 1,221 | 1,372 | 1,812 | 2,228 | 2,764 | 3,169 | 4,144 |
| 11 | 0,697 | 1,214 | 1,363 | 1,796 | 2,201 | 2,718 | 3,106 | 4,025 |
| 12 | 0,695 | 1,209 | 1,356 | 1,782 | 2,179 | 2,681 | 3,055 | 3,930 |
| 13 | 0,694 | 1,204 | 1,350 | 1,771 | 2,160 | 2,650 | 3,012 | 3,852 |
| 14 | 0,692 | 1,200 | 1,345 | 1,761 | 2,145 | 2,624 | 2,977 | 3,787 |
| 15 | 0,691 | 1,197 | 1,341 | 1,753 | 2,131 | 2,602 | 2,947 | 3,733 |
| 16 | 0,690 | 1,194 | 1,337 | 1,746 | 2,120 | 2,583 | 2,921 | 3,686 |
| 17 | 0,689 | 1,191 | 1,333 | 1,740 | 2,110 | 2,567 | 2,898 | 3,646 |
| 18 | 0,688 | 1,189 | 1,330 | 1,734 | 2,101 | 2,552 | 2,878 | 3,610 |
| 19 | 0,688 | 1,187 | 1,328 | 1,729 | 2,093 | 2,539 | 2,861 | 3,579 |
| 20 | 0,687 | 1,185 | 1,325 | 1,725 | 2,086 | 2,528 | 2,845 | 3,552 |
| 21 | 0,686 | 1,183 | 1,323 | 1,721 | 2,080 | 2,518 | 2,831 | 3,527 |
| 22 | 0,686 | 1,182 | 1,321 | 1,717 | 2,074 | 2,508 | 2,819 | 3,505 |
| 23 | 0,685 | 1,180 | 1,319 | 1,714 | 2,069 | 2,500 | 2,807 | 3,485 |
| 24 | 0,685 | 1,179 | 1,318 | 1,711 | 2,064 | 2,492 | 2,797 | 3,467 |
| 25 | 0,684 | 1,178 | 1,316 | 1,708 | 2,060 | 2,485 | 2,787 | 3,450 |
| 26 | 0,684 | 1,177 | 1,315 | 1,706 | 2,056 | 2,479 | 2,779 | 3,435 |
| 27 | 0,684 | 1,176 | 1,314 | 1,703 | 2,052 | 2,473 | 2,771 | 3,421 |
| 28 | 0,683 | 1,175 | 1,313 | 1,701 | 2,048 | 2,467 | 2,763 | 3,408 |
| 29 | 0,683 | 1,174 | 1,311 | 1,699 | 2,045 | 2,462 | 2,756 | 3,396 |
| 30 | 0,683 | 1,173 | 1,310 | 1,697 | 2,042 | 2,457 | 2,750 | 3,385 |
| 40 | 0,681 | 1,167 | 1,303 | 1,684 | 2,021 | 2,423 | 2,704 | 3,307 |
| 50 | 0,679 | 1,164 | 1,299 | 1,676 | 2,009 | 2,403 | 2,678 | 3,261 |
| 60 | 0,679 | 1,162 | 1,296 | 1,671 | 2,000 | 2,390 | 2,660 | 3,232 |
| 70 | 0,678 | 1,160 | 1,294 | 1,667 | 1,994 | 2,381 | 2,648 | 3,211 |
| 80 | 0,678 | 1,159 | 1,292 | 1,664 | 1,990 | 2,374 | 2,639 | 3,195 |
| 90 | 0,677 | 1,158 | 1,291 | 1,662 | 1,987 | 2,368 | 2,632 | 3,183 |
| 100 | 0,677 | 1,157 | 1,290 | 1,660 | 1,984 | 2,364 | 2,626 | 3,174 |
| 200 | 0,676 | 1,154 | 1,286 | 1,653 | 1,972 | 2,345 | 2,601 | 3,131 |
| 300 | 0,675 | 1,153 | 1,284 | 1,650 | 1,968 | 2,339 | 2,592 | 3,118 |
| 400 | 0,675 | 1,152 | 1,284 | 1,649 | 1,966 | 2,336 | 2,588 | 3,111 |
| 500 | 0,675 | 1,152 | 1,283 | 1,648 | 1,965 | 2,334 | 2,586 | 3,107 |
| <math>\infty</math> | 0,674 | 1,150 | 1,282 | 1,645 | 1,960 | 2,326 | 2,576 | 3,090 |
Weblinks[Bearbeiten]
- Interaktiver Graph der <math>t</math>-Verteilung (mit anschaulicher Erklärung)
- Die nachstehende Seite ist nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2025. (Suche im Internet Archive) Webrechner für exakte Werte
Einzelnachweise[Bearbeiten]
<references />
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Diskrete univariate Verteilungen für endliche Mengen:
Benford |
Bernoulli |
beta-binomial |
binomial |
Dirac |
diskret uniform |
empirisch |
hypergeometrisch |
kategorial |
negativ hypergeometrisch |
Rademacher |
verallgemeinert binomial |
Zipf |
Zipf-Mandelbrot |
Zweipunkt
Diskrete univariate Verteilungen für unendliche Mengen:
Boltzmann |
Conway-Maxwell-Poisson |
discrete-Phase-Type |
erweitert negativ binomial |
Gauss-Kuzmin |
gemischt Poisson |
geometrisch |
logarithmisch |
negativ binomial |
parabolisch-fraktal |
Poisson |
Skellam |
verallgemeinert Poisson |
Yule-Simon |
Zeta
Vorlage:Klappleiste/EndeVorlage:Klappleiste/Anfang
Kontinuierliche univariate Verteilungen mit kompaktem Intervall:
Beta |
Cantor |
Kumaraswamy |
raised Cosine |
Dreieck |
Trapez |
U-quadratisch |
stetig uniform |
Wigner-Halbkreis
Kontinuierliche univariate Verteilungen mit halboffenem Intervall:
Beta prime |
Bose-Einstein |
Burr |
Chi |
Chi-Quadrat |
Coxian |
Erlang |
Exponential |
Extremwert |
F |
Fermi-Dirac |
Folded normal |
Fréchet |
Gamma |
Gamma-Gamma |
verallgemeinert invers Gauß |
halblogistisch |
halbnormal |
Hartman-Watson |
Hotellings T-Quadrat |
hyper-exponentiale |
hypoexponential |
invers Chi-Quadrat |
scale-invers Chi-Quadrat |
Invers Normal |
Invers Gamma |
Kolmogorow-Verteilung |
Lévy |
log-normal |
log-logistisch |
Maxwell-Boltzmann |
Maxwell-Speed |
Nakagami |
nichtzentriert Chi-Quadrat |
Pareto |
Phase-Type |
Rayleigh |
relativistisch Breit-Wigner |
Rice |
Rosin-Rammler |
shifted Gompertz |
truncated normal |
Type-2-Gumbel |
Weibull |
Wilks’ Lambda
Kontinuierliche univariate Verteilungen mit unbeschränktem Intervall:
Cauchy |
Extremwert |
exponential Power |
Fishers z |
Fisher-Tippett (Gumbel) |
generalized hyperbolic |
Hyperbolic-secant |
Landau |
Laplace |
alpha-stabil |
logistisch |
normal (Gauß) |
normal-invers Gauß’sch |
Skew-normal |
Studentsche t |
Type-1-Gumbel |
Variance-Gamma |
Voigt
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Diskrete multivariate Verteilungen:
Dirichlet compound multinomial |
Ewens |
gemischt Multinomial |
multinomial |
multivariat hypergeometrisch |
multivariat Poisson |
negativmultinomial |
Pólya/Eggenberger |
polyhypergeometrisch
Kontinuierliche multivariate Verteilungen:
Dirichlet |
GEM |
generalized Dirichlet |
multivariat normal |
multivariat Student |
normalskaliert invers Gamma |
Normal-Gamma |
Poisson-Dirichlet
Multivariate Matrixverteilungen:
Gleichverteilung auf der Stiefel-Mannigfaltigkeit |
Invers Wishart |
Matrix Beta |
Matrix Gamma |
Matrix invers Beta |
Matrix invers Gamma |
Matrix Normal |
Matrix Student-t |
Matrix-Von-Mises-Fisher-Verteilung |
Normal-invers-Wishart |
Normal-Wishart |
Wishart
Vorlage:Klappleiste/Ende